Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Ultrapolymers: PA 66 für E&E-Anwendungen

Die kupferfrei hitzestabilisierten PA 66-GF-Typen sind für Anwendungen in Elektrik und Elektronik konzipiert. (Abb.: Ultrapolymers)

Die kupferfrei hitzestabilisierten PA 66-GF-Typen sind für Anwendungen in Elektrik und Elektronik konzipiert. (Abb.: Ultrapolymers)

Die beiden neu im Portfolio von Ultrapolymers Deutschland, Augsburg, zu findenden mit 15 bzw. 35 % Glasfasern verstärkten PA 66-Typen Vydyne R515J und R535J von Ascend Performance Materials fließen leicht und verringern Ablagerungen im Werkzeug sowie Korrosion an metallischen Werkstoffen, insbesondere in feuchter Umgebung.

Damit eignen sich beide Typen für das Spritzgießen von Teilen mit komplexen Geometrien und geringen Wanddicken und speziell für den Einsatz in der Elektro- und Elektronikindustrie, beispielsweise für Steckverbinder und elektronische Regeleinheiten mit umspritzten Kontaktstiften in Kraftfahrzeugen.

Die Schlüssel zu diesen Fortschritten sind die Verwendung eines kupferfreien Hitzestabilisators und die hohe Reinheit dieser Werkstoffe. Der neuartige Stabilisator bewirkt die guten dielektrischen Eigenschaften, die geringe Leitfähigkeit sowie die hohe Durchschlagfestigkeit ohne dabei das Alterungsverhalten und die mechanischen Eigenschaften negativ zu beeinflussen. Die hohe Reinheit verringert sowohl die korrosive Wirkung auf Steckkontakte als auch schädliche Wechselwirkungen mit aggressiven Kfz-Getriebeölen.

Beide Typen sind jeweils naturfarben und in Schwarz verfügbaren. Dank der erhöhten Reinheit haben die naturfarbenen Ausführungen auch eine hellere Eigenfarbe als entsprechende Standardtypen, so dass das Einfärben um bis zu 25 % weniger Masterbatch erfordert. Bauteile aus den schwarzen Typen sind lasermarkierbar.

Belagbildung (Plate-out) in Spritzgießwerkzeugen ist ein ebenso alltägliches wie kostentreibendes Problem in der Produktion. Bei den für PA 66 typischen Verarbeitungstemperaturen von ca. 280 °C bis 320 °C entweichen kontinuierlich flüchtige Bestandteile aus der Schmelze. Diese kondensieren dann auf der vergleichsweise kalten Werkzeugoberfläche und bauen dabei Ablagerungen auf, so dass die Entlüftungen mit der Zeit verstopfen. Damit die im Werkzeug eingeschlossene Luft entweichen kann und um Brenner zu vermeiden, muss in der Folge die Zykluszeit verlängert werden, bzw. das Werkzeug muss zur Reinigung ausgebaut werden. Das neue, von Ascend Performance Materials entwickelte und jetzt bei den Vydyne J-Typen eingesetzte Verfahren entfernt diese flüchtigen Verunreinigungen und verringert so deren produktivitätshemmende Folgen.

Beim Hersteller am Beispiel eines Steckverbinders mit Vydyne R535J und einem Standardtypen PA 66-GF35 durchgeführte Vergleichsuntersuchungen zeigten laut Hersteller eine deutliche Steigerung der Werkzeugstandzeit. Während sich die Zykluszeiten bei Einsatz des PA66-Standardtyps schon nach kurzer Zeit verlängerten, wurden mit demselben Werkzeug bei der Verarbeitung von Vydyne R535J rund 25.000 Schuss mehr erreicht, ehe es zum Reinigen ausgebaut werden musste.

www.ultrapolymers.com

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