Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

Nordamerika: Steigerung der Polymerpreise kommt ins Stocken

Nach dem Auftrieb im Februar haben sich die Preise für Polyethylen im nordamerikanischen Markt im März 2014 wieder stabilisiert. Die von den Erzeugern angestrebten Erhöhungen fanden wie erwartet keine Resonanz im Markt. Das berichtet der Branchendienst Kunststoff Information (KI, Bad Homburg, www.kiweb.de) aktuell auf Basis von Informationen des Kooperationspartners RTi (Fort Worth, Texas / USA; www.resinpros.com) aus den USA. Die Marktlage zeigte sich balanciert. Die Texaner prognostizieren einen weiterhin stabilen Preisverlauf, ebenso wie für das im März leicht abgesunkene PP.  PVC dagegen wird nach drei Steigerungsrunden in Folge im April eher wieder rückläufige Notierungen zeigen. Eine Rast auf dem erreichten Hochplateau hat PS in Nordamerika im März nach einer vorherigen dreimonatigen Rallye eingelegt. Für den April erwartet RTi nun seitwärts bis schwächer tendierende Notierungen.

Das mittlerweile notorische Leiden der nordamerikanischen Produktion von technischen Thermoplasten ging unterdessen weiter. ABS, PC und die Polyamide lagen allesamt im Rollover, nur sehr vereinzelt gelangen den Produzenten Anhebungen. Es kommen derzeit aber eher wieder Erosionen in Sicht, unter anderem wegen hohen Importdrucks aus Asien.

FoamPartner: Kauf von Schaumspezialist Benien abgeschlossen

Der PUR-Schäumer FoamPartner (Wolfhausen / Schweiz; www.foampartner.com) hat die Übernahme des Akustikspezialisten Benien Produktionstechnik GmbH (Delmenhorst; www.benien-produktionstechnik.de) abgeschlossen.

Das Stammwerk in Delmenhorst soll zum neuen Kernkompetenzzentrum für Akustiklösungen in der Gruppe aufgebaut werden – die beiden dort ansässigen Gesellschaften Benien Produktionstechnik und Benien Aerospace gelten als innovative Entwickler akustisch und thermisch wirksamer Bauteile aus technischen PUR- und Polyolefin-Schäumen. Mit den zusätzlichen Produktionskapazitäten will FoamPartner in neue Akustik-Märkte vordringen. Details dazu waren bis Redaktionsschluss allerdings nicht zu erfahren.

Kunststofffenster: Wachstum setzt sich fort

Die Hersteller von Kunststofffenstern sind zufrieden mit dem Geschäft im Jahr 2013. „Auch im letzten Jahr gab es wieder einen deutlichen Anstieg des gesamten deutschen Fenstermarkts. Die Absatzzahlen sind auf 13,1 Millionen Fenstereinheiten angestiegen. Kunststofffensterprofile als Rahmenmaterial liegen auch weiterhin in den Bereichen energetischer Sanierung und Recycling auf Platz eins“, erklärte Ralf Olsen, Geschäftsführer des pro-K Industrieverbandes Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff (Frankfurt; www.pro-kunststoff.de) auf einer Pressekonferenz am Rande der Messe fensterbau/frontale (www.frontale.de) Ende März in Nürnberg.

Ebenso positiv fällt das Fazit des Verbands Fenster + Fassade (VFF, Frankfurt; www.window.de) für das Jahr 2013 aus. Über 40 Prozent der befragten Hersteller von Kunststofffenstern berichteten in der aktuellen Konjunkturumfrage von gestiegenen Umsätzen.

Kem One: PVC-Erzeuger modernisiert Chlorproduktion in Lavera

Der PVC-Erzeuger KemOne SAS (Lyon / Frankreich; www.kemone.com) beginnt mit der Modernisierung der Anlagen am französischen Standort Lavéra. Kurz nach der Übernahme des insolventen Unternehmens durch die Investoren OpenGate Capital (Los Angeles, Kalifornien / USA; www.opengatecapital.com) und Alain de Krassny kündigte Letzterer an, dass die alten Quecksilber-Anlagen auf die modernere Membrantechnologie umgestellt werden sollen. 

Der Umbau, der Mitte 2016 in Betrieb genommen werden soll, werde die Wettbewerbsfähigkeit des Werks verbessern, so der neue Kem One-President de Krassny. Das vormals zu Arkema gehörende Unternehmen ist  nach der wohl demnächst kommenden EU-Genehmigung für das PVC-Joint Ventures von Ineos und Solvay der zweitgrößte europäische PVC-Erzeuger.

IMKK: Symposium zur Ressourceneffizienz in der K-Industrie

Am 28. Mai 2014 lädt das Innovationscluster Metall-Keramik-Kunststoff (IMKK, Altenkirchen; www.metall-keramik-kunststoff.de) gemeinsam mit dem Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz (MWKEL, Mainz; www.mwkel.rlp.de) zu einer Fachtagung zum Thema Ressourceneffizienz in der Kunststoffwirtschaft ein. Die Veranstaltung findet auf dem Gelände der Schütz GmbH & Co KGaA (Selters; www.schuetz.net) in Selters statt.

Für 60 Teilnehmer besteht im Anschluss an die Vorträge die Möglichkeit zur Werksbesichtigung. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Flexible Verpackungen: Brasilianer verarbeiten 1,9 Mio t Polyolefine

In Brasilien haben die Hersteller flexibler Verpackungen im vergangenen Jahr insgesamt 1,9 Mio t Polyolefine verbraucht. Den größten Anteil stellte PE-LLD mit einer verarbeiteten Menge von 779.000 t (41 Prozent), berichtet eine Studie des Marktforschungsunternehmens Maxiquim (Porto Alegre / Brasilien; www.maxiquim.com), die der Branchenverband Associação Brasileira da Indústria de Embalagens Plásticas Flexíveis (ABIEF, São Paulo / Brasilien; www.abief.com.br) in Auftrag gegeben hatte.

Branchenweit am zweithöchsten war der Bedarf an PE-LD mit 444.000 t.  Danach folgten PP mit einem Verbrauch von 402.000 t und PE-HD mit 282.000 t.

Technische Thermoplaste: Preise stehen im Aufwind

Der bereits im Februar festzustellende Aufwärtstrend bei den europäischen Notierungen etlicher technischer Thermoplaste gewann im März 2014 weiter an Gestalt. Insbesondere alle von Benzol beeinflussten Werkstoffe zeigten Bewegung. Über die ganze Bandbreite setzte sich etwa das Polyamid-Portfolio in Aufwärtsbewegung. Dies berichtet der Branchendienst Kunststoff Information (KI, Bad Homburg; www.kiweb.de) im aktuellen Report. Bei den Styrolcopolymeren folgte das ABS dagegen mit Abschlägen den sinkenden Kosten für SM. Die PP Compounds blieben wegen geringer Bewegung des Vorprodukts stabil.

Für den April und vermutlich auch die Folgemonate ist eine recht breitflächige weitere Aufwärtsbewegung zumindest bei allen Benzolderivaten sowie POM zu prognostizieren. Auch die commoditynahen Segmente ABS und PP zeigen sich fester. Einzig PBT schert aus, bedingt durch den vom Kostenverfall herrührenden Preisdruck.

Bieglo: CoPEEK-Multifilamente von Performance Fibers

Neben PEEK in Form von Granulaten und Pulvern bietet das Distributionsunternehmen Bieglo GmbH (Hamburg; www.bieglo.com) auch eine Reihe von Halbzeugen aus dem Hochleistungskunststoff an. Neu im Programm sind außer Folien und Platten, Stäben und Rohren jetzt auch Multi- und Monofilamente aus CoPEEK und PEEK-Compounds von Performance Fibers (Huntersville / North Carolina / USA; www.performancefibers.com).

CoPEEK-Filamente können laut Bieglo in stark beanspruchten Anwendungen mit hohen Temperaturen und in einem chemisch aggressiven und hoch abrasiven Umfeld eingesetzt werden. Einsatzbereiche sind unter anderem Transportbänder, Nähgarne, Verstärkung elektrischer Kabel und Filterteile. Zudem könnten inzwischen zunehmend auch Composite-Anwendungen als comingled-Garn, UL-Tape oder thermoplastisches Prepreg aus CoPEEK hergestellt werden.

Italien: EPS-Verbrauch geht weiter zurück

Der EPS-Bedarf in Italien ist 2013 weiter gesunken. Der Verbrauch fiel um 3,2 Prozent auf 121.000 t, wie der EPS-Branchenverband Associazione Italiana Polistirene Espanso (AIPE, Mailand / Italien; www.epsass.it) mitteilt. Damit ermäßigte sich die Nachfrage bereits das dritte Jahr in Folge.

Den Angaben nach ging der Bedarf vor allem in der Bauindustrie zurück. Dort sank der Verbrauch um 4,2 Prozent auf 69.000 t. Rückläufig entwickelte sich dabei die Nachfrage nach Block- und Plattenwaren, während der Bedarf an Formteilen zulegte. Im Verpackungssektor blieb der Verbrauch stabil bei 49.000 t, wobei eine Mengenverschiebung von Formteilen hin zu Block- und Plattenwaren zu beobachten war. Bei den übrigen Anwendungsbereichen sank der Bedarf auf 3.000 (Vorjahr: 4.000) t.

Greiner Packaging: Neue Dekorationstechnik für Becher

Am Schweizer Standort Diepoldsau hat Greiner Packaging International (GPI, Kremsmünster / Österreich; www.greiner-gpi.com) ein Verfahren entwickelt, mit dem sich der Kartonwickel von Verpackungen aus Karton-Kunststoff-Kombinationen dreidimensional verformen lässt. Dies erlaubt die Dekoration von Bechern mit Sonderformen, was bislang nur durch Sleeven möglich war. Die „K3-D”-Technologie ist für Becher mit Größen zwischen 68 und 75 mm geeignet.

Speziell für Kunden aus der Molkereibranche biete K3-D einzigartige Möglichkeiten, ihre Produkte individuell zu dekorieren, so Kenneth Boldog, Leiter der „Division K” bei Greiner. Ihr Kartonwickel kann auf beiden Seiten mit jeweils bis zu sechs Farben im Offsetverfahren bedruckt werden.

Polypropylen: Enge bei Propylen treibt die Notierungen

Nachdem auch im letzten Monat des ersten Quartals der Kontraktreferenzpreis des Vorprodukts Propylen unverändert geblieben war, mussten sich die Produzenten bei den regulären Abnahmen von Standard-PP ebenfalls überwiegend mit dem Rollover zufrieden geben. Bei Zusatzmengen allerdings konnten die Anbieter ihre Forderungen teils umsetzen, vor allem bei tiefliegenden Ausgangsniveaus. Dies berichtet der Branchendienst Kunststoff Information (KI, Bad Homburg; www.kiweb.de) im aktuellen PP-Report.

Im Laufe des März zeigten sich zunehmend Lieferengen für Standard-PP. Die Enge rührt wesentlich vom Vorprodukt her. Dadurch steht der April für PP unter klaren Auftriebszeichen. Der Propylen-Preis hat leicht angezogen. Die Anbieter wollen mit höheren Forderungen die Gunst der Stunde für Margenverbesserungen nutzen, mit relativ guter Erfolgsaussicht.

Wirthwein: Generationswechsel vollzogen

Der Generationswechsel der Wirthwein AG (Creglingen; www.wirthwein.de) ist mit dem Wechsel des Vorstandsvorsitzenden Udo Wirthwein in den Aufsichtsratsvorsitz abgeschlossen. Wirthwein übernimmt den Vorsitz von Aufsichtsratsmitglied Dr. Walter Jaeger. Die Nachfolge als Sprecher des Vorstandes tritt der Vorstand Vertrieb und Sohn Frank Wirthwein an. Gemeinsam mit seinem Bruder Marcus Wirthwein, Vorstand Technik, und Rainer Zepke, Vorstand Finanzen, wird er die Spritzgießgruppe leiten.

Die drei Vorstandsmitglieder sind bereits seit Jahren in der Wirthwein AG tätig und wurden im Juli 2010 in den Vorstand berufen.

Georg Utz: Verdoppelung der Kapazitäten in Großbritannien

Die 1 Mio Kunststoffbehälter, die Georg Utz (Bremgarten / Schweiz; www.georgutz.com) in Großbritannien jährlich produziert, sind nicht mehr genug. Angesichts der steigenden Nachfrage nach Lager- und Transportbehältern will das Unternehmen die Produktion am Standort Alfreton in den nächsten Jahren verdoppeln. In den Bau einer Erweiterungshalle und eine zusätzliche Spritzgießmaschine investiert Utz dieses Jahr zunächst 3,5 Mio GBP (4,2 Mio EUR).

„Die Bauarbeiten sollen bis Weihnachten abgeschlossen sein“, erklärt Carsten Diekmann, Geschäftsführer von Utz UK. „Anschließend werden neue Maschinen für die Spritzgieß- und den Thermoformbereich installiert.” Für das nächste Jahr ist die Anschaffung einer Spritzgießmaschine vorgesehen, die mit einer Schließkraft von 27.000 kN das Produktionsspektrum deutlich erweitert. Auch danach soll der Maschinenpark sukzessive erweitert werden. Im Zuge dessen will Utz UK auch die Belegschaft erhöhen.

Aldoplastic: Blasfolienhersteller erweitert Druckkapazitäten

Einen nicht genannten Betrag investiert der Blasfolienhersteller Aldoplastic (Alsdorf; www.aldoplastic.de) in den Ausbau der Druckkapazitäten. Das Unternehmen, das bei acht Blasfolienanlagen derzeit über zwei Inline-Druckwerke und eine externe Druckmaschine verfügt, plant für den Sommer die Installation eines weiteren Inline-Druckwerks.

Die neue Einheit mit einer Druckbreite von bis zu 1.600 mm und einer Folienbreite bis 2.400 mm soll Drucke mit bis zu sechs Farben ermöglichen. Die derzeitigen Anlagen sind auf bis zu fünf Farben und auf Rapporte bis 1.500 mm ausgelegt. Aldoplastic beschäftigt 35 Mitarbeiter und fertigt PE-Folien für die Bereiche Baustoffe, Erden, Chemie, Papier und Lebensmittel.

Celanese: Zwei neue schlagzähmodifizierte „Hostaform” POM-Typen

Um zwei verbesserte „XT”-Typen hat der Chemiekonzern Celanese (Dallas, Texas; www.celanese.com) die „Hostaform S”-Familie schlagzähmodifizierter POM-Materialien erweitert.

Hostaform XT 20 und XT 90 wurden für Anwendungen entwickelt, in denen üblicherweise hochschlagzähmodifizierte Acetal-Copolymere, TPU oder schlagzähmodifizierte Polyamide zum Einsatz kommen. Zu den vorgesehenen Anwendungen gehören Verschlüsse, Schnallen und Gehäuse in weiten Teilen der Industrie.