Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Bayer Material Science: Individuelle Designvielfalt im Autoinnenraum

In den verschiedenen Varianten einer Zierblende sind Teil eines neuen kompletten Materialkonzepts für den Autoinnenraum. (Foto: Bayer Material Science)

In den verschiedenen Varianten einer Zierblende sind Teil eines neuen kompletten Materialkonzepts für den Autoinnenraum. (Foto: Bayer Material Science)

In kaum einer Branche sind die Anforderungen an die Qualität und Vielseitigkeit von Oberflächen so groß wie in der Automobilindustrie. Vor allem im Innenraum legen Kunden Wert auf vielfältig und ansprechend dekorierte Elemente und eine individuelle Ausstattung. Autohersteller begegnen diesem Wunsch mit der Entwicklung variantenreicher Kleinserien – auf der Basis großvolumiger Basisplattformen. Im Mittelpunkt steht dabei die effiziente und kostengünstige Herstellung von Bauteilen für die jeweilige Wagenklasse.

Auf der Kunststoffmesse K 2013 hatte Bayer Material Science ein komplettes Materialkonzept auf Basis von Polycarbonat präsentiert, das auf die künftige Gestaltung des Autoinnenraums ausgerichtet ist und alle genannten Forderungen erfüllt. Als aktuelle Entwicklung im Rahmen des Konzepts zeigt das Unternehmen auf der VDI-Tagung „Kunststoffe im Automobilbau“ am 2. und 3. April in Mannheim verschiedene Varianten einer Zierblende. In den Exponaten kommt das enorme Potenzial beim Einsatz von Makrolon- und Bayblend-Produkten in dieser Anwendung zum Ausdruck.

Die Konzeptbauteile entstanden in enger Zusammenarbeit mit der Gerhardi Kunststofftechnik in Lüdenscheid. Der Verarbeitungsspezialist entwickelte ein innovatives Werkzeugkonzept, in dem die verschiedensten Oberflächen und Designvarianten effizient hergestellt werden können. Hierbei ermöglicht das umfassende Leistungsspektrum moderner Werkstoffe aus Polycarbonat vielfältige Dekorationsmöglichkeiten aus nur einem Stammwerkzeug.

„Dazu gehören matte und hochglänzende Strukturen, attraktive Farbtöne mit Tiefenglanz, außerdem lackierte, foliendekorierte und metallisierte Oberflächen“, erläutert Dirk Kieslich, Leiter der Produkt- und Verfahrensentwicklung bei Gerhardi. „Mit diesem seriennahen Werkzeug lassen sich die gängigsten Techniken zur Gestaltung von Oberflächen abbilden und so eine große Vielfalt an Varianten ohne weitere Verarbeitungsschritte darstellen.“

„Eine einfache, aber wirkungsvolle Möglichkeit ist die Erzeugung von dreidimensionalen Lasergravur-Narbungen mit zwei verschiedenen Glanzgraden“, sagt Philipp Möller, Projektleiter und Anwendungsentwickler im Geschäftsfeld Polycarbonate bei Bayer Material Science. Bei dieser Anwendung ermöglichen die hohe Fließfähigkeit und Verarbeitungstemperatur des PC+ABS-Blends Bayblend HG eine präzise Abformung der Narbung. „Durch die Strukturierung ist gleichzeitig ein natürlicher Kratzschutz gegeben“, ergänzt Möller. Die hochwertige, glänzende Oberfläche kann wahlweise in der gewünschten Farbe lackiert werden, zum Beispiel mit Beschichtungen auf Basis von Polyurethan-Rohstoffen von Bayer Material Science.

Gerhardi Kunststofftechnik entwickelte ein innovatives Werkzeugkonzept, in dem verschiedenste Oberflächen und Designvarianten effizient hergestellt werden können. (Foto: Bayer Material Science)

Gerhardi Kunststofftechnik entwickelte ein innovatives Werkzeugkonzept, in dem verschiedenste Oberflächen und Designvarianten effizient hergestellt werden können. (Foto: Bayer Material Science)

Das Spektrum der Gestaltungsmöglichkeiten wird noch erheblich erweitert durch Verwendung des metallisierbaren Produkts Bayblend T65 PG. Auf dem Bauteil lassen sich durch Galvanisierung attraktive Chromoberflächen erzielen. Mit Hilfe des Strukturchrom-Verfahrens, eine von Gerhardi entwickelte Dekorationstechnik, entstehen darüber hinaus faszinierende Strukturen mit matten oder hochglänzenden Designs. Varianten mit Beleuchtung gewähren einen Blick auf die darunterliegende Kunststoffoberfläche. Auch abgeformte dreidimensionale Lasergravuren sind darstellbar.

Polycarbonat-Folien wie zum Beispiel Makrofol HF eröffnen weitere Perspektiven für die optische Gestaltung des Autoinnenraums. Solche kratzfest beschichteten Folien sind robust und können dank neuer Prozesstechnologien auch dreidimensional verformt werden. Das Ergebnis sind Bauteile mit maßgeschneidert einstellbarer Optik.

Eine interessante Variante sind Oberflächen mit Tag- und Nachtdesign, die gut zum aktuellen Infotainment-Trend passen: Die optische Anzeige ist nur in eingeschaltetem Zustand erkennbar und entsteht durch hinter der Folie befindlichen LEDs. Sonst sieht der Fahrer nur eine elegante, mattschwarze Oberfläche. Die dahinterstehende Black-Panel-Technologie wurde bereits vor ein paar Jahren von Bayer-Forschern entwickelt.

www.materialscience.bayer.com
www.gerhardi.com

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