Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Lanxess: Fokus auf Elektromobilität und PA-66-Substitution

„Hightech-Thermoplastics for Future Mobility“ – unter diesem Motto präsentiert sich der Geschäftsbereich High Performance Materials (HPM) von Lanxess, Köln, auf der VDI-Tagung „Plastics in Automotive Engineering“ in Mannheim. „Unser diesjähriger Schwerpunkt liegt auf neuen Anwendungen in der Elektromobilität und auf wirtschaftlichen Materialalternativen zu Polyamid-66-Compounds. Außerdem geht es um den Leichtbau mit endlosfaserverstärkten Thermoplast-Composites und neuen Technologien wie der Hohlprofil-Hybridtechnik“, erläutert Dr. Martin Wanders, Leiter der globalen Anwendungsentwicklung bei HPM.

Wachstumsmarkt Elektromobilität

Lanxess hat wegen des Einsatzpotenzials seiner Polyamide und Polyester im Markt für neue Mobilitätsformen ein „e-Powertrain-Team“ gegründet. Dieses berät Kunden aus der internationalen Automobilindustrie bei der Auswahl anwendungsspezifisch maßgeschneiderter Werkstoffe für Elektrofahrzeuge. „Außerdem unterstützen wir unsere Partner über die gesamte Entwicklungskette ihrer Bauteile – zum Beispiel mit Ingenieurleistungen bei der Auslegung wie Moldflow-Berechnungen, Struktur-Simulationen und Fertigteilprüfungen“, so Julian Haspel, Leiter des global ausgerichteten e-Powertrain-Teams.

Der Rohstoffhersteller sieht für seine Thermoplaste in der Elektromobilität unterschiedliche Einsatzschwerpunkte. Dazu zählen Ladesysteme, Inverter, Elektromotoren, Hilfssysteme wie Kühlpumpen und Elemente der Batterie. Potenzielle Batterieanwendungen sind zum Beispiel Zellhalter, Spacer, Abdeckungen, Modulträger und Gehäuseteile. Haspel: „In vielen Fällen sind unsere Thermoplaste dabei eine Alternative zu herkömmlichen Materialien wie Druckgussmetallen – so etwa bei Crash-relevanten Strukturbauteilen für die Batterie. Aber es ergeben sich auch völlig neue Anwendungsmöglichkeiten beispielsweise mit unseren elektrisch isolierenden, aber thermisch leitfähigen Compounds.“

Substitution von Polyamid 66

Zuletzt hat Lanxess verstärkt Anfragen vor allem aus der Automobilindustrie nach Werkstoffalternativen zu PA 66 erhalten. Hintergrund sind die begrenzten Vorproduktkapazitäten für diesen Thermoplast, die zu Versorgungsengpässen und dramatischen Preisanstiegen bei den Compounds geführt haben. „Wir unterstützen Kunden bei der Materialumstellung, um ihre zuverlässige und kostengünstige Versorgung sicherzustellen und gleichzeitig das technische Risiko bei der Umstellung zu minimieren. Zu unseren Leistungen zählen dabei sowohl innovative Werkstoffalternativen als auch ein umfangreicher Service etwa in puncto Werkstoffdaten und Anwendungsberatung sowie technischer Support bei der Fertigung“, erläutert Tim Albert, der bei HPM ein entsprechendes internationales Team leitet.

Hochmodul-Polyamide für Strukturbauteile

Beispiel einer solchen Lösung ist die neue PA-6-Reihe Durethan P (Performance). Die Produkte zeichnet eine hohe Betriebsfestigkeit gegen pulsierende Belastungen auch bei erhöhten Temperaturen, wie sie zum Beispiel im Motorraum herrschen, aus. Ihr mechanisches Eigenschaftsprofil liegt auf ähnlich hohem Niveau wie das von PA 66. „Die Substitution kann meist bei gleichem Glasfasergehalt erfolgen, so dass keine höheren Bauteilgewichte in Kauf zu nehmen sind“, so Albert. Auf der VDI-Tagung stellt HPM zwei neue, mit 50 bzw. 60 % Glasfasern verstärkte Vertreter der Produktreihe vor. Ihre hohe Steifigkeit und Festigkeit prädestiniert sie für den Leichtbau von Batteriekomponenten oder von Bauteilen wie Ölfiltermodulen, Fahrwerkslagern, Dämpferkolben und Sitzschalen.

Zukunft der europäischen Auto- und Kunststoffindustrie

Lanxess beteiligt sich auch aktiv am Tagungsprogramm. So ist Dr. Axel Tuchlenski, bei HPM Leiter der globalen Produkt- und Anwendungsentwicklung, einer der Experten der Podiumsdiskussion zum Thema „Innovationen in der Automobil- und Kunststoffindustrie: Verpasst Europa den Anschluss?“

www.lanxess.de

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