Wirtschaft

Weltmeisterlich

Die deutschen Kunststoffverarbeiter investieren kräftig: Seit mehreren Monaten zieht der Auftragseingang der heimischen Kunststoff- und Gummimaschinenbauer deutlich an – vor allem bei den deutschen Kunden: Von Januar bis April legten die Bestellungen im Vorjahresvergleich um 19 % zu, die Auslandsbestellungen um 3 %, in Summe bleiben 6 % Plus.

2013 hatten die Aufträge der deutschen Verarbeiter an den heimischen Maschinenbau zweistellig unter dem 2012er Niveau gelegen, die gewachsene Auslandsnachfrage hatte das Minus aber egalisiert. Wegen der zeitlichen Verschiebung von Auftragseingang und Umsatz schloss das Jahr 2013 trotzdem mit Rekordwerten bei Produktionswert (+3,9 %) und Export (+4,3 %) ab.

Ulrich Reifenhäuser, Vorsitzender des Fachverbandes Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA, wertete die Inlandsnachfrage und das Beispiel Großbritannien, wo die deutschen Maschinenbauer im letzten Jahr 29 % mehr Umsätze machten als ein Jahr zuvor, am Freitag bei der Mitgliederversammlung in Düsseldorf als „Zeichen für die Revitalisierung Europas“.

VDMA_KuG_Prognose

In den Exportmärkten erwartet der VDMA 2014 und 2015 leichte Zuwächse. Positive Impulse sollen aus den wichtigsten Kundenmärkten China und USA ausgehen, wenn auch mit weniger Dynamik als zuletzt, sowie aus den Euroländern. Deutlich negativ in den Erwartungen: Russland, Brasilien, die Türkei und Indien.

Insgesamt sehen die Maschinenbauer kein Ende des Booms: Auch für das laufende Jahr kalkulieren sie mit einer Umsatzsteigerung von 3 %. Der Produktionswert der Kernmaschinen soll erstmals 7 Mrd. Euro erreichen. Doch damit nicht genug: Für das Jahr 2015 rechnen sie mit 4 % mehr Umsatz, also knapp 7,3 Mrd. Euro.

Einen Weltmeistertitel hat Schwarz-Rot-Gold schon vor dem in Brasilien stattfindenden Fußball-Spektakel verteidigt: Deutschland bleibt unbestrittener Export-Champion bei Kunststoff- und Gummimaschinen: Mit 24,5 % Anteil am Weltexport 2013 kam wieder nahezu jede vierte exportierte Maschine aus deutscher Produktion. Auf den Plätzen folgen mit deutlichem Abstand China (12,3 % Anteil), Italien (9,9 %) und die USA (9,1 %).

Gepostet am 15.06.2014 um 11:14.
Markus Lüling
Markus Lüling (Chefredakteur K-PROFI)
berichtet exklusiv für K-AKTUELL.

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