Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Dr. Boy: Individuelle Automationslösungen und vernetzte Maschinen

Boy-Spritzgießautomat mit multifunktionaler Ausstattung. (Foto: Boy)

Boy-Spritzgießautomat mit multifunktionaler Ausstattung. (Foto: Boy)

Mit der bislang größten Anzahl an Spritzgießautomaten präsentiert sich die Dr. Boy GmbH & Co. KG, Neustadt-Fernthal, auf der K 2016. Der Spezialist für Spritzgießautomaten bis 1.000 kN Schließkraft greift auf der Kunststoff-Leitmesse auch die Themen „Internet der Dinge – vernetzte Maschinen“ sowie „individuelle Automationslösungen“ auf und wird dies mit interessanten Anwendungen dem Fachpublikum näherbringen.

Dass auch in der kunststoffverarbeitenden Branche der Ruf nach vielseitigeren Maschinen angekommen ist, zeigen die zunehmend vielfältigen Anforderungen an die Maschinenhersteller. Klaus Geimer, stellvertretender Boy-Geschäftsführer, verzeichnet seit geraumer Zeit eine wachsende Nachfrage in Richtung vielseitig einsetzbarer Maschinen. „Waren früher Spritzgießautomaten für spezielle Verarbeitungs- oder nur für bestimmte Anwendungsverfahren ausgelegt, so bieten die heutigen Maschinenkonfigurationen vielseitigere Einsatzmöglichkeiten. Multifunktional ausgestattete Serienmaschinen – teilweise mit individuell zugeschnittenen Automationslösungen oder Paketen zur Rüstzeitoptimierung – stehen im Mittelpunkt des Käuferinteresses. Diesem Trend haben wir mit den aktuellen Maschinen aus unserem Produktprogramm Folge geleistet.“

Hand in Hand

So werden auf der K 2016 auf einer Boy 35 E VV gleich zwei Roboter miteinander arbeiten. Mit kollaborierender Robotertechnik wird die Mensch-Maschine-Schnittstelle zum Messeerlebnis für die Besucher. Auf der Boy 35 E VV werden transparente Gläser gefertigt, und dann von einem 6-Achs-Roboter aus dem Werkzeug entnommen. Die Gläser werden auf Anforderung individuell namentlich etikettiert und gefüllt. Anschließend übergibt der zweite – in diesem Falle kollaborierend arbeitende Roboter – das befüllte Glas direkt dem Messebesucher in die Hand. Das besondere an dieser neuen Art der Robotertechnik ist der Verzicht auf Umhausungen oder Schutzzäune an dieser Übergabestelle.

Vernetzte Maschinendaten

Mit der Boy-Status-App haben Anwender ihre Spritzgießmaschinen im Blick. (Foto: Boy)

Mit der Boy-Status-App haben Anwender ihre Spritzgießmaschinen im Blick. (Foto: Boy)

Einen Schritt in Richtung Industrie 4.0 vollzieht das Unternehmen mit der möglichen Anbindung seiner Maschinen an das Internet. Auf dem Messestand werden die Daten der Messemaschinen gesammelt und über eine Internetverbindung an einen Server geschickt. Mit der Status-App (status.dr-boy.de) können die aktuellen Maschinendaten der Exponate auf dem Boy-Messestand während der K-Messe auf mobilen Endgeräten online eingesehen werden. Boy bietet diese Technologie und die App in seinem Verkaufsprogramm an und ermöglicht damit den Anwendern den jeweils aktuellen Status ihrer Maschinen jederzeit im Blick zu haben – auch ohne direkt vor Ort sein zu müssen. Das oft zitierte „Internet der Dinge“ ist fester Bestandteil des zukünftigen Standards Industrie 4.0 und hält somit auch mehr und mehr Einzug in die Welt der kunststoffverarbeitenden Maschinen. Möglich macht dies die Steuerung Procan Alpha der Boy-Spritzgießautomaten. Das „Herz der Maschine“ ist mit einem digitalen Ausgang an die Online-Welt ausgestattet.

Schnelle Schnecke mit nur 1,9 cm³ Gangvolumen

Weiteres Messe-Highlight auf der K 2016 ist die Präsentation der Fachkompetenz im Mikrospritzguss. Gezeigt wird eine Boy XS mit Automationseinrichtung, die mit einer 8-mm-Schnecke Teile eines Mikro-Wankelmotors mit einem Schussgewicht von nur 0,08 g fertigt. Kürzere Verweilzeiten des Materials in der Plastifiziereinheit bzw. ein schnellerer Durchsatz des Materials (nach dem First-in-First-out-Prinzip) durch die extrem kleine 8-mm-Einheit bieten die Möglichkeit, auch temperatursensiblere Materialien verarbeiten zu können.

3D-Einsätze mit größerem Format

Größeres Format: Das Werkzeugwechselsystem zur Aufnahme 3D-gedruckter Formeinsätze gibt es nun auch für die größeren Boy 25 E und Boy 35 E. (Foto: Boy)

Größeres Format: Das Werkzeugwechselsystem zur Aufnahme 3D-gedruckter Formeinsätze gibt es nun auch für die größeren Boy 25 E und Boy 35 E. (Foto: Boy)

Das Drucken von 3D-Formeinsätzen und deren zeitnaher Einsatz auf einer Boy 25 E werden eindrucksvoll demonstriert. Während der Messe werden unterschiedliche Formeinsätze mit geometrisch voneinander abweichenden Teilen gedruckt. Hier zeigt sich der Vorteil dieser 3D-Technologie, lassen sich doch so in sehr kurzer Zeit die unterschiedlichsten Teile auf der Boy 25 E spritzgießen. Das bislang nur bei der Boy XS eingesetzte Werkzeugwechselsystem zur Aufnahme der 3D-gedruckten Formeinsätze gibt es bei Boy nun auch für die größeren Boy 25 E und Boy 35 E.

„Wir werden auf der K 2016 auf unseren Spritzgießautomaten auch Anwendungen zur Mehr-Komponenten-Technik, zum Spritzblasen und zur Medizintechnik zeigen. Bei einer weiteren Anwendung ist die aktive Mithilfe der Standbesucher erwünscht. Diese können sich durch ihre Mitarbeit ihren eigenen praktischen Drehmomentschlüssel anfertigen“, so Klaus Geimer

www.dr-boy.de