Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

KraussMaffei/Kurz: Weltweit erstes IMD mit Zweifach-Einzelbilddekor

Die unabhängige Positionierung zweier Einzelbilddekore auf einem Spritzgussteil hat KraussMaffei bei seiner Hausmesse „Competence Forum“ in München gezeigt: Auf einer Spritzgießmaschine PX 320 (der neuen und mit 3.200 kN Schließkraft bislang größten Schließkraft der vollelektrischen PX-Reihe) erlebte der Folienvorschub IMD SI DUO von Leonhard Kurz seine Premiere. Er ermöglicht als erster Folienvorschub weltweit die unabhängige Positionierung zweier Einzelbilddekore und ist zum Patent angemeldet.

Punktgenau: Die zweite Anwendung auf der PX 320 zeigt dank der integrierten Dekorfolie eine präzise positionierte Bediensymbolik (Foto: KraussMaffei).

Automobil, Hausgeräte und zunehmend auch die Medizintechnik: Optisch anspruchsvolle und funktionale Oberflächen sind immer stärker gefragt. Das In-Mold-Decoration-Verfahren (IMD) mit seiner Durchführung einer dekorierten Folie durchs Werkzeug, von wo sich die Lackschichten auf das Kunststoffteil übertragen, bietet eine effiziente und attraktive Möglichkeit der Veredelung. „Bei Mehrkavitätenwerkzeugen waren die Möglichkeiten bislang aber auf Endlosdekore und flache Bauteile beschränkt. Einzelbilddekore mit exaktem Stand ließen sich nicht realisieren“, erklärte Jochen Mitzler, Leiter Market Intelligence und Produktmanagement, jetzt bei der Hausmesse “Competence Forum” von KraussMaffei in München.

Die IMD-Produktionszelle mit einer PX 320 zeigte die Zukunft: Vollautomatisch entstanden in Zykluszeiten von ca. 40 s zwei unterschiedlich dekorierte Artikel (Gesamtgewicht 136 Gramm) aus Plexiglas der Firma Evonik: einer mit einer entspiegelten kratzfesten Oberfläche, wie sie etwa für Touch-Anwendungen gebraucht wird, und einer mit präzise positionierter Bediensymbolik. „Der Folienvorschub IMD SI DUO von Leonhard Kurz macht dies weltweit erstmals möglich, indem er zwei Folienbahnen unabhängig voneinander anhand von Passermarken ausrichtet – auf Hundertstel Millimeter genau“, so Mitzler.

Mehr Output und mehr Flexibilität

Keine Spiegelung: Die erste Anwendung verfügt über eine entspiegelte, kratzfeste Oberfläche, wie sie etwa für Touch-Anwendungen benötigt wird (links). Rechts zum Vergleich: eine Anwendung ohne Anti-Glare-Folie (Foto: KraussMaffei).

Die servomotorisch betriebene Positioniereinheit ist in die Spritzgießmaschine integriert, in diesem Fall in die PX 320, die das Herz der Fertigungszelle bildete. Mit ihr erweitert KraussMaffei den Schließkraftbereich seiner vollelektrischen Maschinenreihe auf 3.200 kN. Elektrische Maschinen eignen sich aufgrund ihrer Schnelligkeit und Präzision besonders für komplexe Prozesse wie hier, denn nach dem Spritzgießen folgen vollautomatisch weitere Fertigungsschritte. So erfolgten beim Exponat der Angussbeschnitt und die Entfernung von Flakes, die bereits beim IMD Prozess entstehen können, in einer Laserzelle des Partners Datatronik und wurden automatisch einer Abfallbox zugeführt. Ein Förderband mit integriertem UV-Strahlern übernahm im Anschluss die Aushärtung der Kratzfestschicht.

Die gesamte Zelle war kompakt, weil Industrieroboter mit durchdachter Greifertechnologie auf engstem Raum operieren. Eine Reinraumhaube hielt die IMD_Produktion in sauberer Umgebungsbedingung. Diese Aufgabe übernahm auf dem Competence Forum eine Flowbox der Max Petek Reinraumtechnik.

„Mit der neuen großen PX und dem Folienvorschub IMD SI DUO können Kunststoffverarbeiter ihren Output durch Mehrkavitätenwerkzeuge steigern und erhalten zusätzlich mehr Flexibilität für ihre Produktion“, fasste Mitzler die Vorteile der neuen Technologie zusammen.

www.kraussmaffei.com; www.kurz.de

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