Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Desma Elastomertechnik: Lösungsanbieter und Partner für integrierte Prozesse

Die Desma-Geschäftsführer Martin Schürmann (l.) und Dr. Harald Zebedin (r.) sowie Keynote-Speaker Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl mit dem humanoiden Roboter, der die Besucher begrüßte. (Foto: Desma)

Die Desma-Geschäftsführer Martin Schürmann (l.) und Dr. Harald Zebedin (r.) sowie Keynote-Speaker Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl mit dem humanoiden Roboter, der die Besucher begrüßte. (Foto: Desma)

„Welcome to Desma Open House! Let’s talk future!” – so begrüßte der humanoide Roboter Ende September die rund 500 Besucher auf dem internationalen Branchenevent des Maschinenbauers Desma Elastomertechnik aus Fridingen. Der Fokus der Veranstaltung lag auf zukunftsweisenden Themen der Entwicklung und Integration von Produktionslösungen, der Digitalisierung und Automatisierung. „Let’s talk future!“ war der rote Faden, der sich am ersten Tag in der Stadthalle Tuttlingen mit Vortrags- und Workshopprogramm sowie auch am zweiten Tag im Werk in Fridingen bei der Maschinen- und Technologieausstellung zog.

Umsatz innerhalb von zehn Jahren verdoppelt

Den Auftakt zur Veranstaltung gab Geschäftsführer Martin Schürmann mit seinem Vortrag über Megatrends, denen wir uns in Zeiten der schnellen Veränderung und welche vielfältigen Lösungen die Desma hierzu bereits anbietet und weitergehend entwickelt. Während sich der Umsatz der Desma-Gruppe innerhalb der letzten zehn Jahre von knapp 50 Mio. EUR auf in diesem Jahr leicht über 100 Mio. EUR verdoppelt hat, wurden 23 Mio. EUR an allen Standorten investiert.

Geschäftsführer Martin Schürmann stellte die rasante Entwicklung von Desma in den Mittelpunkt seiner Eröffnungsrede. (Foto: Desma)

Geschäftsführer Martin Schürmann stellte die rasante Entwicklung von Desma in den Mittelpunkt seiner Eröffnungsrede. (Foto: Desma)

Jüngste Projekte sind hierbei die Erweiterungen der Produktionsflächen um 2.200 m² an den Standorten in Deutschland und der Slowakei. Ferner die Einrichtung des Formenbaus in China, die Anschaffung des vierten Hochleistungsfräszentrums für die Gruppe in der Slowakei sowie die bisher größte Einzelinvestition in den Maschinenpark mit der Zeitmaschine, einem für 2,3 Mio. EUR bestellten kombinierten Dreh-/Fräszentrums mit Roboterautomation für den Standort in Fridingen. Wichtig war Schürmann hierbei zu betonen, dass sich andere Sondermaschinenbauer durch hundertprozentiges Outsourcing zum Montagebetrieb degradiert hätten. Die Flexibilität, hohe Verfügbarkeit, One-Piece-Flow, Qualitätsanforderungen, Know-how-Schutz und nicht zuletzt die Kostenkontrolle seien für die Desma die Motivation dazu, die Wertschöpfungstiefe zu erhöhen. Das Investitionsvolumen für die Jahre 2017/2018 beträgt 6,5 Mio. EUR.

Wichtig sei allerdings auch die Investition in die Ausbildung und Weiterqualifikation. Desma investiert hier jährlich knapp 1,0 Mio. EUR in 15 % der Belegschaft. Dazu gehört auch die One-Team- und Desma- 4.0-Initiative, die die Teams der Unternehmensgruppe bei den Veränderungen und Entwicklungen in Organisation, Prozessen und Produkten begleitet.

Kooperation mit japanischem Spritzgießmaschinenbauer

Die internationalen Aktivitäten der Desma ergänzen sich nun auch durch die Zusammenarbeit mit dem japanischen Spritzgießmaschinen-Lieferanten Matsuda. Unter dem Konzept-Namen desmatsuda werden beide Unternehmen ein gemeinsam entwickeltes Maschinendesign, welches auf die zunehmenden Ansprüche japanischer Produktionsbetriebe im NAFTA-Markt zugeschnitten ist, produzieren. Wobei Schürmann klar betonte, dass sich an der Bearbeitung des japanischen Marktes sowohl auf Seiten von Matsuda und der Desma nichts ändern werde. Weitere und darüber hinausgehende Möglichkeiten, die sich aus der Zusammenarbeit beider Unternehmen ergeben könnten, seien weitere Zukunftsthemen.

Ebenso wurde die Neuauflage des Desma-Magazins „Records 2017“ vorgestellt, welches an alle Besucher ausgehändigt wurde. Es beinhaltet informative Interviews aus der Management- und Forschungsszene zum Thema „Let’s talk future“, notwendiger Veränderungsprozesse und spannender Ausblicke. Auch wird hierin über technische Neuentwicklungen berichtet und zudem zeigt es, welch starkes Team hinter Desma global steckt.

Experten-Dialog und Partner-Marktplatz

Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl (l.), Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung sowie des Instituts für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb der Uni Stuttgart und Prof. Dr.-Ing. Christian Bonten (r.), Institutsleiter des IKT Stuttgart, im Expertendialog. (Foto: Desma)

Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl (l.), Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung sowie des Instituts für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb der Uni Stuttgart und Prof. Dr.-Ing. Christian Bonten (r.), Institutsleiter des IKT Stuttgart, im Expertendialog. (Foto: Desma)

Überleitend referierte Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart sowie des Instituts für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb der Universität Stuttgart, als Keynote-Speaker über die beiden Megatrends „Digitalisierung und New Mobility“. Ein Vortrag der neue Perspektiven eröffnete und neue Impulse für die Arbeitswelt von Morgen lieferte. Ergänzend dazu fand mit Prof. Dr.-Ing. Christian Bonten, Institutsleiter des IKT Stuttgart ein Expertendialog statt.

Der Marktplatz der Partner bot zudem die Möglichkeit sich über weitere technologische Entwicklungen und Dienstleistungen rund um den eigentlichen Spritzgießprozess zu informieren sowie direkte Kontakte zu Hochschulen und Instituten und deren Forschungsprojekten herzustellen.

Das Workshopprogramm, bestehend aus fünf Workshops über E-Drive Kaltkanaltechnologie, flexible Automatisierungszellen, Visualisierung DRC 2030 TBM, SmartConnect 4.U und SmartCommunity, vermittelte den neuesten technischen Stand bei Desma und waren Plattform für die anschließenden Live-Vorführungen im Desma-Werk.

Zukunftslabor für anspruchsvolle Entwicklungsprozesse

Im Desma-Zukunftslabor in der neu erbauten Montagehalle in Fridingen wird der Entwicklungsprozess zum Arbeitsplatz der Zukunft kontinuierlich weiter entwickelt. (Foto: Desma)

Im Desma-Zukunftslabor in der neu erbauten Montagehalle in Fridingen wird der Entwicklungsprozess zum Arbeitsplatz der Zukunft kontinuierlich weiter entwickelt. (Foto: Desma)

Aber Desma redet nicht nur über die Zukunft, sondern lebt diese bereits und setzt die neuen Trends in vielen Arbeitsprozessen konsequent um. So entstand auch die Idee des FutureLab. Technik-Geschäftsführer Dr. Harald Zebedin präsentierte bei seiner Begrüßung am zweiten Tag der Open House, das in der neu erbauten Montagehalle in Fridingen errichtete Desma-Zukunftslabor. Von hier aus wird der Entwicklungsprozess zum Arbeitsplatz der Zukunft kontinuierlich weiter entwickelt und dient als Innovationsumgebung für die unterschiedlichsten Unternehmensbereiche der Elastomerverarbeitung. In Kooperation für diesen anspruchsvollen Entwicklungsprozess arbeitet Desma mit dem Fraunhofer IPA zusammen und setzt so die Weichen für einen langfristigen Wissenstransfer und Kompetenzaustausch. Mit der darin installierten D 969.100 Z (S3) mit innovativem ZeroWaste-ITM-Verfahren zur angusslosen und abfallfreien Direktanspritzung zeigte Desma einen vollautomatischen Prozess in Verbindung mit der PartnerFlexCell.

Auf der D 969.100 Z (S3) im FutureLab mit ZeroWaste-ITM-Verfahren zur angusslosen und abfallfreien Direktanspritzung zeigte Desma einen vollautomatischen Prozess in Verbindung mit der Automatisierungslösung PartnerFlexCell. (Foto: Desma)

Auf der D 969.100 Z (S3) im FutureLab mit ZeroWaste-ITM-Verfahren zur angusslosen und abfallfreien Direktanspritzung zeigte Desma einen vollautomatischen Prozess in Verbindung mit der Automatisierungslösung PartnerFlexCell. (Foto: Desma)

Am SmartConnect4.U-Infopoint definierte Desma, wohin die digitale Reise in der Gummiindustrie gehen wird. Bei einer Live-Demonstration mit direkter Kundenzuschaltung wurden die „New Digital Services“ den Besuchern sichtbar und praxisorientiert erklärt. Ziel der SmartConnect4.U-Produkte ist eine maximale Anlagen- und Maschinenverfügbarkeit, eine transparente und konstant hohe Produktqualität sowie die Integration einer voll vernetzten Produktionslandschaft.

Die Rundgänge durchs Werk führten an hoch komplexen Automatisierungsanlagen mit neuester Robotertechnik vorbei, z. B. an der D 968.250 ZO Benchmark 750 (S3) mit FlexCell und dem an der K-Messe erstmals vorgestellten Kaltkanal FlowControl-E-Drive mit elektrisch angetriebenen Verschlussdüsen. Diese Technologie ist jetzt sowohl in geschlossener Blockausführung oder als Kassettensystem verfügbar.

Trendbasierte Maschinen- und Prozessvisualisierung

An dieser voll vernetzten Anlage wurde die neuste Visualisierung DRC 2030 TBM präsentiert. Erstmals wurde eine trendbasierte Maschinen- und Prozessvisualisierung realisiert, die schnellsten Überblick über den aktuellen Zustand der Maschine gibt. Schon von weitem ist klar zu erkennen, ob die Maschine reibungslos funktioniert, sich Prozesse innerhalb der definierten Parameter befinden oder ob es Korrekturbedarf gibt. Das 24“-Multi-Touch-Panel bietet zudem die geeignte Plattform für die gesamte SmartConnect4.U-Funktionalität. Die DRC 2030 TBM feierte auf der Open House gleich an zwei Maschinen Premiere.

Vier mit Roboter automatisierte und komplexe Fertigungszellen, ausgestattet mit unterschiedlichster Kaltkanaltechnologie und PressureSense-System zur Füllgradregelung, wurden in Funktion vorgeführt.

Ein weiteres Highlight war eine D 968.400 ZO Benchmark S3 Maschine mit Vakuumkammer, bei vollintegrierter Kernhebevorrichtung und Verschiebesystem zur Prozessautomatisierung. Diese Anlage wurde speziell für Anwendungen entwickelt, wo höchste Anforderungen an die Vakuumqualität gestellt wurden.

Heizplatte mit flexibler Temperaturzonenauswahl

Im Technikum wurde auf der D 968.1000 ZO Benchmark 950 die neuentwickelte Multitherm-Heizplatte zur flexiblen Temperaturzonenauswahl, in Abhängigkeit von Formengröße und Formenkontur, vorgestellt. Mit dieser Heizplattentechnologie lässt sich durch flexible Zuordnung von Temperaturzonen eine bestmögliche Temperaturhomogenität erreichen. Als weitere Neuentwicklung wurde für Festsilikonanwendungen die Cartridge Stuffer Device präsentiert. Dieser zum Patent angemeldeten Silikon-Kartuschenstopfer ist speziell für Kleinserien bzw. kleine Stopfvolumen die perfekte Lösung zum minutenschnellen Mischungswechsel.

Vollgepackt mit Informationen und Impressionen aus der Maschinen- und Anlagentechnologie ging es zur Bodenseerundfahrt auf das historische Dampfschiff „Hohentwiel“ mit Besuch der über dem Bodensee erhabenen Burg und des Neuen Schlosses nach Meersburg. Ein gelungener Abschluss der Veranstaltung und zugleich treffender Brückenschlag zum Wandel der Zeit von Industrie 1.0 zu 4.0.

www.desma.biz

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