Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Waldorf: Pipettenspitzen nach Kavitäten sortiert

Ende April 2018 stellt sich Waldorf Technik auf der Chinaplas in Shanghai vor und fokussiert auf das Thema „Pipettenspitzen kavitätensortiert in Racks“. Dazu wird auf dem Messestand von Engel Austria das Automationssystem Vario TIP FSS präsentiert. Produziert wird mit 32 Kavitäten. Mit seinem schmalen Aufbau eröffnet das System den MedTec-Spritzgießern den Markt in neue Leistungsklassen und hält den Flächenbedarf im Reinraum gering.

Zum ersten Mal wird eine hochintegrierte Fertigungszelle für die Produktion von Pipettenspitzen im Reinraum präsentiert. Dieses Exponat ist das Ergebnis einer europäisch-chinesischen Kooperation. Engel, Schwertberg (Österreich), und Waldorf Technik, Engen, sowie Wellmei Mold, Dongguan (China), haben ihr Know-how und ihre Erfahrung mit medizintechnischen Präzisionsartikeln gebündelt und die Systemlösung auf die spezifischen Anforderungen der chinesischen Verarbeiter zugeschnitten.

Die von Waldorf Technik entwickelte Automatisierungslösung entnimmt im Takt des Spritzgießprozesses 32 Pipettenspitzen aus dem Werkzeug und legt Gruppen von je 96 Pipettenspitzen kavitätenrein in Racks ab. Alle 18 s werden 96 Pipettenspitzen aus der als Reinraum gekapselten Produktionszelle ausgeschleust.

Vario TIP von Waldorf Technik ist das laut Hersteller weltweit führende Anlagenkonzept zur Herstellung von z. B. Pipettenspitzen, Küvetten oder Reagenzgefäßen. Bei all diesen Produkten handelt es sich um Laborverbrauchsartikel mit hohen Qualitätsansprüchen und der Notwendigkeit der Kavitätensortierung in der Verpackungseinheit, um die Liefersicherheit in jedem Fall zu gewährleisten.

Im Vario-TIP -System werden Einzelteile bereits vor dem Abpacken geprüft und einzelne Fehlteile durch Gutteile ersetzt. Damit kann der fehlerbedingte Ausschuss bei sporadischen Fehlern gegenüber herkömmlichen Geräten im Schnitt um rund 90 % gesenkt werden.

Die Konzentrizität von Pipettenspitzen am dünnen Ende, sprich die gleichmäßige Wanddickenverteilung, wie auch der horizontale Spritzgrad (Flash) sind zwei der kritischen Qualitätsmerkmale, die sich mit normaler Kameraprüfung nur schwer erkennen lassen. Für diese Prüfung hat Waldorf Technik ein eigenes Verfahren entwickelt: Fehlerhafte Teile werden ebenfalls sofort nach der Detektion ausgeschleust.

Noch einen Schritt weiter geht der Hersteller mit seiner neuen Technologie, die Entwicklung der Konzentrizität der Pipettenspitzen je Kavität vorherzusagen. In einem statistischen Verfahren wird eine Prognosekurve ermittelt, die es dem Hersteller ermöglicht, bereits Wochen vor Überschreiten der kritischen Konzentrizitäts-Toleranz die Ersatzteile für die betroffene Kavität im Werkzeug zu besorgen, um diese dann ohne zusätzlichen Stillstand im Rahmen einer Werkzeugpflege rechtzeitig auszutauschen. Damit wird die heutige Praxis vermieden, die fehlerhafte Kavität bei Auftreten des Fehlers zu verwerfen (Ausschuss), zu sperren (Validierungsproblem) oder die Anlage anzuhalten, bis das Problem behoben ist (Produktionsausfall).

www.waldorf-technik.de

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