Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

Imerys: Neues Technikum für Recycling-Additive

Der Konzernbereich „Perfomance Additives” des großen Mineralstoff-Produzenten Imerys (Paris / Frankreich; www.imerys.com) bietet jetzt begleitende Entwicklungsleistungen speziell für Kunststoff-Recyclingbetriebe. Der nach eigenen Angaben führende Anbieter von mineralischen Füllstoffen und Additiven für die Kunststoffindustrie hat mit „ImerLink” bereits einen Kompatibilisator für sekundäre Polyolefin-Blends im Programm.

Mit eigenen Laboranlagen für Compoundierung und Verarbeitung (Gieß- und Blasfolien, Spritzgießen) sowie allen relevanten Werkstoffprüf- und Analyseeinrichtungen können spezielle Aufgabenstellungen gelöst und kundenindividuelle Compounds entwickelt werden, hebt das Unternehmen hervor.

Chemtura: Azelis vertreibt Flammschutzmittel in USA und Kanada

Seit dem 1. Februar 2017 vertreibt der Spezialchemie-Distributeur Azelis (Antwerpen / Belgien; www.azelis.com) für Chemtura (Philadelphia, Pennsylvania / USA; www.chemtura.com) Brom- und Phosphor-Flammschutzmittel sowie verwandte Produkte der Marke „Great Lakes Solutions” in den USA und Kanada exklusiv. Chemtura beendete gleichzeitig die Zusammenarbeit mit den bisherigen Vertriebspartnern Nexeo (The Woodlands, Texas / USA; www.nexeosolutions.com) sowie der zu Univar gehörenden Chempoint (Bellevue, Washington / USA; www.chempoint.com).

Derzeit laufen die letzten Verhandlungen zur Übernahme der 1,7 Mrd USD schweren Chemtura durch den Wettbewerber Lanxess (Köln; www.lanxess.de).

KWM: Dirk Langenohl neuer Geschäftsführer

Das Spritzgießunternehmen KWM Kunststoff-Formteile GmbH (Merklingen; www.kwm-kunststoffe.de) hat zum 1. April 2017 Dirk Langenohl zum Geschäftsführer bestellt. Der 52-jährige Vertriebsleiter übernimmt die Aufgabe zusätzlich von Gründer und Alleingesellschafter Josef Rommler (77), der damit seine Nachfolge regelt und noch für eine begrenzte Zeit in der Unternehmensleitung verbleiben wird.

KWM verfügt über 21 Spritzgießmaschinen und fertigt großflächige und dickwandige Kunststoffbauteile aus sämtlichen Thermoplasten sowie PUR im Spritzgieß- und Schäumverfahren. Das Unternehmen mit 58 Beschäftigten erwirtschaftete 2016 einen Jahresumsatz von 11 Mio EUR.

Automobilbau: Absatzrekord bei Freizeitfahrzeugen

Insgesamt 54.883 Freizeitfahrzeuge – Wohnwagen (Caravans) und Reisemobile – wurden im vergangenen Jahr in Deutschland neu zugelassen. Das ist ein Plus von 16,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und nach Ansicht des Caravaning Industrie Verbandes e.V. (CIVD, Frankfurt; www.civd.de) das beste Ergebnis seit 25 Jahren.

Mit einem Umsatz von 8,74 Mrd EUR (+15,4 Prozent) erzielte die deutsche Branche laut CIVD das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Die Hersteller meldeten einen Umsatz von 4,8 Mrd EUR, das ist ein Anstieg um 19,3 Prozent. Der Löwenanteil entfiel auf Reisemobile mit einer Steigerung um 19,5 Prozent auf 3,94 Mrd EUR, der Umsatz mit Caravans kletterte um 18,5 Prozent auf 860 Mio EUR.
 

Styrolution: Kräftige Preisaufschläge für Spezialitäten

Aufgrund der anhaltend starken Nachfrage hebt Ineos Styrolution (Frankfurt; www.ineos-styrolution.com) im zweiten Quartal 2017 die Preise für spezielle ABS- und ASA-Qualitäten deutlich an. ABS-Spezialitäten der Marke „Novodur“ sollen um 680 EUR/t teurer werden, „Luran S“ ASA um 400 EUR/t.

Begründet wird die Maßnahme zudem mit „enorm gestiegenen Rohstoffkosten” sowie weiterhin engen Rohstoffmärkten.

Technische Regranulate: Massive Preissteigerungen

Nach langen Wochen mit nur wenig Bewegung schlug die explosionsartige Preisentwicklung aus dem Primärmarkt nun massiv auf die Rezyklatpreise durch. Im Sog der Primärmaterialien verteuerten sich alle Rezyklate technischer Thermoplaste um bis zu 150 EUR/t. Ausnahmen waren lediglich POM, PP-Compounds und PC/ABS-Blends, bei denen der Anstieg wegen der meist kontraktierten Abnahmen aus dem Automobilbau etwas gedämpfter ausfiel. Dies berichtet der Branchendienst Kunststoff Information (KI, Bad Homburg; www.kiweb.de) im aktuellen Online-Report.

Für die Recyclingunternehmen verbesserte sich die ohnehin bereits gute Auftragslage weiter, manche arbeiten wegen der im März noch einmal deutlich gestiegenen Ordervolumina an der Kapazitätsgrenze. Deshalb war auch Grundware teilweise nicht mehr in vollem Umfang verfügbar, das Angebot schrumpft.

Arburg: Spritzgießmaschinenhersteller wieder mit Umsatzrekord

Zum dritten Mal in Folge stellte der Spritzgießmaschinenhersteller Arburg (Loßburg; www.arburg.com) einen Umsatzrekord auf. Auf Basis der vorläufigen Zahlen werde der konsolidierte Umsatz für das Jahr 2016 bei gut 630 Mio EUR liegen, nach 580 Mio EUR in 2015 und 540 Mio EUR in 2014. Diese Zahlen gab das Unternehmen im Rahmen der Hausmesse ,,Technologie-Tage” vom 15. bis 18. März bekannt.

„Sehr erfolgreich waren im Jahr 2016 unsere elektrischen Maschinen“, berichtete der geschäftsführende Gesellschafter Michael Hehl. Strategisches Wachstum wird zudem mit dem Ausbau des Schließkraftspektrums bis 6.500 kN erwartet, wie auf der „K 2016″ vorgestellt. Im Stammwerk hat Arburg vor allem für Fertigungstechnik und Logistik 19,3 Mio EUR investiert. Unter anderem wurde auch ein Prototyping Center für die additive Fertigung neu eingerichtet. Mit einem mehrstöckigen Gebäude will Arburg im laufenden Jahr die Kapazitäten für Kundenschulungen und -seminare sowie für die Administration erweitern.

Steinbacher: Übernahme von Kingspan Gefinex

Zum 1. April 2017 übernimmt die Gruppe um die Steinbacher Dämmstoff GmbH (Erpfendorf / Österreich; www.steinbacher.at) die Kingspan Gefinex GmbH (Pritzwalk; www.kingspangefinex.de). Die Übernahme wird durch die Steinbacher-Tochtergesellschaft Interdämmstoff Deutschland GmbH (Oranienbaum-Wörlitz) vorgenommen. Finanzielle Details werden nicht genannt.

Gefinex stellt als Spezialist für Schall- und Feuchteschutz Produkte wie Trittschallmaterialien, Feuchtesperren und Bewegungsfugenprofile aus extrusionsgeschäumten Polyethylen (XPE) her. Steinbacher wird die „Gefinex”-Produkte als eine der führenden Marken im europäischen XPE-Markt unter gleichen Namen weiterführen.

Lanxess: Zweistelliger Ergebniszuwachs

Das Ebitda vor Sondereinflüssen des Spezialchemiekonzerns Lanxess (Köln; www.lanxess.de) stieg im Jahr 2016 um 12,4 Prozent auf 995 Mio EUR. Treiber für die positive Entwicklung waren die höheren Absatzmengen in allen Segmenten, die höhere Kapazitätsauslastung sowie Kosteneinsparungen. Der Umsatz ging wegen niedrigerer Verkaufspreise dagegen um 2,6 Prozent auf 7,7 Mrd EUR zurück.

Die angestrebte Akquisition von Chemtura verläuft planmäßig. Nach den Kartellbehörden in den USA und Brasilien haben Anfang März auch die Behörden in Südkorea die Akquisition freigegeben. Mit dem Vollzug wird bis Jahresmitte gerechnet.

Repsol: Propylen-Splitter in Tarragona nimmt die Arbeit auf

Für rund 26 Mio EUR hat Repsol (Madrid / Spanien; www.repsol.com) am Standort Tarragona einen neuen Propylen-Splitter errichtet. Der Bau wurde gegen Ende 2015 begonnen, seit einigen Wochen arbeitet die Anlage den Angaben zufolge auf Volllast. Die Destillationskolonne hat bei einem Durchmesser von 4,2 m eine Bauhöhe von 95 m. Sie produziert Propylen mit der hohen Reinheit von 99,5 Prozent effizienter als bisher, das verbleibende Propan wird in den Prozess zurückgeführt.

Am Standort Puertollano im Landesinneren bastelt der spanische Konzern derweil an einem neuen Verfahren zur Produktion von Polyol-Polycarbonaten auf Basis von CO2 statt Propylenoxid.

Coolbrook: Neuartiges Cracking für Olefine mit Neste Jacobs

Eine Pilotanlage für ein neuartiges Cracking-Verfahren zur Olefingewinnung werden Coolbrook (Helsinki / Finnland; www.coolbrook.fi) und der Anlagenbauer Neste Jacobs (Porvoo / Finnland; www.nestejacobs.com) in den nächsten beiden Jahren bauen. Die patentierte Coolbrook-Technologie „RotoDynamicReactor” (RDR) soll laut Harri Johannesdahl, CEO der finnischen Entwicklungsgesellschaft, die Olefin-Ausbeute gegenüber der besten heute verfügbaren Cracking-Technologie um rund ein Drittel erhöhen.

Die Kommerzialisierung ist ab dem Jahr 2019 geplant. Man glaube an das hohe Potenzial der neuen Technologie, so Neste Jacobs-CEO Jarmo Suominen.

EuPC: Gründung von „Vinyl Films and Sheets Europe”

Der Verband European Plastics Converters (EuPC, Brüssel / Belgien; www.eupc.org) hat eine eigene Organisation für den PVC-Sektor gegründet. Der unabhängige Verband Vinyl Films and Sheets Europe (VFSE) steht allen europäischen Herstellern von PVC-Folien und -Platten offen. Schwerpunkte der künftigen Verbandsarbeit sind Umwelt- und Recycling-Themen, zudem wollen die Gründungsmitglieder auch industriebezogene Studien erstellen.

Zum Präsidenten wurde Roberto Bozzi von Vulcaflex (Italien) gewählt, Vize-Präsident ist Michel Py von Cifra (Frankreich). Weitere Vorstandsmitglieder sind José Teixeira (TMG; Portugal), Emanuel Legrand (Griffine; Frankreich), Joao Ronchel (Alkor Draka; Niederlande) und Marino Umberti (Alfatherm; Italien).

Actega: Preiserhöhung für TPE-Compounds

Um bis zu 15 Prozent hebt die Actega DS GmbH (Bremen; www.actega.com) die Verkaufspreise für TPE-Compounds mit Wirkung vom 1. April 2017 an. Grund sind die „unvorhersehbaren und explosionsartigen Rohstoffpreissteigerungen” für synthetischen Kautschuk.

Die Kunden werden durch die betreuenden Verkäufer entsprechend näher informiert, heißt es aus Bremen.

Carbon Composites: Mitglieder wählen neuen Vorstand

Während der Mitgliederversammlung des Fachverbands Carbon Composites e.V. (CCeV, Augsburg; www.carbon-composites.eu) am 7. März 2017 wurde unter anderem der Vorstand neu gewählt.

Das Gremium besteht nun aus Günther Deinzer (Audi), Prof. Dr. Klaus Drechsler (TU München), Dr. Tilo Hauke (SGL Carbon), Dr. Lars Herbeck (Voith Composites), Monika Kreutzmann (ARRK) und Andreas Stöckle (Airbus Helicopters). Zum Vorsitzenden wählten die Mitglieder erneut Prof. Dr. Hubert Jäger (BJS Ceramics).

Eines der wesentlichen Themen der nächsten Zeit wird für den Vorstand die geplante Fusion des CCeV mit dem CFK Valley (Stade; www.cfk-valley.com) sein, für die die Mitglieder den Auftrag erteilten. Bis zum nächsten Jahr wolle man eine Entscheidungsvorlage erarbeiten, sagte Jäger.

Plastpol: 21. Kunststoffmesse im polnischen Kielce

Die diesjährige Ausgabe der internationalen Messe für Kunststoff- und Gummiverarbeitung „Plastpol“ findet vom 23. bis 26. Mai 2017 im zentralpolnischen Kielce statt. Der Veranstalter Targi Kielce (www.targikielce.pl) rechnet für die 21. Ausgabe mit mehr als 18.000 Besuchern aus 32 Ländern. Auf einer Fläche von 32.000 m² stellen rund 800 Aussteller Trends aus der Kunststoff- und Gummiverarbeitung vor.

Weitere Themen der Leitmesse der Kunststoffbranche in Mittelosteuropa sind Formenbau, Industriedesign, Verpackung und Recycling. Begleitet wird die viertägige Veranstaltung von einem Konferenz- und Seminarprogramm.