Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

Röchling: Weltweit drittes Technikum in Italien

Rund 4 Mio EUR hat Röchling Automotive (Mannheim; www.roechling.de) in Kauf und Umbau eines neuen Technikums im italienischen Leifers investiert. Es ist die dritte Einrichtung dieser Art für den Automobilzulieferer weltweit, neben den bestehenden in Troy (USA) und Kunshan (China).

In dem rund 1.300 m² Fläche umfassenden Gebäude in Leifers arbeiten gut 100 Mitarbeiter unter anderem aus den Bereichen Entwicklung, Berechnung und Simulation sowie Innovation und Business Development. Mit dem Neubau wird Fläche in der nahe gelegenen Produktionsstätte frei. Insgesamt beschäftigt Röchling Automotive an dem Standort 850 Mitarbeiter.

Songwon: Additiv-Hersteller wächst weltweit weiter

Um 6,1 Prozent hat die Songwon Industrial Group (Ulsan / Südkorea; www.songwon.com) den Umsatz im Jahr 2016 auf 694 Mrd KRW (rund 576 Mio EUR) nach oben schrauben können. Das Nettoergebnis lag bei 42 Mrd KRW (35 Mio EUR). Insbesondere der Bereich “One Pack Systems” (OPS) für die Polymerstabilisation habe das Wachstum getrieben. Im letzten Jahr hatte Songwon neue Werke dafür in Abu Dhabi und in China eröffnet.

Das Jahr 2017 habe solide begonnen, heißt es aus Ulsan. Wachstum erwartet Songwon weiterhin vor allem im Bereich der Stabilisatoren, insbesondere aus den Polymerproduktionszentren in China, dem Nahen Osten und den USA.

Türkei: Gebühr für Kunststoff-Tragetaschen ab 2018

In Anlehnung an zahlreiche westeuropäische Staaten führt auch die Türkei mit Jahresbeginn 2018 Gebühren für festere Mehrweg-Tragetaschen aus Kunststoff in Läden und Supermärkten ein. Leichte Plastiktüten wie die sogenannten Hemdchenbeutel werden gleichzeitig weitgehend ausgemustert. Das verkündete der türkische Einzelhandelsverband Türkiye Perakendeciler Federasyonu (TPF, Istanbul; www.tpf.com.tr) vor wenigen Tagen.

Wie hoch die Gebühr sein soll, war auf Nachfrage nicht zu erfahren. Für die Übergangszeit bis Januar 2018 ist die kostenlose Abgabe von Stofftaschen und Kartons vorgesehen.

Dow: Mega-Cracker in Texas fertig

Die Fertigstellung des neuen „world scale”-Crackers im texanischen Freeport meldet Dow Chemical (Midland, Michigan / USA; www.dow.com). Die Zulassungsphase für die Anlage auf Ethanbasis („light feed”) hat begonnen, Mitte des Jahres soll die Inbetriebnahme erfolgen.

Im Downstream des Crackers wird Dow in Texas und Louisiana sukzessive bis ins Jahr 2018 hinein neue Anlagen für PE-LLD, PE-LD und EVA sowie EPDM in Betrieb nehmen. Zudem ist das Debottlenecking einer Gasphasenlinie für bimodales PE-HD geplant.

Uvex: Tochtereinheit BSA expandiert in Obernzell

Bei der uvex-Gruppe (Fürth; www.uvex.de) erweitert das Tochterunternehmen B-S-A Gesellschaft für Kunststoffverarbeitung und -handel mbH (BSA) den Firmensitz im niederbayerischen Obernzell. Startschuss für die Expansion war der Kauf eines benachbarten Areals, wie uvex mitteilt.

Dort soll nun ein neuer Gebäudetrakt für die Produktion spritzgegossener Kleinteile für Rad-, Reit- und Skihelme entstehen. Mit dem Ausbau werden 50 neue Arbeitsplätze geschaffen. Aktuell beschäftigt BSA in Obernzell etwa 200 Mitarbeiter.

Trinseo: Weitere Preiserhöhung für Polycarbonat

Zum 1. April 2017 kündigt Trinseo (Berwyn, Pennsylvania / USA; www.trinseo.com) erneut eine Preiserhöhung für Polycarbonat in Europa an. Für alle Qualitäten der Marke „Calibre“ verlangt das Unternehmen demnach einen Aufschlag von 180 EUR/t.

Bereits zum 1. März hatte Trinseo eine Anhebung um 150 EUR/t verkündet.

Huntsman: Finnische Titandioxid-Produktion auf Sparflamme

Die Folgen des Brandes im Titandioxid-Werk von Huntsman (The Woodlands, Texas / USA; www.huntsman.com) im finnischen Pori sind offenbar schwerwiegender als angenommen. Voraussichtlich erst gegen Ende 2018 will das Unternehmen den Farbstoff dort wieder in vollem Umfang erzeugen können.

Derzeit läuft die Linie auf Sparflamme. Für das zweite Quartal 2017 rechnet Huntsman mit dem Einsatz von 20 Prozent der Gesamtkapazität, 60 Prozent sollen es binnen Jahresfrist sein. 

Constantia Flexibles: Werk in Rumänien vor dem Aus

Im vergangenen Jahr hat Constantia Flexibles (Wien / Österreich; www.cflex.com) erstmals die Umsatzschwelle von 2 Mrd EUR überschritten. Auch das operative Ergebnis vor Sonderposten war so hoch wie nie zuvor. Derweil plant der Hersteller von flexiblen Verpackungen und Etiketten Anpassungen der Produktion in Europa.

In der rumänischen Hauptstadt Bukarest will das Unternehmen bis Juli 2017 ein Werk für flexible Lebensmittelverpackungen schließen. Betroffen sind rund 90 Mitarbeiter. Die Belieferung der Kunden aus der Snack- und Süßwarenbranche sollen die Standorte Weiden, Ankara (Türkei) und Kleszczów (Polen) übernehmen. Am belgischen Standort Löwen hat Constantia zudem in eine neue Drucktechnologie investiert.

Flexible Verpackungen: Hersteller mit gestiegener Zuversicht

Die Mitglieder im Industrieverband Papier- und Folienverpackung e.V. (IPV, Frankfurt; www.ipv-verpackung.de) beurteilen die Perspektiven im Geschäftsjahr 2017 deutlich positiver als im vergangenen Jahr. „Während vor einem Jahr lediglich 27 Prozent unserer Mitglieder ein positives Geschäftsjahr erwartet haben, sind es heute 56 Prozent“, erläutert IPV-Vorstandssprecher Klaus Jahn die Ergebnisse einer Branchenumfrage zu Jahresbeginn.

Als Gründe für den gestiegenen Optimismus nennt er zum einen Neukundenakquise, aber auch interne Faktoren. „Den Unternehmen ist es gelungen, einerseits ihre Produktivität durch Prozessoptimierungen zu steigern und andererseits neue, für den Markt der Lebensmittelverpackung attraktive Produkte zu entwickeln“, sagt Jahn.

Borealis: US-JV für Polyethylen mit Total und Nova

Gemeinsam wollen der Polyolefinkonzern Borealis (Wien / Österreich; www.borealisgrooup.com) und die dessen Schwestergesellschaft Nova Chemicals (Calgary, Alberta / Kanada; www.novachemicals.com) mit Total Petrochemicals and Refining USA (Houston, Texas / USA; www.totalpetrochemicalsusa.com) einen Cracker und Nachfolgeeinrichtungen in Texas bauen. Die Unternehmen unterzeichneten die Vorverträge für ein JV zum Bau und Betrieb eines „Light Feed”-Crackers in Port Arthur.

Zudem soll eine neue PE-Anlage auf Basis der „Borstar”-Technologie am Standort Bayport entstehen. Die dortige PE-Anlage von Total soll ebenfalls in das JV einbezogen werden. Die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens ist bis Ende 2017 vorgesehen. Bis Ende des Jahres 2020 sollen die neuen Anlagen in Betrieb gehen.

Bakhtar: Neue PE-Anlage im Iran in Betrieb

Irans Staatspräsident Hassan Rohani hat am 25. März 2017 die neue PE-Linie bei Kordestan Petrochemical (Kordestan / Iran) offiziell eingeweiht. Das PE-LD aus der Hochdruckanlage wird vermarktet über die Dachgesellschaft Bakhtar Petrochemical (www.bakhtarpc.com), der auch die vom südlichen Gasstandort Assulyeh kommende Ethylen-Pipeline im Westen des Landes untersteht.

Mit der neuen Anlage steigt der Iran laut der Kapazitätsdatenbank Polyglobe (www.polyglobe.net) zum drittgrößten Produzentenland der Welt für PE-LD nach den USA und China auf.

KHG Plastics: Generationswechsel in der Geschäftsführung

Beim Spritzgießunternehmen KHG Plastics GmbH (Velbert; www.khg-plastics.com) ist Nicolaas Hülsbeck (35) jetzt vom Prokuristen zum Geschäftsführer aufgestiegen. Ausgeschieden als Geschäftsführer ist dafür Ulrich Hülsbeck (69). Gesamtprokura erhielt zugleich Alexandra Loosen. Weiterhin Geschäftsführer bleibt Lutz Karrenberg.

KHG Plastics produziert im 3- und 4-Komponenten- und Gas-Innendruck-Spritzgießverfahren sowie mittels Reib- und Laserschweißen Kunststoffkomponenten unter anderem für die Automobilindustrie.

Kunststoffverarbeitung Hessen: Tarifgespräche erneut vertagt

Die Tarifverhandlungen für die kunststoffverarbeitenden Betriebe in Hessen gehen in die dritte Runde, nachdem auch die Gespräche am 27. März ohne Ergebnis vertagt wurden. Am 28. April treffen sich die Tarifparteien in Wiesbaden zur Fortsetzung der Gespräche.

Kernstreitpunkt ist neben den noch deutlich auseinander liegenden Vorstellungen für Löhne und Gehälter offenbar die Forderung der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE, Wiesbaden; www.hessen-thueringen.igbce.de) nach einem Bonus für Gewerkschaftsmitglieder. Die Gewerkschaft fordert weiterhin Lohnerhöhungen von 6 Prozent, die Arbeitgeber bieten eine zweistufige Erhöhung der Vergütungen um insgesamt 4,7 Prozent über 25 Monate.

LyondellBasell: PP-R-Copolymer für Folien und Verschlüsse

Als Material für Kappen und Verschlüsse sowie Folien zum Einsatz in der Medizintechnik hat LyondellBasell (LBI, Houston, Texas / USA; www.lyondellbasell.com) „Purell RP320M” auf den Markt gebracht.
Das PP Random-Copolymer ist als Spritzgieß- und als Gießfolien-Type erhältlich und bringt laut Hersteller gute Klarheit und Homogenität sowie eine ausgeglichene Mischung in Bezug auf mechanische und optische Eigenschaften mit.

Das mit phthalatfreien Katalysatoren erzeugte Polymer enthält nach LBI-Angaben weder Additive zur Senkung des Reibungskoeffizienten noch Anti-Blocking-Mittel.