Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

KHS: Leichteste 0,5-Liter-PET-Flasche mit Schraubverschluss

Mit 10,9 g ist die von KHS für die Abfüllung von hochkarbonisierten Getränken entwickelte 0,5-l-PET-Flasche mit Schraubverschluss in ihrem Bereich derzeit die weltweit leichteste im Markt. (Foto: KHS)

Mit 10,9 g ist die von KHS für die Abfüllung von hochkarbonisierten Getränken entwickelte 0,5-l-PET-Flasche mit Schraubverschluss in ihrem Bereich derzeit die weltweit leichteste im Markt. (Foto: KHS)

Mit einer 0,5-Liter-PET-Flasche mit Schraubverschluss für hochkarbonisierte Getränke setzt die KHS GmbH, Dortmund, neue Standards im Bereich Lightweighting. Die Flasche hat gerade einmal ein Gewicht von 10,9 g und ist damit auch international gesehen das leichteste PET-Gebinde dieser Art und Größe für stark kohlensäurehaltige Getränke, das sich derzeit im Markt befindet. Eine mit 9,9 g noch leichtere Flasche hat statt der Schraubkappe einen abreißbaren Ringpull-Deckel.

Der Markteinführung Ende 2013 gingen umfassende Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten voraus. Hier kam das Bottles & Shapes-Verfahren zum Tragen – ein Service- und Beratungsangebot für Design und Entwicklung von Kunststoff-Flaschen mit Blick auf die gesamte Linie.

Ausgangspunkt war die Kundenanforderung, eine bislang verwendete 12,5-g-Flasche so weit wie möglich gewichtsmäßig zu optimieren, ohne dabei Nachteile für den Endverbraucher in Kauf nehmen zu müssen. Das bedeutete auch eine Wiederverschließbarkeit der Flasche als unbedingte Voraussetzung.

Ein wesentlicher Schritt stellte die Überarbeitung des Gewindebereichs dar. Die neue Flasche verfügt nun über ein abgespecktes Gewinde. Trotz des niedrigen Materialeinsatzes realisierte KHS eine erhöhte Stabilität der Griffmulde durch Modifikation der Flaschenform.

Im Rahmen von Bottles & Shapes wurden per Finite-Elemente-Analyse zunächst sämtliche bekannten Einflüsse auf eine virtuelle Verpackung hin simuliert. Der Entwicklung von Prototypen folgte die Herstellung der ersten Musterflaschen auf einer Labormaschine. Diese wurden im zertifizierten KHS Labor auf Herz und Nieren geprüft, damit sie sämtliche vorgegebene Spezifikationen erfüllen – darunter beispielsweise Belastungen, denen die Flaschen während des Transports innerhalb der Linie bis zum Palettierprozess sowie später während des Weitertransports in den Handel und am Point of Sale ausgesetzt sind. Ein erster Praxislauf der von KHS zur Verfügung gestellten Musterflaschen brachte bereits positive Ergebnisse. Die industrielle Herstellung begann Ende 2013. Die Verbraucherakzeptanz für das Leichtgewicht ist hoch, unter anderem auch aufgrund der optimierten Haptik.

Geht man davon aus, dass in einem Getränkebetrieb jährlich 100 Millionen Stück der Leichtgewichte produziert werden, ergeben sich bei einem durchschnittlichen PET-Preis von 1,3 EUR/kg im Vergleich zur bisherigen 12,5-g-Variante Kosteneinsparungen von mehr als 200.000 EUR pro Jahr – nur an Material. Gleichzeitig kann die Flasche mit weniger Energieaufwand produziert werden, und der CO2-Ausstoß beim Transport reduziert sich durch die Leichtgewichte.

Die Forschungsaktivitäten sollen nicht nur in Hinblick auf eine nochmalige Materialreduzierung fortgesetzt werden. Arne Wiese, Product Manager Bottles & Shapes, KHS Corpoplast sagt: „Wir sehen hier immer noch Potenzial. Auch künftig streben wir gemäß unseres Bottles & Shapes-Konzepts bei jeder Flaschenneuentwicklung die ganzheitliche Betrachtung und optimale Linientauglichkeit an. Dass wir damit auf dem richtigen Weg sind, bestätigt uns unser großer langjähriger Kundenstamm stets aufs Neue. Wir suchen Lösungen, die die Anforderungen der Kunden bis ins letzte Detail erfüllen und – wie bei der beschriebenen jüngsten Lösung für hochkarbonisierte Getränke realisiert – im idealen Fall sogar noch übertreffen.“

www.khs.com

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