Vor Ort

Sumitomo-Demag reklamiert Marktführerschaft bei Dünnwand-Spritzguss

Der Spritzgießmaschinenhersteller Sumitomo (SHI) Demag sieht 2017 einem neuerlichen Rekordumsatz entgegen. Die hohen Auftragseingänge des Vorjahres und die anhaltenden Vertriebserfolge steigerten den Umsatz um voraussichtlich 17 % auf 273 Mio. EUR, berichtete CEO Gerd Liebig am Mittwoch auf der Fakuma. Für 2018 werde man „nahe an die 300 Mio. EUR“ kommen. Hauptgründe seien die hohe Nachfrage nach den vollelektrischen Maschinen IntElect bei Herstellern technischer Präzisionsteile für die Elektronik- und Automobilindustrie sowie der anhaltende Erfolg der Schnelllaufmaschine El-Exis. Für letztere reklamierte Liebig die Marktführerschaft bei der Produktion von dünnwandigen Kunststoffpackmitteln.

Gerd Liebig, CEO von Sumitomo (SHI) Demag (Foto: K-AKTUELL)

Mit der neuerlichen Steigerung klettert der Umsatz des deutsch-japanischen Unternehmens zum fünften Mal in Folge. Die Marktanteile von Sumitomo (SHI) Demag in den beiden strategisch wichtigsten Produktbereichen Verpackungsanwendungen und Vollelektrische Maschinen sind nach Angaben Liebigs weiter angestiegen: Bei schnelllaufenden Spritzgießmaschinen z.B. für Dünnwandverpackungen und Schraubkappen und Verschlüsse sind sie von 13 % (2015) auf 18 % (2016 und 2017) geklettert und sollen im kommenden Jahr 25 % erreichen. Vollelektrische Maschinen haben von 13 % (2015) über 17 % (2016) auf 18 % Marktanteil (2017) zugelegt und sollen sich im Jahr 2018 ebenfalls auf 25 % belaufen. Hierzu soll die 2017 eingeführte neue Generation der IntElect maßgeblich beitragen. Im kommenden Jahr wird die Modellerneuerung auch die größeren IntElect-Modelle („mid-size“) erfassen.

Für das laufende Jahr zeichnet sich ein Plus beim Auftragseingang in der Größenordnung über 20 % ab. Auch im kommenden Jahr rechnet Liebig mit einer regen Ordertätigkeit, die einstellig über dem 2017er Niveau liegen soll. Neuerliche Impulse verspricht sich Sumitomo (SHI) Demag aus den Märkten für Medizinprodukte und Kunststoff-Packmittel, aus der verstärkten Automatisierung der bestellten Maschinen und aus erweiterten Serviceangeboten.

Automation bald ein eigenständiges Geschäftsfeld

Unterdessen baut Sumitomo-Demag seine Kompetenz und seine Kapazitäten zur Realisierung automatisierter Produktionslösungen beim Spritzgießen von Kunststoffteilen aus. Dazu zählt ein breites Spektrum von standardisierten Automatisierungslösungen, die auf kundenspezifische Bedarfe erweitert werden. Am Standort in Wiehe wird die Produktion und die Integration der Automatisierungslösungen in die Kundenaufträge erfolgen. Parallel dazu verstärkt der Hersteller von Spritzgießmaschinen die Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen zur Realisierung hochspezifischer und komplexer Automationsaufgaben der Spritzgießproduktion.

Die Stärkung und Ausweitung des Automatisierungsgeschäftes zählt zu den strategischen Zielen des Spritzgießmaschinenherstellers. Sumitomo (SHI) Demag sieht erhebliches Potenzial zur Steigerung des Umsatzes in der Automation und dem damit verbundenen Maschinengeschäft. Um die Ziele zu realisieren, werden Vertrieb, Service und Engineering verstärkt. Der Aufbau von Produktionskapazitäten am Standort in Wiehe ist in Planung und soll innerhalb des nächsten Jahres umgesetzt werden. Seit kurzem ist Andreas Schramm in der Geschäftsleitung für das neue Geschäftsfeld Automation verantwortlich.

Im Fokus stehen die Entwicklung und die Herstellung von Paketen für Aufgaben der Automatisierung in der Spritzgießproduktion. Sumitomo (SHI) Demag will durch die Erweiterung ihres Spektrums von standardisierten Automationslösungen und durch die tiefere Integration dieser in und an die Spritzgießmaschine ihr Marktangebot attraktiver gestalten. Die Auswahl der Technologien erfolgt mit einem klaren Bezug auf die Zielbranchen im Markt.

Neue zentrale Plattform für Services

Andreas Holzer, Leiter Service bei Sumitomo (SHI) Demag (Foto: K-AKTUELL)

Sumitomo-Demag wird seinen Kunden in Kürze eine internetbasierte Software-Lösung als zentrale Plattform für verschiedenste Services bereitstellen. Andreas Holzer erläuterte, das modulare System „myConnect“ werde den Zugang zur digitalisierten Service-Welt des Herstellers von Spritzgießmaschinen eröffnen. Dazu plant das Unternehmen, ab dem zweiten Quartal 2018 seine Maschinen in netzwerkfähiger Ausstattung auszuliefern, optional sollen sie auch WLAN-fähig sein. Das Standardpaket der modular aufgebauten Serviceprodukte in myConnect enthält fünf Module:

  1. mySupport basic bietet eine Online-Unterstützung: Maschinenbetreiber können von der Maschinensteuerung sowie vom PC oder mobilen Endgeräten jederzeit einen Hilferuf an Sumitomo (SHI) Demag senden. Dadurch erhält Sumitomo Demag die Möglichkeit, sich remote mit der Maschine zu verbinden, um eine genaue Analyse durchzuführen und das Problem schnell zu lösen.
  2. myDocumentation bietet dem Kunden auf Knopfdruck alle Dokumentationen zu seiner Maschine. Zusätzlich prüft das System beim Aufrufen der Dokumente, ob in der Zentrale von Sumitomo (SHI) Demag Aktualisierungen vorhanden sind. So verfügt der Kunde immer über den neuesten Stand der Dokumentation.
  3. myPartsShop bietet die Möglichkeit zur Online-Bestellung von Ersatzteilen. Der Ersatzteilkatalog ist auf jede einzelne Maschine individualisiert. So ist sichergestellt, dass die Maschinenbetreiber einfach, schnell und sicher die richtigen Ersatzteile auswählen können.
  4. myLifeCycleLog dokumentiert alle wesentlichen Ereignisse und bietet dem Betreiber eine komplette Historie für jede einzelne Maschine.
  5. myConnectApp gibt dem Betreiber die Möglichkeit, seine Produktion von überall her im Blick zu behalten.

Modulare Servicepakete über die fünf Standardmodule hinaus werden weitere Dienstleistungen erschließen.

www.sumitomo-shi-demag.eu