Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Wittmann: Robotersteuerung überwacht Vakuumsystem

Der neue Überwachungsservice ist für die W8-Servoroboter, wie diesen W843 pro, verfügbar. (Foto: Wittmann)

Der neue Überwachungsservice ist für die W8-Servoroboter, wie diesen W843 pro, verfügbar. (Foto: Wittmann)

Die Wittmann Gruppe, Wien, hat eine neue Funktion zur Verschleißüberwachung des Vakuumsystems von Robotern entwickelt, die die Planung von Wartungsarbeiten vereinfacht. Diese Überwachungsfunktion ist ab sofort für sämtliche W8-Servoroboter verfügbar.

Vom Verschleiß von Greifersystemen sind insbesondere Systeme betroffen, bei denen Vakuum zur Entnahme und Fixierung der Spritzgießteile zum Einsatz kommt. Durch die andauernde Wechselbelastung der Vakuumsauger während des Entnahmezyklus treten Abnutzungen auf. Ebenso kann es an den Verbindungsstellen der Vakuumverschlauchung zu Undichtigkeiten kommen. Als Konsequenz dieser Umstände kann der Fall eintreten, dass der zu entnehmende Kunststoffteil vom Robotergreifer nicht korrekt erfasst werden kann. Typischerweise wird der Roboter bei Eintreten eines solchen Falls die entsprechende Sequenz aus Sicherheitsgründen nicht weiter durchführen. Denn immerhin besteht im Formbereich die Gefahr, dass das Werkzeug auf einen nicht entnommenen Teil schließt, und somit könnte ein unter Umständen sehr kostspieliger Werkzeugschaden auftreten. Auch ein Teileverlust außerhalb des Werkzeugbereichs wird bei den meisten Anwendungen zu einem Stopp des Ablaufs führen, da der verlorengegangene Kunststoffteil nachfolgende Ablagetätigkeiten behindern und auch noch zu einem Greiferschaden führen könnte.

Bei Eintreten eines solchen Fehlerfalls kommt es also zumeist zum Abbruch der Robotsequenz und zum unausweichlichen Maschinenstillstand. Mit anderen Worten, der Ausfall einer Komponente mit einem Anschaffungswert von einem einzigen Euro verursacht weit höhere Kosten für den nachfolgenden Maschinenstillstand, die durchaus im dreistelligen Bereich liegen können. Um derartigen Ausfällen vorzubeugen, sind die Wittmann-Roboter der W8-Serie ab sofort mit einer einstellbaren Funktion zur Verschleißüberwachung des Vakuumsystems ausgestattet.

Roboter mit R8-Steuerung können vom Bediener im Hinblick auf das Verhalten bei Teileverlust beliebig programmiert und an die jeweilige Situation angepasst werden. Schon bisher erlaubte es die R8-Robotsteuerung, das Vakuumniveau für jeden einzelnen Saugkreis individuell auf der TeachBox einzustellen, und diese Einstellwerte als Bestandteil der Ablaufsequenz zu speichern. Die individuelle Rückmeldung eines gegebenenfalls vereinzelt auftretenden Unterdrucks ermöglicht dann die Festlegung der besten Einstellung hinsichtlich der vorhandenen Oberflächenstrukturen von Kunststoffteilen. So wird es möglich, in sehr spezifischer Weise auf Teileverlust zu reagieren.

Schematische Darstellung der Vakuumüberwachungs-Funktionalität und R8 Robotersteuerung mit der entsprechenden Bildschirm-Darstellung. (Abb.: Wittmann)

Schematische Darstellung der Vakuumüberwachungs-Funktionalität und R8 Robotersteuerung mit der entsprechenden Bildschirm-Darstellung. (Abb.: Wittmann)

Die neue Vakuum-Analysefunktion fungiert nun als zusätzliches Vorwarnsystem. Sollten sich die Unterdruck-Verhältnisse kontinuierlich weiter verschlechtern – was auf zunehmenden Verschleiß schließen lässt –, wird eine entsprechende Warnung ausgegeben. Der Roboter kann jedoch bis zum tatsächlichen Teileverlust weiter verfahren, idealerweise bis zur nun frühzeitig ermöglichten Fehlerbehebung im Automatikbetrieb, was einem überraschenden Maschinenstillstand vorbeugt.

Die W8-Roboter gestatten die standardmäßige Unterstützung von acht Vakuumleitungen, wovon jede einzelne spezifisch konfiguriert werden kann. Der jeweilige Unterdruck wird über einen analogen Messeingang eingelesen und für die Frühwarnung ausgewertet. Die Limits für die Frühwarnung können vom Bediener vorgegeben werden. Diese Funktionalität ist als Standardfeature im Funktionsumfang der R8-Steuerung vorhanden.

www.wittmann-group.com

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