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Teknor Apex: Umstrukturierung der TPE-Marken

Für Anwendungen bei Autofensterdichtungen kann Teknor Apex sowohl TPV- als auch Styrol-TPE-Compounds liefern, beides unter der Marke Sarlink (Foto: Teknor Apex)

Für Anwendungen bei Autofensterdichtungen bietet Teknor Apex sowohl TPV- als auch Styrol-TPE-Compounds unter der Marke Sarlink (Foto: Teknor Apex)

Auf der K 2013 wird die Teknor Apex Company eine Umstrukturierung ihrer bekannten TPE-Marken vorstellen, die es dem Unternehmen ermöglichen soll, als Alleinlieferant mehrerer Compounds für die europäischen Kunststoffverarbeiter in so unterschiedlichen Branchen wie Automobil, Medizintechnik, Verbraucherprodukte sowie Draht und Kabel zu fungieren.

Alle zu einem bestimmten Endanwendungsbereich gehörenden TPEs werden nun jeweils unter einer einzigen Marke zusammengefasst, unabhängig davon, wie weit die Compounds hinsichtlich ihrer Polymerchemie auseinander liegen. Teknor Apex nutzt nach eigenen Angaben das branchenweit breiteste Spektrum an chemischen TPE-Technologien und ist in seinen Werken in Belgien und Großbritannien erstmals in der Lage, Compounds herzustellen, die das gesamte Spektrum dieser chemischen Technologien abdecken. Dazu zählen auch viele TPEs von Teknor Apex, die in den USA entwickelt wurden und zuvor nicht in Europa lieferbar waren.

Komplette Lösung für Fahrzeugbau

Beispielsweise bestand die Marke Sarlink früher einmal ausschließlich aus thermoplastischen Vulkanisaten (TPV), wurde aber um Styrol- und Olefinmischungen erweitert – die Teknor Apex bisher nur in den USA hergestellt hatte. „Heute stellt Sarlink eine komplette Lösung für den Transportmarkt dar“, sagte Ger Vroomen, Leiter Automobilmarkt. „Speziell Konstrukteuren von Dichtungssystemen für Autos kann Teknor Apex je nach den Anforderungen des Kunden ein TPV oder ein Styrolcompound als Alternative zu EPDM-Kautschuk anbieten. Damit ist das Unternehmen der einzige Lieferant, der in der Lage ist, dies zu tun.“

In ähnlicher Weise beinhalten die Unternehmensmarken Elexar, Medalist und Monprene jetzt alle TPE-Arten, die zum Einsatz in Elektro-/Elektronik-, Medizintechnik- und Verbraucherproduktanwendungen vorgesehen sind.

„Im Gegensatz zu TPE-Compoundern, die sich auf eine einzige chemische Technologie konzentrieren und dieses Produkt mit Macht auf dem Markt fördern, verfolgt Teknor Apex einen ‚polymer-neutralen‘ Ansatz und empfiehlt das Compound, das für die vorgesehene Anwendung exakt das beste ist“, sagte Stef Hordijk, Leiter Strategische Märkte. „Die Breite unseres Produktspektrums ermöglicht es den Kunden darüber hinaus, mehrere Compounds bei Teknor Apex zu kaufen und so die logistischen Vorteile einer Beschaffung bei einem einzigen Lieferanten zu nutzen sowie Zugang zu den jahrzehntelangen Erfahrungen unseres Unternehmens in den Bereichen Transport, Verbraucher und Industrie, Elektro und Elektronik, Medizintechnik sowie Draht und Kabel zu erhalten.“

Mehrere Optionen für TPE-Anwendungen

Der Geschäftsbereich Thermoplastische Elastomere von Teknor Apex arbeitet mit vier breit aufgestellten Polymerfamilien, die auf unterschiedlichen chemischen TPE-Technologien basieren:

  • Styrolblock-Copolymere (SBCs), zu denen Styrol-Butadien-Styrol (SBS), Styrol-Ethylen-Butadien-Styrol (SEBS) und Styrol-Ethylen-Ethylen-Propylen-Styrol (SEEPS) zählen
  • thermoplastische Vulkanisate (TPVs)
  • Olefine einschließlich Mischungen aus Polypropylen oder Polyethylen mit Olefin-TPE oder Olefinblock-Copolymer (OBC)
  • haftfähige TPEs, die mit vielen Polyolefin-, Styrol- und technischen Harzen umspritzt oder koextrudiert werden können.

Die neu umstrukturierten TPE-Marken von Teknor Apex sind:

  • Elexar-Elastomere für Elektro- und Elektronikanwendungen. Diese Compounds werden für Isolationen und Ummantelungen von Stromversorgungs-, Kommunikations- und Datenkabeln sowie für spritzgegossene Stecker und Verbinder verwendet. Es gibt Formulierungen mit Versprödungspunkten bis hinunter zu -100 °C und mit Dauerbetriebstemperaturen nach UL von 105 °C und 125 °C. Eine Reihe schwer entflammbarer Formulierungen bietet RoHS-Konformität, die Brennbarkeitsklassifizierung UL-V0 und hervorragende Materialeigenschaften über ein breites Spektrum an Einsatzbedingungen.
  • Medalist-Elastomere für medizintechnische Anwendungen. Die ultrareinen Medalist-TPEs wurden bereits vorab auf Einhaltung der einschlägigen Vorschriften geprüft und nicht nur auf ihre physikalischen Eigenschaften, sondern auch auf Herstellungs-, Handhabungs- und andere Eigenschaften getestet, die in der klinischen Alltagspraxis erfolgsentscheidend sind. Die Härtegrade reichen von gelartigen 25 Shore 00 bis zu duktilen 85 Shore D. Für Spritzguss- und Blasformanwendungen, zum Mehrkomponentenformen, Kalandrieren und Extrudieren von Schläuchen, Profilen, Folien und Kabelummantelungen sind klare, durchscheinende und undurchsichtige Qualitäten lieferbar.
  • Monprene: Die Lösung, der die Verbraucher vertrauen. Das in den USA entwickelte Monprene-Sortiment mit Anwendungen in einem riesigen Spektrum von Verbraucherprodukten wie Körperpflegeartikeln, Spielzeug, Schreibgeräten, Sportartikeln, Haushaltswaren und Rädern und Rollen ist vielleicht die vielseitigste aller TPE-Familien. Diese Compounds reichen von superweich bis hart und widerstandsfähig, von wasserklar bis undurchsichtig und von trockenem bis griffigem Griffgefühl.
  • Sarlink: Die Transport-Lösung. Während Hersteller im Automobilbereich gut mit TPVs unter der Marke Sarlink vertraut sind, beinhaltet dieses Sortiment nun die oben genannten weiteren TPE-Arten. Teknor Apex hat den Zugang zu seinen Nicht-TPV-Elastomeren außerhalb Nordamerikas verbessert, wo sie schon lange im Transportbereich Verwendung finden und viele Zulassungen von OEMs im Automobilbereich vorliegen. Dies ist eine wichtige Entwicklung für Europa, wo ein TPE-Compounder, der die Automobilbranche bedient, typischerweise entweder TPVs oder andere TPEs wie z. B. Styrole liefert, aber nicht beides.

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