Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

Biofields: Helm vertreibt mexikanisches Rizinusöl für PA-Erzeugung

Ein auf „mindestens 15 Jahre” angelegtes weltweites Liefer- und Vertriebsabkommen für Rizinusöl hat der mexikanische Erzeuger Biofields SAPI de CV (Mexico City / Mexiko; www.biofields.com) mit dem Distributeur Helm AG (Hamburg; www.helmag.com) geschlossen. Die Hamburger werden die gesamte ab 2015 hergestellte Menge vertreiben. Wie hoch die Anfangskapazität im nordwestmexikanischen Puerto Libertad sein wird, sagte ein Helm-Sprecher auf Nachfrage nicht. Bis 2020 soll eine produzierte Jahresmenge von 150.000 t erreicht werden. Man wolle der weltweit größte Player in diesem Bereich werden, heißt es aus Hamburg. Abnahme-Gespräche mit allen großen PA-Erzeugern laufen.

Die Chemikalie wird vornehmlich in der Erzeugung von Polyamiden wie 6.12, 10.10, 11 und anderen langkettigen Typen eingesetzt.

Melos: Spezialcompoundeur peilt Umsatzsprung an

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Melos AG (Melle; www.melos-gmbh.com) mit einem Umsatz von 70 Mio EUR. Gegenüber dem Vorjahresumsatz von 64 Mio EUR entspräche dies einem Zuwachs von knapp 10 Prozent. Zum einen habe der Spezialcompoundeur aus Melle Produktbereiche von Schwesterunternehmen integriert, erklärte ein Sprecher. Zum anderen entwickelten sich die Märkte einfach gut.

Schub verspricht sich Melos auch von einer strategischen Partnerschaft mit Inhol (Soest / Niederlande; www.inhol.com) für das wachsende Nebengeschäft mit Komponenten für die Draht- und Kabelindustrie. Im Hauptgeschäft produziert das Unternehmen EPDM-Granulate, die insbesondere in Laufbahnen für Sportstadien, in Fallschutzböden für Kinderspielplätze, als Einstreugranulat auf Kunstrasenplätzen sowie für rutschfeste Fußböden in Schwimmbädern zum Einsatz kommen.

Sirmax: Italienischer Compoundeur startet Produktion in Brasilien

Das Compounding-Unternehmen Sirmax (Cittadella / Italien; www.sirmax.com) hat die Aktivitäten nach Brasilien ausgeweitet. Die neue Tochtergesellschaft Sirmax do Brasil (Jundiai, São Paulo), die die Italiener im vergangenen Jahr gründeten, nahm im März 2014 die Produktion von PP-Compounds auf.

Weitere Produktionsanlagen für PP- und technische Compounds betreibt Sirmax in Cittadella / Italien, in Tombolo / Italien sowie in Kutno / Polen. In Deutschland ist das Unternehmen mit einem Vertriebsbüro in Frankfurt vertreten.

Brangs + Heinrich: Neue Produktions- und Lagerhallen in Solingen

Nach einjähriger Bauzeit hat Brangs + Heinrich (Solingen; www.brangs-heinrich.de) Anfang Juni 2014 am Sitz in Solingen neue Produktions- und Lagerhallen eingeweiht. Die Neubauten mit einer Gesamtfläche von rund 8.000 m² beherbergen nun die gesamte Produktion und Logistik, wie der Anbieter von Industrieverpackungen aus Kunststoff und Papier mitteilt. Der Ausbau ermögliche eine schnellere Abwicklung der eingehenden Kundenaufträge.

Im Kunststoffbereich konfektioniert Brangs + Heinrich Stretchfolien, Verpackungsfolien und Schrumpffolien. Neben dem Hauptstandort in Solingen hat Brangs + Heinrich weltweit 12 Vertriebsniederlassungen.

Jushi: Glasfasern werden ab Juli teurer

Um 6 Prozent will die Jushi Group (Tongxiang City, Zhejiang / China; www.jushi.com) die Preise für Glasfasern und -gewebe anheben. Die Maßnahme soll ab dem 1. Juli 2014 gelten. Das Unternehmen begründet den Schritt mit gestiegenen Rohstoff- und Herstellungskosten, die – wie es heißt – trotz Effizienzsteigerungen nicht komplett aufgefangen werden konnten.

Das Handelshaus Helm AG (Hamburg; www.helmag.com), exklusiver Vertriebspartner für Jushi im deutschsprachigen Raum (DACH) sowie für große Thermoplast-Produzenten in ganz Europa, meldet jedoch noch keine Veränderung.

Rosneft: Statt JV-Gründung Übernahme von Sanors

Entgegen der zunächst beabsichtigen Gründung eines Joint Ventures, bei dem Sanors (Novokuibyshevsk / Russland; www.sanors.ru) die Petrochemie-Aktivitäten mit den regionalen Gasaktivitäten von Rosneft (Moskau / Russland; www.rosneft.com) zusammenlegen wollte, will Rosneft nun Sanors vollständig übernehmen. Die Transaktion, die noch von den Kartellbehörden abgesegnet werden muss, soll im dritten Quartal 2014 abgeschlossen werden. Finanzielle Details wurden nicht genannt. Rosneft-Chairman Igor Sechin nannte den Kauf einen „wichtigen Meilenstein, der umfangreiche Synergien in der Öl- und Gasindustrie freisetzen wird”.

Die 2011 gegründete Sanors entstand durch den Zusammenschluss von SamaraOrgSintez, Neftekhimia sowie der Novokuibyshevskaya Neftekhmicheskaya Kompaniya und beschäftigt heute 5.000 Angestellte.

B.Braun und Uni Kassel: Neues Anwendungszentrum

Im Rahmen ihrer Partnerschaft haben der Medizintechnik-Hersteller B.Braun (Melsungen; www.bbraun.de) und die Universität Kassel (www.uni-kassel.de) ein Anwendungszentrum für die Kunststoffverarbeitung eingeweiht. Zu den bearbeiteten Feldern der neuen Einrichtung mit dem Namen UNIpace gehört die Verarbeitung von Silikonen und speziell von Flüssigsilikonkautschuken, das Mehrkomponentenspritzgießen und das Upscaling von Laborversuchen. Weitere Forschungsfelder sind geplant.

Die bisherigen Investitionen und weiteren Ausgaben bis 2015 betragen rund 2,6 Mio EUR. Das Anwendungszentrum ist offen für die Zusammenarbeit mit weiteren Unternehmen.

Stratus Packaging: Franzosen bauen Werk für IML-Etiketten aus

Im französischen Viriat – etwa 100 km nördlich von Lyon – hat der Folienverarbeiter und Etikettenspezialist Stratus Packaging (Viriat / Frankreich; www.stratuspackaging.com) ein viertes Werk in Betrieb genommen. Die 5 Mio EUR teure Produktionsstätte ist vornehmlich für die Konfektion und Bedruckung von In-Mould-Labelling (IML)-Etiketten vorgesehen, wie der geschäftsführende Gesellschafter Isidore Leiser in französischen Medienberichten erläuterte.

Mit der Investition, die Teil eines auf fünf Jahre angelegten Programms im Umfang von rund 10 Mio EUR ist, will Stratus vor allem die Präsenz bei Do-it-yourself-Produkten sowie im Lebensmittelsektor ausbauen. Bereits jetzt wird der überwiegende Teil der Produktion in andere europäische Länder exportiert.

Tosaf: Antifog-Masterbatches für Lebensmittelverpackungen

Der israelische Compoundeur und Masterbatchhersteller Tosaf (Afula; www.tosaf.com) hat das Sortiment an Antifogging-Masterbatches ausgeweitet. Die neuen Typen verfügen laut Hersteller über Zulassungen zum Lebensmittelkontakt und bieten einen lang anhaltenden Antifog-Schutz bei Polyolefinen wie Metallocen-PE (mPE), PE-LLD, Polybuten (PB-1) und PP.

Die „AF6851LL”-Type sei besonders geeignet für Siegelschichten, die PB-1 enthalten und die „AF2327PP”-Type wurde speziell für PP-Barrierefolien von Lebensmittelverpackungen konzipiert.

Indorama: Übernahme von Artenius TurkPET vollzogen

Die Übernahme von Artenius TurkPET durch Indorama Ventures (IVL, Bangkok / Thailand; www.indorama.net) ist durchgeführt. Wie der PET-Weltmarktführer erklärt, habe man 100 Prozent der Betreibergesellschaft des PET-Werks in Adana von dem in Liquidation befindlichen spanischen Konzern La Seda de Barcelona erworben. Aus Spanien wird ein Kaufpreis von 17,2 Mio EUR inklusive Schuldenübernahme kolportiert, davon sollen 6,1 Mio EUR in die La Seda-Masse eingehen.

Indorama setzt auf den wachsenden türkischen Markt und auf erhebliche Synergieeffekte mit den benachbarten Anlagen von Sasa Polyester Sanayi (Adana / Türkei; www.sasa.com.tr), von der die Thailänder kürzlich mit 51 Prozent die Mehrheit übernommen haben.

Perlen Packaging: Blisterfolien-Produktion in China geplant

Im Jahr 2016 will Perlen Packaging (Perlen / Schweiz; www.perlenpackaging.com) einen ersten chinesischen Produktionsstandort zur Folienbeschichtung im Großraum Shanghai in Betrieb nehmen. Der weltweit vierte Standort des Unternehmens soll die Märkte in Asien beliefern. Der Einsatz von Blisterverpackungen in der Pharmaindustrie wachse dort mit zweistelligen Raten, besonders stark in China.

Perlen Packaging, der Geschäftsbereich Verpackung des Industriegruppe CPH Chemie + Papier Holding AG erzielte im Jahr 2013 mit 116,4 Mio CHF rund 24 Prozent des Umsatzes der Gruppe.

Sabic: JV für Metallocen-PE mit koreanischer SK Chemicals

Eine kürzlich zwischen Sabic (Riyadh / Saudi-Arabien; www.sabic.com) und SK Chemicals (Seoul / Südkorea; www.skchemicals.com) geschlossene Vereinbarung sieht die Gründung eines 50:50-Joint Ventures mit Sitz in Singapur für die Erzeugung von Metallocen-PE-Materialien vor. Sabic-CEO Mohamed Al-Mady und Ja-Young Koo als Chef von SK Innovation unterzeichneten die Verträge, die Investitionen von knapp 600 Mio USD vorsehen. Basis wird die „Nexlene”-Technologie der Koreaner sein.

Dem JV sollen mehrere Werke zugeordnet werden, unter anderem die Produktionsstätte für die Nexlene-Typen im südkoreanischen Ulsan, die erst vor wenigen Wochen in Betrieb genommen wurde. Beide Konzerne wollen ein ähnliches Werk in Saudi-Arabien bauen sowie mittelfristig weitere.

Styron: Höhere Preise für Polycarbonat in Europa

Mit Wirkung zum 21. Juni 2014 will Styron (Europa: Horgen / Schweiz; www.styron.com) die Preise für Polycarbonat anheben. Demnach sollen Basis-PC der Marke „Calibre“ sowie PC-Compounds und -Blends („Emerge“) um 180 EUR/t teurer werden.

Begründet wird die Maßnahme mit dem unverändert hohen Niveau der Rohstoffkosten.

PET: Preise notieren etwas fester

Einstweilen gefestigt haben sich die europäischen PET-Preise im Verlauf des Mai 2014. Auf der Basis stabil gebliebener PX-Kosten gelangen den Anbietern im kleinteiligeren Markt sogar leichte Anhebungen. Dabei halfen anziehende Notierungen in Asien, was den Importdruck etwas milderte. Dennoch bleiben die Einfuhren natürlich weiterhin präsent im Markt. Dies berichtet der Branchendienst Kunststoff Information (KI, Bad Homburg; www.kiweb.de) im aktuellen Report.

Für den Juni zeichnet sich weitgehend eine Seitwärtsbewegung ab. In der weiteren Perspektive aber steht den Produzenten wohl Ungemach ins Haus, wenn neue westeuropäische Anlagen wie angekündigt ab Juni in Betrieb gesetzt werden. Insgesamt wird der Druck auf die werkstoffliche Polyester-Strecke einschließlich der Sekundärwaren nicht substanziell nachlassen.

Solvay: Neue ECTFE-Folie für Photovoltaik-Module

Das Produktportfolio für die Solarindustrie hat Solvay Specialty Polymers USA (Alpharetta, Georgia / USA; www.solvayspecialtypolymers.com) erweitert. Speziell für die Fertigung von Frontplatten für PV-Module hat das Unternehmen zwei neue „Halar” Ethylenchlortrifluorethylen (ECTFE)-Folientypen vorgestellt.

Mit Halar-Folientechnologie ausgestattete PV-Module sollen über 25 Jahre lang halten (Foto: Solvay)„Halar PV ECTFE” – ein teilkristallines, schmelzfähiges Fluorpolymer – lässt sich laut Solvay zu einer hoch transparenten Folie mit über 90 Prozent Lichtdurchlässigkeit extrudieren. Es sorge für eine besonders gute Wasserdampfsperre (<1 g/m&sup2; pro Tag), sei in einen weiten Temperaturbereich einsetzbar, biete hohe Chemikalienbeständigkeit und Flammwidrigkeit sowie eine dauerhafte Witterungsbeständigkeit. Das Material sei geeignet für den Einsatz von 20 Jahren und länger unter direkter Sonneneinstrahlung.