Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

BASF: Schaumstoff für ruhigere U-Bahn-Fahrten

Der Melaminharzschaumstoff Basotect kommt für die Wärme- und Schalldämmung im Deckenbereich von 468 neuen U-Bahn-Wagen zum Einsatz, die Bombardier für die Metro in Montreal, Kanada, baut. (Foto: Bombardier)

Der Melaminharzschaumstoff Basotect kommt für die Wärme- und Schalldämmung im Deckenbereich von 468 neuen U-Bahn-Wagen zum Einsatz, die Bombardier für die Metro in Montreal, Kanada, baut. (Foto: Bombardier)

Der Melaminharzschaumstoff Basotect der BASF SE, Ludwigshafen, kommt für die Wärme- und Schalldämmung im Deckenbereich von 468 neuen U‑Bahn-Wagen zum Einsatz, die Bombardier für die Metro in Montreal, Kanada, baut. Bombardier hat sich für Akustikschaumbauteile aus Basotect entschieden. Hergestellt werden sie von Artik/OEM Inc., einem Verarbeiter von Schaumstoffen mit Standorten in Kanada und den USA.

Mit einer Dichte von nur 9 kg/m³ trägt der Schaumstoff dazu bei, das Gesamtgewicht der Wagen zu verringern, was die Energieeffizienz der Züge steigert. Durch die Verwendung von Basotect anstelle von Glasfasern konnte eine 35-prozentige Gewichtseinsparung bei der Dämmung des Daches erreicht werden. Zudem vereinfachen diese Bauteile auch den Einbau im Bombardier-Werk La Pocatière in Quebec, Kanada, was Zeit und Kosten spart. Alle diese Vorteile werden erreicht, ohne Abstriche bei der Schallabsorption oder den Brandeigenschaften der Dämmung machen zu müssen.

Sein Eigenschaftsprofil macht Basotect zur Lösung für Geräuschminderung und Wärmedämmung bei U-Bahn-Wagen. Aufgrund seiner offenzelligen, feinen Schaumstruktur sind die Schallabsorptionswerte im mittleren und hohen Frequenzbereich sehr gut. Daher werden die Fahrgäste der Montrealer Metro künftig geringere Geräuschpegel in den Wagen wahrnehmen und die Umgebung insgesamt als angenehmer empfinden.

Mit einer Wärmeleitfähigkeit von weniger als 0,035 W/m•K hilft der Schaumstoff den Verlust an Wärmeenergie zu minimieren, sodass die Raumtemperatur in den Wagen angenehm bleibt. Da es sich beim Basismaterial von Basotect um den Duroplasten Melaminharz handelt, ist der Schaumstoff per se schwer entflammbar. Diese Feuerbeständigkeit trägt dazu bei, dass das Material die Brandschutznorm EN 45545-2 erfüllt. In dieser Norm werden die Anforderungen an das Brandverhalten von Materialien und Komponenten, die in Zügen eingesetzt werden, definiert.

Der Melaminharzschaumstoff lässt sich durch Messer- und Drahtschnitt sowie durch Sägen und Fräsen gut bearbeiten, sodass maß- und konturgenaue einbaufertige Teile leicht angefertigt werden können. An der Entwicklung der Formteile, die sich perfekt in die Deckenhohlräume einpassen lassen, waren BASF, Artik/OEM Inc. und Bombardier beteiligt. Jim Graham, Vice President of Business Development bei Artik/OEM, erklärt das Prinzip: „Die Basotect-Bauteile werden mit den exakten Abmessungen geliefert, damit Bombardier sie in die Hohlräume der Wagenstruktur hineinpressen kann, was den Einbau erleichtert und die Produktionsgeschwindigkeit erhöht.“

www.basf.com

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