Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

TH Deggendorf: Campus für Kunststoff-Technik in Hutthurm

In Hutthurm im Landkreis Passau entsteht ein Campus für Kunststoff-Technik der Technischen Hochschule Deggendorf (THD, Deggendorf; www.th-deg.de). Hierfür habe Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer nun im Landtag die Weichen gestellt, berichtet die „Passauer Neue Presse”.

Die THD hat seit 2009 in den angrenzenden Landkreisen bereits acht Technologie- und Gesundheitscampus gegründet. Dem neuen Standort werden in Kooperation mit der Campus-Einrichtung in Weißenburg („kunststoffcampus bayern”) 5,6 Mio EUR in Aussicht gestellt.

Fries: Generationswechsel in der Geschäftsführung

Bei der Fries Kunststofftechnik GmbH (Sulz / Österreich; www.fries-kt.com) hat mit dem Pensionseintritt des langjährigen geschäftsführenden Gesellschafters Martin Rhomberg ein neues Führungsteam die Unternehmensleitung übernommen. Den Vorsitz nimmt nun Katharina Rhomberg aus der Eigentümerfamilie ein, zudem ist sie für Personal und kaufmännische Agenden zuständig. Gerhard Marte leitet die Bereiche Produktion und Technik, und Gerhard Bertsch zeichnet verantwortlich für Marketing und Vertrieb.

Der gewerberechtliche Geschäftsführer und Gesellschafter Thomas Rhomberg leitet bis zu seinem Pensionsantritt Ende 2018 weiterhin die Abteilung Forschung & Entwicklung.

Conzetta: Kauf der Kunststoffsparte von Ottobock

Für einen nicht genannten Betrag übernimmt Conzzeta (Zürich / Schweiz; www.conzzeta.ch) den Bereich Ottobock Kunststoff (Duderstadt; www.ottobock-kunststoff.de) von der Medizintechnik-Gruppe Ottobock (Duderstadt; www.ottobock.de). Das Geschäft für PUR-Schaumstoffe und -Schaumteile erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von rund 130 Mio EUR. Der Deal beinhaltet neben dem Werk in Duderstadt Standorte in den USA und China.

Vorbehaltlich aller notwendigen Genehmigungen wird der Abschluss der Transaktion noch im zweiten Halbjahr 2017 erwartet. Conzzeta sieht in den Geschäften eine komplementäre Ergänzung der Tochtergesellschaft FoamPartner (Wolfhausen / Schweiz; www.foampartner.com).

A.Schulman: Gewinnwarnung wegen Europaschwäche

Der Polymerwerkstoff-Spezialist A. Schulman (Akron, Ohio / USA; www.aschulman.com) hat eine Gewinnwarnung für das noch laufende Geschäftsjahr 2016/17 (31.8.) herausgegeben. Statt wie bislang angenommen ein Ebitda von 225 bis 230 Mio USD zu erreichen, werde es wohl eher 200 bis 204 Mio USD betragen, hieß es am 20. Juli 2017 aus Akron. Der Gewinn pro Aktie werde entsprechend bei 1,60 bis 1,70 USD liegen statt bei den prognostizierten 2,08 bis 2,18 USD, das sind 23 Prozent weniger.

Vor allem die „bedeutend gedrückten Margen” in den europäischen Geschäften macht CEO Joseph M. Gingo dafür verantwortlich.

Grammer: Zehn Millionen Kopfstützen aus Werk Schmölln

Seit der Eröffnung im Jahr 2009 hat der Automobilzulieferer Grammer (Amberg; www.grammer.com) im Werk im thüringischen Schmölln bis heute 10 Mio Kopfstützenmodule produziert und von dort an weltweite Standorte von Automobilherstellern ausgeliefert. Die vollautomatisierte Produktion mit insgesamt 350 Mitarbeitern könne mehr als 25 verschiedene Varianten von Kopfstützen fertigen, so das Unternehmen.

Insgesamt mache die Kopfstützenproduktion einen wichtigen Teil des Grammer-Geschäftssegments Automotive aus, das seinerseits seit Jahren der Hauptwachstumstreiber des Konzerns ist.

Hella: Umsatz und Ergebnisse steigen weiter

Der Lichttechnik- und Elektronikzulieferer Hella KGaA Hueck & Co (Lippstadt; www.hella.de) hat Umsatz und Ergebnis auch im Geschäftsjahr 2016/2017 (31.5.) weiter gesteigert. Nach vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz nominal um 3,7 (bereinigt 4,3) Prozent auf 6,6 Mrd EUR. Das bereinigte Ebit legte um 12 Prozent auf 534 Mio EUR zu, nach Sondereffekten stehen hier 507 (Vorjahr: 420) Mio EUR zu Buche.

„Insbesondere in der zweiten Geschäftsjahreshälfte hat sich unser Umsatzwachstum durch zahlreiche neue Produktionsanläufe wie erwartet stark beschleunigt”, erklärt Dr. Rolf Breidenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung. Diese komplexen neuen Produktlinien sind effizient angelaufen, was maßgeblich zu unserem deutlich verbesserten Ergebnis beigetragen hat.”

GW Plastics: US-Spritzgießer übernimmt irisches Unternehmen

Für einen nicht genannten Betrag übernimmt GW Plastics (Bethel, Vermont / USA; www.gwplastics.com) den Medizintechnik-Zulieferer Avenue Mould Solutions (Sligo / Irland; www.avenuemouldsolutions.ie). Die US-Amerikaner setzen damit den ersten Fuß auf den europäischen Markt.

Das 1988 gegründete Avenue Moulding Solutions ist als klassisches Spritzgießunternehmen mit integrierter Entwicklung und Werkzeugbau aufgestellt. Der Fokus liegt bei Auftragsfertigungen für medizinische und pharmazeutische Vorrichtungen von OEMs und deren großen Zulieferern. Avenue liefert nach eigenen Angaben in mehr als 15 Länder.

Italien: Exporte von Kunststoffmaschinen ziehen stark an

Die Exporte der italienischen Kunststoff- und Gummimaschinenhersteller sind im ersten Quartal von 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 16,3 Prozent gestiegen. Auch die Binnennachfrage verzeichnete einen Zuwachs, Importe stiegen um 15,3 Prozent. Dies teilt der Branchenverband Amaplast (AMP, Mailand / Italien; www.amaplast.org) auf Basis einer kürzlich veröffentlichten Erhebung des italienischen Institutes für Statistik Istat (Rom / Italien; www.istat.it) mit.

Die Maschinenhersteller hatten schon 2016 ihren Vorkrisen-Produktionswert von 4,2 Mrd EUR übertroffen. Mit Ausnahme von Reifenpressen zeigte der Export aller Arten von Maschinen ein überdurchschnittliches Wachstum, Thermoform-Anlagen wuchsen gar um rund 70 Prozent.

Altkunststoffe: Milliarden Tonnen lagern in der Umwelt

Bis zum Ende des Jahres 2015 wurden weltweit gut 5 Mrd t Kunststoffabfälle, rund 79 Prozent der weltweiten Altkunststoffe seit den fünfziger Jahren, noch nicht verwertet und befinden sich entsprechend in der Umwelt und auf Mülldeponien. Das berichten Forscher der University of California und der University of Georgia.

Demnach ist das Herstellungsvolumen von Kunststoffen von 2 Mio t im Jahr 1950 um 19.000 Prozent auf 380 Mio t im Jahr 2015 angewachsen. Akkumuliert wurden 8,3 Mrd t Kunststoff hergestellt. Knapp 30 Prozent davon befinden sich noch anhaltend in Gebrauch. Den Recherchen zufolge wurden nur etwa 9 Prozent des verbleibenden Abfallaufkommens von mehr als 6 Mrd t recycelt, dazu wurden 12 Prozent thermisch verwertet oder schlichtweg verbrannt.

SKZ: Tagung ,,Kunststoffprodukte in der Medizin”

In Würzburg führt das Kunststoff-Zentrum SKZ (Würzburg; www.skz.de) am 10. und 11. Oktober 2017 die Fachtagung „Kunststoffprodukte in der Medizin – Werkstoff, Oberfläche, Unique Device Identification UDI” durch.

Insbesondere UDI schwebe wie ein Damoklesschwert über der Medizinbranche, so das SKZ. Was kommt auf die Hersteller von Produkten für die Medizinbranche zu? Wie müssen die Produkte gekennzeichnet sein? Welche Systeme sind tatsächlich „fälschungssicher“? Daneben stehen aktuelle Entwicklungen zu Sterilisierung, Werkstoffmodifikation und Kennzeichnung im Fokus der Fachtagung.

KI Dialog: Herausragendes erstes Halbjahr 2017 für die Kunststoffbranche

Die deutsche Kunststoffbranche präsentiert sich aktuell in blendender Verfassung. Die hohen Erwartungen vom Jahresbeginn an das zurückliegende erste Halbjahr wurden nochmals übertroffen. Dank der guten Entwicklung bei Export, Investitionen und Beschäftigung ist auch der Ausblick auf die kommenden sechs Monate überwiegend optimistisch.

Dies berichtet der Branchendienst „KI – Kunststoff Information” (www.kiweb.de) als Ergebnis seiner aktuellen Umfrage zur Kunststoffkonjunktur, an der sich 445 Unternehmen beteiligt haben. KI befragt seit 2001 im halbjährlichen Rhythmus Führungskräfte der Kunststoffindustrie zu Geschäftsverlauf und -erwartung, Investitionen und Beschäftigung.

Für das erste Halbjahr 2017 meldeten 61 Prozent der Unternehmen einen gegenüber dem zweiten Halbjahr 2016 verbesserten Geschäftsverlauf. Erwartet hatten dies zu Jahresbeginn nur 51 Prozent. Der Anteil der Unternehmen, die eine rückläufige Geschäftsentwicklung zu verzeichnen hatten, lag mit 9 Prozent nur knapp unter den Erwartungen. Der KI Entwicklungsindex erreichte mit 118 Punkten den höchsten Stand seit sechs Jahren.

Die positive Stimmung spiegelt sich auch in der Investitionsplanung wider. 28 Prozent der Unternehmen korrigierten ihre Pläne im ersten Halbjahr nach oben, ein ungewöhnlich hoher Wert. Nur 6 Prozent kürzte die vorgesehenen Ausgaben. Bei der Beschäftigung ist die Entwicklung seit gut fünf Jahren anhaltend positiv. Auch in der ersten Hälfte 2017 erhöhten 44 Prozent der Unternehmen die Beschäftigtenzahlen, 11 Prozent mehr als im vorangegangenen Halbjahr.

Die gute Entwicklung wird sich auch im zweiten Halbjahr 2017 fortsetzen. Ein Drittel der Unternehmen plant weitere Einstellungen, nur 7 Prozent will den Personalbestand kürzen. Der Branche dürfte somit das nächste Rekordjahr bevorstehen.

Sika: Produktion von PVC-Membranen in Russland

Mit der Inbetriebnahme einer neuen Produktionslinie für PVC-Membranen im Werk in Lobnya bei Moskau erweitert die Sika AG (Baar / Schweiz; www.sika.com) das Angebotsspektrum in Russland. Hochleistungsfolien zur Abdichtung von Bauwerken werden nun lokal hergestellt, was wesentliche Kosten- und Wettbewerbsvorteile durch wegfallende Importzölle und tiefere Transportkosten bringe. Voraussetzung waren eine bessere Verfügbarkeit von Rohstoffen und die Qualifizierung von Lieferanten.

Sika will mit den Membranen „ein rasches Wachstum in den Märkten Waterproofing und Roofing” in Russland realisieren. Mit prognostizierten Zuwachsraten von jährlich 6 Prozent bis 2020 wachse der Markt für Membranen schneller als der russische Baumarkt.

Polykemi: Neue PPA-Compounds vorgestellt

Der Compoundeur Polykemi (Ystad / Schweden; www.polykemi.se) hat zwei neue Werkstoffe vorgestellt. Die unter dem Namen „Scanrex“ angekündigten Polyphtalamide (PPA) enthalten 30 beziehungsweise 50 Prozent Glasfaser und sollen in Anwendungen eingesetzt werden können, in denen zuvor Metall verwendet wurde.

Dem Unternehmen zufolge zeichnen sich die Scanrex-Compounds vor allem durch geringe Feuchtigkeitsaufnahme sowie durch hohe Hitzebeständigkeit aus. Dadurch können die neuen Materialien in hochbeanspruchten Anwendungen, wie beispielsweise in Kugelgelenklagern, Zahnrädern oder Scharnieren im Automobil eingesetzt werden. Das PPA eigne sich auch für die Verwendung im Motorraum für Gehäuse, Luftmessventile, Drosselklappen und Kraftstoffleitungen. Ein weiterer Effekt ist die Gewichtsreduktion, die bei einem Einsatz erreicht werden könnte.

Milacron: Ausbau der Produktion von Heißkanalsystemen in China

In China wird der Maschinenbaukonzern Milacron (Cincinnati, Ohio / USA; www.milacron.com) künftig deutlich mehr Heißkanal- und Steuerungssysteme der Marke „Mold-Masters” herstellen. Ende Juni hat das Unternehmen die Werksfläche am Standort Kunshan City in der ostchinesischen Provinz Jiangsu um 8.200 m² erweitert und damit nahezu verdoppelt. Zurzeit werden 30 neue Maschinen in Betrieb genommen, teilte das Unternehmen mit.

Im Herbst 2017 sollen noch 22 weitere Anlagen folgen, um die Fertigungskapazitäten für Heißkanaldüsen, Verteiler und andere Komponenten zu erweitern. So sollen von Zulieferern bereitgestellte Fertigungsschritte in die eigene Produktion integriert werden.

DuPont: Zweite 3D-Saugblasformmaschine in Asien

Im China Research & Development Center (CRDC) in Shanghai hat die Sparte „Performance Materials“ des Spezialchemie-Herstellers DuPont (Wilmington, Delaware / USA; www.dupont.com) eine 3D-Saugblasformmaschine installiert. Mit dem Gerät des Herstellers Soffiagio Tecnica (ST, Monza / Italien; www.st-blowmoulding.com) verfüge das Unternehmen nun über zwei Saugblasformer im asiatisch-pazifischen Raum. Laut DuPont wurde eine Anlage bereits 2015 in Japan in Betrieb genommen.

Die asiatische DuPont-Sparte teilt weiter mit, dass Kunststoffe der Marken „Zytel” (Basispolyamide), „Hyrtel” (Polyesterelastomere) und „Surlyn” (Ionomere) nun auch für 3D-Druckverfahren zur Verfügung stehen.