Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

Kangde Group: Weltgrößte Carbonfaserproduktion in China

Im nordostchinesischen Rongcheng, Shandong, will die Kangde Group (Bejing / China; www.kangdegroup.com) bis 2023 eine Carbonfaser-Erzeugung mit einer Kapazität von 66.000 jato errichten. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnete das Unternehmen mit Vertretern der Stadtverwaltung Rongcheng sowie mehrerer Banken. Die Gesamtkosten für das „Kangde Carbon Valley” werden mit 50 Mrd RMB beziffert, etwa 6 Mrd EUR.

Es wäre die weltweit größte Einzelanlage für Carbonfasern, die Kapazität wäre zudem größer als die des aktuellen Weltmarktführers Toray, der seit der Zoltek-Übernahme auf gut 43.000 jato kommt. Gleichzeitig ist in Changzhou bei Shanghai eine Fabrikation von carbonfaserverstärkten Kunststoffteilen für Luftfahrt- und Automobilanwendungen in Planung.

Addivant: Neue Antioxidantien für PP-Compoundierung

Eine neue Serie von Antioxidantien für PP-Compoundeure und -Recycler hat der Additivhersteller Addivant (Danbury, Connecticut / USA; www.addivant.com) auf den Markt gebracht. Die Typen 813, 815 und 817 der „Ultranox”-Produktreihe verfügen über gute Lagerfähigkeit bei hohen Temperaturen sowie verbesserte Prozess- und Farbstabilität, teilt das Unternehmen mit.

Die 800er-Serie wurde als Alternative zu den Phenol/Phosphit-Mischungen „AO 225″ und „AO 215″ entwickelt.

Engel: Werksausbau in Shanghai fertiggestellt

Rund 7,5 Mio EUR hat der Spritzgießmaschinenhersteller Engel (Schwertberg / Österreich; www.engelglobal.com) in eine neue Fertigungshalle und ein Bürogebäude am Standort Shanghai investiert. Die Produktions- und Büroflächen wurden um 1.600 m² respektive 1.000 m² erweitert, teilt das Unternehmen mit.

Der chinesische Standort soll den Planungen zufolge weiter gestärkt werden. Die Zahl der Mitarbeiter wird bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres im März 2018 auf 500 von zurzeit 450 steigen, sagte Gero Willmeroth, Geschäftsführer für Vertrieb und Service der chinesischen Tochtergesellschaft Engel Machinery (Shanghai), anlässlich der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Bestehen der Niederlassung.

Rohstoff-Logistik: Sperrung der Rheintalbahn aufgehoben

Der Güterverkehr auf der Rheintalbahn ist am Morgen des 2. Oktober 2017 nach sieben Wochen Sperrung wieder angelaufen. Der Ausfall der Transportmöglichkeiten auf der wichtigen Nord-Süd-Verbindung hatte in den vergangenen Wochen für Engpässe nicht nur bei Bahnkunden geführt, sondern in deren Folge auch bei Transporten auf der Straße, da viele Unternehmen auf Lieferungen per LKW ausgewichen waren.

Für Unternehmen in Südwestdeutschland, Frankreich und der Schweiz führte die Sperrung des Eisenbahnabschnittes zwischen Rastatt und Baden-Baden zu Schwierigkeiten bei der Rohstoffversorgung beziehungsweise zu Mehrkosten durch das Ausweichen auf alternative Transportwege. In der Kunststoffindustrie war vor allem die Versorgung mit liquiden Zwischenprodukten, die von wichtigen Petrochemiestandorten wie Rotterdam oder Antwerpen auf der Schiene in Silo- und Kesselwagen nach Süden transportiert werden, betroffen.

B&K Kunststoffe: Automobilzulieferer Gotec übernimmt Gruppe

Zum 1. Oktober übernimmt der Beschichtungspezialist Gotec Gorschlüter GmbH (Wülfrath; www.gotec-gmbh.de) die insolvente B&K Unternehmensgruppe, zu der das Spritzgießunternehmen B&K Kunststoffwerke GmbH & Co KG (Bonn; www.bukbn.com) und die Handelsgesellschaft Livemold Trading GmbH (Breitungen; www.livemold.de) gehören.

Alle Geschäftsbereiche werden vollständig übernommen und schließen Beteiligungen in China ein. Die 140 Arbeitsplätze an den Standorten Bonn und Breitungen bleiben erhalten, heißt es. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Ineos Styrolution: Preissenkung für Polystyrol

Mit sofortiger Wirkung senkt das in Rolle / Schweiz ansässige PS-Geschäft von Ineos Styrolution (Frankfurt; www.ineos-styrolution.com) den Bruttomarktpreis für PS-GP um 80 EUR/t. Das Premium für schlagfestes Material (PS-HI) wird wie in den Vormonaten unverändert mit 100 EUR/t angegeben.

Im Oktober fiel der Styrol-Referenzkontrakt gegenüber dem Vormonat um 110 EUR/t ab. Die Notierung für den Zuschlagstoff Butadien stieg um 125 EUR/t.

PET: US-Produzenten stellen Antrag auf Strafzölle

Die Verzweiflung im überversorgten PET-Markt der USA scheint groß. Die vier führenden dort tätigen Produzentengruppen Alpek (DAK Americas), Indorama, M&G Polymers und Formosa (Nan Ya Plastics) haben jetzt beantragt, die PET-Importe in die Vereinigten Staaten aus den fünf Ländern Brasilien, Indonesien, Südkorea, Pakistan und Taiwan mit Strafzöllen wegen Dumping zu belegen. Die Forderungen liegen zwischen 18 und 115 Prozent. Die zuständige US International Trade Commission (ITC, Washington, D.C. / USA; www.usitc.gov) hat eine erste Prüfung von vorläufigen Maßnahmen bis zum 13. November 2017 zugesagt.

Seit April 2016 gelten in den USA bereits fünfjährige Strafzölle für PET-Einfuhren aus China, Indien, Kanada und dem Oman. Offensichtlich sind die genannten Länder in die dadurch entstehende Lücke vorgedrungen.

Kingspan: Neue XPS-Linie in den USA

Der Baustoffkonzern Kingspan (Kingscourt / Irland; www.kingspan.com) hat am US-Standort Winchester eine neue XPS-Linie eingeweiht. Damit verdoppelt sich die Kapazität des Werks im Bundesstaat Virginia, wie das Unternehmen mitteilt. In den Ausbau investierte es 25 Mio USD (21 Mio EUR). Weitere 1,1 Mio USD flossen in den Kauf eines benachbarten, rund 30.000 m² großen Grundstücks.

In Südamerika übernahm Kingspan derweil für einen nicht genannten Betrag 51 Prozent der Anteile an Isoeste Constructivos Isotermicos (Anapolis / Brasilien; www.isoeste.com.br), einen Hersteller von .Dämmplatten (PUR/PIR und EPS), Ziegeln und Metalltüren.

RPC: Umsatz- und Gewinnprognose für 2017 angehoben

Der Kunststoff-Verpackungskonzern RPC Group (Rushden / Großbritannien; www.rpc-group.com) erwartet für das erste Halbjahr des Geschäftsjahrs 2017/18 (31.3.) Erlöse und Ergebnisse deutlich über den bisherigen Prognosen. Absolute Zahlen sollen allerdings erst mit dem Halbjahresabschluss zum 29. November veröffentlicht werden.

Zukäufe wie der des US-Verpackungsherstellers Letica (Rochester, Michigan / USA; www.letica.com) im Frühjahr, organisches Wachstum und Kursdifferenzen hätten die Entwicklung angetrieben und auch die höheren Polymerpreise mehr als kompensiert, so das Unternehmen. CEO Pim Vervaat nannte insbesondere den chinesischen Markt als Wachstumstreiber.

Bombardier: Hengshen Carbonfaser-Prepregs für den Flugzeugbau

Mehr internationales Geschäft verspricht sich der Carbonfaserproduzent und Prepreg-Spezialist Hengshen Fibre Co Ltd (Danyang, Jiangsu / China; www.hscarbonfibre.com) von einer weitergehenden Vereinbarung mit dem Flugzeug- und Eisenbahnbauer Bombardier (Montréal, Québec / Kanada; www.bombardier.com).

Seit 2015 unterzieht Bombardier die Hengshen-Materialien ausgedehnten Tests, die inzwischen abgeschlossen sind und positiv ausfielen. Die jetzt geschlossene Partnerschaft sieht eine offizielle Zertifizierung durch die Luftfahrtbehörden vor. Sollte diese erfolgreich sein, wäre der Einsatz der Prepregs in Flugzeuganwendungen möglich. Hengshen wäre damit der erste chinesische Materiallieferant in diesem von etablierten Unternehmen wie Cytec, Toray und Hexcel dominierten Markt.

Braskem: „Grünes“ PE-Compound für Rotationsformprozesse

Der südamerikanische Polyolefinkonzern Braskem (São Paulo / Brasilien; www.braskem.com) und das Compoundingunternehmen A. Schulman (Akron, Ohio / USA; www.aschulman.com) haben ein Compound entwickelt, das auf dem zuckerrohrbasierten („grünen“) Polyethylen von Braskem basiert und sich in Rotationsformprozessen einsetzen lässt.

Als Beispiele für Anwendungen, die einen Anteil von mehr als 50 Prozent „grünem PE“ ermöglichen, nennt Braskem Spielzeug, Möbel und landwirtschaftliche Geräte. Erste Vertreter des PE-Compounds für Rotationsformprozesse präsentierte A. Schulman vom 26. bis 28. September auf der Messe „Rotoplas 2017“ (Rosemont, Illinois / USA, www.rotoplas.org).

Woojin Plaimm: Koreanischer Spritzgießmaschinenbauer expandiert

Der südkoreanische Spritzgießmaschinenbauer Woojin Plaimm (Europa: Leobersdorf / Österreich; www.woojinplaimm.com/global/en) forciert die Expansion in Europa. Das Unternehmen, das bis 2016 eine Tochtergesellschaft im österreichischen Leobersdorf und eine Vertretung in Tschechien hatte, schloss seitdem mehrere Partnerschaften für Vertretungen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Rumänien, der Slowakei und Spanien.

Aktuell fertigt Woojin Plaimm bis zu 2.000 Spritzgießmaschinen pro Jahr, aber das im Jahr 2014 eingerichtete Werk im südkoreanischen Boeun-gun ermöglicht laut Unternehmensangaben ein Produktionsvolumen, das drei Mal so groß ist.

Trinseo: Neues F&E-Zentrum in Terneuzen

Im niederländischen Terneuzen hat der Styrolkunststoffkonzern Trinseo (Berwyn, Pennsylvania / USA; www.trinseo.com) ein Forschungs- und Entwicklungszentrum eröffnet. Durch die Modernisierung zweier bestehender Zentren für technische Dienstleistungen sowie von Forschungslaboratorien wurde ein Kunststoff-Forschungszentrum mit 180 Mitarbeitern geschaffen, teilt der Konzern mit.

Gleichzeitig werden die Bereiche Supply Chain, Environmental Health & Safety sowie Quality und Procurement in Terneuzen angesiedelt, so dass an dem Standort ein europäisches Logistikzentrum entsteht, das nun gemeinsam mit Schkopau die größte Repräsentanz in Europa bildet.

ZVEI: Deutsche E&E-Exporte weiter mit Zuwachs

Die Exporte der deutschen Elektroindustrie sind mit einem zweistelligen Plus in die zweite Jahreshälfte gestartet. Das meldet der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI, Frankfurt; www.zvei.org) im aktuellen Außenhandelsreport. Im Juli übertrafen die Ausfuhren mit einem Volumen von 15,7 Mrd EUR das Vorjahresergebnis um 13,1 Prozent. In den gesamten ersten sieben Monaten dieses Jahres sind die Branchenausfuhren um 10,8 Prozent gegenüber Vorjahr auf 113,5 Mrd EUR gestiegen. Die Exporte in das europäische Ausland stiegen im Juli um 13,4 Prozent und in die Eurozone um 12,3 Prozent.

Die Importe elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland nahmen im Juli noch kräftiger zu als die Ausfuhren: Sie stiegen um 14,7 Prozent gegenüber Vorjahr auf 14,3 Mrd EUR. Von Januar bis Juli erhöhten sie sich um 11,4 Prozent auf 103,3 Mrd EUR.

Verbände: Bohmayr neuer Leiter des Kunststoff-Clusters

Zum 1. September 2017 hat Wolfgang Bohmayr die Leitung des Kunststoff-Clusters (KC, Linz / Österreich; www.kunststoff-cluster.at) in Oberösterreich übernommen. Der 44-Jährige folgt Elmar Paireder, der sich nach drei Jahren als Leiter beider Cluster, Mechatronik und Kunststoff, ganz auf die Aktivitäten im Bereich Mechatronik konzentrieren wird. Die beiden Cluster wurden seit 2011 in Personalunion geführt.

Bohmayr ist bereits seit sieben Jahren als Projektmanager im KC tätig. „Als Cluster sind wir Coach und Trendscout, um an der Zukunft und an der Wettbewerbsfähigkeit mit unseren Partnern zu arbeiten – oft auch gemeinsam mit Forschungseinrichtungen. Es geht darum, Trends zu erkennen und die Unternehmen bei der Umsetzung von Innovationen zu unterstützen“, sagt Bohmayr.