Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Akro-Plastic: Erstmals mit PBT-Compounds auf der Fakuma

Die Themen Leichtbau und Anmutungsqualität spielen auch auf der Fakuma 2017 wieder eine große Rolle bei der Akro-Plastic GmbH, Niederzissen. Daneben gibt es im Bereich Compounds mit halogenfreiem Flammschutz Neuigkeiten und unter der Marke Precite werden erstmals PBT-Compounds in das Portfolio des Compoundeurs aufgenommen.

Leichtbau und Anmutung

Frischluftgrill aus Akroloy PARA ICF 40, hergestellt von der Dr. Schneider Unternehmensgruppe. (Foto: Akro-Plastic)

Frischluftgrill aus Akroloy PARA ICF 40, hergestellt von der Dr. Schneider Unternehmensgruppe. (Foto: Akro-Plastic)v

Mit Akroloy PARA ICF 40 hat der Compoundeur ein PA MXD 6, ein aromatisches Polyamid mit hoher Fließfähigkeit, entwickelt. Selbst bei einer Verstärkung mit 40 % Kohlenstofffasern kann hier eine nahezu makellose Oberfläche erreicht werden. Mit einer Steifigkeit von annähernd 40 GPa und über 400 MPa Biegefestigkeit ist diese Type geeignet, um metallähnliche Festigkeiten zu erzeugen.

„Die Dr. Schneider Unternehmensgruppe aus Kronach-Neuses hat ein Leichtbau-Designkonzept für den Frischluftgrill entwickelt, welches auf hochsteifen Werkstoffen aufbaut“, erklärt Thilo Stier, Bereichsleiter Vertrieb und Innovation bei Akro-Plastic. „In dieses Konzept passt unser Akroloy PARA ICF 40 hervorragen hinein. Aufgrund der metallähnlichen Steifigkeiten in Kombination mit niedriger Dichte, kann der Frischluftgrill mit einer hohen Wertigkeit und niedrigem Gewicht erzeugt werden“. Die Oberflächengüte ist nach Angaben des Compoundeurs hierbei so hochwertig, dass die Bauteile unlackiert im 7er BMW verbaut werden können.

Die Typenreihe Akromid Lite (basierend auf PA mit chemisch gekoppeltem PP) wurde durch neue Produkte, die nicht nur Gewicht sparen, sondern auch vielfältige technische Verbesserungen einzelner Eigenschaften liefern, ergänzt. Die Produktreihe zeichnet sich durch niedrige Dichte, besondere Chemikalienbeständigkeit und eine gute Haftung zu olefinbasierenden TPE-Typen aus.

Akromid B28 LGF 40 1 L ist eines der ersten Langglasfaser-Polyamidblends auf Basis eigener weiterentwickelter Pultrusionstechnologie. Die hier eingesetzten Hochleistungsglasfasern verleihen dem Produkt exzellente Festigkeitswerte auch bei höheren Temperaturen. Selbst bei 120 °C sind die Festigkeiten einem kurzglasfaserverstärkten Polyamid mit 50 % Glasfaser überlegen. Akromid B3 ICF 20 1 L bietet eine hohe Gewichtsreduzierung (vergleichbar mit unverstärktem PA) bei gleichzeitig guten mechanischen Eigenschaften. Durch den Einsatz von chemischen Treibmitteln ist eine weitere Reduzierung des Gewichts zu erzielen.

Flammgeschützte Materialien für den öffentlichen Verkehr

Sitz-Systems Citos aus Akromid B3 GF 25 9 (6360) hergestellt von der Firma Franz Kiel. (Foto: Akro-Plastic)

Sitz-Systems Citos aus Akromid B3 GF 25 9 (6360) hergestellt von der Firma Franz Kiel. (Foto: Akro-Plastic)

Für den Bereich öffentliche Verkehrsmittel bietet der Compoundeur neue flammgeschützte Compounds auf Basis halogenfreier Flammschutzadditive an.

Für die Rückenabdeckung und weitere Applikationen für einen Bussitz wurde ein Akromid B3 GF 25 9 (6360) in Zusammenarbeit mit dem Sitzhersteller Franz Kiel GmbH aus Nördlingen entwickelt, welches sich durch eine niedrige Brennbarkeit, gute Fließfähigkeit und eine sehr gute Oberflächenabbildung auszeichnet. Das Material besteht die UN/ECE R118 Anhang 8 Anforderungen.

Für den Anwendungsbereich Bahn gelten strengere Kriterien. Auch hierfür hat Akro-Plastic mit Akromid B3 1 FR schwarz (5983) ein Produkt im Portfolio. Das unverstärkte PA 6 besteht die Anforderungen der europäischen Bahn-Norm EN 45545-2 mit den Anforderungen R22/HL3, R23/HL3 & R26/HL3. Dieser Werkstoff eignet sich für Isolatoren, Schalter, Relais, Verschraubungen u. ä. Für die Anforderungen der Norm EN 45545-2 R24/HL3 steht mit Akromid B3 GF 30 FRT schwarz (6665) ein Werkstoff zur Verfügung, welcher nach UL94 HB bei 0,8 bis 3,0 mm und f1 gelistet ist.

Die höchsten Anforderungen an flammgeschützte Materialien im Transportsektor werden nach wie vor von der Luftfahrt gefordert. Auch hierfür hat Akro-Plastic ein Compound entwickelt, welches nach der Federal Aviation Regulation (FAR) 25.853 für den Innenbereich spezifiziert ist. Das Akroloy PA K17 FR schwarz (5762) zeichnet sich durch eine geringe Rauchgasdichte, Toxizität und Brennbarkeit aus und kann für Strukturbauteile eingesetzt werden.

Halogenfreier Flammschutz für E&E

Für Anwendungen im Bereich Elektro und Elektronik sind neue flammgeschützte Compounds auf Basis dieser halogenfreien Flammschutzadditive verfügbar. Hier weist der Compoundeur besonders auf seine Produkte mit der Nomenklatur FR-EN hin, bei denen produktionsbegleitend der Iod- und Bromgehalt mit „Für die Produktreihe Akromid A3 GF 30 bis GF 60 HU haben wir die UL-Yellow-Card mit RTI-Listung vervollständigen können“, so Günter Prautzsch, Business Development Manager Innovative Produkte bei Akro-Plastic. „Somit können wir nun auch Industrieapplikationen begleiten, die eine entsprechende Zulassung benötigen.“

Neue Polyester-Blends

Akro-Plastic wird im Rahmen der Fakuma 2017 eine neue Produktreihe auf Basis thermoplastischer Polyester vorstellen. Unter dem Handelsnamen Precite werden PBT- bzw. PET-Compounds und unterschiedliche Polyester-Blends vermarktet. Das Portfolio fokussiert sich dabei auf verstärkte Typen mit bis zu 50 % Glasfasern. Blends aus PBT/ASA und PBT/SAN werden ergänzend zur Verfügung stehen – diese zeigen ein geringeres Verzugsverhalten und sind deshalb auch für größere Bauteile geeignet. Für Anwendungen mit hohen Oberflächenansprüchen runden Compounds auf Basis von PBT/PC und PBT/PET das Portfolio ab.

Es werden auch in dieser Produktlinie ICF-Typen mit preiswerter Kohlenstofffaserverstärkung angeboten, welche in PBT ihr volles Potential entfaltet. Neben hoher Festigkeit und hoher Bruchdehnung, reduziert sich die Dichte und damit das Bauteilgewicht je nach Type um 10 bis 20 %. Dieses Eigenschaftsprofil prädestiniert Precite ICF für Präzisionsteile im Leichtbau und der Elektromobilität.

Polyester-Compounds zeichnen sich durch geringe Feuchtigkeitsaufnahme, sehr gute Dimensionsstabilität und gute mechanische Eigenschaften aus. Daher sind sie für Anwendungen im Bereich Automotive und E&E geeignet, bei denen hohe Präzision und enge Toleranzen gefordert sind.

Reinigungsgranulat aus dem eigenen Haus

Mit AF-Clean stellt die AF-Color, Zweigniederlassung der Akro-Plastic GmbH und Spezialist für Masterbatches, erstmals eine Serie von Reinigungsgranulaten vor. „Wir als Masterbatchproduzent müssen unsere Extruder bei Produkt- und Farbwechsel häufig selbst regelmäßig reinigen“, so Dr. Inno Gaul, Bereichsleiter Forschung & Entwicklung bei AF-Color. „Dafür haben wir zahlreiche am Markt etablierte Reinigungsprodukte verwendet, jedoch konnte uns keines vollständig überzeugen. Was lag also näher, als selbst eines zu entwickeln, welches unseren eigenen hohen Ansprüchen genügte und dieses nun auch unseren Kunden anzubieten.“

Das neue Reinigungsgranulat ist für zwei Temperaturbereiche erhältlich: AF-Clean Basic (180 – 240 °C) und AF-Clean HT (240 – 350 °C). Auch für die häufig notwendige Reinigung der Folienanlagen von Farbresten entsprach die Leistung der verfügbaren Produkte nicht den Anforderungen des Masterbatchherstellers. Daher entwickelt AF-Color aktuell an weiteren neuen Produkten zur Reinigung von Folienanlagen.

Physikalisches Schäumen in Kunststoffanwendungen

Mit AF-Complex PE 990407 TM natur hat AF-Color ein Additiv-Konzentrat entwickelt, das eine Kombination aus Wirkstoffen beinhaltet, welche aktiv die Entstehung von Gaszellen (Nukleierung) in der gesamten Polymerschmelze fördern. Die Nukleierungsdichte wird homogen über die gesamte Polymermatrix erhöht und nicht wie bei häufig verwendeten Füllstoffen wie Talkum auf mehr oder weniger begrenzt zur Verfügung stehende Partikel beschränkt.

Dieser Effekt führt zu deutlich mehr Schaumzellen. Mehr Schaumzellen bedeuten auch gleichzeitig feineren und gleichmäßigeren Schaum. Dieser positive Effekt verstärkt sich durch die zusätzliche Wirkung auf die Rheologie der Schmelze. Ohne die für einen effektiven Schaumbildungsprozess notwendige Schmelzezähigkeit herabzusetzen, kann mit Hilfe von AF-Complex PE 990407 TM schneller, in einigen Fällen auch bei niedrigeren Temperaturen, eingespritzt werden. Eine Kombination dieser Effekte führt zu einer besseren Oberflächenstruktur und wirkt sich günstig auf die Gleichmäßigkeit des mikrozellulären Schaumes aus.

Zur Unterstützung des physikalischen Schäumens von Folien stehen mit AF-Complex PE 990427 TM natur und AF-Complex PE 990400 TM natur zwei weitere Produkte zur Verfügung. Beide tragen zudem zur Verringerung der häufig festgestellten Geruchsentwicklung beim Schäumen von Folien bei. Es können feinzellig geschäumte Folien oder PP-Folien mit einer Dicke zwischen 40 und 200 µm hergestellt werden. Häufig wird die Nukleierung bei der Folienproduktion durch Zugabe von Talkum verbessert. Zwangsläufig wird dadurch das Flächengewicht der Folien erhöht. Bei der Nukleierung mit einem der genannten Treibmittel entfällt dieser unerwünschte Nebeneffekt. Die Schaumbildung in der Folie wird effizienter und gleichmäßiger, bei deutlich geringerem Flächengewicht.

Breites Portfolio an Biokunststoffen

Bio-Fed, eine Zweigniederlassung der Akro-Plastic GmbH, produziert und vermarktet biologisch abbaubare oder biobasierte Kunststoffe unter der Marke M-Vera. Auf der Fakuma 2017 stellt das Unternehmen sein breites Portfolio an Folienextrusions- und Spritzgießtypen vor. Je nach Anforderungsprofil sind diese Compounds in verschiedenen Umgebungen biologisch abbaubar oder für den dauerhaften Einsatz geeignet sowie ganz oder teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Mit AF-Eco wird das Produktportfolio um biopolymerbasierte Farb- und Additivmasterbatches ergänzt.

www.akro-plastic.com

Dieser Anbieter stellt auf der Fakuma 2017 in Friedrichshafen in Halle B2 am Stand B2-2209 aus
Halle: B2
Stand: B2-2209

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