Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

German RepRap: Serienreifer 3D-Drucker für LSR

Der L280 ist der erste serienreife 3D-Drucker für LSR. (Foto: German RepRap)

Der L280 ist der erste serienreife 3D-Drucker für LSR. (Foto: German RepRap)

German RepRap, Feldkirchen, arbeitet seit einigen Jahren an der Entwicklung des 3D-Druckverfahrens Liquid Additive Manufacturing (LAM) und hat dazu auch schon erste Prototypen gezeigt (www.k-profi.de/heft/170524). LAM erlaubt das 3D-Drucken flüssiger oder hochviskoser Materialien, wie Liquid Silicone Rubber (LSR). Inzwischen ist das Verfahren reif für die Nutzung in der Industrie und German RepRap präsentiert mit dem L280 den ersten serienreifen LAM-3D-Drucker.

Beim LAM wird mit einem Material gearbeitet, das nicht – wie beim FFF-Drucker – aufgeschmolzen und wieder verfestigt wird, sondern flüssig ist, und unter Hitze Einwirkung vulkanisiert. Das bedeutet, dass die einzelnen Schichten, die der Drucker ablegt, sich miteinander fest verbinden, statt nur leicht miteinander zu verschweißen. So lassen sich Bauteile erzeugen, welche dieselben Eigenschaften wie spritzgegossene Teile haben – ein eindeutiger Vorteil, denn Erkenntnisse aus dem 3D-gedruckten Prototypen lassen sich direkt auf spritzgegossene Serienteile übertragen.

Mit der LAM-Technologie kann sogar die Auftragsrichtung und somit die Vulkanisation auf Makro-Molekülebene beeinflusst werden. Dann bietet das Material teilweise bessere Festigkeiten im Vergleich zum Spritzgießen. Zudem lassen sich alle Vorteile der additiven Technologie wie Freiheit in der Gestaltung und das Füllen des Teileinneren mit Waben- oder anderen Strukturen nutzen. Das verwendete LSR von Dow wird bereits in vielen Unternehmen für unterschiedlichste Produkte verwendet.

Der L280 bietet einen Bauraum von 280 x 280 x 200 mm (X/Y/Z) und eine Schichtdicke zwischen 0,22 und 0,9 mm. Düsen mit 0,23, 0,4 und 0,8 mm Öffnung erlauben sehr genaue, aber relativ lang dauernde Drucke ebenso wie weniger detaillierte, aber schnell gedruckte Bauteile. Eine beheizte Druckplatte erhöht die Haftung der gedruckten Teile und sorgt für die richtige Vernetzung. Eine Hochtemperatur-Halogenlampe wird im Prozess gezielt eingesetzt, um die Vernetzung zu beschleunigen. Dies senkt die Druckzeit und verbessert gleichzeitig die Druckqualität. Im Vergleich zu herkömmlichen Produktionsverfahren wie dem Spritzgießen lässt sich so laut Hersteller eine Zeitersparnis von 50 % und mehr erreichen.

Das von Dow entwickelte Material EVOLV3D LC 3335 Liquid Silicone Rubber kann in Form von Kartuschen zugeführt werden, es wird aber auch eine Option zur Fassentnahme angeboten. Touch-Display und Drucken vom USB-Stick ermöglichen das Stand-Alone-Drucken, zudem lässt sich der L280 an ein Netzwerk anschließen.

Im L280 ist eine Sicherheitstechnik installiert, die den Aushärtungsprozess überwacht und bei Unregelmäßigkeiten den Prozess sofort stoppt. Ein Ampelsystem gibt Auskunft über den aktuellen Status.

Der L280 3D-Drucker hat in ausgiebigen Tests und Pilotanwendungen in der Praxis seine Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb bewiesen. Für den kommerziellen Einsatz, bei dem es um hohe Verfügbarkeit geht und auf Zuverlässigkeit ankommt, steht optional ein Wartungsvertrag sowie ein professioneller Vor-Ort-Service von geschulten Technikern zur Verfügung. Dieser beinhaltet neben der Wartung und Reparatur des 3D-Druckers, auch Software- und Hardware-Trainings. Auf individuelle Wünsche kann jederzeit eingegangen werden. Das weltweite, zertifizierte German-RepRap-Partner-Netzwerk stellt einen zuverlässigen Service durch einen persönlichen Ansprechpartner in nahezu jeder Region sicher.

www.germanreprap.com/drucker/L280.aspx

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