Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Ensinger: Abschirmenden Compounds gegen elektromagnetische Interferenzen

Neu entwickelte Compounds Tecacomp EMI für abschirmende Kunststoffgehäuse. Durch die Einarbeitung absorbierender Füllstoffe gelingt es, Raumresonanzen zu glätten und somit Dämpfungseinbrüche zu minimieren. (Foto: Ensinger)

Neu entwickelte Compounds Tecacomp EMI für abschirmende Kunststoffgehäuse. Durch die Einarbeitung absorbierender Füllstoffe gelingt es, Raumresonanzen zu glätten und somit Dämpfungseinbrüche zu minimieren. (Foto: Ensinger)

Die Ensinger GmbH, Nufringen, stellt neu entwickelte Compounds für abschirmende Kunststoffgehäuse vor. Durch die Einarbeitung absorbierender Füllstoffe gelingt es, Raumresonanzen zu glätten und somit Dämpfungseinbrüche zu minimieren.

Aktuelle Technologien erfordern immer mehr Elektronik auf kleinem Bauraum, Leistungsdichten und Frequenzen elektrischer Bauteile werden höher. Entwickler stehen vor der Herausforderung Bauteile so auszulegen, dass Geräte sich gegenseitig nicht durch elektromagnetische Wellen stören. Bei Metall- und metallbeschichteten Gehäusen sowie bei leitfähig ausgerüsteten Kunststoffen besteht insbesondere bei höheren Frequenzen die Gefahr von Mehrfachreflexionen (Raumresonanzen). Diese führen zu Schirmdämpfungseinbrüchen an unterschiedlichen Frequenzstellen und können zu Funktionsausfällen führen oder die Betriebssicherheit gefährden. Die neuen Tecacomp EMI Compounds vermeiden Schirmdämpfungseinbrüche, indem absorbierende Additive im Kunststoff eine erneute Reflexion der eingedrungenen Wellen verhindern. Alle elektrischen und elektronischen Geräte müssen vor dem Betrieb auf elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) geprüft werden, um ein CE-Kennzeichen zu erhalten. Die neuen Compounds erleichtern durch eine höhere Betriebssicherheit auch bei höheren Frequenzen das Bestehen der CE-Prüfung.

Mit Tecacomp EMI steht ein neuartiges Material für die Gehäusetechnik zur Verfügung, das gegenüber Metallgehäusen oder metallbeschichteten Kunststoffgehäusen weitere Vorteile aufweist: Durch das Spritzgießverfahren können Bauteile völlig frei gestaltet werden, auch komplexe Bauformen lassen sich umsetzen. Die abschirmende Funktion ist direkt nach dem Spritzguss gegeben, es sind keine zusätzlichen Arbeitsschritte zum Aufbringen einer Abschirmschicht erforderlich. Außerdem sind keine Nacharbeiten nötig, etwa Entgraten oder Anbringen von Anlötteilen. Das Spritzgießverfahren ermöglicht es, auch große Stückzahlen kostengünstig herzustellen.

Die neuen Compounds bieten zuverlässige Abschirmeigenschaften, unabhängig von möglichen Schichtdickenschwankungen. Es kommt nicht zu Beeinträchtigungen durch Zerkratzen oder Abblättern. Ein Schutz vor elektrostatischer Entladung (ESD) ist vom gesamten Material gegeben, nicht nur von einer metallisierten Oberfläche. Im Vergleich zu Metallgehäusen erzielen Kunststoffgehäuse aus abschirmenden Compounds zudem deutliche Gewichtseinsparungen.

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