Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

PUR-Rohstoffe: Preisanstieg droht im Juli

Im Großen und Ganzen stabil zeigten sich im Juni 2014 die europäischen Preise der maßgeblichen Komponenten von Polyurethan. Beide MDI-Typen lagen ebenso im tendenziell schwachen Rollover wie die andere Isocyanat-Klasse TDI. Auch die Preise der Polyole für weiche PUR-Systemeinstellungen stagnierten weitgehend trotz abermals steigender Kosten in der C3-Strecke. Einzig feste Polyole zeigten signifikante Steigerungen für kleine Mengen und eng spezifizierte Typen. Dies berichtet der Branchendienst Kunststoff Information (KI, Bad Homburg; www.kiweb.de) im aktuellen Report.

Insbesondere die von den Aromaten beeinflussten Derivate könnten in den kommenden Wochen von den Unsicherheiten im Upstream getroffen werden, die durch die kriegerischen Auseinandersetzungen im Irak virulent sind. Die treibende Kraft kommt mithin in der nächsten Zeit wieder einmal von der Rohstoffseite, während Produktion und Nachfrage überwiegend in der Balance stehen.

Gräfenthaler: Spritzgießunternehmen erweitert Werk in Zittau

In den Ausbau der Produktions- und Lagerflächen am Standort Zittau investiert die Gräfenthaler Kunststofftechnik (GKT, Gräfenthal; www.gkt.dee) rund 2,5 Mio EUR. In dem Werk in der Oberlausitz baut das Spritzgießunternehmen eine 1.500 m² große Produktionshalle sowie eine fast gleich große Lagerhalle, wie lokale Medien berichten.

Laut der „Ostthüringer Zeitung“ beliefert GKT vor allem Kunden aus den Bereichen Automotive, E&E und Spielwaren. Seit dem Gründungsjahr im Jahr 1991 schuf GKT einen Firmenverbund, zu dem außer dem Stammhaus im thüringischen Gräfenthal die PPF GmbH & Co KG (Leipzig; www.ppf-leipzig.de), die Zittauer Kunststoff GmbH (Zittau) und seit etwa anderthalb Jahren die NK Neuhäuser Kunststoff GmbH (Hildesheim; www.nk-gmbh.de) gehören. Die Beschäftigtenzahl der Gruppe liegt bei insgesamt 400 Mitarbeitern.

Chevron Phillips: Neue Produktion von 1-Hexen in Texas

Nach gut zwei Jahren Bauzeit hat Chevron Phillips Chemical (The Woodlands, Texas / USA; www.cpchem.com) am US-Standort Cedar Bayou in Baytown, Texas, die weltgrößte Anlage zur Herstellung von 1-Hexen in Betrieb genommen. Ursprünglich sollte die Produktion bereits im ersten Quartal 2014 beginnen.

Das Alphaolefin wird unter anderem bei PE-LLD für hochwertige Stretchfolien eingesetzt. „Mit der Inbetriebnahme tragen wir der Entwicklung von Texas zu einem bedeutenden internationalen Petrochemie-Hub Rechnung”, so Mitch Eichelberger, General Manager of des Geschäftsbereichs „Normal Alpha Olefins and Polyalphaolefins” bei den Texanern. Weltweit handelt es sich um die dritte Anlage, die die originäre Technologie von Chevron Phillips verwendet.

Vink: Vertrieb der gegossenen PMMA-Platten von Madreperla

Ab dem 1. Juli 2014 vertreibt die Vink Gruppe (Emmerich; www.vink-kunststoffe.de) exklusiv die gegossenen PMMA-Platten von Madreperla (Cinisello Balsamo / Italien; www.madreperlaspa.com). Die Kooperation sichert auch den Tochtergesellschaften König (Gilching; www.koenig-kunststoffe.de) und kupa kunststoffpartner (Buchholz; www.kunststoffpartner.de) den Vertrieb der Madraperla-Produkte.

Vink übernimmt die Distribution vom bisherigen Madreperla-Partner Raatz Kunststoffe (Remagen; www.raatz-kunststoffe.de). Durch die Vereinbarung erweitert die Gruppe das Portfolio an gegossenem Acrylglas und baut die Marktstellung in Deutschland aus.

Perstorp: Erste Lebensmittelzulassung für Polycaprolacton

Das Polycaprolacton „Capa 6500D” von Perstorp (Perstorp / Schweden; www.perstorp.com) hat nach Unternehmensangaben die Zulassung für den Lebensmittelkontakt in Europa erhalten.

Das aus Caprolacton auf nachwachsender Basis generierte Polymer kann sowohl allein als auch als Zusatz für andere Biokunststoffe eingesetzt werden – wobei Letzteres die mechanischen Eigenschaften unter anderem von PLA, PHA und Stärkepolymeren verbessern soll. Mögliche Anwendungen sind nach Ansicht von Perstorp Tragetaschen, Trinkflaschen, Einweggeschirr und Lebensmittelverpackungen. Extern durchgeführte Versuche haben laut Perstorp die Bioabbaubarkeit des Materials nach der Europäischen Norm EN13432 bewiesen.

GCS: Kindersicherer Verschluss für Haushaltsprodukte

Mit „Hector” stellt Global Closure Systems (GCS, Saint-Cloud / Frankreich; www.gcs.com) einen Verschluss für Produkte wie Toilettenreiniger oder Bleiche vor, an die Kinder nicht herankommen sollen. Der zweiteilige Deckel wird in Spanien hergestellt und eignet sich für Flaschen aus PET, PP und PE.

Das besondere sei, dass der Sicherheitsmechanismus Teil des Verschlusses ist und nicht, wie üblich, eine Kombination des Verschlusses und des Flaschenhalses, so GCS. Das mache es dem Flaschenhersteller einfacher, da der Verschluss sich auf ein Gewinde aufschrauben lässt.

Matrica: Biotech-Anlagen auf Sardinien nun in Betrieb

Im Beisein des italienischen Umweltministers Gian Luca Galletti nahmen der CEO von Versalis (Mailand / Italien; www.polimerieuropa.com), Daniele Ferrari, und Catia Bastioli, CEO von Novamont (Novara / Italien; www.novamont.com), die erste Vorproduktlinie des gemeinsamen JVs Matrica in Betrieb. In der Anlage sollen aus Pflanzenölen Monomere und Zwischenprodukte gewonnen werden, die als Grundstoffe für die nachgelagerte Erzeugung komplexerer Bioprodukte dienen sollen.

In dem Werk von Matrica auf Sardinien werden in den kommenden Monaten zwei weitere Anlagen den Betrieb aufnehmen, in denen die Vorprodukte zu Extenderölen für ein breites Spektrum von Produkten mit höherer Wertschöpfung verarbeitet werden — unter anderem Weichmacher für Polymere und die „Mater Bi”-Biopolymere.

VinylPlus: Europaweit über 440.000 t PVC recycelt

Das Recycling von ausgedienten PVC-Produkten geht in Europa weiter nach oben. In 2013 wurden insgesamt 444.468 t PVC wiederverwertet. Das geht aus dem Jahresbericht von VinylPlus (www.vinylplus.eu), die Recycling- und Umwelt-Initiative der europäischen PVC-Industrie, ervor. Bis 2020 sieht die freiwillige Selbstverpflichtung des Programms das Erreichen einer europaweiten Recyclingmenge im PVC-Bereich von 800.000 t pro Jahr vor.

Im Rahmen des „2014 Vinyl Sustainability Forums” Anfang Mai in Rom / Italien erklärte der VinylPlus-Vorsitzende Dr. Michael Träger (Vestolit), im Zentrum der erfolgreichen Selbstverpflichtung der PVC-Industrie stehe die starke Zusammenarbeit zwischen den einzelnen PVC-Sektorengruppen, Unternehmen, nationalen Verbänden und Institutionen.

Elektroindustrie: Leichtes Auftragsplus in Deutschland

Die Auftragseingänge in der deutschen Elek­troindustrie haben den Vorjahreswert im April 2014 um 0,4 Prozent leicht übertroffen. Während aus dem Aus­land 4,9 Prozent mehr Bestellungen eingingen als vor einem Jahr, orderten inländische Kunden 4,3 Prozent weniger. „Die mit Abstand stärksten Im­pul­se kamen im April aus dem Eu­ro­raum. Hier legten die Bestellungen um 8,4 Prozent ge­gen­über Vorjahr zu“, erklärte Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI, Frankfurt; www.zvei.org). Aus Drittländern gin­gen 2,9 Prozent mehr Aufträge ein.

Die um Preiseffekte bereinigte Pro­duk­tion der deutschen Elektrounternehmen ist im April um 1 Prozent ge­stiegen.

BASF: Chemiekonzern gegen verlängerte HBCD-Zulassung

In der Diskussion um HBCD hat das Konsortium, das sich für eine Verlängerung der behördlichen Zulassung des Flammschutzmittels einsetzt, einen prominenten Gegenspieler bekommen: Gegen die mögliche Fristverlängerung für den HBCD-Einsatz als Flammschutzmittel in Polystyrolschäumen sprach sich jetzt die BASF SE (Ludwigshafen; www.basf.de) aus. „Es besteht keinerlei Veranlassung, von dem vorgesehenen Ablauftermin für HBCD abzuweichen“, sagt Giorgio Greening, Senior Vice President der globalen BASF-Geschäftseinheit für Polystyrolschaumstoffe.

„PolyFR hat sich bei Tests als geeigneter Ersatz für HBCD in Polystyrolschaum erwiesen, und die vorhandene Produktionskapazität reicht zur Deckung nicht nur des europäischen, sondern sogar des weltweiten Bedarfs aus“, so Greening. „Eine zügige Umstellung auf PolyFR ist daher möglich.“

Roder: Lübecker Spritzgießunternehmen expandiert

Die Roder Kunststofftechnik GmbH (Lübeck; www.roder.de) will 2014 deutlich wachsen. Bis Ende September will man erheblich in den technischen und personellen Ausbau der Produktionsanlagen investieren: Geplant ist die Anschaffung von 12 neuen Spritzgießmaschinen sowie eine Verdoppelung der Mitarbeiteranzahl aufgrund eines stark gestiegenen Auftragseinganges. Kürzlich hat das Unternehmen seine erste Spritzgießmaschine mit einer maximalen Schließkraft von 7.000 kN installiert.

Andrea Schnell, Geschäftsführerin Technik: „Hiermit können wir großvolumige Kunststoffkomponenten mit einem Einzelgewicht von wenigen Gramm bis zu 7,5 kg fertigen.” Weitere 11 Spritzgießmaschinen mit Schließkräften von 1.000 bis 2.000 kN werden bis zur Jahresmitte installiert sein heißt es aus Lübeck.

Engel: Duale Ausbildung für Fachkräfte auch in China

In den nächsten vier Jahren bildet das Spritzgießmaschinenbau-Unternehmen Engel (Schwertberg / Österreich; www.engelgolbal.com) erstmals zehn junge Männer im Werk Shanghai zu Zerspanungstechnikern aus. Besonders erwähnenswert ist dabei die Tatsache, dass der Weltmarktführer die gleichen Ausbildungsbedingungen wie am Stammsitz in Österreich auch in China bieten will. Vom ersten Ausbildungsjahr an erhalten die Auszubildenden laut Engel „fundierte Praxiskenntnisse im Betrieb und eine Bezahlung”. Die Lehrwerkstatt wurde nach dem Vorbild in Schwertberg eingerichtet und ausgestattet. Die Ausbilder sind in Österreich trainiert.

Für die Lehrlinge wechseln sich zwölf Wochen Praxisausbildung mit sechs Wochen Schule ab. Damit erwerben sie einen Abschluss, der dem österreichischen Standard entspricht und sowohl in China als auch in Europa anerkannt sein wird.

Avantium: Finanzierung für kommerzielle PEF-Linie in Geleen steht

Für die Umsetzung der kommerziellen Produktion von Polyethylenfuran (PEF) hat Avantium (Amsterdam / Niederlande; www.avantium.com) von den Kooperationspartnern weitere 36 Mio EUR zur Verfügung gestellt bekommen. Bis 2017 soll im niederländischen Geleen eine Anlage entstehen, in der die aus Biomasse hergestellte 2,5-Furandicarboxysäure über die neuartige „YXY”-Technologie (www.yxy.com) zunächst in Furane und dann in PEF umgesetzt wird.

Derzeit arbeitet in Geleen eine 20 jato-Pilotanlage, deren Ausstoß unter anderem von Verpackungshersteller Alpla-Werke Alwin Lehner GmbH & Co KG (Hard / Österreich; www.alpla.com) zu Tests für Flaschen verwendet wird. Alpla ist neben Coca-Cola (Atlanta, Georgia / USA; www.thecocacolacompany.com), Danone (Paris / Frankreich; www.danone.com) und Shell einer der Geldgeber für die Linie in Geleen.

Nova Chemicals: Erstmals US-Ethan in Joffre verarbeitet

Rund vier Jahre nach der Unterzeichnung des entsprechenden Liefervertrags hat Nova Chemicals (Calgary, Alberta / Kanada; www.novachem.com) jetzt erstmals eine Gaslieferung für den Polyolefin-Komplex in Joffre in der zentralkanadischen Provinz Alberta vom Shale Öl- und Gasfeld „Bakken” aus dem US-Bundesstaat North Dakota erhalten. Die dazu gebaute und von Nova betriebene „Vantage”-Pipeline von Tioga nach Empress in Alberta hat damit zugleich offiziell den Betrieb aufgenommen.

Die Kanadier bleiben damit weiterhin Pioniere bei der Nutzung von Ethan aus den neuen nordamerikanischem Shale Gas-Vorkommen. Anfang des Jahres hatte Nova bereits die eigens aufgebohrte Ethylen-Produktion im Grenzort Corunna (Sarnia) auf Ethan aus Pennsylvania umgestellt. Für die US-amerikanischen Förderer im Bakken-Feld ist mit der Eröffnung der Pipeline andererseits die erste kommerzielle Nutzung des bislang abgefackelten Ethangases gegeben, das bei der Förderung von Öl und höherwertigen Gasen anfällt.

Weidenhammer Packaging: Neuer Becher für Dessert von Monte

Für eine Süßspeise von Zott hat Weidenhammer Plastic Packaging (WPP; Hockenheim; www.weidenhammer.de) einen PP-Becher mit zwei Kammern entwickelt. In einer der beiden Kammern befindet sich „Monte”-Creme im anderen eine weitere Komponente. Beide Bestandteile werden mittels des Knickfalzes erst direkt vor dem Verzehr gemischt – und können so je nach Wunsch portioniert, verrührt oder nacheinander genossen werden.

Seit Herbst 2013 produziert WPP die Kunststoffbehälter am sächsischen Standort Zwenkau. Dem ging eine rund 12-monatige Entwicklungs- und Testphase voraus, in der die Weidenhammer-Entwickler gemeinsam mit dem Kunden nicht nur am Design, sondern auch der speziellen Konstruktion des Bechers tüftelten, so das Unternehmen.