Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

Raumedic: Medizintechnik-Bereich von Rehau erweitert Stammsitz

Die Raumedic AG (Helmbrechts; www.raumedic.com) baut aus. Im Mai legte der Medizin- und Pharmazulieferer der Rehau-Gruppe (Rehau; www.rehau.com) den Grundstein für ein neues Gebäude neben dem Stammsitz in Helmbrechts. Der Neubau mit einer Nutzfläche von 9.000 m² soll Platz für etwa 200 Mitarbeiter in den Bereichen Reinraumproduktion, Labor, Logistik und Verwaltung schaffen.

Die Investitionskosten für das Gesamtprojekt betragen 26 Mio EUR. Die Produktion in dem neuen Gebäude soll im ersten Quartal 2015 anlaufen, erklärte eine Sprecherin. Raumedic entwickelt und fertigt Schläuche, Präzisionsformteile und Katheter sowie Baugruppen und Systeme für die medizintechnische und pharmazeutische Industrie. Verarbeitet werden thermoplastische Polymere und Silikone.

FACC: Rekordzahlen im Geschäftsjahr 2013/14

Der CFK-Spezialist FACC AG (Ried / Österreich; www.facc.com) hat mit deutlichen Zuwächsen bei Umsatz und Ergebnissen erneut ein Rekordjahr hingelegt. Die Erlöse stiegen im Geschäftsjahr 2013/14 (28.2.) um 26 Prozent auf 546,5 Mio EUR. Das Ebit legte um 19 Prozent auf 42,5 Mio zu, der Nettogewinn sogar um 37 Prozent auf 28,9 Mio EUR.

Unternehmenschef Walter Stephan begründete das gute Abschneiden mit einer gestiegenen Nachfrage bei bestehenden Serienprodukten, die vornehmlich auf Reparaturen alternder Flotten von Boeing- und Airbus-Flugzeugen basiert. Den stärksten Zuwachs verzeichnete die Sparte „Aerostructures” mit einem Plus von 39 Prozent auf knapp 305 Mio EUR. Für den weiteren Ausbau plant FACC zudem den Gang an die Börse in Wien.

AST Kunststoffverarbeitung: Neues Werk in Belgien

Um die wichtigen Märkte in Belgien, den Niederlanden und Frankreich besser beliefern zu können, eröffnet die AST Kunststoffverarbeitung GmbH (Erndtebrück; www.ast-kunststoffkanister.de) ein Werk in Hoogstraaten-Meer. In der neuen Produktionseinheit in Belgien will der Blasformspezialist ab Mitte 2014 Kunststoffkanister von 5 bis 60 l mit Gefahrgutzulassung produzieren, teilt das Unternehmen mit.

Außer am Stammwerk in Erndtebrück, wo auch Fässer mit Volumina bis 220 l gefertigt werden, betreibt AST Kunststoffverarbeitung seit 2012 eine weitere Produktionseinheit im britischen Wrexham. Ausgeliefert werden die PE-Gebinde vor allem Kunden aus der chemischen Industrie, aber auch Abnehmer aus der Lebensmittelbranche. AST Kunststoffverarbeitung beschäftigt 140 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Umsatz von 70 Mio EUR.

ExxonMobil: Force Majeure für PP aus Lillebonne

Wegen technischer Probleme, die zur Abschaltung gezwungen haben, hat ExxonMobil Chemical Europe (Machelen / Belgien; www.exxonmobilchemical.com) am 22. Mai 2014 Force Majeure für PP aus der Anlage im französischen Lillebonne erklärt. Wegen niedriger Lagerbestände seien Lieferungen etlicher Homo- und Copo-Qualitäten nur eingeschränkt möglich, heißt es in einem Kundenschreiben des Unternehmens.

Nach einer ersten aktuellen Einschätzung der Situation wird mit der Wiederherstellung des Normalbetriebs der Linie gegen Ende Juni 2014 gerechnet.

Automobilbau: K-Verbrauch legt bis 2019 gut 8 Prozent jährlich zu

Der Bedarf an Leichtbaustoffen seitens der OEMs und Komponentenhersteller beschleunigt die Nachfrage nach Kunststoffen für den Automobilbau in Europa. Das ist eines der Ergebnisse der Studie „Light-weighting Role of Performance Plastics in the European Automotive Market” der Marktforscher von Frost & Sullivan (London / Großbritannien; www.chemical.frost.com).

Laut der Studie erwirtschaftete der Markt für Kunststoffe im Automobilbau im Jahr 2013 einen Umsatz von 4,22 Mrd USD und wird bis zum Jahr 2019 auf 7,26 Mrd USD anwachsen. Die schwache Konjunktur führe zu einer erhöhten Nachfrage nach Klein- und Mittelklassewagen, die über einen höheren Kunststoffanteil verfügen als Oberklasseautos. Dies treibe den Bedarf an Kunststoffen. Aber auch insgesamt gebe es in der Automobilindustrie den Trend, Metall durch leichtgewichtigere und kostengünstigere Kunststoffe zu ersetzen.

PRE: Richtlinie für die Verwertung von PET-Schalen

Der europäische Verband der Kunststoffrecycler Plastics Recyclers Europe (PRE, Brüssel / Belgien; www.plasticsrecyclers.eu) will eine Richtlinie für die Verwertung von PET Schalen entwickeln. Während in den letzten Jahren der PET-Anteil in der Herstellung von Schalen gestiegen sei, habe sich der entsprechende Anteil in der Verwertung nicht erhöht, so PRE. Daher soll die Richtlinie Herstellern ermöglichen, Produkte auf ihre Verwertbarkeit zu überprüfen.

Aufgrund der Zusammensetzung aus zumeist mehreren Schichten oder einer Kombination aus unterschiedlichen Materialien können Verwerter die rund 700.000 jato PET-Schalen nicht recyceln. Zudem seien diese nicht mit Polyolefinen kompatibel, so der Verband.

K-Recycling Indien: GKV und Röchling-Stiftung stellen Studie vor

Der Gesamtverband Kunststoff­verarbeitende Industrie (GKV, Bad Homburg; www.gkv.de) und die Röchling Stiftung (Mannheim; www.roechling-stiftung.de) haben gemeinsam eine Studie zum Potential des Kunststoffrecycling im indischen Bundesstaat Maharshtra vorgestellt. Es handelt sich um die wichtigste Industrieregion Indiens, Hauptstadt ist die Metropole Mumbai. An der Erarbeitung der Studie waren weiterhin die BKV Beteiligungs- und Kunststoffverwertungsgesellschaft GmbH und die Consultic Marketing & Industrieberatung GmbH beteiligt.

Die Interviewstudie, die im vergangenen Jahr unter Beteiligung öffentlicher Institution und namhafter indischer Unternehmen der Kunststoffindustrie durchgeführt wurde, soll die Rahmenbedingungen des Kunststoffrecyclings in Indien international transparenter machen und zugleich Verbesserungs- und Kooperationspotentiale aufzeigen, so der GKV.

TecPart/pro-K: Jahrestagung am 26./27. Juni in Leverkusen

Zu ihren Jahrestagungen laden TecPart – Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V. (Frankfurt; www.tecpart.de) und der Schwesterverband pro-K Industrieverband Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V. (pro-K, Frankfurt; www.pro-kunststoff.de) in die BayArena nach Leverkusen ein.

Am 26. Juni 2014 diskutieren Referenten und hochrangige Vertreter aus der Kunststoff verarbeitenden Industrie anlässlich der Jahrestagung aktuelle Fragestellungen zur Marktentwicklung und der daraus folgenden notwendigen Globalität der Kunststoffverarbeiter, der Veränderung der Materialentwicklung sowie der damit verbundenen Beschaffungsstrategie. Am 27. Juni stehen die Ordentlichen Mitgliederversammlungen der Verbandsmitglieder auf der Agenda, weitere Vorträge zur wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland und Europa und der sozialen Unternehmensverantwortung ergänzen das Programm.

Fakuma: Messe im Oktober bereits jetzt ausgebucht

Für die 23. „Fakuma” (14. bis 18. Oktober 2014; www.fakuma-messe.de) ist kein Stand mehr zu bekommen. Wie der Veranstalter P.E. Schall (Frickenhausen; www.schall-messen.de) mitteilt, haben sich 1.288 Aussteller angemeldet, damit ist die Messe komplett ausgebucht.

Die Teilnehmer kommen laut Schall aus 32 Industrienationen. Mit 675 stellt Deutschland das stärkste Kontingent, gefolgt von Herstellern und Anbietern aus Italien mit 72 und der Schweiz mit 66 Unternehmen. Auf den Rängen 4, 5 und 6 folgen dann Österreich mit 27, China mit 24 und die Niederlande mit 22 Unternehmen.

BASF: XPS-Anlage in Spanien auf PolyFR-Flammschutz umgestellt

Nach eigenen Angaben ist BASF (Ludwigshafen; www.basf.de) der erste europäische Hersteller, der eine komplette Produktionsanlage für XPS auf das polymere Flammschutzmittel PolyFR (Polymeric Flame Retardant) umgestellt hat. In der BASF-Anlage in Tudela / Spanien werden die „Styrodur”-Dämmplatten ab sofort ausschließlich mit PolyFR produziert, das bei gleicher Flammschutzwirkung bessere Umwelteigenschaften als das bislang eingesetzte HBCD (Hexabromcyclododecan) aufweisen soll.

Auch alle weiteren Styrodur-Produktionsstandorte der BASF in Ludwigshafen und Schwarzheide sowie Bibbiano / Italien werden bis Ende 2014 auf das neue Flammschutzmittel umgestellt, heißt es aus Ludwigshafen. Auch der größte Teil des EPS-Sortiments wird bereits mit PolyFR ausgestattet, die komplette Umstellung in Europa wird ebenfalls bis Ende 2014 abgeschlossen sein.

Incoe: Offizieller Start für neue Europazentrale

Der Hersteller von Heißkanalsystemen Incoe International Europe (Rödermark, www.incoe.com) hat am 16. Mai 2014 das neue Produktionsgebäude in Rödermark offiziell in Betrieb genommen. Vor mehr als 100 Vertretern von Kunden und der lokalen Politik übergab Eric Seres, CEO der Incoe Corporation USA, symbolisch den Schlüssel für die neue Europazentrale an Gunnar Gramatzki, General Manager der Incoe International Europe.

Der in nur sieben Monaten für rund 8 Mio. EUR errichtete Gebäudekomplex besteht aus zwei angegliederten Trakten auf mehr als 14.000 m² Grund und Boden. Damit stehen Incoe rund 1.800 m² Bürofläche und 3.400 m² Produktionsfläche zur Verfügung. Erweiterungen sind möglich. Bereits im November waren innerhalb von drei Tagen 160 Mitarbeiter mit der kompletten Produktionstechnik ins neue Domizil übergesiedelt.

Treofan: Neue Geschäftsbereiche für Verpackungen und Etiketten

Der BOPP-Folienhersteller Treofan (Raunheim; www.treofan.com) hat zwei weitere Geschäftsbereiche eingerichtet. In dem Segment „Labels“ konsolidierte das Unternehmen die Aktivitäten mit Self-Adhesive Labels, Wrap-Around-Labels und In-Mold-Labels (IML). Für das Geschäft mit Verpackungen wurde die Sparte „Packaging“ geschaffen.

„Der Wunsch von Markenherstellern und Verarbeitern nach zentralen Ansprechpartnern auf globaler Ebene wurde in vielen Gesprächen auf der „Interpack” nochmals deutlich“, erklärt CEO Peter Vanacker. „Die neue Organisation nimmt diese Wünsche auf und reflektiert die unterschiedlichen Prozesse für Etiketten und Verpackungen.“ Die neuen Sparten ergänzen die bereits bestehenden Geschäftsbereiche „Tobacco“ und „Electronics“.

PVC Profile: Russischer Markt bricht ein

Der Markt für PVC-Profile ist im Jahr 2013 in Russland um über 10 Prozent zurückgegangen. Wie das Marktforschungsunternehmen Interconnection (Wien / Österreich; www.interconnectionconsulting.com) berichtet, wird der Markt in Russland, der Ukraine und Polen in den Jahren bis 2017 von heute 1,4 Mrd EUR auf dann 1,2 Mrd EUR schrumpfen.

Aus Polen kommen eher ermutigende Signale. Dort hat der Markt 2013 um 0,4 Prozent zugelegt und die volkswirtschaftlichen Indikatoren weisen auf weitere Stabilität hin. Die Ukraine hat es da schon schwerer. Hier schrumpfte der Markt um 1,4 Prozent. Wirklich dramatisch sei die Lage in Russland, so die Wiener. Allein in den ersten Monaten des Jahres 2014 habe der Markt rund 15,3 Prozent seines Umsatzes eingebüßt – in erster Linie aufgrund der Rubel-Abwertung. Wichtigstes Segment des PVC-Profilgeschäfts seien Fensterprofile, die einen Anteil von über 88 Prozent. Bis 2017 soll die verarbeitete Menge auf 633.000 t sinken.

Greiner: Verkauf der MMS-Anteile

Für 2014 erwartet die Greiner Holding (GHO, Kremsmünster / Österreich; www.greiner.at) ein besseres konjunkturelles Umfeld als im Vorjahr. „Das laufende Geschäftsjahr hat gut begonnen“, erklärt Finanzvorstand Hannes Moser. „Die Entwicklung aller Unternehmensbereiche verläuft nach Plan.“

Die Konzerneinheit Greiner Packaging (GPI, Kremsmünster / Österreich; www.greiner-gpi.com) trennt sich von dem Anteil an der Mould & Matic Solutions GmbH (MMS, Micheldorf / Österreich; www.mouldandmatic.com). Mit der Übernahme der ausstehenden 50 Prozent wird die Haidlmair GmbH (Nußbach / Österreich; www.haidlmair.at) alleiniger Eigentümer an dem Spezialisten für Werkzeugbau und Automatisierungslösungen für die Verpackungsindustrie. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Brandenburger Innovationspreis: Unternehmen ausgezeichnet

Im Rahmen der Konferenz des Cluster Kunststoffe und Chemie (www.kunststoffe-chemie-brandenburg.de) ist Anfang Mai 2014 der erste „Brandenburger Innovationspreis Kunststoffe und Chemie” verliehen worden. Ausgezeichnet wurden Allresist (Strausberg; www.allresist.de) und PAS Deutschland (Neuruppin; www.pas-net.biz). Beide Firmen erhalten ein Preisgeld von jeweils 5.000 Euro.

Allresist wurde ausgezeichnet für den hochauflösenden E-Beam Resist „CSAR 62″, der in der Elektronenstrahllithographie bei der Herstellung von mikroelektronischen Schaltkreisen für elektronische Geräte eingesetzt wird. PAS Deutschland hat den Preis erhalten für ein Verfahren zum Spritzgießen von silbernen Designteilen aus metallpigmentiertem Granulat.