Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

RKW: Harald Biederbick wird Vorstandsvorsitzender

Ab dem 1. Juli 2014 fungiert Harald Biederbick (42) als neuer Vorstandsvorsitzender der RKW Gruppe (Frankenthal; www.rkw-group.com). Er ist seit 2009 als CFO im Vorstand der RKW-Gruppe für Finanzen, Controlling, HR und IT verantwortlich. Sein Vorgänger Roland Roth wechselt zum gleichen Zeitpunkt in den Aufsichtsrat des führenden europäischen Herstellers von Kunststofffolien. Die Tätigkeit als Präsident der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V. (Bad Homburg; www.kunststoffverpackungen.de) wird er auch nach dem Ausscheiden aus dem RKW-Vorstand fortführen. Roth ist seit 1998 in der RKW-Geschäftsführung tätig und seit 2009 Vorstandsvorsitzender der RKW.

Mit dem Wechsel organisiert die RKW zugleich die Aktivitäten und Verantwortlichkeiten neu. Die bisherigen fünf Geschäftsbereiche werden in die drei Divisionen Packaging (verantwortlicher Vorstand Matthias Kaufmann), Hygiene & Industrial inklusive Nonwovens (Vorstand Dr. Manfred Bracher) und Agriculture (Harald Biederbick) überführt.

Hexpol: Nordmann, Rassmann neuer Distributeur für Zentral-/Osteuropa

Mit der Ernennung von Nordmann, Rassmann (NRC, Hamburg; www.nrc.de) als neuen Distributionspartner in Zentral- und Osteuropa baut Hexpol TPE (Malmö / Schweden; www.hexpol.com) das Vertriebsnetz in dieser Region weiter aus. Die beiden Unternehmen der Hexpol-Gruppe, Elasto (Amal / Schweden; www.elastotpe.com) und Müller Kunststoffe (Lichtenfels), werden mit NRC in Österreich, Bulgarien, Ungarn, Polen, Rumänien, Mazedonien, Montenegro, Kroatien, der Slowakei, Slowenien, Serbien und der Tschechischen Republik zusammenarbeiten.

Zuständig ist der Hamburger Distributeur in diesen Ländern künftig für den Verkauf der „Dryflex” und „Lifoflex” TPE-Compounds.

China: K-Verarbeitung in 2013 gewachsen

Die Kunststoffverarbeitung in China hat im Jahr 2013 weiter an Umfang zugenommen. Flankiert von einer Reihe makroökonomischer Maßnahmen konnten selbst die Aufwertung des Yuan und erheblich höhere Arbeits- und Materialkosten die Entwicklung nicht stören. Der Sektor erzielte zweistellige Zuwachsraten bei Umsatz und Rohertrag, hat Qian Guijing, Präsident der China Plastics Processing Industry Association (CPPIA, Beijing; www.cppia.com.cn) in einem aktuellen Exklusivbeitrag im „China Plastic & Rubber Journal” (CPRJ; www.adsalecprj.com) erklärt.

Das National Bureau of Statistics of China (www.stats.gov.cn/english) erfasst 13.699 größenrelevante Unternehmen der Branche, die insgesamt knapp 62 Mio t Kunststoffprodukte herstellten. Das entspricht einem Wachstum von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit hat das Wachstum gegenüber den Jahren 2011/2012 etwas nachgelassen. Insgesamt erwirtschafteten die Unternehmen ein Bruttoergebnis von 1,867 Bio CNY (221 Mrd EUR), ein Zuwachs von gut 14 Prozent. Der Rohertrag belief sich auf 112 Bio CNY, gut 16 Prozent über dem Vorjahreswert.

Stavrolen: PP-Produktion in Budyonnovsk läuft

Der Öl- und Gaskonzern Lukoil (Moskau / Russland; www.lukoil.com) kommt mit den Reparaturen bei der Tochter Stavrolen in Budyonnovsk offensichtlich voran. Wie das russische Unternehmen mitteilte, habe man die PP-Anlage nach dem Brand im Februar wieder hergestellt. Die Produktion könne zum 1. Juni mit zugeliefertem Propylen wieder aufgenommen werden.

Die Reparatur des Crackers werde hingegen noch bis Anfang 2015 dauern, heißt es weiter.

GKV: Dirk Westerheide ist neuer Präsident

Die Delegiertenversammlung des Gesamtverbandes Kunststoffverarbeitende Industrie e.V. (GKV, Bad Homburg; www.gkv.de) hat am 3. Juni 2014 den Unternehmer Dirk Westerheide aus Potsdam zum neuen Präsidenten gewählt. Der 54-Jährige tritt die Nachfolge von Dr. Bernd-O. Kruse (66) an, der seit 2010 an der Spitze des GKV stand und sich nicht erneut zur Wahl stellte.

Der Ingenieur und Betriebswirt Westerheide war 1997 bis 2001 Geschäftsführender Gesellschafter des Herstellers von Mehrwegverpackungen Stucki Kunststoffverarbeitung in Bad Salzuflen. Aktuell ist er Investor und Gesellschafter des Reitsportartikel-Anbieters Kavalkade in Warendorf.

Versalis: FM für EVA aus Oberhausen aufgehoben

Nach rund zehn Monaten hat Versalis (Mailand / Italien; www.polimerieuropa.com) Ende Mai die Force Majeure für EVA aus dem Werk in Oberhausen aufgehoben. Die Tochter des Ölkonzerns Eni (Rom / Italien; www.eni.it) teilte dies in einem Brief an seine Kunden mit.

Der Ausfall war die Folge eines Unfalls während der Modernisierung der Linie.

Polypropylen: C3-Enge treibt die Notierungen weiterhin

Die anhaltende Enge beim Vorprodukt Propylen hat die europäischen Preise für Standard-PP im Mai 2014 weiter hoch getrieben. Allokationen waren bei kontinuierlich laufender Nachfrage weiter an der Tagesordnung. Meist konnten die Anbieter von Standardwaren so das Doppelte des C3-Kostenanstiegs auf ihr Habenkonto verbuchen, womit die Margen leicht verbessert wurden. Dies berichtet der Branchendienst Kunststoff Information (KI, Bad Homburg; www.kiweb.de) im aktuellen PP-Report.

Für den Juni stehen die Zeichen weiter auf Aufschwung. Zwar hat sich die Versorgungslage beim Monomer tendenziell verbessert, der Wurm wird sich aber noch eine Weile durch die Strecke winden. Die abermals gestiegene Notierung des C3-Kontraktes werden die Produzenten sicher für weitere Anhebungen nutzen.

Kloeckner Pentaplast: Erneuter Verkaufsversuch für Folienhersteller

Offenbar startet die Beteiligungsgesellschaft Strategic Value Partners (SVP, Greenwich, Connecticut / USA; www.svpglobal.com) derzeit einen neuen Versuch zum Verkauf des Hartfolienherstellers Klöckner Pentaplast (kp, Montabaur; www.kpfilms.com). Nach Berichten der Nachrichtenagentur „Reuters” wird ein Preis von bis zu 1,5 Mrd EUR kolportiert, erste Gebote könnten Anfang Juli eingehen.

SVP erwarb den Produzenten von Folien für die Lebensmittel- und Medizinbranche im Jahr 2012. Bereits im vergangenen Herbst boten die US-Amerikaner das Unternehmen zum Verkauf an, potenzielle Käufer wollten den geforderten Preis jedoch nicht zahlen.

BOPP-Folien: Weltmarkt wächst um bis zu 6 Prozent pro Jahr

Im Jahr 2013 wurden weltweit rund 7 Mio t biaxial orientierte PP-Folien (BOPP) hergestellt. Davon wurden etwa 1,8 Mio t exportiert, wovon wiederum 800.000 t interregional gehandelt wurden. Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens AMI Consulting (Bristol / Großbritannien; www.amiplastics.com) soll der Weltmarkt während der kommenden 5 Jahre um jährlich 5 bis 6 Prozent wachsen. Insgesamt entspricht das einem zusätzlichen Volumen von 2 Mio t bis zum Jahr 2018. Dabei verlagern sich die Markt-Hotspots noch stärker nach China, Indien und dem Nahen Osten. Eine zunehmend dominante Rolle spielen dabei chinesische Produzenten.

Der Wert der 2013 weltweit produzierten BOPP-Folien liegt laut AMI bei 18 Mrd USD (13,2 Mrd EUR). Derzeit größter Produzent ist nach der Übernahme der ExxonMobil Chemical-Kapazitäten Jindal Poly Films (New Delhi / India; www.jindalpoly.com).

Technische Thermoplaste China: Stabile Preise prägen das Bild

Die drei bis vier freien Tage um den Tag der Arbeit haben keine merkliche Auswirkung auf den Verbrauch von technischen Thermoplasten in China gehabt. Die Rohstoffkosten tendierten meist abwärts. Die Ausnahme  machte Caprolactam. Die Preise für technische Thermoplaste kamen weitgehend unverändert durch den Monat.

Für den Rest des zweiten Quartals prognostizieren chinesische Marktexperten zunächst Stabilität. Die Branche sei auf gutem Weg, für das Jahr 2014 einen Zuwachs von 10 Prozent zu erreichen, was merklich über den 7,5 Prozent liegt, die für Chinas BIP insgesamt vorhergesagt werden. Die Versorgungslage sollte weitgehend entspannt bleiben. Mitunter kann es zu geringfügigen und kurzfristigen Engen kommen.

RPC: Deckel für Lebensmittel mit „hausgemachter” Anmutung

Einen Deckel, der Lebensmittel, etwa Salate und Soßen, so aussehen lassen soll, als seien sie hausgemacht, stellt RPC Bebo (Bremervörde; www.rpc-beboplastik.de) vor. Der patentierte „Bebo Wave”-Deckel ist so gestaltet, dass er jenen Stoff- oder Papierabdeckungen sehr ähnlich sieht, die gerne für zuhause abgefüllte Behälter verwendet werden, heißt es von RPC. Der Deckel sitzt innerhalb des Behälterrands und zeichnet sich durch seinen einzigartigen welligen Randbereich aus.

Dadurch, dass die Folie bereits im Vorfeld des Tiefziehverfahrens bedruckt wird, kann das Motiv dank der Bebo-Print-Technologie randlos übertragen werden. Die Homann Group setzt als erster Kunde diese innovative Technologie ein: Für das Unternehmen stellt RPC Bebo eine 115-mm-Schale aus PET her, die bei einer Reihe frischer Salate zur Anwendung kommt.

VDI ZRE: Ressourceneffizienz in der Kostenrechnung

Die durchschnittliche Kostenstruktur des verarbeitenden Gewerbes zeigt, so eine Analyse des VDI Zentrums Ressourceneffizienz (VDI ZRE, Berlin; www.ressource-deutschland.de), dass die Materialkosten den größten Anteil der Gesamtkosten eines Betriebes ausmachen. Dafür würden durchschnittlich rund 45 Prozent des Bruttoproduktionswertes aufgewendet.

Die neue Kurzanalyse „Ressourceneffizienz in der betrieblichen Kostenrechnung“ des VDI ZRE gibt eine kompakte Einführung in die Thematik der umweltbezogenen Kostenrechnung und liefert einen Überblick über die wichtigsten Ansätze. Detailliert wird die Methode der Materialflusskostenrechnung vorgestellt. Mit dieser lassen sich laut VDI ZRE erste Einschätzungen über die Ressourceneffizienz der Produktionsprozesse treffen, indem vor allem die Materialverluste bei den einzelnen Prozessschritten genauer betrachtet werden. Darüber hinaus werden das Konzept der Lebenszykluskosten und die Anwendungsmöglichkeiten auf die Investitionsrechnung erläutert.

Kingspan Gefinex: Gerhard Sprock neuer Geschäftsführer

Die Kingspan Gefinex GmbH (Pritzwalk; www.kingspangefinex.de) hat mit Gerhard Sprock einen neuen Geschäftsführer. Er ist zugleich Geschäftsführer der Kingspan Insulation GmbH & Co KG (Ibbenbüren; www.kingspaninsulation.de), einem Unternehmen der Kingspan Group plc (Dublin / Irland; www.kingspan.com). Zudem wurde Maurice Berg zum Vertriebsleiter von Kingspan Gefinex ernannt. Das Werk im brandenburgischen Pritzwalk wird weiterhin von Klaus Osterholt geleitet.

Mit rund 100 Mitarbeitern produziert das Unternehmen Trittschallmaterialien, Feuchtesperren und Bewegungsfugenprofile. Es firmiert seit April 2014 unter dem Namen Kingspan Gefinex, nachdem es drei Jahre zuvor durch die Kingspan Group übernommen wurde.

Polyethylen: Preis-Trendwende nach oben eingeleitet

Im Großen und Ganzen ist den europäischen PE-Anbietern die preisliche Trendwende im Mai 2014 gelungen, wenn auch zaghafter als erhofft. Nach der nur noch marginal rückläufigen Kostenentwicklung für Ethylen hatten sie wegen unbefriedigender Margen Anhebungen für alle Typen gefordert. Das Spektrum der Abschlüsse reicht vom Rollover bis zu leichten Anhebungen für alle Folientypen. Durch Drosselungen zeigte sich das Angebot zunehmend im Sinne der Anbieter angepasst. Dies berichtet der Branchendienst Kunststoff Information (KI, Bad Homburg; www.kiweb.de) im aktuellen Report.

Der Aufwärtsdrive für PE wird sich im Juni wohl insgesamt verstärken. Der Preistrend bei Ethylen nach oben gedreht. Zudem haben die Erzeuger die Mengensteuerung härter in den Griff genommen als zuvor. Die Entschlossenheit zur Margenverbesserung ist ihnen auf die Stirn geschrieben. Gemildert wird sich der Aufwärtstrend wohl allenfalls bei Import anfälligen Qualitäten zeigen.

PVC: Erste leichte Preissteigerungen

Trotz der abermals leicht gesunkenen Ethylenkosten konnten die europäischen Anbieter von PVC Basis-Qualitäten im Mai 2014 leichte Preisanhebungen durchsetzen. Das setzte sich anteilig auch bei den harten PVC-Mischungen um, weil dort alle Zuschlagstoffe stabil blieben. Weiche PVC-Compounds und die Pastenqualitäten zogen dagegen im Seitwärtsgang weiter. Dies berichtet der Branchendienst Kunststoff Information (KI, Bad Homburg; www.kiweb.de) im aktuellen PVC-Report.

Nachdem der Ethylenkontrakt für Juni eine Tendenzumkehr nach oben zeigt, dürfte sich auch der Auftrieb bei PVC verstärken. Die Produzenten stehen weiter unter starkem Margendruck durch die erneut schwachen Signale aus der Chlor-Schwesterstrecke Natronlauge. Sie werden daher mit aller Verve versuchen, die verbesserten Saisonabflüsse für Anhebungen zu nutzen. Das könnte ihnen angesichts balancierter Märkte wohl in allen Segmenten des PVC-Marktes gelingen.