Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

Müller IML: Anteilsverkauf für internationales Wachstum

Um das internationale Wachstum von H. Müller -Fabrique de Moules SA (Müller IML, Conthey / Schweiz; www.muller-iml.com) voranzutreiben, hat der bisherige Eigentümer Udo Gröber Anteile an dem Anbieter von Spritzgießwerkzeugen und Robotern zur Herstellung von Dünnwandverpackungen an die Investmentgesellschaft CGS Management (Pfäffikon / Schweiz; www.cgs-management.com) veräußert. Über die Höhe der Beteiligung wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Wachstumspläne, die Akquisitionen vorsehen, richten sich zunächst auf Nordamerika. „Wir erwarten dort, vor allem im Bereich I-IML, im Verlaufe der nächsten Jahre ein überdurchschnittliches Wachstum“, erklärte CGS-Partner Thomas Anderegg. Im Fokus stünden aber auch weitere Wachstumsmärkte.

Greiner Bio-One: Ausbau des Werks in Ungarn

Den Grundstein für eine Verdopplung der Werksfläche hat Greiner Bio-One (GBO, Kremsmünster / Österreich; www.greinerbioone.com) am 22. März 2017 im westungarischen Mosonmagyaróvár nahe der österreichischen Grenze gelegt. Ab Herbst 2017 sollen hier labortechnische Hilfsmittel auf dann insgesamt 4.000 m² Fläche produziert werden.

Im Südwesten Europas hat Greiner Bio-One derweil mit der Übernahme der langjährigen Vertriebspartner Vacuette España und Vacuette Portugal die Marktpräsenz verstärkt. Die iberischen Kunden werden ab sofort direkt über die eigenen Vertriebsniederlassungen bedient.

Keter: Übernahme von Stewart Plastics

Für einen nicht genannten Preis will die Keter Group BV (Rojen / Niederlande; www.keter.com) den Hersteller von Heim- und Gartenartikeln aus Kunststoff Stewart Plastics (Banbury / Großbritannien; www.stewart-garden.co.uk) erwerben. Die Akquisition erweitere das Portfolio und das Produktionsnetz des weltweit bedeutenden Herstellers von Kunststoffkonsumwaren, sagt Lee Mellor, der das Europa-Geschäft von Keter leitet.

Zudem eröffne der Deal zusätzliche Vertriebsmöglichkeiten in Bereich Gartencenter. In Großbritannien werden die Produkte von Stewart Plastics werden in über 1.600 Outlets angeboten.

Treofan: Großauftrag für Separatorfolien aus China

Nach mehreren Jahren intensiver Entwicklung, Markterschließung und Zertifizierung meldet der Hersteller von BOPP-Folien Treofan (Raunheim; www.treofan.com) nun einen ersten größeren Auftrag für die mikroporöse einlagige Separatorfolie „TreoPore”. Kunde ist nach Angaben aus Raunheim ein aufstrebender chinesischer Hersteller von Lithium-Ionen-Batterien für elektrisch angetriebene Busse, dessen Name jedoch nicht genannt wird.

Zu dem zunächst bis Ende 2017 ausgehandelten Vertrag gehört auch eine Absichtserklärung für die weitere Abnahme. Diese sieht eine kontinuierlich steigende Menge vor, die 2020 eine Jahresproduktion von 28 Mio m² erreichen soll.

Kunststoffverarbeitung Hessen: Tarifgespräche erneut vertagt

Die Tarifverhandlungen für die kunststoffverarbeitenden Betriebe in Hessen gehen in die dritte Runde, nachdem auch die Gespräche am 27. März ohne Ergebnis vertagt wurden. Am 28. April treffen sich die Tarifparteien in Wiesbaden zur Fortsetzung der Gespräche.

Kernstreitpunkt ist neben den noch deutlich auseinander liegenden Vorstellungen für Löhne und Gehälter offenbar die Forderung der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE, Wiesbaden; www.hessen-thueringen.igbce.de) nach einem Bonus für Gewerkschaftsmitglieder. Die Gewerkschaft fordert weiterhin Lohnerhöhungen von 6 Prozent, die Arbeitgeber bieten eine zweistufige Erhöhung der Vergütungen um insgesamt 4,7 Prozent über 25 Monate.

LyondellBasell: PP-R-Copolymer für Folien und Verschlüsse

Als Material für Kappen und Verschlüsse sowie Folien zum Einsatz in der Medizintechnik hat LyondellBasell (LBI, Houston, Texas / USA; www.lyondellbasell.com) „Purell RP320M” auf den Markt gebracht.
Das PP Random-Copolymer ist als Spritzgieß- und als Gießfolien-Type erhältlich und bringt laut Hersteller gute Klarheit und Homogenität sowie eine ausgeglichene Mischung in Bezug auf mechanische und optische Eigenschaften mit.

Das mit phthalatfreien Katalysatoren erzeugte Polymer enthält nach LBI-Angaben weder Additive zur Senkung des Reibungskoeffizienten noch Anti-Blocking-Mittel.

ContiTech: Werk für beschichtete Gewebe in China

Die erste Produktionsstätte für elastomerbeschichtete Gewebe außerhalb Deutschlands hat der Automobilzulieferer ContiTech (Hannover; www.contitech.de) im chinesischen Changshu jetzt offiziell in Betrieb genommen. Mehr als 20 Mio EUR flossen in das Werk, in dem unter anderem Materialien für Faltenbälge sowie Gewebe für Schutzausrüstungen, Trockentauchanzüge und Rettungsboote gefertigt werden.

Das Unternehmen fertigt in Changshu bereits seit Anfang 2017 kalandrierte Folien sowie Halbfabrikate für Luftfedern und Antriebsriemen. In den kommenden Monaten ist eine Verdoppelung der Belegschaft von bislang 25 Beschäftigten vorgesehen.

Coveris: Nettoverlust fast verdoppelt

Auch im Jahr 2016 schrieb der Hersteller von Kunststoffverpackungen Coveris (Chicago, Illinois / USA; www.coveris.com) wie schon in den Vorjahren rote Zahlen. „Das Gesamtjahr 2016 blieb unter unseren Zielen und war enttäuschend,” erläutert Chairman und Interim-CEO David Mezzanotte. Der fast verdoppelte Nettoverlust von 113 (2015: 63) Mio USD wirft wohl auch ein erhellendes Licht auf das kurzfristige Ausscheiden des vormaligen CEO Gary Masse in diesem Januar.

Der Umsatz des Konzerns blieb mit 2,5 Mrd USD währungsbereinigt zwar stabil, nominal sank er aufgrund der Wechselkurseinflüsse allerdings um 96 Mio USD. Das Ebitda ging leicht auf 308 (324) Mio USD zurück.

Getzner: Höherer Umsatz beim Spezialisten für Schwingungsschutz

Der Hersteller von Schwingungs- und Erschütterungsschutz Getzner Werkstoffe GmbH (Bürs / Österreich; www.getzner.com) profitierte 2016 von der guten Auftragslage und erzielte einen Umsatz von 80,4 Mio EUR. Das ist ein Plus von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 90 Prozent der Erlöse werden im Ausland generiert. Die Zahl der Beschäftigten wuchs im vergangenen Jahr um 40 auf 380.

Der Verarbeiter von PUR-Elastomeren mit den Geschäftsbereichen Bahn, Bau und Industrie produziert unter anderem Schwingschutzsysteme als Vibrations- und Lärmdämpfer in Waggoninneneinrichtungen.

Pohl: Spritzgießunternehmen zieht um

Bis Ende des Jahres will die Pohl Kunststofftechnik & Werkzeugbau GmbH & Co KG (Engelskirchen / Osberghausen; www.pohl-kg.de) die Produktion vom bisherigen Standort in das knapp 30 km entfernte Morsbach-Lichtenberg verlagern. Gründe sind das begrenzte Platzangebot am alten Standort sowie die gute Auftragslage.

In Morsbach hat das Spitzgießunternehmen lokalen Medienberichten zufolge auf dem früheren Gelände des Automobilzulieferers IBS-Brocke kürzlich eine Halle erworben. Diese soll genügend Platz bieten für Maschinenpark und Lager sowie eine Aufstockung der Belegschaft von gegenwärtig 45 Mitarbeitern.

Kunststoff-Maschinenbau Italien: Produktionswert legt weiter zu

Die italienischen Kunststoffmaschinenbauer haben sich im letzten Jahr unter dem Strich gut behauptet. Treiber waren sowohl anziehende Exporte als auch Erholungstendenzen im Inlandsmarkt. Insgesamt erzielte der Kunststoff-Maschinenbau in Italien in 2016 nach Angaben des Branchenverbandes Assocomaplast (Mailand / Italien; www.assocomaplast.org) einen Produktionswert von 4,2 Mrd EUR – ein Zuwachs von 1,9 Prozent.

Auf Basis der Daten des Statistikamtes Istat (Rom / Italien; www.istat.it) legten die Exporte um 1,7 Prozent auf 2,97 Mrd EUR zu. Die Importe erreichten einen Wert von 850 Mio EUR, was einem Zuwachs von 12,2 Prozent entspricht. 

Kem One: JV für chloriertes PVC in Indien

Gemeinsam mit dem PVC-Erzeuger Chemplast Sanmar (Chennai / Indien) plant Kem One (Lyon / Frankreich; www.kemone.com) den Bau einer Anlage für chloriertes PVC in Karaikal in Südindien Nadu. Beide PVC-Erzeuger unterzeichneten kürzlich eine entsprechende Absichtserklärung für ein Joint Venture, das noch von den lokalen Behörden genehmigt werden muss. Davon abhängig könnte mit dem Bau in der zweiten Jahreshälfte 2017 begonnen werden. Ein Produktionsstart wäre dann 2019 möglich, wie eine Sprecherin erklärte.

Die auf Kem One-Technologie basierende Linie soll inklusive der angeschlossenen Compoundierung umgerechnet rund 46 Mio EUR kosten.

Gabriel-Chemie: Masterbatches mit Metallic- und Marmor-Effekt

In Zusammenarbeit mit dem Effektpigment-Spezialisten Schlenk Metallic Pigments GmbH (Roth; http://de.schlenk.com) hat die Gabriel-Chemie GmbH (Gumpoldskirchen / Österreich; www.gabriel-chemie.com) neue Masterbatch-Formulierungen entwickelt, die eine Metalloptik in Kunststoffen nachbilden.

Nach Angaben des Masterbatch-Herstellers ergeben die „Flowing Metallics”-Typen mit ultrafeinen Pigmenten durch die Masseeinfärbung eine seidene, homogene Oberfläche am Kunststoffobjekt, frei von sichtbaren Glitzerpartikeln.

Gealan Fenster-Systeme: Wechsel der Geschäftsführung

Führungswechsel bei der Gealan Fenster-Systeme GmbH (Oberkotzau; www.gealan.de), dem Hersteller von Kunststoffprofilen für Fenster, Türen und Rollläden. Der bisherige Geschäftsführer Jürgen Küspert verlässt die Gealan-Gruppe Ende Juni 2017 nach 24 Jahren Betriebszugehörigkeit mit unbekanntem Ziel.

Sein Nachfolger ist Ivica Maurovic, seit 2009 Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb. Er wird das Unternehmen zusammen mit Technik-Chef Tino Albert leiten.