Branche

Die Kunststoffsteuer soll vom Tisch sein

Seit Wochen ein Aufreger in der Branche, nicht zuletzt befeuert durch Forderungen von deutschen Spitzenpolitikern in Brüssel und Berlin: Eine Kunststoffsteuer, verlangt besonders für kurzlebige Gebrauchsartikel wie Serviceverpackungen, Strohhalme, Frittengabeln und viele Packhilfsmittel.

Jetzt zeichnet sich Entwarnung ab: Die Kunststoffsteuer, wie sie bisher diskutiert wurde, sei vom Tisch, sickert aus Brüssel durch. Die EU-Kommission soll sich, so haben gewöhnlich bestens unterrichtete Kreise vernommen, nicht auf Strafsteuern auf Erzeugung oder Verbrauch sondern auf Anreizmechanismen für mehr Sammlung und Verwertung von Kunststoffabfällen verständigt haben.

So könnten EU-Mitgliedsstaaten, die ihre Recyclingziele nicht erreichen, von der Kommission mit Beiträgen belegt werden. Noch immer ist das u.a. in Deutschland, Österreich, der Schweiz und vielen anderen kerneuropäischen Ländern geltende Deponieverbot für heizwertreiche Abfälle nicht europaweit gültig. Der zur Abwendung solcher Recyclingbeiträge notwendige Aufbau von Sammel-, Sortier- und Verwertungssystemen soll so befördert werden.

Und: Gerade in Deutschland – so ein Argument der Steuergegner – seien kurzlebige Leichtverpackungen über die Abgaben für den Grünen Punkt ohnehin bereits quasi mit einer Steuer belegt.

Gepostet am 03.05.2018 um 18:02.
Markus Lüling
Markus Lüling (Chefredakteur K-PROFI)
berichtet exklusiv für K-AKTUELL.

Ein Gedanke zu „Die Kunststoffsteuer soll vom Tisch sein

  1. Dipl.Ing. R. Müller

    Was heißt hier “quasi”, der Grüne Punkt ist nichts anderes als eine Steuer !
    Dabei ist diese “Öko-Idee” extrem unsinnig. Oder wie soll man es nennen, das der Plastikmüll aufwendig, via extra Abhol- und anderen LKW-Transporten, aus dem Hausmüll separiert wird, um ihn dann diesem, nun nicht mehr brennbaren Hausmüll, in der Müllverbrennungsanlage wieder zu zugeben. Oder noch schwachsinniger, sogar Heizöl dem Hausmüll zuzusetzen, um diesen in den Ofen der Verbrennungsanlage überhaupt verbrennen zu können. Denn ohne diese zusätzliche Brennenergie ließe sich der rel. feuchte energiearme Hausmüll nicht verbrennen. Dafür werden dann alle möglichen Anstrengungen unternommen, energieaufwendig Plastikmüll wieder irgendwie aufzuarbeiten, um damit doch noch irgendein minderwertiges Produkt wieder daraus fertigen zu können. Doch der Verbraucher zahlt vermutlich gerne doppelt und dreifach, damit sich eine von Grünen befeuerte Scheinindustrie mannigfaltig bereichern kann, und er ein gutes Gewissen hat.
    Dabei wäre die Energienutzung aus einer flächendeckenden Müllverbrennung zur Beheizung unserer Häuser, Schwimmbäder, etc. die deutlich sinnvollere und ökologischere Heizmethode.
    Stattdessen wird wertvolles Erdöl oder Gas, nur zum Heizen her genommen. Aus Kunststoff-Müll lassen sich aber leider keine Medikamente, oder gute Kunststoffe herstellen; aus Erdöl oder Erdgas aber sehr wohl. Hier wird also wieder einmal der Schinken, der Wurst hinterher geworfen. Doch solange Verbraucher sich so leicht verkohlen lassen, klaglos alles bezahlen und auch fleißig brav Müll separieren, funktioniert dieses von Grund auf verlogene Recycling-System für alle Beteiligten wunderbar.

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