Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

Valorplast: Nachfrage nach RE PET gesunken

Zu Beginn des Jahres 2014 stellt Valorplast (Puteaux / Frankreich; www.valorplast.com) – Garantiegeber für Kunststoffverpackungen der französischen Organisation Eco-Emballages (www.ecoemballages.fr) – einen leichten Rückgang in der Nachfrage nach Recycling-PET fest, die ihren Grund im niedrigen Preis des Primärmaterials hat. Die Nachfrage nach PE-HD- und PP-Ballen bleibt dagegen stabil. Der Rücknahmepreis für das erste Quartal 2014 beträgt nach Valorplast-Angaben 237 EUR/t.

108.000 t Verpackungsabfälle wurden im Jahr 2013 von Valorplast eingesammelt und verwertet. Das ist ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

DSD: Verpackungsnovelle dringend nötig

Der Trend zur Ausnutzung von Schlupflöchern der deutschen Verpackungsverordnung wird auch im zweiten Quartal anhalten, so der Vorwurf der Duales System Deutschland GmbH (DSD, Köln; www.dsd-holding.de). Die aktuell an die Clearingstelle der dualen Systeme gemeldeten Verpackungsmengen entsprechen laut DSD wiederum nicht den tatsächlichen Verhältnissen. DSD hatte diese Fehlentwicklung zum Anlass genommen, die bestehenden Verträge innerhalb der Clearingstelle kurzfristig zu kündigen.

Um das duale System aufrecht zu erhalten, stehe die Entsorgungsgesellschaft jedoch zu ihrer Zusage und akzeptiere den von der Clearingstelle überproportional zugeteilten Markt- und Kostenanteil. Die aktuelle Entwicklung unterstreiche die Dringlichkeit eines neuen stringenten Clearingstellenvertrags ab 1. Juli 2014, heißt es aus Köln. Die Initiativen von Bund und Ländern, im Rahmen der Novellierung der Verpackungsverordnung die Schlupflöcher kurzfristig zu beseitigen, begrüßt DSD ausdrücklich.

Rexam: Restliche Kunststoffaktivitäten an Berry Plastics

Das letzte noch verbliebene Kunststoffsegment „Healthcare Closures & Containers” verkauft der Verpackungskonzern Rexam (London / Großbritannien; www.rexam.com) für 135 Mio USD (rund 100 Mio EUR) an die nordamerikanische Berry Plastics (Evansville, Indiana / USA; www.berryplastics.com). In Europa ist das Werk im nordfranzösischen Offranville von der Übernahme betroffen, in den USA fünf Standorte sowie je einer in Mexiko und Indien.

Die Transaktion steht noch unter Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden und der französischen Belegschaftsvertretung. Sie soll bis Mitte des Jahres über die Bühne gehen, heißt es aus London.

Shell: Enttäuschung im Shale Gas-Geschäft

Der Öl-, Gas- und Petrochemie-Konzern Shell (Den Haag / Niederlande; www.shell.com) wird die Investitionsausgaben für die Ausbeutung von Gasreserven auf den amerikanischen Kontinenten um 20 Prozent kürzen. Die Gruppe will zugleich bis Ende 2015 rund 15 Mrd USD Vermögenswerte veräußern.

Hintergrund der Reduzierungspläne sind enttäuschende Ergebnisse der Shell-Aktivitäten im Shale Gas-Feld „Marcellus” im Nordosten der USA, wo der Konzern wegen einer in Rohstoff-Räuschen typischen Überangebotssituation offenkundig kontinuierlich Geld verliert.

Lanxess: Höhere Preise für EPDM-Kautschuk

Ab dem 1. April 2014 verlangt der Geschäftsbereich „Keltan Elastomers“ des Spezialchemiekonzerns Lanxess (Köln; www.lanxess.de) weltweit höhere Preise für EPDM-Produkte (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk). Vorgesehen ist ein Aufschlag von 150 USD/t (umgerechnet knapp 110 EUR/t).

Lanxess vertreibt EPDM unter dem Markennamen „Keltan“. Verwendet wird der Werkstoff in der Automobilindustrie bei der Fertigung von Türdichtungen, Schläuchen und Dämpfungselementen. Ferner wird EPDM aufgrund der sehr geringen Dichte sowie der guten Beständigkeit gegen Hitze, Chemikalien und Witterung auch für die Kunststoffmodifikation, als Material für Kabelisolierungen, im Baubereich und für Öladditive eingesetzt.

Teknor Apex: TPE-S für Automobilanwendungen

Der Compoundeur Teknor Apex (Pawtucket, Rhode Island / USA; www.teknorapex.com) hat die Reihe der „Sarlink” TPE um vier neue Typen für den Einsatz im Automobilbau erweitert. Nach Unternehmensangaben sind die Materialeigenschaften gleich oder verbessert im Vergleich zu TPV. Die neuen TPE-Typen sind laut Teknor Apex die ersten, die auf Styrol basieren und deshalb nicht abhängig von Schwankungen der EPDM-Preise sind, wie das bei TPV-Materialien der Fall ist.

Festigkeit und Elastizität sollen denen von TPV ähneln, bei glatterer Oberfläche und besserer UV-Stabilität. Alle TPE-S-Typen sind in verschiedenen Farbstellungen sowie für Spritzgieß- und Extrusionsanwendungen erhältlich.

Indorama: Polnische PET-Erzeugung wird ausgebaut

Wie geplant erhöht Indorama Ventures (Bangkok / Thailand; www.indoramapolymers.com ) noch in diesem Jahr die Kapazität des PET-Werks im polnischen Wloclawek. Bis Ende 2014 soll der Ausstoß des Standorts aufgebohrt werden, so die Konkretisierung des Debottlenecking-Vorhabens. Dafür wollen die Thailänder 24 Mio EUR ausgeben. Der Ausbau werde 30 neue Jobs schaffen, heißt es.

Nachdem das Unternehmen die Anlage in Wloclawek Ende 2010 von SK Chemicals übernommen hatte, war zunächst vom Bau einer neuen Linie die Rede gewesen. Diese Pläne wurden aber dann in das deutlich kleinere Debottlenecking umgewandelt.

TPI Composites: Erwerb des türkischen Rotorblatt-JV

Für 35 Mio USD (gut 25 Mio EUR) hat der Windenergie-Rotorblatthersteller TPI Composites Inc (Scottsdale, Arizona / USA; www.tpicomposites.com) das Joint Venture TPI Kompozit Kanat Sanayi ve Ticaret AS (Izmir / Türkei) vollständig übernommen. Der bisherige Partner Alke Construction Industry and Trade Co (Istanbul / Türkei; www.alke.com.tr) gab seinen Anteil von 25 Prozent an die US-Amerikaner ab.

Das erst 2012 gegründete Gemeinschaftsunternehmen gilt als größter Rotorenhersteller in der Region. Der investierte Betrag umfasst auch einen Ausbau des 33.000 m² großen Fabrikgebäudes. Man habe langfristige Vereinbarungen mit Abnehmern in der Region getroffen, sagte TPI-CEO Steve Lockard. Dazu gehören unter anderem auch Lieferungen an den Windenergieanlagenbauer Nordex seit Februar 2014.

TU Dresden: Dresdner Leichtbausymposium im Juni

Am 26. und 27. Juni 2014 lädt das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der Technischen Universität Dresden (Dresden; http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/fakultaet_maschinenwesen/ilk) zum 18. Dresdner Leichtbausymposium in die sächsische Landeshauptstadt ein. Das diesjährige Symposium steht unter dem Motto „Innovative Leichtbaulösungen als Schlüssel zur Standortstärkung“ im globalen Wettbewerb.

Der Branchentreff der Leichtbauer soll dabei als Forum für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie neuartige und zukunftsfähige Geschäftsfelder dienen. In diesem Jahr ist Polen das Partnerland. Das Programm der Veranstaltung liegt noch nicht vor.

Mondi: Wiederverschließbarer Flachbodenbeutel

Der Verpackungshersteller Mondi (Johannesburg / Südafrika; www.mondigroup.com) hat sein Portfolio wiederverschließbarer Beutel (Markenname „Flexzibox”) um einen Standbodenbeutel erweitert. Die „flat bottom bag“ kann mit verschiedenen Verschlüssen versehen werden. Erhältlich sind ein Druckverschluss, ein Klettverschluss und ein Top Slider. Außerdem wird der Beutel in verschiedenen Größen zwischen 400 g und 5 kg angeboten. Gedacht ist er für Trockenwaren wie Cerealien, Reis, Kaffee oder Zucker.

Es sind verschiedene Materialkombinationen erhältlich, darunter PET/PE, PET/PETmet/PE oder OPP/PE. Außerdem können nach Kundenwunsch bestimmte Bereiche transparent, matt oder glänzend ausgestaltet werden. Hergestellt wird der neue Beutel von Mondi in Steinfeld. Für Tetra wurde eine Version mit hooded top slider entwickelt, die laut Mondi den Packungsinhalt besonders gut schützt.

BPA: ECHA verschärft Risiko-Klassifizierung

Das Risk Assessment Committee (RAC) der European Chemicals Agency (ECHA, Helsinki / Finnland; www.echa.europa.eu) folgt dem französischen Vorstoß zur Verschärfung der Risikoeinschätzung von Bisphenol A. Die Franzosen hatten im Sommer 2013 gefordert, BPA von der jetzigen Einstufung „reproductive toxicity category 2″ (H361f) zu „reproductive toxicity category 1B” (H360F) herauf zu setzen. Das RAC hat dem Antrag am 19. März 2014 zugestimmt.

Der Verband der europäischen Kunststofferzeuger PlasticsEurope (Brüssel / Belgien; www.plasticseurope.org) hat bereits Kritik an dem Ergebnis geübt. Nach Auffassung des Verbandes rechtfertigen die zur Bewertung herangezogenen Studien keine Neubewertung. Vielmehr seien diese Untersuchungen bereits in die geltende Bewertung eingeflossen. Inzwischen habe es keine neuen Erkenntnisse gegebenen, die einen anderen Schluss nahelegen, als dass BPA „sicher für alle gegenwärtigen Einsatzgebiete” sei.

Coveris: Gary Masse neuer CEO

Der Verpackungshersteller Coveris (Chicago, Illinois / USA; www.coveris.com) hat Gary Masse zum CEO bestellt. Er folgt auf Jack Knott, der dem Unternehmen als Aufsichtsratsmitglied weiterhin erhalten bleibt. Vor seiner neuen Position leitete Masse als CEO den Maschinenhersteller Precision Partners (Lake Bluff, Illinois / USA; www.hnprecision.com).

Mit rund 8.600 Beschäftigten erwirtschaftete Coveris einen Umsatz von rund 2,8 Mrd USD. Der Verpackungsspezialist betreibt insgesamt 64 Werke in Nordamerika, Europa, dem Nahen Osten und China.
Coveris, ein Unternehmen der Investmentgesellschaft Sun Capital Partners (Boca Raton, Florida / USA; www.suncappart.com), entstand Mitte 2013 durch die Fusion von fünf Verpackungsherstellern in Europa und Nordamerika.

Burwinkel: Spritzgießunternehmen erweitert Produktion

Am Stammsitz hat die Burwinkel Kunststoffwerk GmbH (Mühlen; www.burwinkel-kunststoffe.de) eine neue Produktionshalle in Betrieb genommen. In den Neubau investierte das Spritzgießunternehmen rund 1,8 Mio EUR, erklärte Geschäftsführer Martin Burwinkel. Die Produktion in der 3.000 m² großen Halle 15 läuft seit Januar, bis Juni sollen hier zwei weitere Spritzgießmaschinen aufgestellt werden. Dann verfügt der Betrieb aus dem Oldenburger Münsterland über 77 Spritzgießeinheiten, darüber hinaus wird eine Extrusionslinie betrieben.

In der Entwicklung und Produktion von Spritzgießartikeln ist Burwinkel aufgrund schlanker Prozesse ein Spezialist für Kleinserien. Zu den Produkten gehören Farbfächerkoffer, Verpackungen, Futterschalen und Kunststoffartikel für die Agrarindustrie, Schleifteller, Förderketten und Umlenkecken sowie Zahnräder und andere technische Teile. Mit der neuen Halle stieg die überbaute Fläche bei Burwinkel auf 17.700 m².

Arburg: Spritzgießmaschinenhersteller baut Stammwerk aus

Auf die steigende Nachfrage nach Spritzgießmaschinen im Schließkraftsektor zwischen 2.500 und 5.000 kN reagiert Arburg (Loßburg; www.arburg.com) mit einem Neubau am Stammsitz. Er wurde diesen Monat begonnen und soll im Herbst 2015 bezugsfertig sein. Die zusätzliche Nutzfläche von rund 18.600 m² vergrößert die Gesamtfläche des Stammwerks in Loßburg um rund 13 Prozent auf knapp 165.000 m².

Im Jahr 2013 blieb der Spritzgießmaschinenhersteller derweil leicht unter den im Vorjahr erzielten Rekorderlösen. Auf Basis der vorläufigen Zahlen erwirtschaftete Arburg weltweit konsolidierte Gruppenerlöse von rund 470 Mio EUR (2012: 488 Mio EUR).

Carlsberg: Kooperation für recyclinggerechte Verpackungen

Der Brauereikonzern Carlsberg (Kopenhagen / Dänemark; www.carlsberggroup.com) will seine Verpackungen künftig nach dem „Cradle-To-Cradle”-Prinzip gestalten. Dafür werden unter der Führung der „Carlsberg Circular Community” verschiedene Verpackungslieferanten entsprechende Lösungen entwickeln, die auf Recycelbarkeit und Wiederverwendbarkeit hin optimiert sind.

Bisher sind RKW (Frankenthal; www.rkw-group.com), Arkema (Colombes / Frankreich; www.arkema.com), Rexam (London / Großbritannien; www.rexam.com), MeadWestvaco (MWV, Richmond, Virginia / USA; www.mwv.com), Owens-Illinois (Perrysburg, Ohio / USA; www.o-i.com) und Petainer (Peterborough / UK; www.petainer.com) Teil der Initiative. Bis 2016 wollen die Dänen 15 Partnerunternehmen gefunden und mindestens drei den Kriterien entsprechende Verpackungen entwickelt haben.