Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Heitec: Werkzeug der ersten Stunde

Siphonunterteil, hergestellt auf dem 2-Kavitäten Werkzeug. (Foto: TG Kunststofftechnik)

Siphonunterteil, hergestellt auf dem 2-Kavitäten Werkzeug. (Foto: TG Kunststofftechnik)

Eher durch Zufall konnte die Heitec Heisskanaltechnik GmbH aus Burgwald- Bottendorf ein 2-Fach Heißkanal-System aus den Anfangsjahren der Firmengeschichte zurückgewinnen und es pünktlich zum 30. Firmenjubiläum der Öffentlichkeit vorstellen.

Mitte 2017 sandte die TG Kunststofftechnik aus Erndtebrück eine Düse mit Heizungsdefekt zur Reparatur an Heitec. Im Zuge der Reparatur der First Line Düse stellten die Heißkanal-Spezialisten anhand der Düsenprüfnummer fest, dass die Düse ursprünglich Bestandteil eines 2-Fach Heißkanal-Systems war, das im Jahr 1988 hergestellt und ausgeliefert wurde. Nach Rücksprache mit TG Kunststofftechnik stellte sich heraus, dass das System bis zum Ausfall der Düsenheizung unverändert in seiner Anfangskonfiguration im Einsatz war. TG Kunststofftechnik hatte bis dato mehrere Millionen Siphonunterteile für den Sanitärbereich darauf hergestellt.

In Absprache mit TG Kunststofftechnik wurde entschieden, das komplette System auszutauschen. Es entstand eine win-win Situation für beide Seiten: Heitec konnte ein System aus den Anfangsjahren der Firmengeschichte zurückgewinnen. Es soll der Grundstein für ein kleines Firmenmuseum werden. TG Kunststofftechnik erhielt dafür ein energieeffizienteres und dem Stand der Technik entsprechendes Heißkanal-Werkzeug zurück. Die Umbaumaßnahmen im Werkzeug fielen minimal aus. Die Formplatte konnte unverändert übernommen werden, da die Außenkontur der Düsen im Laufe der Zeit nur minimal verändert wurde. Somit passten die aktuellen Düsen problemlos in der Einbauraum aus dem Jahr 1988. Der originale, funktionsfähige, noch aus Knotenelementen bestehende, Verteiler wurde durch einen modernen außenbeheizten Verteiler ersetzt, sodass Anpassungen im Bereich der Rahmen- und Aufspannplatte notwendig waren. Der Konstruktionsleiter von TG Kunststofftechnik, Lothar Treude, zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. „Wir konnten das Werkzeug mit dem neuen Heißkanal nehmen, einbauen und es läuft wieder. Das schätze ich an der Zusammenarbeit mit Heitec.“

Das Team der ersten Stunde – in der Mitte das 2-Kavitäten-Werkzeug für das Siphon-Unterteil. Rechts im Bild Geschäftsführer Hans Schreck. (Foto: Heitec)

Das Team der ersten Stunde – in der Mitte das 2-Kavitäten-Werkzeug für das Siphon-Unterteil. Rechts im Bild Geschäftsführer Hans Schreck. (Foto: Heitec)

Für den geschäftsführenden Gesellschafter und Mitgründer der Firma Heitec, Hans Schreck, schließt sich mit dem Umbau ein Kreis: „Für uns ist es eine Riesenchance ein so altes System zurück zu bekommen und es als Exponat in das neue Firmenmuseum integrieren zu können. Es ist sehr schön zu sehen, dass unser Heißkanal-System, genauso wie ein Kunststoffteil, fast 30 Jahre überdauert hat. Das System zeigt nicht nur die Langlebigkeit unserer Produkte, sondern auch, wie sich die Herstellung solcher Systeme im Laufe der Zeit verändert hat. Ich habe die Zeichnungen noch mit Tusche auf Pergamentpapier erstellt. In der heutigen, digitalisierten Welt ist dies kaum noch vorstellbar.“

Gerade einmal fünf Mitarbeiter hatte Heitec 1988 als das obengenannte Heißkanal-System entwickelt und gefertigt wurde. Heute sind über 100 Mitarbeiter bei Heitec beschäftigt. Das damals noch kleine Unternehmen operiert mittlerweile weltweit mit 28 Vertretungen im In- und Ausland. Das Produktportfolio – das auch auf der Fakuma zu sehen war – reicht vom offenen System über Nadelverschlusssysteme bis hin zu komplett verdrahteten heißen Hälften samt Regeltechnik. Ein eigenes entwickeltes Regelgerät für elektrische Nadelverschlussantriebe rundet das Sortiment ab.

www.heitec.com

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