Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Wittmann Battenfeld: Vertikalmaschinen im Power-Look

Mit der neuen vertikalen Maschinenbaureihe VPower überträgt Wittmann Battenfeld, Kottingbrunn (Österreich), Designsprache der PowerSerie jetzt auch auf die vertikal schließenden Spritzgießmaschinen. Die erstmals auf der 10-Jahres-Feier des Unternehmens im Juni als Prototyp gezeigte Baureihe wird auf der Fakuma einem breiten Publikum vorgestellt.

VPower 160 mit schnell drehendem Rundtisch

VPower: Die Designsprache der PowerSerie wurde jetzt auch auf die vertikal schließenden Spritzgießmaschinen übertragen. (Foto: Wittmann Battenfeld)

VPower: Die Designsprache der PowerSerie wurde jetzt auch auf die vertikal schließenden Spritzgießmaschinen übertragen. (Foto: Wittmann Battenfeld)

Wittmann Battenfeld hat mit der Integration in die Wittmann Gruppe vor zehn Jahren begonnen, sein gesamtes Maschinenspektrum zu erneuern. Die unter der PowerSerie bekannten Maschinen sind mittlerweile fest am Markt etabliert. Mit der Entwicklung der VPower wird nun auch die Vertikalmaschinenbaureihe des Unternehmens auf das Design der PowerSerie umgestellt. Die neue VPower zeichnet sich vor allem durch ihre hohe Energieeffizienz, ihre Kompaktheit und ihre Bedienerfreundlichkeit aus. Der großzügig dimensionierte Rundtisch der Maschine wird standardmäßig servoelektrisch angetrieben und ist für kurze Drehzeiten ausgelegt. Das Spritzaggregat kann auch nach der Inbetriebnahme von vertikal auf horizontal und umgekehrt umgerüstet werden. Des Weiteren ermöglicht der Verzicht auf einen Mittelholm eine zentrale Medien-Versorgung durch den Drehteller von unten oder die Anbringung eines kompakten Drehverteilers. Durch ihre offene Bauweise ist die Maschine besonders gut für die Einbindung in Automatisierungssysteme mit Einlegeteile-Zuführung und Fertigteileentnahme geeignet. Auf der Fakuma wird die Funktionalität der neuen VPower anhand einer VPower 160/750 mit einem Rundtisch mit 1.600 mm Durchmesser demonstriert. Die Maschine selbst steht im Mittelpunkt der Präsentation.

Schnelllaufende EcoPower Xpress für die Verpackungsindustrie

Eine weitere Neuvorstellung auf der Fakuma ist die EcoPower Xpress 160/1100+ (1.600 kN). Nach erfolgreicher Einführung des vollelektrischen Schnellläufers im 4.000- bzw. 5.000-kN-Schließkraftbereich, wurde die EcoPower Xpress Reihe nun um die Maschinen im unteren Schließkraftsegment erweitert. Die EcoPower Xpress ist eine schnelllaufende, vollelektrische Hochleistungsmaschine, die vor allem für Dünnwandanwendungen in der Verpackungsindustrie von Interesse ist.

Auf der Fakuma wird mit der kleinsten Maschine dieser Baureihe mit einem 4-fach-Werkzeug ein Deckel aus PP (Borealis) unter Einsatz der IML-Technologie von Wittmann gezeigt. Bei der IML-Anlage handelt es sich um eine Hochleistungsanlage mit Side-Entry-Roboter der Type W837. Durch einen vorausschauenden und in Echtzeit übertragenen Signalaustausch zwischen Maschine und Roboter kann die Formöffnungszeit auf das absolute Minimum begrenzt werden. Die Deckel werden mit einer Zykluszeit von ca. 3 s gefertigt. Die Maschine ist mit dem CMS Condition Monitoring System von Wittmann Battenfeld ausgestattet, das eine kontinuierliche Zustandsüberwachung ihrer wichtigsten Parameter gewährleistet.

Mehrkomponenten-Spritzguss von groß bis ganz klein

Der Display-Rahmen dieser Teachbox für die Wittmann R9 Steuerung wird auf einer SmartPower 240 gespritzt. Ein aufgedruckter QR-Code ermöglicht eine Rückverfolgbarkeit der Produktionsdaten. (Foto: Wittmann Battenfeld)

Der Display-Rahmen dieser Teachbox für die Wittmann R9 Steuerung wird auf einer SmartPower 240 gespritzt. Ein aufgedruckter QR-Code ermöglicht eine Rückverfolgbarkeit der Produktionsdaten. (Foto: Wittmann Battenfeld)

Des Weiteren wird den Besuchern auf der Fakuma die Combimould-Technologie auf einer Maschine der servohydraulischen SmartPower Reihe vorgestellt. Auf einer SmartPower 240/750H/210S wird mit einem 1-fach-Werkzeug das Gehäuse der Wittmann R9 Teachbox aus ABS und TPU hergestellt. Die Fertigteile werden mit einem Wittmann Roboter WX142 mit einem Umsetz- und Entnahmegreifer entnommen. Die Vorspritzlinge werden dabei in die zweite Kavität zum Umspritzen umgesetzt. Anschließend wird mit einem Inkjet-Drucker ein QR-Code auf die Bauteile gedruckt, der eine Rückverfolgbarkeit der Produktionsdaten ermöglicht. Im Anschluss daran werden die Teile sortiert auf einem Förderband abgelegt.

2K-Spritzguss eines Sensorbauteils für ein medizinisches Messgerät in der Mikrozelle MicroPower 15/10H/10H Combimould. (Foto: Wittmann Battenfeld)

2K-Spritzguss eines Sensorbauteils für ein medizinisches Messgerät in der Mikrozelle MicroPower 15/10H/10H Combimould. (Foto: Wittmann Battenfeld)

Bei der zweiten Combimould-Anwendung handelt es sich um ein Sensorbauteil für ein medizinisches Messgerät. Dieses wird auf einer für den Spritzguss von Kleinst- und Mikroteilen konzipierten 2-Komponenten-Maschine der MicroPower Serie, einer MicroPower 15/10H/10H, mit einem 4-fach-Werkzeug von Wittner, Wien (Österreich), produziert. Die hauchdünne aus TPE gespritzte sphärisch-geformte Membran dient zum Messen eines spezifischen Druckes innerhalb des Messgerätes. Die Verarbeitung der Komponenten erfolgt unter Reinraumbedingungen, die durch Einsatz einer Laminar Flow Box in der Maschine erzielt werden. Die Teile werden mit einem eigens für diese Maschine konzipierten Wittmann W8VS4 Scara Roboter entnommen, mittels eines in die Maschine integrierten Kamerasystems geprüft und auf einem Förderband abgelegt.

Wittmann 4.0 Zelle mit HiQ-Software-Paketen ausgerüstet

Der volle Umfang der Wittmann 4.0-Integration wird auf der Fakuma auf einer EcoPower 90/350 gezeigt, in deren Unilog B8-Steuerung der Roboter und sämtliche angeschlossene Peripheriegeräte, wie Temperiergeräte Tempro, Dosiergeräte Gravimax, Trockner Drymax und elektronische Durchflussregler Flowcon integriert sind. Als Neuheit kommt das elektronische Datenblatt auf der Unilog B8 Steuerung zum Einsatz. Über das elektronische Datenblatt wird eine Produktionszelle, welche über den Wittmann 4.0 Router integriert ist, gemäß des gewählten Werkzeugdatensatzes mit allen erforderlichen Geräten, wie Robotern, Temperiergeräten, Dosiergeräten, Trocknern, elektronischen Durchflussreglern, konfiguriert. Über den Plug-and-Produce-Modus ist die Produktionszelle innerhalb kürzester Zeit produktionsbereit. Über Wittmann 4.0 sind alle erforderlichen Qualitätsdaten von Maschine und Peripherie zur Dokumentation verfügbar. Des Weiteren erlaubt der Wittmann 4.0 Router über eine einzige IP-Adresse (Single Point Entry) den gesicherten Zugang zu allen Modulen der Produktionszelle über Web-Service im Servicefall.

Wittmann 4.0 Integration bei einer mit HiQ-Software-Paketen ausgestatteten EcoPower 90: Über das elektronische Datenblatt wird die Produktionszelle mit allen erforderlichen Geräten, wie Robotern, Temperiergeräten, Dosiergeräten, Trocknern, elektronischen Durchflussreglern, konfiguriert. (Foto: Wittmann Battenfeld)

Wittmann 4.0 Integration bei einer mit HiQ-Software-Paketen ausgestatteten EcoPower 90: Über das elektronische Datenblatt wird die Produktionszelle mit allen erforderlichen Geräten, wie Robotern, Temperiergeräten, Dosiergeräten, Trocknern, elektronischen Durchflussreglern, konfiguriert. (Foto: Wittmann Battenfeld)

Gleichzeitig wird die Maschine mit den Wittmann Battenfeld Software-Paketen HiQ-Flow, HiQ-Melt und HiQ-Metering ausgestattet sein, deren Funktionalität auf der Fakuma vorgeführt wird. Bei HiQ-Flow handelt es sich um eine materialviskositätsbezogene Einspritzregelung, mit deren Hilfe Temperatur- und Chargeneinflüsse auf die Materialviskosität kompensiert und somit eine stabile Spritzteilqualität erzielt werden. HiQ-Melt ist eine Methode zur Überwachung der Materialqualität, die es durch Messung der beim Plastifizieren aufgewendeten Energie ermöglicht, Abweichungen in der Materialqualität einfach zu erkennen. Unter HiQ-Metering versteht man das aktive Verschließen der Rückstromsperre, wodurch mit jedem Schuss exakt die benötigte Menge an Material eingespritzt wird und damit höchste Bauteilgewichtskonstanz gewährleistet ist. Darüber hinaus ist auch diese Maschine mit dem CMS Condition Monitoring System von Wittmann Battenfeld ausgestattet.

Information und Beratung im Wittmann 4.0 Expert Corner und im Service Center

Im Stundenrhythmus können sich die Besucher auf der Fakuma anhand von Präsentationen eingehend zu den Themen Integration, HiQ-Software-Pakete und dem Maschinenzustands-Überwachungssystem CMS (Condition Monitoring System) informieren. Darüber hinaus wird im Wittmann Battenfeld Service Center Beratung zu den von bereitgestellten MES-Lösungen, Web- und Remote-Service sowie zu verfahrenstechnischen Themen angeboten. Im Expert Corner Plastifiziereinheiten werden die neuesten Lösungen bei Schnecken und Rückstromsperren gezeigt und dem Fachbesucher die Vorteile nähergebracht. In Fachgesprächen kann auf maßgeschneiderte Lösungen eingegangen werden.

www.wittmann-group.com

Dieser Anbieter stellt auf der Fakuma 2017 in Friedrichshafen in Halle B1 am Stand B1-1204 aus
Halle: B1
Stand: B1-1204

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