Konjunktur

wdk sieht Standort Deutschland in Gefahr

Eine klare Warnung versteckte der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) weit hinten in seiner heutigen Bilanz für das Jahr 2015: Er konstatiert für den Standort Deutschland einen Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit: „Staatlich regulierte Energie- und wiederansteigende Lohnkosten sowie die Zunahme von Prüf- und Dokumentationspflichten und bürokratische Prozesse gefährden den Industriestandort Deutschland zunehmend“, so der wdk im Einklang mit vielen anderen Zweigen des Verarbeitenden Gewerbes.

Die seit einigen Jahren zu beobachtende ausgeprägte Investitionszurückhaltung der Kautschukindustrie am Standort Deutschland habe sich fortgesetzt: Ein weiteres Mal seien die Investitionen hinter dem Vorjahr zurückgeblieben – 2015 im Inland um 1,3 %, während sie in ausländische Werke oder in neue Standorte um 6,1 % zulegten.

Die Investitionszurückhaltung sei zum einen der Globalisierungsforderung wichtiger Kunden zuzuschreiben, analysiert der wdk, dass aber trotz hoher Kapazitätsauslastung und historisch niedriger Zinsen keine Investitionsbelebung einsetze, habe mit dem Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland zu tun.

In der Produktionsplanung des Jahres hätten ausländische Fertigungslinien deutscher Unternehmen deutlich häufiger den Zuschlag erhalten als in den Jahren zuvor. Damit sei die inländische Produktion von Kautschukerzeugnissen trotz eigentlich höherer Absatzmöglichkeiten um 0,6 % gefallen. Infolgedessen sei nach Jahren des konsequenten Ausbaus von Belegschaften die Beschäftigung an den heimischen Standorten um 0,7 % geschrumpft – zum Jahresende 2015 auf 75.300 Mitarbeiter.

Entsprechend verhalten auch der Ausblick der deutschen Kautschukindustrie für das laufende Jahr: Nach ihrem 2015er Umsatzwachstum von 2,2 % auf gut 11,5 Mrd. EUR erwartet der wdk nur etwa 1 % Plus. Trotz des prognostizierten BIP-Wachstums zwischen 1,5 und 2 % sei mit einer Stagnation im Maschinenbau und einem leichten Rückgang in der inländischen Fahrzeugfertigung zu rechnen.

www.wdk.de

Gepostet am 07.03.2016 um 18:43.
Markus Lüling
Markus Lüling (Chefredakteur K-PROFI)
berichtet exklusiv für K-AKTUELL.

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