Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

Total: Gerondeau übernimmt Leitung des Standorts Carling

Der Petrochemie-Standort Carling von Total (Paris / Frankreich; www.total.com) hat einen neuen Chef: Christophe Gerondeau wurde mit der Leitung des Standorts und dessen Restrukturierung betraut, nachdem er seit Januar 2013 als Projektleiter die Neuplanung für die Gesamtanlage vorangetrieben hatte – unter anderem mit der Abschaltung des dortigen Crackers.

Gerondeau arbeitet seit gut 20 Jahren in verschiedenen Positionen für den Öl- und Petrochemie-Konzern, unter anderem beim Aufbau einer Raffinerie im Osten Deutschlands sowie in Vietnam und zuletzt als Direktor einer Photovoltaik-Tochter von Total. Total begann in Carling vor kurzem mit den Arbeiten unter anderem für die Erweiterung der Polystyrol-Erzeugung.

DuPont: Mehr Kapazitäten für Ethylen-Copolymere

Angesichts der steigenden Nachfrage will die Geschäftseinheit „Packaging & Industrial Polymers“ von DuPont (Wilmington, Delaware / USA; www.dupont.com) in den USA die Produktionskapazität für Ethylen-Copolymere ausbauen. Innerhalb der nächsten drei bis vier Jahre sind für Anlagen im Bundesstaat Texas Investitionen von mehr als 100 Mio USD (77 Mio EUR) vorgesehen. Mehr als ein Drittel der Summe soll bereits bis Ende 2015 investiert werden.

Geplant ist insbesondere der Ausbau der Kapazitäten für Ionomere („Surlyn“), Ethylen-Acrylsäure-Copolymere („Nucrel“), Ethylen-Copolymere („Elvaloy“), Ethylen-Acryl-Elastomere („Vamac“) und bestimmte Typen von EVA-Copolymeren („Elvax“). In die Kapazitätserweiterung von Ionomeren und Ethylen-Acryl-Elastomeren am texanischen Standort Orange investierte DuPont auch in den Jahren 2008 und 2009.

Diab: Kernmaterial-Hersteller plant zweites Werk in China

Innerhalb des kommenden Jahres will der Kernmaterial-Hersteller Diab (Laholm / Schweden; www.diabgroup.com) ein zweites Werk in China errichten. Nach Angaben einer Sprecherin von Diab in China sind die Gespräche mit den lokalen Behörden aber noch nicht abgeschlossen, weshalb man den neuen Standort derzeit nicht nennen wolle. Es handele sich aber definitiv um ein neues Werk und keinen weiteren Ausbau der bestehenden Produktionsanlage in Kunshan, sagte sie.

Der Baubeginn ist für Anfang kommenden Jahres vorgesehen. In dem neuen Werk will Diab sogenannte Interpenetrating Polymer Network (IPN)-Blockschäume für den chinesischen und asiatischen Markt produzieren. Insbesondere die Herstellung von Materialien der „Divinycell Matrix”-Reihe für Wind-und Wasserkraft-Anwendungen sowie den Marinesektor soll ausgeweitet werden.

RPC: Erweiterung der Verpackungsfertigung in den USA

In Belgien und Italien hat der Spezialist für Kunststoffverpackungen RPC (Rushden / Großbritannien; www.rpc-group.com) jüngst die beiden unter RPC Cobelplast firmierenden Werke veräußert in den USA wird derweil weiter expandiert. So hat die Tochtergesellschaft RPC Bramlage-Wiko am Standort Morgantown über 10 Mio USD (rund 7,6 Mio EUR) in die Erweiterung der Fertigung investiert. Die Werksfläche wurde fast verdoppelt und beträgt jetzt rund 11.000 m².

Das neue Fertigungsareal gibt dem Standort zum einen die Möglichkeit, das bestehende Geschäft weiter auszubauen, zum anderen ist das technische Angebot um die In-Mould-Etikettierung erweitert worden, berichtet RPC. Mit dem Ausbau der Fertigungskapazität in Morgantown unterstreicht der Verpackungshersteller das zunehmende Engagement im außereuropäischen Ausland.

Ineos: PE-Anlage in Köln-Worringen steht still

Am frühen Abend des 15. September reagierte das Sicherheitsventil an einer der beiden Linien für PE-LD von Ineos (Rolle / Schweiz; www.ineos.com) am Standort Köln-Worringen. Die übliche Folge waren ein lauter Knall sowie eine Stichflamme beim kontrollierten Abfackeln des noch in der Hochdruckanlage enthaltenen Ethylens.

Obwohl ein sicherheitstechnischer Normalfall, wird die Anlage zur Überprüfung und Wartung möglicherweise einige Wochen stillstehen, erläutert Ineos in einer Mitteilung. Es könne aber auch schneller gehen, so eine Unternehmenssprecherin.

Coveris: Neuer Vice President für Global Operational Excellence

Der Verpackungskonzern Coveris (Chicago, Illinois / USA; www.coveris.com) hat Lee Marks zum Vice President Global Operational Excellence bestellt. In dieser Funktion trägt er die Verantwortung über die Produktionsabläufe in allen weltweit insgesamt 66 Coveris-Werken. Insbesondere verantwortet er die Anlagenplanung, die Verbesserung der Produktionsabläufe sowie die operative Qualität und Effizienz.

Marks war zuvor als Global Vice President of Operations and Supply Chain bei der Brady Corporation tätig, einem international agierenden Hersteller von Schutz- und Sicherheitsprodukten.

Lentia Glaskeil: Jetzt auch Halbzeuge aus PEEK, PVDF und PSU

Der Platten- und Profilhändler Lentia Glaskeil Kunststoffe GmbH + Co KG (Pirna; www.kunststoffhandel-lentia.de) hat Halbzeuge aus Hochleistungskunststoffen in das Portfolio aufgenommen. Dazu gehören insbesondere zugeschnittene Platten und Profile aus PEEK, PVDF und PSU. Bisher hatte sich das Unternehmen auf technische Kunststoffe wie PET-G, SAN, PC PA 6 und PVC beschränkt, die in den Branchen Flugzeugbau, Medizintechnik, Lebensmittelindustrie, Spielplatz- und Maschinenbau eingesetzt werden.

Lentia Glaskeil gehört über die Glas Keil-Gruppe zur Jaeger Gruppe (Dortmund; www.jaeger-gruppe.de).

IKT Stuttgart: Prof. Marc Kreutzbruck verstärkt das Institut

Die Universität Stuttgart stärkt das Institut für Kunststofftechnik (IKT, Stuttgart; www.ikt.uni-stuttgart.de) mit einer weiteren Professur. Neu berufen wurde der Spezialist für zerstörungsfreie Prüfverfahren Prof. Dr. Marc Kreutzbruck. Nach dem Studium der Physik in Gießen und der Promotion über höchstempfindliche Magneto-Sensorik in der Wirbelstromprüfung war er zuletzt bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) in Berlin verantwortlich für den Fachbereich akustische und elektromagnetische zerstörungsfreie Prüfverfahren.

Der Fokus seiner wissenschaftlichen Arbeit wird auf der Automobilindustrie liegen – insbesondere im Bereich der Faserkunststoffverbunde.

GKV: Leitfaden zur Ausbildung „Verfahrensmechaniker Kunststoff- und Kautschuktechnik“

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat unter Federführung des Gesamtverbandes Kunststoffverarbeitende Industrie e. V. (GKV, Bad Homburg; www.gkv.de) sowie in enger Zusammenarbeit mit seinen Sozialpartnern eine Umsetzungshilfe für die Ausbildung im Beruf „Verfahrensmechaniker/in Kunststoff- und Kautschuktechnik“ herausgegeben. Dieser Leitfaden sei ein unverzichtbares Handwerkszeug für eine erfolgreiche Ausbildung und sollte in keinem Unternehmen der Kunststoffverarbeitung fehlen, so der Verband.

Der Leitfaden beschreibt auf 340 Seiten, wie die betriebliche und schulische Ausbildung zum Verfahrensmechaniker oder Verfahrensmechanikerin in allen sieben Fachrichtungen – Formteile, Halbzeuge, Mehrschichtkautschukteile, Compound- und Masterbatchherstellung, Bauteile, Fasertechnologie und Kunststofffenster – umzusetzen ist. Die Informationen richten sich an Ausbilder in den Betrieben, an Lehrer in den Berufsschulen, an Mitglieder der Prüfungsausschüsse und an Auszubildende selbst.

Ralf Olsen, Geschäftsführer des pro-K Industrieverbandes und im GKV zuständig für den Bereich Bildungspolitik und Berufsbildung, erklärt hierzu: „Auch Unternehmen, die bisher keine Verfahrensmechaniker ausgebildet haben, finden hier vielfältige Informationen zur Ausbildungspraxis im Betrieb.“

Eckart: Effekt-Farbpigmente für Kunststoffe zur „Fakuma”

Mit der Serie „Platalux” stellt die Eckart GmbH (Hartenstein; www.eckart.net) zur diesjährigen „Fakuma”-Messe in Friedrichshafen nach eigenen Angaben eine „völlig neue Generation” an Effektpigmenten für Kunststoffanwendungen vor. Platalux besteht aus silberbeschichteten Pigmenten auf der Basis von Glas. Als Einsatzbereiche dieser Farbpigmente nennt das Unternehmen aus Hartenstein insbesondere Verpackungen und dekorative Anwendungen der Kosmetik- und Luxusgüterindustrie sowie den hochwertigen Kunstlederbereich.

Eine andere Neuheit ist die Farbreihe „Symic” vor allem zum Einsatz in der Automobilindustrie, für Verpackungen im Kosmetik- oder Lebensmittelbereich und für andere dekorative Zwecke

Allflex Folien: Antrag auf Insolvenzverfahren gestellt

Am 11. September 2014 hat die allflex Folien GmbH (Aschersleben) – vertreten durch die Geschäftsführer Dieter Brünn und Bernd Westhoff – Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde RA Tim Langstädtler von der Herbold & Partner Insolvenzverwalter KG (Hamburg; www.herbold-partner.de) bestellt – AG Magdeburg.

Reifenhäuser Kiefel: Kostensenkung durch Energieeinsparung

Bei der Blasfolienproduktion lassen sich je nach Land „mehrere Tausend Euro pro Jahr” schon durch einfache Maßnahmen wie die Einhausung von bestimmten Anlagenkomponenten sparen. Das meldet der Anlagenhersteller Reifenhäuser Kiefel (Worms; www.reifenhauser-kiefel.com) auf der Basis von Versuchen mit verschiedenen Rohstoffen und unterschiedlichen Produktionsparametern im Technikum des Unternehmens.

Am effizientesten ist laut den Ergebnissen die Einhausung von Zylinder und Heizbändern. Alleine durch das Aufbringen von Isoliermanschetten ließen sich zwischen 20 und 50 Prozent der Extruder-Heizenergie einsparen. Je nach Energiekosten könne das rund 12.000 EUR pro Jahr entsprechen, führt das Unternehmen aus.

Bayer: BMS soll als eigenständiges Unternehmen an die Börse

Der Chemiekonzern Bayer (Leverkusen; www.bayer.com) will die Kunststoffsparte Bayer MaterialScience (BMS, Leverkusen; www.bayerbms.com) bis spätestens 2016 als eigenständiges Unternehmen an die Börse bringen. Damit fokussiert sich der Konzern künftig auf die Bereiche Pharma und Agrarchemie. Schon seit längerer Zeit gibt es Spekulationen, dass sich Bayer von den Kunststoffaktivitäten trennen will. Die BMS-Geschäfte von, insbesondere die Polycarbonat-Aktivitäten, hatten zuletzt unter der starken Konkurrenz aus Asien gelitten. 

Mit der angestrebten Selbstständigkeit von MaterialScience entsteht das viertgrößte Chemieunternehmen in Europa, das bei einem Jahresumsatz von zuletzt 11,2 Mrd EUR weltweit rund 16.800 Mitarbeiter beschäftigt, davon etwa 6.500 in Deutschland. Die Gesellschaft soll einen neuen Unternehmensnamen sowie eine eigenständige Identität bekommen und ihren Hauptsitz in Leverkusen haben.

K-Technik Borgmann: Insolvente Zink Kunststoffwerk übernommen

Vor wenigen Tagen erwarb das Spritzgießunternehmen Kunststofftechnik Borgmann GmbH (Bersenbrück; www.bogm.de) die Zink Kunststoffwerk GmbH & Co Thermoplast KG (Schwabach; www.zink-kunststoffwerk.com) aus der Insolvenz. Das meldete Verwalter RA Joachim Exner von der Kanzlei Dr. Beck & Partner (Nürnberg; www.ra-dr-beck.de).

Borgmann will die Produktion in Schwabach mit den aktuell 15 Mitarbeitern unter dem Namen ,,Zink Kunststoff­systemtechnik GmbH – ein Unternehmen der Borgmann-Gruppe” fortsetzen. Mit der Übernahme erwartet Borgmann-Vertriebsleiter Bernd Niemann einen Umsatzanstieg auf insgesamt rund 23 Mio EUR für das Jahr 2014.

PolyOne: TPE-Materialien zum Schutz gegen Produktpiraterie

Die TPE-Materialien der Marke „Versaflex” CE für Consumer Electronics von PolyOne GLS Thermoplastic Elastomers (McHenry, Illinois / USA; www.glstpes.com), Teil des US-Compoundeurs und Distributeurs PolyOne (Cleveland, Ohio / USA; www.polyone.com), sind jetzt in Kombination mit der firmeneigenen „Percept”-Authentifizierungstechnologie erhältlich. Diese Neuentwicklung soll den Markenartiklern im Kampf gegen Produktfälschungen helfen.

Die Percept-Technologien können laut PolyOne GLS unter zahlreichen Verarbeitungsbedingungen und für verschiedene Endanwendungen eingesetzt werden, die Authentifizierungstechnik basiere auf offenen oder verborgenen Methoden und könne zudem kriminologischen Zwecken dienen. Mit Hilfe der eingesetzten Additive und Identifizierer könnten die Ermittler die gefälschten Produkte der Unterhaltungselektronik einfach und schnell identifizieren.