Vor Ort

Eugen Hehl schätzt die Fakuma wegen hoher Aufmerksamkeit und verlässlicher Kundenkontakte

Paul E. Schall gewann ihn als einen der ersten für die Idee einer Kunststoffmesse in Friedrichshafen. Sein Unternehmen zählte zu den 60 Erstausstellern, heute ist es der größte Aussteller der Fakuma. Eugen Hehl steht zwar nicht mehr an „vorderster Front“ des operativen Geschäfts beim Loßburger Spritzgießmaschinenhersteller Arburg, aber als einer der geschäftsführenden Gesellschafter denkt er gerne an die ersten Tage der Messe zurück.

Eugen Hehl in der Loßburger Arburg-Zentrale (Foto: K-PROFI)

„Der Gedanke einer Messe in Friedrichshafen war mir von Anfang an sympathisch, die Idee von Herrn Schall hat gleich eingeleuchtet: Die räumliche Nähe zu unserem Mutterhaus, sehr viel Kundenpotenzial im unmittelbaren Einzugsbereich und die Schweiz und Österreich vor der Tür“, bekennt Eugen Hehl beim Besuch von K-PROFI täglich wenige Tage nach seinem 88. Geburtstag in seinem Büro in Loßburg. Beide Schwaben, habe man sich auf Anhieb verstanden und Parallelen gefunden in den jeweiligen Leistungen, zollt Eugen Hehl dem 2016 verstorbenen Messemacher seinen Respekt, der Mitte der 1970er Jahre mit der Ausrichtung technischer Fachmessen begonnen hatte.

Arburg, das bei der Fakuma-Premiere 1981 bereits zu den Branchengrößen zählte, ein Vierteljahrhundert mit Spritzgießmaschinen am Markt war und längst international Fuß gefasst hatte, setzte trotzdem konsequent auf eine starke Präsenz in Friedrichshafen – und auch auf eine prominente Position innerhalb der Messe. „Wir haben auf der Fakuma immer neue Maschinen und gerade hier anwendungstechnische Neuheiten präsentiert, die weltweit Bedeutung bekommen haben“, unterstreicht Eugen Hehl die Schwerpunkte der Arburg-Auftritte.

„Gerade in den ersten Fakuma-Jahren sind ja fast alle Unternehmen der Branche sehr stark gewachsen. Da war die Messe eine ausgezeichnete Plattform, aber es gab immer auch Gesprächsbedarf“, blickt Eugen Hehl zurück. „Mit Herrn Schall war immer ein offenes Wort möglich. Denn für uns als Aussteller war das Wachstum der Messe von doppeltem Vorteil und später auch der Umzug auf das neue, größere Gelände zwangsläufig.“

An der Fakuma schätzt Eugen Hehl bis heute die Kontinuität der Messe, die hohe Aufmerksamkeit und verlässliche Kundenkontakte garantiere. „Wir Schwaben sind ist in allem etwas bescheidener, sparsam, aber auch vorausschauend“, betont Hehl und unterstreicht die Vorzüge der Eigenständigkeit seines familieneigenen Unternehmens. „Die Beständigkeit, kombiniert mit schnellen Entscheidungen und der Fähigkeit, flexibel auf Anforderungen aus Markt und Unternehmen reagieren zu können, das macht uns als Familienunternehmen aus“, gibt er sein Credo ab: „Schließlich kommt die Stärke und Stabilität der Gesellschaft zu einem guten Teil aus den Familienunternehmen.“

Eugen Hehl freut sich auch in diesem Jahr auf seinen Messebesuch in Friedrichshafen, der wieder viele Begegnungen mit Mitarbeitern, Partnern und Kunden bringen wird. Dass es schon das 25. Mal an den Bodensee geht, erscheint dabei wie eine Selbstverständlichkeit.

Arburg: 94 Jahre Historie mit 61 Jahren Fokus auf Spritzgießmaschinen

Das Unternehmen Arburg geht auf eine Werkstatt für medizinische Instrumente zurück, die der Chirurgiemechaniker Arthur Hehl, der Vater von Karl und Eugen Hehl, im Jahr 1923 gegründet hatte. Karl und Eugen waren nach dem zweiten Weltkrieg in das Unternehmen eingetreten und hatten es schließlich vom Vater übernommen. Neben verschiedenen Bedarfsartikeln produzierten sie u.a. auch Blitzlichtgeräte und entwickelten zu deren isolierender Ummantelung mit Kunststoff 1954 eine erste, handbetätigte Spritzgießmaschine für den Eigenbedarf. Zwei Jahre später stiegen sie in die Serienproduktion ein und fokussierten Arburg seither auf die Entwicklung und Produktion von Spritzgießmaschinen.

Eugen Hehl, Jahrgang 1929, erlernte nach dem Krieg den Beruf des Feinmechanikers und führte Arburg mit seinem sechs Jahre älteren Bruder Karl bis Ende 2004. Seit dem Generationswechsel Anfang 2005 sind mit ihm seine Kinder Michael Hehl und Juliane Hehl sowie die Tochter des 2010 verstorbenen Karl, Renate Keinath, die vier geschäftsführenden Gesellschafter. Weitere Geschäftsführer sind Jürgen Boll, Gerhard Böhm und Heinz Gaub.

www.arburg.com