Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Actega DS: TPEs mit antibakterieller Ausrüstung

Medizinische Produkte wie Verschlüsse, Katheter, Infusionsschläuche und -beutel, aber auch Griffe und Gerätegehäuse aus antimikrobiellen Materialien können helfen, die hohe Anzahl an Krankenhausinfektionen zu reduzieren. Rohstoffhersteller und Compoundierer, wie Actega DS, Bremen, statten ihre für das Spritzgießen und die Extrusion geeigneten TPE-Compounds daher mit Additiven aus, die einerseits die keimtötenden Eigenschaften gewährleisten, darüber hinaus aber auch Thermostabilität und Resistenz gegen die unterschiedlichen Sterilisationsverfahren bieten.

Die antimikrobiellen Eigenschaften der TPEs Provamed von Actega DS werden während des Compounding-Prozesses hergestellt. Dadurch beschränkt sich die keimabweisende Wirkung nicht nur auf die Oberfläche, sondern gilt für das komplette Produkt. Das heißt auch, dass Einwirkungen von außen, wie Kratzer, starker Gebrauch oder Abnutzung diese Eigenschaften nicht beeinflussen.
Die biozide Wirksamkeit wurde in Anlehnung an eine Prüfmethode für nicht auswaschbare, antibakterielle Kunststoffoberflächen nachgewiesen. Bei dieser, als JIS Z 2801 bekannt gewordenen Testmethode, die in die ISO 22196 übernommen wurde, wird eine Bakteriensuspension (400 µl) mit definierter Konzentration auf eine ca. 5 x 5 cm große Oberfläche des Kunststoffs aufgebracht. Actega DS setzte für die Untersuchung die Mikroorganismen ATCC 4157 E.coli (gramnegativ) und ATCC 7468 M. luteus (grampositiv) in einer Konzentration von 160.000 KBE (Koloniebildende Einheiten) auf einer Fläche von 8 cm² ein. Diese Proben wurden in sterilen Behältnissen (Brutschrank) bei Zimmertemperatur und konstanter Feuchtigkeit aufbewahrt. In den weiteren Prüfungen – nach einer Stunde, zwei, drei und nach vier Stunden – wurde auf Basis der Titerbestimmung die verbliebene Anzahl KBE (koloniebildende Einheiten) ermittelt, um die quantitative Wirkung (Reduzierung der KBE) festzustellen. Nach drei Stunden konnte eine Reduktion der Keime um mehr als 99,9 % realisiert werden. Im anschließenden Agardiffusionstest – in Anlehnung an die AATCC Test Methode 147 – konnte bewiesen werden, dass keine migrierenden Fremdstoffe im Muster enthalten sind. Somit ist die andauernde biozide Wirksamkeit für Produkte, die aus Provamed (1158 AB) gefertigt sind, nachgewiesen.

Neben der Ausrüstung mit keimtötenden Additiven verfügen die TPEs Provamed von Actega DS über ein sehr niedriges Migrationspotential, sind biokompatibel und bieten Sicherheit vor Schleimhautirritationen. Damit haben sie die notwendigen Materialqualifizierungen, die etwa für medizinische Schläuche gelten. Neben der antimikrobiellen Beschichtung zur Erhöhung der Keimresistenz gehören folgende Merkmale zu den Anforderungen:

  • Verhinderung sowohl von Wechselwirkungen – zwischen Schlauchmaterial und pharmazeutischen oder körpereigenen Stoffen –, als auch der Interaktion mit dem Kunststoff und der Medikamentenabsorption
  • Medienbeständigkeit und UV-Stabilität zur Vermeidung der Versprödung und Verformung
  • Transparenz für den optische Flow-Control
  • Röntgenkontrastgebende Streifen zur Verfolgung der Schlauchposition im Körper oder Lokalisierung einer implantierten Drainage oder chirurgischen Komponente
  • Biokompatibilität nach ISO 10993-5 und schließlich Knickbeständigkeit

www.provamed.de
www.actega.com/ds

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