Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Wittmann: Direkt gekühlte Temperiergeräte

Mit den Modellen Tempro primus C120 und Tempro basic C120 konnte die neue 120er-Serie der direkt gekühlten Temperiergeräte der Wittmann Kunststoffgeräte Ges.m.b.H., Wien, mit Verkaufsstart im Februar nahtlos an das Modell direct C120 anschließen. Unter dem Motto „be smart“ präsentiert Wittmann auf der Fakuma darüber hinaus eine neue Ultraschall-Durchflussmesseinheit sowie den ebenfalls neuen Durchflussregler Flowcon plus.

In allen Konfigurationsvarianten

Die Temperiergeräte Tempro basic C120 gibt es in zwei Baugrößen. (Foto: Wittmann)

Die Temperiergeräte Tempro basic C120 gibt es in zwei Baugrößen. (Foto: Wittmann)

In Friedrichshafen wird die neue direkt gekühlte Baureihe in all ihren Konfigurationsvarianten – sei es hinsichtlich Heizleistung, Pumpenleistung oder Kühlleistung – präsentiert. Direkt gekühlte Temperiergeräte kommen überall dort zum Einsatz, wo eine geringe Temperaturdifferenz zwischen Verbraucher- und Kühlwassertemperatur vorliegt. Verglichen mit den ersten von Wittmann gebauten direkt gekühlten Geräten verfügen die Modelle der Reihe Tempro basic C120 über eine wesentlich kompaktere Form. Für die speziellen Bedürfnisse der Spritzgießindustrie stehen verschiedene Ausstattungsvarianten bezüglich der Pumpen sowie der Heiz- und Kühlleistungen zur Verfügung.

In der kleineren Baugröße misst das Tempro basic C120 230 × 690 × 630 mm. Das Modell bewältigt 200 l/min. Die Heizleistung beträgt entweder 12 oder 18 kW, und bei den Pumpenleistungen kann zwischen 0,75 und 1,5 kW gewählt werden. Es stehen zahlreiche weitere Optionen zur Wahl: serielle Schnittstelle, Außenfühler, Alarmkontakt, interner Bypass zur Entlastung der Pumpen und schließlich die manuelle Formentleerung.

Das leistungsstärkste Modell dieser Reihe verfügt über Abmessungen von 340 × 776 × 700 mm. Fand die Heizleistung der bisherigen Modelle mit 18 kW ihr Ende, so ist dieses Gerät wahlweise mit 18, 24 oder 46 kW Heizleistung verfügbar – und stellt somit eine Neuheit dar. Die Pumpenleistung kann 200 bis 280 l/min betragen.

Die Leistungsdaten der neuen Serie sorgen einen störungsfreien Produktionsverlauf überall dort, wo hohe Kühlleistungen und große Fördermengen gefordert sind. Mit der größten Ausführung der Baureihe sehen sich Anwender in der Lage, Werkzeuge von bis zu 10 t Gewicht in kurzer Zeit auf die gewünschte Betriebstemperatur aufzuheizen.

Die umfassende Standardausstattung kann um einen intern verbauten Pumpenbypass erweitert werden. Dieses Feature trägt dazu bei, den Einsatz der Pumpe anzupassen und den Verschleiß zu reduzieren. Die Pumpe arbeitet im passenden Druckbereich und sorgt somit für den richtigen Durchfluss.

Ultraschall-Durchflussmessung bis 180 °C

Die neuen Ultraschall-Doppel-Durchflussmessung läuft ist jetzt bis zu Temperaturen von 180 °C einsetzbar. (Foto: Wittmann)

Die neuen Ultraschall-Doppel-Durchflussmessung läuft ist jetzt bis zu Temperaturen von 180 °C einsetzbar. (Foto: Wittmann)

Wittmann zeigt am Fakuma-Messestand seine ebenfalls neue Durchflussmesseinheit, die Ultraschall für ihre Messungen verwendet und bei einer Mediumstemperatur von 20 bis zu 180 °C zum Einsatz kommen kann. Die Einheit tätigt ihre Messungen im Durchflussbereich von 0,5 – 40 l/min, bei einer Messgenauigkeit von ±5 % des Messwerts.

Die Kontrolle der Durchflussmenge, die die einzelnen Werkzeugkanäle passiert, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Bereits mehr als die Hälfte aller verkauften Wittmann-Temperiergeräte verfügt über eine entsprechende Durchflusskontrolle – Anlass genug, die Temperaturobergrenze von 160 °C mit Einführung der neuen Messeinheit auf 180 °C zu erhöhen. Die neue Messeinheit zeichnet sich aber nicht nur durch die Erweiterung des Temperaturbereichs aus, sondern auch durch die Möglichkeit, Durchflussmessungen im Bereich unterhalb von 2 l/min exakt durchführen zu können. So wird es nun auch möglich, Werkzeugkanäle mit sehr engen Querschnitten zu überwachen.
Häufig verteilen Anwender die Wassermenge pro Temperierkreis auf zwei Wasserkreise, indem sie extern ein Y-Fitting verbauen, um sich so die Möglichkeit zu schaffen, zwei oder mehrere Kühlkanäle parallel anzuschließen. Durch den parallelen Anschluss wird der Arbeitsdruck der Pumpe verringert und so ihre Fördermenge erhöht – allerdings mit dem Nachteil, dass nicht jeder einzelne, sondern nur noch der Gesamtdurchfluss überwacht werden kann. Mit der im Gerät verbauten Lösung der Doppel-Durchflussmessung, wird genau diesem Nachteil entgegengewirkt. Für den Anwender ergibt sich so die Möglichkeit, pro Temperierkreis zwei Durchflussmessungen durchzuführen, um die Prozesssicherheit weiterhin zu gewährleisten.

Diese neue Technik wird für die Temperiergeräte der Serie Tempro plus D für die Temperaturbereiche bis entweder 140, 160 oder 180 °C angeboten.

Regelung mit Flowcon plus

Der kompakte Wassermengenverteiler Flowcon plus bietet für jeden Wasserkreis die Möglichkeit, die Temperatur oder den Durchfluss zu regeln. (Foto: Wittmann)

Der kompakte Wassermengenverteiler Flowcon plus bietet für jeden Wasserkreis die Möglichkeit, die Temperatur oder den Durchfluss zu regeln. (Foto: Wittmann)

Das neue Wasserdurchfluss-Gerät Flowcon plus ist ein kompakter Wassermengenverteiler, der für jeden Wasserkreis die Möglichkeit bietet, die Temperatur oder den Durchfluss zu regeln. Für jeden Kreis ist eine berührungslose und wartungsfreie Durchflussmessung inklusive Temperaturfühler vorhanden. Diese Lösung ist speziell für „kalte“ Anwendungen geeignet – also Spritzgießwerkzeuge, die nicht auf eine bestimmte Betriebstemperatur aufgeheizt werden müssen, sondern mit kaltem Kühlwasser angefahren werden können. Wobei der Flowcon plus effizient und präzise arbeitet, wodurch er Kühlwasser einspart.

Für jeden einzelnen Kühlkanal am Spritzgießwerkzeug können die Temperatur oder die Durchflussmenge unter Angabe einer Toleranzbreite vorgegeben werden. Die Abweichungen vom Sollwert werden gegebenenfalls an die Verarbeitungsmaschine übertragen, was die Prozesssicherheit erhöht.

Der Flowcon plus eignet sich für den Einsatz im Temperaturbereich von bis zu 100 °C und verfügt über einen Messbereich von 1 – 15 l/min. Er arbeitet selbstständig und passt laufend die Durchflussmengen jedes einzelnen Kühlkanals an. So werden etwa die Durchflussmengen an den Kühlkanälen mit geringerer Bedeutung reduziert, und jene für die bedeutenderen Kanäle erhöht. Dieses Vorgehen resultiert in einer homogenen Wärmeverteilung im Spritzgießwerkzeug bzw. in der Kavität. Die gleichmäßige Verteilung der Wärme ist ausschlaggebend für die Qualität der Teile. Und die – immer unter Berücksichtigung der äußeren Einflüsse – konstant auf dem passenden Niveau gehaltene Wärme ist von großer Bedeutung für die Reproduzierbarkeit des Prozesses.

Der Flowcon plus präsentiert sich auf der Fakuma auf einer Spritzgießmaschine Macropower 450 von Wittmann Battenfelf.

www.wittmann-group.com

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