Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

LPKF: „Wobbeln“ schweißt große Bauteile mit variabler Nahtbreite

Eine brandneue Laser-Durchstrahlschweißtechnologie stellt LPKF WeldingQuipment, Fürth, auf der K 2016 vor. Durch „Wobbeln“ kann die „PowerWeld3D 8000“ große Bauteile bis zu 100 cm x 70 cm mit Schweißnähten zwischen 1 und 5 mm fügen. Dabei sind auch Höhensprünge möglich.

„In der Automobilindustrie werden immer mehr Bauteile aus leichtem Kunststoff gefertigt. Das neue System überzeugt mit integrierter Fügewegüberwachung und sehr kurzen Prozesszeiten“, freut sich LPKF-Geschäftsführer Lars Ederleh auf der „K 2016 Preview“ in Düsseldorf über die neue Technologie, die das Einsatzspektrum für Laser-Durchstrahlschweißen erheblich erweitern soll.

Beim Wobbeln wird der Laserstrahl mit einer kleinen Amplitude quer zum Vorschub im Quasisimultanverfahren über den Schweißweg geführt. Änderungen der Höhenlage, die sonst zu veränderten Schweißnahtbreiten führen, werden durch Anpassen der Amplitude automatisch ausgeglichen. Im Quasisimultanverfahren wird die Schweißnaht mehrfach überfahren, so dass eine homogene Temperaturverteilung entsteht. Eine Auswertung von Setzweg und Schweißzeit erlaubt verlässliche Aussagen über die Qualität der Schweißung. Mit einem Arbeitsbereich von 100 x 70 x 40 cm³ ist das System für große Bauteile – zum Beispiel Interieur oder Leuchten für die Automobilindustrie – bestens geeignet. Die PowerWeld3D 8000 wird im 1. Halbjahr 2017 Eingang in das LPKF-Portfolio finden. Bauform und Musterschweißungen werden am Stand von LPKF auf der K ausgestellt.

Die Laserschweißanlage „PowerWeld 6600“ verfügt über ein modernes, bedienerfreundliches Design, weiterentwickelte technische Komponenten und eine neue Softwareumgebung (Foto: LPKF)

Die Laserschweißanlage „PowerWeld 6600“ verfügt über ein modernes, bedienerfreundliches Design, weiterentwickelte technische Komponenten und eine neue Softwareumgebung (Foto: LPKF)

Die ebenfalls dort präsentierte LPKF PowerWeld 6600 ist das Top-System der Stand-Alone Laserschweißanlagen. Es folgt der neuen Designsprache und verfügt über eine Reihe verbesserter Komponenten. So verzichtet das System dank Servo-Spanntechnik auf Druckluftanschlüsse, eine Soft-SPS erhöht die Flexibilität und Zukunftsfähigkeit, und dank Modulbauweise entsteht eine kostengünstige Produktionseinheit mit hoher Produktivität.

Eine weitere Neuerung stammt aus der Softwareschmiede der Fürther. Die CAM-Software „LPKF ProSeT3D“ schlägt eigenständig Schweißpfade direkt aus den CAD-Daten vor. Ein integrierter Editor hilft bei der manuellen Anpassung der Wegpunkte und der Schweißparameter. Damit lassen sich Schweißprozesse in wenigen Minuten aus den Bauteillayouts ableiten. Die Software WeldPro läuft auf dem Laser-Schweißsystem. Im Operator-Modus stehen nur die für die Produktion erforderlichen Daten und Befehle bereit, während Entwickler auf alle Prozessdaten zugreifen und sogar einzelne Parameter modifizieren können.

www.lpkf.de