Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Ems-Chemie: Mikrogranulat für kleine Teile

Hörgeräte von Sonova mit Gehäusen und Abdeckungen aus Grilamid TR. (Foto: Ems-Chemie)

Hörgeräte von Sonova mit Gehäusen und Abdeckungen aus Grilamid TR. (Foto: Ems-Chemie)

Die modernen Hörgeräte von Sonova sind klein und unauffällig. Doch in diesen Alltagshelfern steckt viel ausgeklügelte Technik und Innovation – genau wie im Kunststoff der Ems-Chemie, Domat (Schweiz), aus dem die Gehäuse und Abdeckungen der Hörhilfen gefertigt werden.

Die Anforderungen an die Gehäuse und Abdeckungen von Hörgeräten sind vielfältig. Hoher Tragekomfort, geringes Gewicht, einwandfreie Oberflächenqualität und eine gute Hautverträglichkeit gehören zu den Eigenschaften, die ein entsprechendes Material erfüllen muss. Zudem muss der Werkstoff gegen mechanische und chemische Einwirkungen äußerst beständig sein. Schließlich müssen die hauchdünnen Gehäuse die hochentwickelte, teure Elektronik im Innern über die gesamte Lebenszeit des Gerätes sicher schützen.

Aus diesem Grund setzt der Schweizer Hörgerätespezialist Sonova auf Grilamid TR. Das amorphe Polyamid bietet eine hohe chemische Beständigkeit gegen Schweiß, Kosmetik und Reinigungsmittel sowie die notwendige Festigkeit und Schlagzähigkeit. Nur mit dieser Eigenschaftskombination können die filigranen Gehäusebauteile ihre Schutzfunktion für die sensible Hochleistungselektronik erfüllen.

Tückische Verarbeitung

Sehr kleine Bauteile im Spritzgießverfahren herzustellen, erfordert ein hohes Maß an Präzision. Material, Spritzgießmaschine und das Werkzeug müssen auf dieses Ziel ausgerichtet sein. Spritzgießmaschinenhersteller reagieren auf diese Anforderung mit einer Verringerung des Schneckendurchmessers. Die mechanische Stabilität der Schnecke ist dabei durch eine geringere Gangtiefe in der Einzugszone gewährleistet. Wird nun Kunststoffgranulat herkömmlicher Größe verarbeitet, so führt dies oft zu Problemen. Es kommt zu Dosierschwankungen und inhomogen aufbereiteter Schmelze. Die Folge ist, dass die Gehäuse und Abdeckungen der Hörhilfen nicht in konstant hoher Qualität produziert werden können.

Weniger ist mehr

Dank Grilamid TR in Mikro-Granulatform kann Sonova filigrane Hörgeräteabdeckungen und -gehäuse in konstant hoher Qualität herstellen. (Foto: Ems-Chemie)

Dank Grilamid TR in Mikro-Granulatform kann Sonova filigrane Hörgeräteabdeckungen und -gehäuse in konstant hoher Qualität herstellen. (Foto: Ems-Chemie)

Die Anwendungstechniker von Ems-Grivory führten im Rahmen der Entwicklungsphase zahlreiche Verarbeitungsuntersuchungen durch und optimierten Grilamid TR hinsichtlich Verarbeitbarkeit. Im Mittelpunkt stand dabei der Plastifiziervorgang in der Mikrospritzeinheit. In diesem Zusammenhang wurde auch die Granulatgröße verkleinert. Das Material lässt sich nun problemfrei dosieren und in einer reproduzierbar thermisch homogenen Schmelze aufbereiten.

Auf Basis dieser Erkenntnisse hat Ems-Grivory eine Produktionslinie entsprechend umgerüstet und produziert nun das Mikro-Granulat für Sonova auf dieser Spezialanlage. Doch das verkleinerte Grilamid-TR-Granulat ist auch für andere Anwendungsbereiche interessant, denn der Bereich Mikrospritzgießen wächst heute mehr denn je. Besonders in den Branchen Medizintechnik, Biotechnologie und Elektrotechnik findet eine laufende Miniaturisierung der Bauteile statt. Dank seiner amorphen Struktur weisen kleine Bauteile aus Grilamid TR durch die geringe Verarbeitungsschwindung und einem nur geringem Verzug enge Toleranzen auf. Anders als die meisten amorphen Kunststoffe ist Grilamid TR ein Werkstoff mit hoher Duktilität.

www.emsgrivory.com

Dieser Anbieter stellt auf der Fakuma 2017 in Friedrichshafen in Halle B2 am Stand B2-2113 aus
Halle: B2
Stand: B2-2113

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