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Azo: Kontinuierliche Pulverdosierung

Das Dosiergerät Azodos Typ P … DV kann Produktionsprozesse mit einem gleichmäßigen Massenstrom an pulverförmigen Produkten beschicken. (Foto: Azo)

Das Dosiergerät Azodos Typ P … DV kann Produktionsprozesse mit einem gleichmäßigen Massenstrom an pulverförmigen Produkten beschicken. (Foto: Azo)

Das Dosiergerät Azodos Typ P … DV von Azo, Osterburken, dient zum volumetrischen Dosieren von pulverförmigen Produkten in Wiege- und Verarbeitungsprozessen. Das Gerät kann in der Kunststoffindustrie eingesetzt werden, um Produktionsprozesse mit einem gleichmäßigen Massenstrom im Grob-/Feinstrom zu beschicken.

Ergänzt durch eine Wiegeeinrichtung kann das Gerät zum Dosiersystem Azodos Typ P… DW erweitert werden, um Verarbeitungsprozesse gravimetrisch zu beschicken. Hierbei kann das Gerät als Negativwaage eingesetzt werden, um Kleinmengen grammgenau in das nachfolgende System zu dosieren. Für die Beschickung von kontinuierlich gravimetrischen Prozessen wird der Azodos P… DW mit der Dosiersteuerung Azocont betrieben, wodurch eine Differential-Dosierwaage DDW realisiert wird.

Aufbau des Basisgerätes

Das Basisgerät Azodos Typ P … DV bzw. DW besteht aus einem Gehäuse, in dem je nach Ausführung eine oder zwei Dosierschnecken eingebaut sind. Die Dosierschnecken werden über frequenzgeregelte Getriebemotoren angetrieben. Zur gleichmäßigen Befüllung der Dosierschnecken aus einem Vorratsbehälter dient ein vorgelagertes Austragsrührwerk. Die Vorratsbehälter sind in diversen Ausführungen und Größen erhältlich und können je nach Ausführung im freien Fall, pneumatisch oder von Hand nachgefüllt werden. Die Dosierschnecken können über eine Auszugseinrichtung nach hinten aus dem Gehäuse herausgezogen werden, wodurch die Reinigung oder das Auswechseln einzelner Bauteile vereinfacht wird.

Wird das Basisgerät mit einer Plattform-Wägezelle oder einem 3-Punkt-Wiegerahmen erweitert, erhält man ein Dosiersystem Azodos Typ P … DW, das als Negativwaage eingesetzt werden kann. Kompensatoren am Vorratsbehälter-Einlauf und am Schneckenauslauf entkoppeln das System und verhindern mechanische Kraftnebenschlüsse. Kombiniert man den Azodos P… DW mit der Dosiersteuerung Azocont wird daraus eine Differential-Dosierwaage. Dabei regelt die Steuerung kontinuierlich den Massefluss bezüglich Soll- und Istdurchsatz.

Funktionsprinzipien und Erweiterungen

Der Azodos Typ P … DV arbeitet im volumetrischen Betrieb. Die pulverförmigen Schüttgüter fließen aus dem Vorratsbehälter in die Dosierschnecke. Um eine gleichmäßige Austragung zu erreichen, wird dazu ein Rührwerk eingesetzt. Über einen frequenzgeregelten Motor kann die Dosierschnecke von Grob- auf Feinstrom umgeschaltet werden. Dadurch wird eine exakte Dosierung in den nachfolgenden Wiegeprozess erreicht.

Bei einer Dosierwaage wird das Basisgerät auf eine Plattform-Wägezelle montiert oder in einen 3-Punkt-Wiegerahmen integriert. Dieser kann in einem Gestell auf dem Boden stehen oder von der Decke abgehängt werden. Die Dosierschnecke dosiert das Schüttgut im Grob-/Feinstrom in den nachfolgenden Prozess. Dabei wird gewogen wie viel Produkt aus dem Azodos herausdosiert wurde. Das System arbeitet gravimetrisch nach dem Prinzip der Negativwiegung.

Der Azodos Typ P … DW wird zu einer Differential-Dosierwaage (DDW) wenn steuerungsseitig ein entsprechendes Regelsystem (z. B. Azocont) vorgesehen wird. Das Schüttgut wird von der Dosierschnecke ausgetragen und die daraus resultierende Gewichtsabnahme pro Zeit wird durch das Wiege- und Regelsystem festgestellt. Diese tatsächliche Gewichtsabnahme pro Zeit (Istdurchsatz) wird mit dem gewünschten Sollwert verglichen, der vom nachfolgenden Verarbeitungsprozess, z. B. einem Extruder vorgegeben wird. Differenzen zwischen der tatsächlichen und der Sollgewichtsabnahme pro Zeit werden durch Leistungsanpassung des Dosiergeräts korrigiert.

Erreicht das Produkt im Azodos einen voreingestellten Füllpegel, wird der Regelprozess kurz unterbrochen und der Vorratsbehälter nachgefüllt. Während der Nachfüllzeit wird die Leistung der Dosierschnecke auf einen Wert eingestellt, der auf historischen Gewichts- und Leistungsdaten beruht, die in früheren Dosierzyklen gesammelt wurden.

Bedienung und Steuerung

Mit der zentrale Steuerung Azocont können bis zu zehn Dosierstationen gesteuert werden. An einem Bedienpanel wird die Anlage visualisiert und parametriert. Je nach Anforderung kann eine PC-basierte Visualisierung (Intouch, WinCC, etc.) angeschlossen werden. Des Weiteren ist eine Schnittstelle für das Prozessleitsystem Kastor integriert. Über dieses Prozessleitsystem können umfangreiche Workflows wie z. B. Bilanzierung und Rezepthandling realisiert werden. Zusätzlich kann über die Azocont-Steuerung auch die Materialförderung zur Nachfüllung der Dosiergeräte gesteuert werden. Dabei kann Azocont bis zu vier unabhängige Sammelbeschickungen mit zusammen maximal 32 Abscheidern steuern.

Mit einer einzigen Steuerung Azocont können nun die verschiedensten Anforderungen konfiguriert werden. Egal ob es sich hierbei um die Steuerung von bis zu zehn Dosiergeräten Azodos handelt oder zusätzlich bis zu vier Sammelbeschickungen mit zusammen maximal 32 Abscheidern mit angesteuert werden sollen.

www.azo.com

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