Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Maplan: Ergonomie und Performance beim Elastomerspritzgießen im Fokus

Auf der K 2016 stellt die Maplan GmbH, Kottingbrunn (Österreich), erstmalig ihr neues Maschinendesign einer breiten Öffentlichkeit vor. Es verspricht neben einem modernen Look erhöhte Wartungsfreundlichkeit und dank des „Smart Light“ eine verbesserte Erkennbarkeit des Maschinenzustandes. Auf der Messe sind gleich drei Highlights im neuen Maschinendesign live zu sehen.

Maplan, seit 2012 im Besitz der Familie Soulier, erzielte im Jahr 2015 einen Umsatz von 40 Mio. EUR. Dies war das bislang erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte. Zwischen 2010 und 2015 kletterte die Mitarbeiterzahl von 140 auf 220. Im August übersiedelte Maplan von Ternitz und bezog ein neues Werk in Kottingbrunn.

Zur K 2016 folgen ein neues Maschinendesign, die Markteinführung der neuen Steuerungsgeneration C6000.web / C600.web und einige interessante Hingucker zu aktuellen Maschinenentwicklungen für das Elastomerspritzgießen. Wolfgang Meyer, Geschäftsführer von Maplan betont: „Das neue Maschinendesign ist das sichtbare Zeichen, dass sich bei uns im abgelaufenen K-Zyklus einiges getan hat. Im neuen Werk in Kottingbrunn haben wir die Taktfertigung aufgenommen, um unser kontinuierliches Wachstum auf eine gesunde Basis zu stellen. Mit unseren Baureihenerweiterungen wollen wir dem Markt zur K 2016 neue und interessante Antworten zur Verbesserung der Wertschöpfung vorstellen.“

Neues Maschinendesign im edlen Look

Auf der K 2016 präsentiert Maplan ein neues, grundlegend überarbeitetes Maschinendesign. Alle Exponate auf der K 2016 zeigen sich den Besuchern im hochwertigen Look mit den neuen Steuerungen C6000.web und C600.web. Das seit einigen Jahren typische Maplan-Lichtgrau wurde dunkler (RAL 7037) und wertet in Verbindung mit den vorgenommenen Verkleidungsanpassungen das Erscheinungsbild auf. Als praktischer Nebeneffekt zeigt sich die wesentlich geringere Schmutzempfindlichkeit.

Verkleidungen und Rahmen wurden neu konzipiert, ohne dabei auf Kompaktheit zu verzichten. Die Horizontalmaschinen verfügen über einen vergrößerten Glastürenbereich, optional mit pneumatischen Schiebetüren. Alle wesentlichen Verkleidungselemente sind mit Schnellverschlüssen für Wartung und Prävention leicht demontierbar und damit noch besser zugänglich als bisher. Die Revisionszeiten werden somit verkürzt.

Optischer Leckerbissen, und eine Premiere, ist das „Smart Light“ an den Holmmaschinen von Maplan. Dabei handelt es sich um mehrfarbige Signallampen mit zu- oder abschaltbaren Alarmtönen. Sie geben Auskunft über aktuelle Betriebszustände wie etwa die Bereitschaft für den Zyklusstart, oder die Eingriffssicherheit in den schließ- und spritzseitigen Bereich. Besonders praktisch ist der visuelle Countdown, der über einen vertikalen Farbverlauf die verbleibende Vulkanisationszeit der Maschine anzeigt. Im Standard sind es drei Signalsegmente, optional fünf. Der Sinn erschließt sich mit Blick in die Produktionshallen heutiger Elastomerverarbeitungsbetriebe: Die Bediener müssen in einer Schicht oft mehrere Maschinen bedienen und überwachen. Da bieten die neuen Smart Lights, auch auf Distanz, optisch eindeutige Signale, um den Überblick zu behalten.

Ergonomisch verbesserte 2.500-kN-Vertikalmaschine

Ergonomisch angepasste Vertikalmaschine MTF 1500/250 mit neuem Schließeinheitskonzept, ergonomischer Bedienhöhe und verbesserter Plattenparallelität. (Foto: Maplan)

Ergonomisch angepasste Vertikalmaschine MTF 1500/250 mit neuem Schließeinheitskonzept, ergonomischer Bedienhöhe und verbesserter Plattenparallelität. (Foto: Maplan)

Aus der neuen, ergonomisch verbesserten MTF-Baureihe wird eine vollhydraulische Maplan MTF 1500/250 vorgestellt. Sie rückt als vertikale Holmspritzgießmaschine die Themen Bedienfreundlichkeit und Ergonomie in den Vordergrund. Die Maschine steht dabei für angepasste Ergonomie mit einer geringen Bedienhöhe von nur 935 mm und damit verbesserter Zugänglichkeit zum Werkzeug.

Das „One Piece Design“ ermöglicht den Transport der Maschine ohne Demontage von Hydraulik oder Spritzeinheit. Lediglich der Schaltschrank wird mit wenigen Handgriffen abgekoppelt. Dadurch verkürzt sich die Inbetriebnahme beim Kunden. Auch eine spätere Verlagerung der Maschine innerhalb der Produktion gerät so zu einer einfachen Übung. Die Maschine verfügt über ein neues Konzept der Schließeinheit, welches durch FEM-Analysen optimiert wurde. Es sorgt für ein steiferes Schließsystem mit geringerer Plattendurchbiegung und hoher Plattenparallelität. Vergrößerte, doppelt wirkende Schnellhubzylinder können speziell massive Werkzeuge besser und vor allem ruhiger bewegen.

Die großzügige lichte Holmweite von 680 mm sichert mehr Spielraum für Automationslösungen. Der Schaltschrank ist mit einem integrierten Kühlgerät ausgestattet, um die Zuverlässigkeit und Lebensdauer der Steuerungskomponenten auch bei umfangreicher Ausstattung zu gewährleisten. Die 250er-Maschine ergänzt mit Spritzvolumina von 1.500 bis 2.500 cm³ die bisherige 3.200-kN-Version.

Horizontale 300er-Baureihe mit vielen Freiheitsgraden

Die neue 3.000-kN-Horizontalmaschine MHF 700D/300 empfiehlt sich für die Produktion von Dichtungen und O-Ringen. (Foto: Maplan)

Die neue 3.000-kN-Horizontalmaschine MHF 700D/300 empfiehlt sich für die Produktion von Dichtungen und O-Ringen. (Foto: Maplan)

Das zweite Exponat, eine verbesserte 3.000-kN-Horizontalmaschine MHF 700D/300 empfiehlt sich für die Produktion von beispielsweise Dichtungen und O-Ringen. Die Maschine vermittelt, durch eine große Öffnungsweite mit verlängerten Holmen, einer hydraulischen Düsenabhebung (Maplan Duale) mit variablen Düseneintauchtiefen und sehr kurzer Düse, eine hohe Flexibilität und Kompatibilität beim Einsatz sehr unterschiedlicher Werkzeugkonzepte – egal, ob es sich um dicke, flache, große oder kleine Werkzeuge handelt. Das macht sie zur Universalmaschine mit vielen Freiheitsgraden.

Für anspruchsvollere Anwendungen, wie etwa in der Kaltkanaltechnik, bietet die neue MHF 700D/300 Platz für bis zu sechs in den Maschinenrahmen integrierte Temperiergeräte. Das zum Einsatz kommende Kaltkanalwerkzeug stammt von Partner OR.P. Stampi S.r.l., Viadanica (Italien). Besonderes Glanzstück dabei sind individuell ansprechbare Nadelverschluss-Kaltkanaldüsen zur Realisierung von Spritzgießteilen mit unterschiedlichen Schussvolumina. Die Konfiguration und Ansteuerung der Düsen ist dabei vollständig in die neue Steuerung integriert. Bei der gezeigten Lösung sind es acht Formnester eines 4+4-Werkzeugs mit Tassenuntersetzern in zwei verschiedenen Größen und unterschiedlichen Schussvolumina. Das Volumen der kleinen Untersetzer liegt bei ca. 12 cm³, das der größeren bei ca. 17 cm³. Als Material für diese Artikel findet ein platinvernetzendes HTV Silikon Verwendung.

Standardisierte Schnittstellen erleichtern die Automation mittels Handling- und Verkettungseinrichtungen. Die FIFO-Aggregate punkten, wenn es um Artikelqualität und schnelle Material- oder Farbwechsel geht. Ein neu gestalteter Streifeneinzug sorgt für zuverlässige Zufuhr des Materials – auch bei heiklen Kautschukmischungen.

Der schwingungsgedämpft gelagerte Schaltschrank mit integriertem Kühlgerät schützt alle Steuerungskomponenten zuverlässig. Der Clou hier: Der Schrank ist zur Verbesserung des Zugangs zur Haupthydraulik schwenkbar. Das Rahmenkonzept ist um ein- oder mehrfache Zusatzhydrauliken erweiterbar. Die zum Einsatz kommenden servohydraulischen Antriebe (Maplan CoolDrive II) sind ein Garant für Energieeffizienz. Das Exponat ist mit einem Cure1-Prozessoptimierungssystem ausgestattet.

Von oben schließende und einspritzende C-Rahmenmaschine

Neue MTTF-C 30 der von oben schließenden C-Rahmen-Generation gibt es nun auch in einer TPE-Version. (Foto: Maplan)

Neue MTTF-C 30 der von oben schließenden C-Rahmen-Generation gibt es nun auch in einer TPE-Version. (Foto: Maplan)

Als drittes Exponat stellt Maplan eine vertikale MTTF-C 30 vor. Die auf der DKT 2015 präsentierte 200-kN-Maschine wird um eine 300-kN-Version ergänzt. Zeitnah folgt eine Erweiterung mit 400 kN und 500 kN Schließkraft. Im „One Piece Design“ ist die Maschine, wie alle Typen der C-Rahmenbaureihe, kompakt und platzsparend. Ihre niedrige, ergonomisch ausgerichtete Bedienhöhe von 937 mm verbessert den Zugang zum Werkzeugraum von allen drei Seiten und damit Beschickung und Entformung, ohne die sonst üblichen Podeste in der Fertigung.

Wolfgang Meyer kommentiert dazu: „Der eigentliche Clou liegt in der Verbindung einer ergonomisch und wertanalytisch durchdachten Konstruktion. Ergonomisch steht in diesem Zusammenhang für den bedienerfreundlichen Ansatz des Konzepts. Die vollhydraulische, von oben schließende Schließeinheit vereinfacht z. B. das Einlegen und Entnehmen von Profilen mit angespritzten Ecken. Ein Verschieben von Profilen aus dem Werkzeug wird so effektiv vermieden, was sich in einem höheren Qualitätslevel der produzierten Fertigteile niederschlägt. Wertanalytisch durchdacht bedeutet: Viel Technik zum fairen Preis. So gewährleistet der FEM-festigkeitsoptimierte C-Rahmen eine nur minimale Aufbiegung, bei hoher Plattenparallelität. Beide Effekte zeigen sich in einem geringeren Werkzeugverschleiß im Wechsel von Öffnen und Schließen und geringeren Wartungskosten der Werkzeuge, sowie einer bestmöglichen Artikelqualität.“

Geeignete Anwendungsgebiete der Top-Top-Baureihe sind die Eckenanspritzung, Dichtelemente, sowie die Fertigung von kleinen Formteilen und/oder kleinen Losgrößen. Die Hydraulik wurde einer strömungstechnischen Optimierung unterzogen: Die daraus resultierenden geringeren Strömungsverluste ergeben ein höheres Leistungspotenzial und einen geringeren Energiebedarf. Als besonderes Highlight dieser Baureihe zeigt Maplan auf der K 2016 erstmals eine TPE-Version. Ein praktisches Detail ist die zur Seite schwenkbare TPE-Spritzeinheit. Diese ermöglicht an der gezeigten MTTF-C 30 einen einfachen Tausch der Schnecke für einen schnellen Material- oder Farbwechsel ohne Hebezeuge.

Hohe Energieeffizienz aller Maplan-Maschinen

Bereits in der Basisausführung legt Maplan mit einer energiesparenden Hydraulikpumpe mit proportionaler Druck-/Mengenregelung Wert auf Energieeffizienz. Die Energieeffizienz kann durch optionale CoolDrive-II-Antriebe noch gesteigert werden. Diese servogeregelten Hydraulikaggregate bieten ein Plus an Leistung für schnelle Trockenlaufzeiten, bei noch geringerem Energieeinsatz. Das schont die Umwelt und senkt die Produktions- und Stückkosten. Wolfgang Meyer erklärt: „CoolDrive ist eine echte Erfolgsgeschichte für unsere Kunden: CoolDrive verringert den Energieverbrauch für den Antrieb um bis zu 50 %, bei gleichzeitiger Reduzierung der Trockenlaufzeit. Das Antriebskonzept benötigt keinen Ölkühler und somit auch keine ansonsten notwendige Wasserkühlung. Darüber hinaus reduziert sich auch die Lärmemission um die Hälfte. Die Summe dieser Potenziale ist für einen Produktionsleiter sehr attraktiv.“

www.maplan.at