Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Starlinger: Effizientes Entgasen für stark verunreinigte und bedruckte Kunststoffabfälle

Recostar universal-Recyclinganlage mit dem C-VAC-Modul (Foto: Starlinger)

Recostar Universal-Recyclinganlage mit dem C-VAC-Modul (Foto: Starlinger)

Das Recyceln schwer verunreinigter oder stark bedruckter Kunststoffabfälle aus dem Post-Consumer-Bereich und der Kunststoffproduktion erfordert ausgezeichnete Filtrierungs- und Entgasungsleistungen – nur dann ist die Qualität des daraus produzierten Regranulats hochwertig genug, um in möglichst vielen Applikationen weitere Verwendung zu finden. Starlinger Recycling Technology hat ein neues Entgasungsmodul (C-VAC-Modul) für ihre Recyclinganlagen entwickelt, das mit verfahrenstechnischen Verbesserungen insbesondere in den Bereichen Filtrierung, Entgasung und Compoundieren punktet. Auf der K 2013 ist am Stand von Starlinger Recycling Technology eine Recostar Universal-Recyclinganlage mit dem C-VAC-Modul in Betrieb zu sehen.

Das neue C-VAC-Modul ist ein integriertes, aber unabhängiges Extrusionsmodul, das zu jedem Starlinger Recostar-Recyclingextruder hinzugefügt werden kann. Durch die Kombination des Hauptextruders mit dem Entgasungsextruder und den beiden Entgasungsöffnungen des C-VAC-Moduls wird eine ausgezeichnete Entgasungsleistung erreicht. Die Extrudergeschwindigkeit kann aufgrund der beiden separaten Extruderantriebe unabhängig voneinander auf die Materialerfordernisse eingestellt werden. Es ist möglich, unterschiedliche Schneckendesigns zu kombinieren, so dass schonende Schmelzeaufbereitung und hervorragende Entgasungseffizienz Hand in Hand gehen. Der Schmelzefilter vor dem C-VAC-Modul erhöht außerdem die Filtereffizienz in Hinblick auf organische Verunreinigungen.

Die beiden Entgasungsöffnungen sorgen für ausgezeichnete Entgasungsleistung. Ein rheologisch optimierter Schmelzekanal vom Hauptextruder zum Entgasungsextruder vergrößert die Entgasungsoberfläche im Vergleich zu einem konventionellen Entgasungssystem um 300 % – die Entgasungseffizienz wird somit entscheidend verbessert.

Mit dem C-VAC-Modul ausgerüstete Recyclinganlagen von Starlinger Recycling Technology eignen sich besonders für das Aufbereiten von Materialien, die dazu tendieren, während des Recylingprozesses aufzugasen, wie zum Beispiel Post-Consumer-Haushaltsabfälle, Agrarfolien oder stark bedruckte Folien.

Normalerweise wird in einem separaten Schritt nach dem Recyclingprozess compoundiert. Mit dem C-VAC-Modul ist Recyceln und Compoundieren (z.B. Glasfaser, Farbstoff, etc.) in einem Arbeitsschritt möglich. Compoundiert wird im Entgasungsextruder nach dem Schmelzefilter. Da dieser Extruder unabhänging vom Hauptextruder arbeitet, können Schneckendesign und Geschwindigkeit so gewählt werden, dass ein perfektes Compoundierergebnis erreicht wird.

Der große Vorteil der C-VAC-Technologie beim Compoundieren von Glasfasern: Durch die Verwendung einer einzigen Schnecke wird das Brechen der Glasfasern im Compoundierprozess auf ein Minimum reduziert, was in weiterer Folge die Festigkeit der aus dem Compound hergestellten Teile zusätzlich erhöht.

Die Starlinger Recostar Universal-Recyclinganlagen sind auf das Recyceln von voluminösen, schwer zu zerkleinernden Kunststoffabfällen ausgelegt, die aufgrund ihres Typs und Verunreinigungsgrades eine spezielle Aufbereitung erfordern. In den letzten Jahren hat Starlinger über 100 Recostar universal-Recyclinganlagen für eine Vielzahl an Anwendungen installiert: Sie reichen von sauberen In-House-Abfällen bis zu gewaschenen und getrockneten Post-Consumer-Abfällen, von leichten Folien bis zu schwer zu zerkleinernden Spritzgussteilen, von Faserballen bis zu Gewebe und Vlies. Es ist außerdem möglich, Additive zum Compoundieren oder PET-Flaschenflakes zur Viskositätserhöhung von PES-Filamenten beizugeben. Die Anlagengrößen beginnen mit einem Ausstoß von 150 kg/h für kleinere Anwendungen und erreichen bis zu 1300 kg/h: der Größenvorteil auf Grund des hohen Ausstoßes senkt sowohl den Produktionsaufwand als auch die Investitionskosten pro Tonne.

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