Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

BASF: Geschäft mit flüssigen Masterbatches an Audia International

Für einen nicht genannten Preis gibt BASF (Ludwigshafen; www.basf.com) die Produktion von flüssigen Masterbatches im französischen Clermont de l‘Oise an die Holding Audia International (Washington, Pennsylvania / USA) ab. BASF will sich künftig auf das Geschäft mit den in Köln hergestellten festen und pulverförmigen Masterbatches konzentrieren. Die flüssigen Masterbatches stellen nach Konzernangaben ein Nischengeschäft dar. Die Transaktion soll bis Mitte 2014 abgeschlossen werden.

Audia wird das Werk der Tochtergesellschaft Uniform Color Company (UCC, Holland, Michigan / USA; www.uniformcolor.com) zuordnen, die mit Standorten in Nordamerika und im tschechischen Otrokovice auf flüssige Masterbatches spezialisiert ist.

MedPharmPlast Europe: Eyrard leitet neue EuPC-Sektorengruppe

Am 28. Januar 2014 wurde Thierry Eyrard zum Vorsitzenden des neugegründeten Verbandes MedPharmPlast Europe ernannt. Eyrard wird das Amt für die nächsten zwei Jahre bekleiden. Er ist zudem General Manager der Fresenius Medical Care-SMAD (Savigny / Frankreich; www.fmc-smad.com).

Die neue Sektorengruppe der EuPC (Brüssel / Belgien; www.eupc.org) vertritt die Interessenten aus den Bereichen Medizintechnik und Pharmaverpackungen.

PCC: Probeläufe für erste arabische PA 6.6-Linie

Testläufe einer PA 6.6-Produktion hat Anfang Februar die Petrochemical Conversion Company Ltd (PCC, Al-Jubail / Saudi-Arabien) unternommen. Im Laufe des Jahres werden die Anlagen in den Regelbetrieb überführt, heißt es aus Saudi-Arabien.

Bei der Anlage des JVs der Saudi Industrial Investment Group (SIIG, Riyadh; www.siig.com.sa) mit Chevron Phillips Chemical (CCP, The Woodlands, Texas / USA; www.cpchem.com) handelt sich um die erste werkstoffliche Polyamid-Produktion im arabischen Raum überhaupt.

Clariant: Ergebnisrückgang im Segment „Plastics & Coatings”

In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld hat Clariant (Muttenz / Schweiz; www.clariant.com) 2013 „gute Fortschritte erzielt und es wurde die zunehmende operative Stärke des Unternehmens deutlich”, so CEO Hariolf Kottmann bei der Vorstellung der Finanzzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Für 2014 erwartet Kottmann ein Plus beim organischen Wachstum in allen vier Geschäftsbereichen.

Im Geschäftsbereich „Plastics & Coatings” (Additive, Masterbatche und Pigmente) erzielte Clariant im letzten Jahr Erlöse in Höhe von 2,5 Mrd CHF (rund 2 Mrd EUR) , was in Schweizer Franken eine Stagnation bedeutet und in Lokalwährungen ein Plus von lediglich 2 Prozent. Das Ebit vor Einmaleffekten ging um 11 Prozent (in CHF) respektive 9 Prozent (in Lokalwährungen) auf 273 Mio CHF zurück.

Axiall: Koreanische Lotte Partner für Ethan-Cracker

Den bereits angekündigten neuen Ethan-Cracker im US-Bundesstaat Louisiana will der Vinylkonzern Axiall (Atlanta, Georgia / USA; www.axiall.com) gemeinsam mit der Lotte Group (Seoul / Südkorea; www.lotte.co.kr) bauen und betreiben. Die beiden Unternehmen haben jetzt dazu die Gründung eines 50:50-JV vereinbart. Der Cracker soll im Jahr 2018 entweder an den Axiall-Standorten in Lake Charles oder Plaquemine ans Netz gehen.

Axiall, bislang nicht rückwärts zu C2 integriert, wird seinen Teil der Produktion für die Vinylstrecke einsetzen. Lotte will im Downstream dagegen zusätzlich eine Anlage für das Polyester-Zwischenprodukt MEG errichten.

Faerch Plast: Übernahme durch Investor EQT

Der Verpackungshersteller Faerch Plast (Holstebro / Dänemark; www.faerchplast.com) hat einen neuen Eigentümer: Die Unternehmensholding meldete den Abschluss einer Übernahmevereinbarung mit der 25 Mrd EUR schweren Investmentgruppe EQT (Stockholm / Schweden; www.eqt.se). Über die finanziellen Details des Deals vereinbarten beide Parteien Stillschweigen.

Faerch Plast ist ein Hersteller starrer Kunststoffverpackungen für Fertiggerichte mit einer starken Marktposition insbesondere in Großbritannien, Skandinavien und den Benelux-Staaten. Die 500 Beschäftigten verteilen sich auf Werke in Dänemark, Großbritannien und Tschechien. 2013 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 1,1 Mrd DKK (147 Mio EUR), das Ebitda lag bei 236 Mio DKK (31,6 Mio EUR).

Johnson Controls: Abgabe des Dachhimmelgeschäfts

Das saarländische Werk Überherrn und drei weitere Produktionsstandorte von Johnson Controls (Johnson Controls Interior Management GmbH: D-41468 Neuss; www.johnsoncontrols.com) stehen vor einem Besitzerwechsel. Denn mit einer Tochter der Investmentgesellschaft Atlas Holding (Greenwich, Connecticut / USA; www.atlasholdingsllc.com) schloss der Automobilzulieferer ein rechtlich bindendes Angebot zum Verkauf der Werke, wie eine Sprecherin erklärte. Die Transaktion soll zum 30. April 2014 stattfinden.

Außer der Produktionseinheit in Überherrn sind auch die Standorte im französischen Creutzwald, Holland im US-Bundesstaat Michigan und Ramos I in Mexiko betroffen. Mit dem Verkauf der Werke will der Geschäftsbereich „Automotive Experience – Electronics & Interiors“ sich von der Produktion von Dachhimmeln und Sonnenblenden trennen, um sich künftig auf die Fertigung von Türverkleidungen, Instrumententafeln und Mittelkonsolen zu fokussieren.

Dow: Breitflächiger Ersatz von HBCD-Flammschutz in XPS

In der XPS-Produktion ersetzt Dow Chemical (Midland, Michigan / USA; www.dow.com) weltweit HBCD durch polymere Flammschutzmittel („PolyFR“). Zunächst habe man die drei „Styrofoam“-Produktionslinien des JVs Dow Kakoh in Japan umgestellt, teilt der Chemiekonzern mit. In dem nordostasiatischen Inselstaat ist der Einsatz von HBCD ab Mai 2014 untersagt.

Nach Japan soll auch in Nordamerika, Europa und Nahost die Umstellung der XPS-Produktion erfolgen. Bis August 2015 will auch die Europäische Union HBCD als Flammschutzmittel in geschäumten Dämmstoffen vom Markt nehmen – ein Thema, dass in der europäischen Produktion von EPS-Dämmstoffen in den kommenden Monaten zwangsläufig an Gewicht gewinnen wird.

Wild-Design: Etui-Hersteller beantragt Insolvenz

Beim Amtsgericht Baden-Baden hat die Wild design GmbH (Lichtenau; www.wild-etuis.de) am 17. Februar 2014 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Ferdinand Kießner von der Kanzlei Schultze & Braun (www.schubra.de). Der Geschäftsbetrieb in Lichtenau wird ohne Einschränkungen fortgeführt. Die Löhne und Gehälter der 50 Mitarbeiter seien durch das Insolvenzgeld bis Ende April abgesichert, teilt Schultze & Braun mit.

Wild design geriet in Schieflage, nachdem die Umsätze in den vergangenen Monaten unerwartet eingebrochen waren. Nun droht die Zahlungsunfähigkeit. Vorrangiges Ziel des vorläufigen Insolvenzverwalters ist es nun, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren.

Velox: „Coathylene”-Additive für Masterbatches und Compounds

Seit Anfang 2014 vertreibt das Distributionsunternehmen Velox GmbH (Hamburg; www.velox.com) europaweit die „Coathylene”-Produktreihe von Axalta Polymer Powders Switzerland (Bull / Schweiz; www.axaltacoatingsystems.com) auch für die Masterbatchherstellung und Compoundierung von Kunststoff und Kautschuk. Bislang erstreckte sich die Zusammenarbeit nur auf Composites-Anwendungen.

Dank der guten technischen Eigenschaften und dem breiten Anwendungsspektrum des Materials steige die Nachfrage nach den thermoplastischen Pulvern in Europa stetig an, so Velox. Verwendung finden diese Materialien vorwiegend als Träger für Masterbatchanwendungen sowie als Verarbeitungshilfe und Trennmittel für klebrige Polymere beim Compoundieren.

Selectrona: Autozulieferer Steffen Söhner hat neuen Namen

Die Steffen Söhner GmbH (Dippoldiswalde) firmiert seit dem Februar 2014 unter der neu geschaffenen Marke Selectrona (www.selectrona.de). Damit werde der vor vier Jahren begonnene Weg in die Eigenständigkeit erfolgreich abgeschlossen, heißt es aus Dippoldiswalde.

Das 1992 in Glashütte/Sachsen gegründete Unternehmen war bis Ende 2013 Teil der weltweit agierenden Söhnergroup, mit Sitz im schwäbischen Schwaigern. Selectrona wird unverändert von den beiden langjährigen Geschäftsführern Steffen Söhner und Werner Hainke geleitet. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung und Herstellung von Kunststoff-Metall-Komponenten spezialisiert.

Indorama: Übernahme von Artenius TurkPET genehmigt

Wie die Nachrichtenagentur „Reuters” meldet, hat der Barcelona Commercial Court im Zuge der Liquidation des Polyester-Konzerns La Seda (Barcelona / Spanien) jetzt offiziell die Genehmigung für die Übernahme des Werks von Artenius TurkPET durch Indorama Ventures (IVL, Bangkok / Thailand; www.indorama.net) erteilt. Damit wird bestätigt, was die Spatzen bereits von den Dächern pfiffen.

Der PET-Weltmarktführer soll der einzig verbliebene Bieter für die PET-Produktion im türkischen Adana gewesen sein. Weitere Einzelheiten zur Übernahme sind noch nicht bekannt.

Schwartz: Spezialist für PA-Gussteile im Schutzschirmverfahren

Der Spezialist für Polyamid-Gussteile Schwartz GmbH (Xanten; www.schwartz-plastic.com) hat am 16. Februar 2014 beim Amtsgericht Düsseldorf ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen will sich finanziell reorganisieren und den Geschäftsbetrieb unter der bisherigen Leitung von Dr. Stephan Peiffer ohne Einschränkung fortführen – die Aufsicht hat Sachwalter Dr. Frank Kebekus von der Kanzlei Kebekus et Zimmermann GbR (Düsseldorf; www.kebekus-zimmermann.de).

Grund für die Maßnahme sind nach Aussage eines Unternehmenssprechers die in der Vergangenheit aufgelaufenen Schulden der britischen Tochtergesellschaft Global EPP (Leicester / Großbritannien; www.globalepp.com), die sich in Schließung und Liquidation befindet. Schwartz hatte Global EPP 2008 aus der Insolvenz übernommen.

Engel: Neuer Geschäftsführer in Skandinavien

Für Schweden, Dänemark und Norwegen hat der österreichische Maschinenbauer Engel (Schwertberg; www.engelglobal.com) Jens Thor Hansen (49) zum neuen Geschäftsführer bestellt. Der Kunststoffexperte sammelte als Geschäftsführer eines Spritzgießverarbeiters mit Schwerpunkt Reinraumproduktion in den vergangenen sechs Jahren Erfahrung in dieser Branche, insgesamt ist der Ingenieur der Kunststofftechnik seit 25 Jahren in Führungspositionen in der Medizintechnik und im Rohstoffgeschäft tätig.

Hansens Vorgänger als Geschäftsführer, Ralf Godbey, ist Ende 2013 aus der Engel-Unternehmensgruppe ausgeschieden.

Nordamerika: Flexible Verpackungen legen weiter zu

Der Markt für flexible Verpackungen wird in Nordamerika bis 2018 um durchschnittlich 4 Prozent jährlich auf einen Wert von 25 Mrd USD (18,5 Mrd EUR) ansteigen, hauptsächlich getrieben vom steigenden Bedarf für Lebensmittel-, Pharma- und Tierfutteranwendungen. Dies geht aus der Studie von PCI Films Consulting (Guilsborough, Großbritannien; www.pcifilms.com) „The North American Flexible Packaging Market to 2018” hervor. Außerdem wird erwartet, dass künftig verstärkt flexible Verpackungsformate als Alternative zu festen Packmitteln von der Industrie verwendet werden.

Nach der Abschwächung des Marktes in Folge der Wirtschaftskrise 2012 erholten sich die flexiblen Packstoffe im Jahr 2013 – der Verbrauch legte in Nordamerika insgesamt um 4 Prozent auf 20,7 Mrd USD zu, wobei der Zuwachs in Mexiko mit 1,5 Prozent am schwächsten ausfiel.