Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

BASF: Kunststoffvielfalt hautnah erleben

Sitzen, fahren, verpacken, dämmen oder doch lieber angeln? – Die Kunststoffvielfalt der BASF auf der Fakuma. (Fotos: BASF)

Sitzen, fahren, verpacken, dämmen oder doch lieber angeln? – Die Kunststoffvielfalt der BASF auf der Fakuma. (Fotos: BASF)

Vielfältige Kunststofflösungen für die Bau- und Möbelindustrie sowie für Automobil und Verpackungen präsentiert die BASF auf der Fakuma. Darüber hinaus gibt es ein Wiedersehen mit Ultramid Advanced N, dem neuen Polyphthalamid (PPA) der BASF für anspruchsvolle Anwendungen in vielen Industrien.

Technische Kunststoffe für den Automobilbau

Für die Automobilindustrie präsentiert die BASF technische Kunststoffe für den Autoinnenraum, die Ladeluftstrecke und das Fahrwerk. Zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt werden zwei Spezial-Polyamide für das Auto-Interieur, die neue Designmöglichkeiten für hochwertig glänzende Oberflächen, hinterleuchtete Struktur- und Funktionselemente und haptisch ansprechende Designs eröffnen. Beide Kunststoffe stellen kosteneffiziente Materiallösungen in chemisch und optisch anspruchsvollen Anwendungen dar. Bei der Entwicklung wurden zudem die strengen Anforderungen der Automobilindustrie an Emissionen und Geruch im Autoinnenraum berücksichtigt.

Darüber hinaus zeigt die BASF Strukturbauteile, die zusammen mit führenden Automobilzulieferern entwickelt und mithilfe des Simulationstools Ultrasim angepasst wurden: Die Motorträger, Getriebequerträger und Getriebeadapter aus glasfaserverstärktem Ultramid erfüllen die gestiegenen Kundenanforderungen an das Crash- und NVH-Verhalten (NVH = Noise, Vibration und Harshness) im Antriebsstrang. Sie demonstrieren darüber hinaus die gute Übereinstimmung von Ultrasim-Simulation und Bauteilverhalten.

Außerdem am Stand: ein Überblick über das umfangreiche Ultramid-Portfolio für die Ladeluftstrecke heutiger und zukünftiger Verbrennungsmotoren. Das abgestimmte Portfolio von PA6- und PA66-Typen erfüllt die gestiegenen Anforderungen an die eingesetzten Materialien, ihre mechanischen Eigenschaften und Temperaturbeständigkeit. So kann dem Entwickler das jeweils passende Material für unterschiedliche Bauteile der Ladeluftstrecke zur Verfügung gestellt werden. Ausgewählte Typen basieren auf globalen Spezifikationen.

Strapazierfähiger Boden aus TPU

Am BASF-Stand wurde zudem ein aus Elastollan gefertigter Bodenbelag verlegt. Elastollan ist das thermoplastische Polyurethan (TPU) der BASF, das eine gute mechanische Eigenschaften und hohe Abriebfestigkeit mitbringt. Daher bietet der Boden eine hohe Flexibilität und Strapazierfähigkeit und eignet sich für stark frequentierte Gebäudebereiche. Der homogene Bodenbelag wird von Tarkett unter dem Namen IQ One vermarktet und ist mit Cradle-to-Cradle-Gold sowie dem Umweltzeichen „Blauer Engel” zertifiziert. IQ One ist zu 100 % rezyklierbar und verursacht nur geringe VOC-Emissionen (flüchtige organische Verbindungen). Aufgrund der Vielfältigkeit des Kunststoffs eignet sich Elastollan darüber hinaus für zahlreiche andere Anwendungsfelder. Eine Auswahl an Extrusions- und auch Spritzgussexponaten wird ebenfalls am BASF-Stand gezeigt.

Stuhlvielfalt aus Polyamid

Designer und Entwickler aus der Möbelindustrie entscheiden sich immer häufiger für Kunststoff als Werkstoff für ihre Produkte. Daher können die Besucher am BASF-Stand gleich auf drei verschiedenen Stuhldesigns Platz nehmen: auf dem Belleville von Vitra, dem Metrik von Wilkhahn und dem A-Chair von Brunner. Alle drei bestehen aus dem Polyamid Ultramid SI (SI = Surface Improved) der BASF. Neben der für Polyamide typischen Stabilität macht Ultramid SI eine optisch wertige Oberfläche möglich. Mithilfe des Simulationsinstruments Ultrasim konnte bei der Entwicklung der Stühle das Potenzial von Design und Material voll ausgeschöpft werden. Das Ergebnis: ein gelungener Spagat zwischen filigraner Optik und Festigkeit.

Abstandshalter für vorgehängte hinterlüftete Fassaden

Wohn-, Geschäfts- und Industriegebäude werden heute oft mit vorgehängten hinterlüfteten Fassaden (VHF) gedämmt. Die erwartete Dämmleistung und Energieeinsparung kann jedoch nur erreicht werden, wenn die tragenden Elemente zum Vorhängen der Fassade möglichst keine Wärme zwischen Wand und Fassade durchleiten. Die Firma BWM hat dafür den Fassadenhalter „Zela Click“ aus dem thermoplastischen Kunststoff Ultramid von BASF entwickelt. Der clevere Kunststoffhalter vermindert Energieverluste und ist schnell und unkompliziert zu montieren. Auch beim Fixrock Brandriegel-Kit von BWM ersetzt Ultramid das zuvor eingesetzte Metall und sorgt für die notwendige Hinterlüftung zwischen Fassadendämmung und Bekleidung. Mit ihrer Expertise für technische Kunststoffe hat BASF den Kunden BWM bei der Materialauswahl und Produktentwicklung unterstützt.

Lichtstabilisatoren für langlebige Kunststoffe

Ob im Autoinnenraum, im Kunstrasen oder in Teppichen, Polymere sind häufig starkem UV-Licht, rauen Wetterbedingungen und Umweltschadstoffen ausgesetzt. Damit der Kunststoff sein Aussehen und seine ursprünglichen Materialeigenschaften langfristig beibehält, kommen sterische Amine (HALS) als Lichtschutzmittel zum Einsatz. So sorgt das HALS Tinuvin 880 der BASF für eine hohe UV-Beständigkeit von Kunststoffteilen im Autoinnenraum und verbessert zugleich ihre Wärmestabilität. Speziell für Fasern und Filme, die beispielsweise in technischen Textilien oder Kunstrasen enthalten sind, hat BASF das HALS Tinuvin XT 55 entwickelt. Dieser leistungsfähige Lichtstabilisator hat zusätzlich einen positiven Effekt auf Verarbeitungsprobleme und Verzögerungen, die bei der Produktion von Fasern und Folien auftreten können.

Folien aus Polyamid: Weich, transparent und reißfest

Die Eigenschaften von zwei neuen Ultramid-Copolyamiden eröffnen breite Anwendungsmöglichkeiten. Das teilweise biobasierte Ultramid Flex F38L ist auch bei tiefen Temperaturen und geringer Luftfeuchtigkeit weich, transparent und reißfest. Daher eignet es sich besonders für technische Folien oder weiche Verpackungen, wie sie beispielsweise für Lebensmittel verwendet werden. Weichheit, Transparenz und Reißfestigkeit sind auch die Stärken von Ultramid C37LC. Es wird sowohl für Schrumpffolien in der Lebensmittelbranche als auch für Fischernetze und Angelschnüre eingesetzt. Zusätzlich profitieren die Kunden bei diesem Ultramid von einem effizienteren Produktionsprozess, da sie bei der Verarbeitung auf die Zugabe von amorphen Polyamiden verzichten können.

Neuer Produktionskomplex für POM in Korea

Ein 50:50-Joint-Venture von der BASF und Kolon Plastics mit dem Namen Kolon BASF innoPOM, Inc. baut in Korea eine neue, hocheffiziente Produktionsanlage für Polyoxymethylen (POM). Die Anlage mit 70.000 Tonnen Jahreskapazität wird am bereits bestehenden Produktionsstandort von Kolon Plastics in Gimcheon angesiedelt. Damit entsteht der weltweit größte Produktionskomplex für POM. Die Inbetriebnahme ist für das 3. Quartal 2018 geplant. Die BASF bietet POM-Produkte unter dem Markennamen Ultraform an. Erste Produktmuster der neuen, mit dem Suffix AT gekennzeichneten Produkte können aber jetzt schon unter die Lupe genommen werden. Die Muster wurden auf der bereits bestehenden Anlage von Kolon gefertigt und sind identisch mit denen, die die neue Anlage des Joint Ventures produzieren wird. Auch erste kommerzielle Mengen sind bereits verfügbar.

www.plasticsportal.eu
www.polyurethanes.basf.de

Dieser Anbieter stellt auf der Fakuma 2017 in Friedrichshafen in Halle B4 am Stand B4-4306 aus
Halle: B4
Stand: B4-4306

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