Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

3D-Kennzeichen: Blech hat ausgedient

Das 3D-Kennzeichen aus Kunststoff bietet eine Alternative zu den herkömmlichen Aluminiumschildern. (Foto: 3D-Kennzeichen)

Das 3D-Kennzeichen aus Kunststoff bietet eine Alternative zu den herkömmlichen Aluminiumschildern. (Foto: 3D-Kennzeichen)

Rund ums Auto haben moderne technische Kunststoffe die Metalle bereits an vielen Stellen erfolgreich ersetzt. Mit seiner Entwicklung eines normgerechten Kfz-Kennzeichens aus Kunststoff bringt der Unternehmer und Kunststoff-Chemiker Dr. Michael Bauer jetzt eine der letzten Bastionen des Blechs am Auto zu Fall: seine 3D-Kennzeichen bieten Autofahrern eine zulassungsfähige, qualitativ überlegene Alternative zu den herkömmlichen Blechschildern aus Aluminium.

Die 3D-Kennzeichen GmbH, Neuburg am Inn, vertreibt deutschlandweit die neuen Kennzeichen, die in einem Netzwerk mittelständischer Firmen in Deutschland gefertigt werden. Ausgangspunkt für die Entwicklung von 3D-Kennzeichen waren die unbefriedigenden Eigenschaften der konventionellen Aluminiumschilder: Schon kleinste Rempler führen zu irreversibler Verformung, der dünne Farbauftrag auf den eingeprägten Lettern ist anfällig für Abrieb insbesondere bei gründlicher Reinigung, die scharfen und gratigen Ränder bergen ein Verletzungsrisiko. Ungünstige Metallkombinationen bei der Befestigung am Fahrzeug oder der Anbringung sogenannter Feststoffplakettenhalter führen zu unschönen Korrosionserscheinungen. Nicht zuletzt sind die Blechschilder anfällig für lästige Vibrationen. Alle diese Probleme gehören durch die Verwendung von Kunststoff en beim 3D-Kennzeichen der Vergangenheit an.

Werkstoff mix ermöglicht neues Herstellverfahren

So besteht die Platine des 3D-Kennzeichens aus einem bis -45 °C schlagzähen Polypropylen, das sich durch seine Elastizität selbst nach solchen Krafteinwirkungen wieder in die Ursprungsform zurückstellt, die ein Blechschild unbrauchbar hinterlassen. Die in der Norm definierte retroflektierende Kennzeichenfläche wird durch eine Reflexfolie von 3M dargestellt, die im Inmould-Verfahren beim Spritzgießen der Platine dauerhaft aufgeschmolzen wird. Die Lettern bestehen wiederum aus ASA (Acrylester-Styrol-Acrylnitril). Sie werden ebenfalls im Spritzgießverfahren produziert. Angegossene Zapfen an den Lettern dienen zur Befestigung auf der Platine, die in einem neuartigen, speziellen Verfahren erfolgt: Bei diesem sogenannten Steckprägen dienen die Zapfen des härteren Materials der Lettern zugleich als Stanzelemente, die im ersten Schritt ihre eigenen Befestigungslöcher in das weichere Material der Platine stanzen und im zweiten Schritt auf der Platinenrückseite durch Kaltverformung vernietet werden. Die spezifische Rückseitenstruktur jeder Letter wird beim Steckprägen irreversibel und damit fälschungssicher als eine Art Fingerabdruck in die Oberfläche der Platine eingeprägt. Das neue Verfahren besticht dadurch, dass zur dezentralen Konfektionierung von Kennzeichen die gleichen Prägepressen wie für Aluminiumschilder verwendet werden können, entsprechende Prägestationen benötigen lediglich spezielle Werkzeugeinsätze für die 3D-Lettern.

Durchgefärbte Materialien für nachhaltige Schönheit

Die präzise geformten, aufgesetzten Kunststofflettern verleihen den 3D-Kennzeichen ihre prägnante namensgebende 3D-Optik, die sich von herkömmlichen Blechschildern positiv abhebt. Sowohl Platine als auch Lettern sind im Material UV-beständig durchgefärbt, so dass Abrieb kein Thema ist. Damit ist das 3D-Kennzeichen pflegefreundlich und lässt sich bei Verschmutzung einfach mit Bürste oder Dampfstrahlgerät reinigen. Selbst Kratzer in den Lettern lassen sich gegebenenfalls auspolieren. Aber nicht nur die längere Lebensdauer macht die 3D-Kennzeichen zu einem nachhaltigen Produkt: Sie sind außerdem verglichen mit Aluschildern um rund 25 % leichter und reduzieren den CO2-Ausstoß bei der Produktion der Grundmaterialien auf ein Siebtel.

Neue Möglichkeiten durch Kunststoffeinsatz

Bei den 3D-Kennzeichen wurde einerseits ein alltägliches Produkt mit dem Einsatz von Kunststoffen neu durchdacht und verbessert – andererseits ergeben sich in der Konsequenz auch völlig neue technische Möglichkeiten. So plant Dr. Bauer bereits die Einführung eines rahmenlosen „unsichtbaren“ Kennzeichenhalters, bei dem Haltenasen einfach in entsprechende Nuten des 3D-Kennzeichens einrasten. Selbst eine zukünftige elektronische Aufrüstung von Kennzeichen ist durch die Kunststoffmaterialien denkbar, beispielsweise durch die Integration von RFID-Technologie in die Grundplatte. Nach der bereits erfolgten Zertifizierung durch die zuständigen Prüfinstitutionen ist der nächste Meilenstein allerdings sehr konkret: Das neue 3D-Kennzeichen erfolgreich am Markt zu etablieren.

www.3d-kennzeichen.de

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