Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

Emerald Kalama: Benzoesäure-Kapazitäten in Rotterdam erweitert

Am Standort Rotterdam hat der Spezialchemie-Erzeuger Emerald Kalama Chemical den Ausbau der Produktionsanlage für Benzoesäure und deren Derivate abgeschlossen. Die Tochtergesellschaft von Emerald Performance Materials (Cuyahoga Falls, Ohio / USA; www.emeraldmaterials.com) hat 40 Mio USD (33,5 Mio EUR) in diese dritte Linie investiert. Ursprünglich war die Inbetriebnahme bereits für Anfang des Jahres geplant.

Die Benzoesäure-Flocken der Marken „Purox” und „Kalama” sowie deren Derivate sind Vorprodukte für die Erzeugung der phthalatfreien „K-Flex“-Weichmacher. Mit diesem Ausbau will das Unternehmen eigenen Angaben zufolge die Rückwärtsintegration in Rohstoffe stärken und die Position als weltweit führender Hersteller von Benzoesäure ausbauen.

Wagner AG: Langjähriger Eigentümer Beat Halter verstorben

Bei der Wagner AG (Waldstatt / Schweiz; www.wagner-waldstatt.ch) ist der langjährige Eigentümer und Verwaltungsrat Beat Halter am 3. September 2017 im Alter von 79 Jahren verstorben. Die Eigentumsrechte gehen – wie bereits im Vorfeld geregelt – auf die Familienmitglieder über, erklärte Sohn und Geschäftsführer Silvan Halter.

Beat Halter, Unternehmer in zweiter Generation, war bei der Wagner AG seit 1968 in verschiedenen operativen Funktionen und als Verwaltungsrat tätig. Neben der Kunststoff-Spritzgießfertigung am Hauptsitz im schweizerischen Waldstatt verfügt das Unternehmen über ein Druckguss-Werk in Bosnien und betreibt eine strategische Partnerschaft in Indien.

NRC: Compounds für Weinkorken von Francesco Franceschetti

Der Distributeur Nordmann, Rassmann (NRC, Hamburg; www.nrc.de) und Francesco Franceschetti Elastomeri (FFE, Corte Franca / Italien; www.f-franceschetti.it) setzen ihre Partnerschaft bei „Marfran”-Compounds fort. Neue SBS- und SEBS-Compounds dieser Produktfamilie sind speziell zur Herstellung von Weinkorken und Verschlüssen für Spirituosenflaschen entwickelt worden. Die Distribution dieser Produkte übernimmt in Europa auch weiterhin NRC.

Zusammen mit dem eingearbeiteten Treibmittelbatch „Masterfran” bieten die Verschlusssysteme laut Hersteller eine gebrauchsfertige Komplettlösung. Die phthalatfreien Compounds sind konform mit REACH, ROHS, RAFF, ELV, und entsprechen somit den lebensmittelrechtlichen Bestimmungen der EU und der USA. Für Weinverschlüsse und synthetische Korken eignet sich laut NRC am besten das SBS-Compound Marfran „B MG T”, bei T-Korken für Weinbrand-Flaschen empfehle sich „E MG T” (SEBS).

GKV: Positionen der Parteien zur Kunststoffverarbeitung

Aus Anlass der Bundestagswahl am 24. September hat der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV, Bad Homburg; www.gkv.de) den Parteien CDU/CSU, SPD, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen und FDP die wichtigsten Forderungen der Kunststoff verarbeitenden Industrie an die Politik für die kommende Legislaturperiode vorgelegt. Kurz vor dem Wahltermin zieht der Verband Bilanz über die Antworten.

„Die politischen Parteien haben sich vor der Bundestagswahl zu den wichtigsten Anliegen unserer Branche positioniert. Die Antworten geben Orientierung und informieren darüber, was die Branchenunternehmen im Falle einer Regierungsbeteiligung der jeweiligen Partei erwarten dürfen“, so GKV-Hauptgeschäftsführer Dr. Oliver Möllenstädt. Der Beitrag von Kunststoffprodukten im Hinblick auf den Ressourcen- und Klimaschutz werde von allen befragten politischen Parteien anerkannt. Handlungsbedarf werde parteiübergreifend bei der Verwertung von Kunststoffabfällen sowie bei der Vermeidung des Eintrags von Kunststoffabfällen in die Meere (Marine Litter) gesehen. Unterschiedliche Auffassungen verträten die fünf Parteien jedoch unter anderem in der Energiepolitik und bei der Förderung von Innovationen kleiner und mittelständischer Unternehmen.

Die Antworten von CDU/CSU, SPD, Linken, Grünen und FDP sind in ungekürztem Wortlaut in der September-Ausgabe des GKV-Verbandsorgans GKV info präsentiert.

Fakuma: „KI Group Summit” mit aktuellen Trends für die Kunststoffverarbeitung

Neue Rekordmarken meldet der Veranstalter P.E. Schall GmbH & Co KG www.schall-messen.de zur 25. „Fakuma”-Messe www.fakuma-messe.de, die vom 17. bis 21. Oktober 2017 wie gewohnt in Friedrichshafen über die Bühne gehen wird. Über 1.800 Aussteller aus 37 Nationen belegen das gesamte Hallenareal inklusive Foyers des Messegeländes und präsentieren ihre neuesten Produkte und Leistungen im Bereich der Kunststofftechnik. Mit 85.000 m² Brutto-Ausstellungsfläche sei in der heutigen Hallen-Konstellation das Maximum erreicht, teilt Schall mit. Zum Rahmenprogramm gehört in diesem Jahr unter anderem ein Schwerpunkttag unter dem Thema „Recruiting und Ausbildung/Fortbildung”.

Der „KI Group Summit” www.ki-group.de/fakuma2017-summit bietet am 18. Oktober auf der Messe im Raum Schweiz (Konferenzzentrum West) unter dem Motto „Trends für die Kunststoffverarbeitung” hochkarätiges Networking und Expertenvorträge zu Industrie 4.0 in der Praxis, Rezyklate als Rohstoffalternative, E-Mobilität sowie zu den Entwicklungen in den Märkten für Compounds, Polyamide und Polypropylen. Die Teilnahme ist für KI-Kunden kostenlos, jedoch ist eine Vorregistrierung erforderlich.

Zudem laden wir Sie auf frische Kaffeespezialitäten und interessante Gespräche an unseren Stand 2101 in Halle 2B ein!

Evonik: C4-basierte Produkte werden teurer

Mit Wirkung zum 1. November erhöht Evonik Industries (Essen; www.evonik.com) die Preise für das gesamte Portfolio C4-basierter Produkte. Als Gründe werden „limitierte Rohstoff-Verfügbarkeit und nachteilige Rohstoff-Zusammensetzung” genannt. Der geplante Aufschlag liegt weltweit bei 3 bis 6 Prozent.

Die infolge einer Explosion in der C4-Einheit im belgischen Werk Antwerpen erklärte Force Majeure für Weichmacher und Zwischenprodukte aus den Produktionsanlagen in Marl und Antwerpen wurde am 13. Juni 2017 wieder aufgehoben, das Angebot gilt aber weiterhin als knapp

Clariant: Großaktionär drängt auf Verkauf des Kunststoffsegments

Im Streit um die geplante Fusion des Spezialchemiekonzerns Clariant (Muttenz / Schweiz; www.clariant.com) mit dem US-Wettbewerber Huntsman (The Woodlands, Texas / USA; www.huntsman.com) drängen die Investoren-„Aktivisten” der Holding White Tale, einem Beteiligungsvehikel zweier New Yorker Fonds mit Sitz auf den Cayman Islands, jetzt auf den Verkauf von Clariants lukrativer Kunststoffsparte „Plastics & Coatings”.

Der Fusion der beiden Konzerne werden sie entgegenstimmen, so die Investoren in einem offenen Brief an den Vorstand des Schweizer Konzerns. Zugleich teilten sie mit, dass White Tale jetzt 15,1 Prozent oder 50 Mio Aktien der Clariant besitzt und somit größter Aktionär wurde.

Schmidt Kunststoffverarbeitung: Inhaberwechsel in Emsbüren

Das Spritzgießunternehmen Schmidt GmbH wird zum 1. Oktober 2017 in Schmidt Kunststoffverarbeitung Emsbüren GmbH (Emsbüren; www.schmidt-gmbh.com) umbenannt. Zum gleichen Stichtag übernimmt Carsten Czilwa, langjähriger Betriebsleiter und Prokurist des Unternehmens, als alleiniger geschäftsführender Inhaber die Firmenleitung.

Der bisherige Eigentümer und Geschäftsführer Günther Schmidt zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück. Bestehende Verträge sind von den Änderungen nicht betroffen.

M&G: Zahlungsausfälle stoppen Alpeks PET-Vorproduktlieferungen

Der Petrochemie-Riese Alpek (Mexico City / Mexiko; www.alpek.com) hat am 12. September 2017 offiziell mitgeteilt, man habe die Lieferung des PET-Vorproduktes PTA an den Abnehmer M&G Chemicals S.A. (www.mg-chemicals.com) im mexikanischen Altamira und im brasilianischen Suape vorerst eingestellt. M&G habe bereits Außenstände an Alpek in Höhe von 49 Mio USD, was etwa 40 Prozent des gesamten Geschäftsvolumens entspreche. Man habe sich mit anderen Gläubigern der Gruppe in Verbindung gesetzt, um die Lage zu erörtern.

Auch bezüglich des großen Bauprojekts im texanischen Corpus Christi hegen die Mexikaner mittlerweile große Zweifel. Dort errichtet M&G eine PET-Produktion, wovon Teile an Alpek gehen sollen. Alpek sieht nun „Schwierigkeiten für M&G, das Projekt abzuschließen”.

KWB Folien: Kunststoffwerk Bossel mit neuem Namen

Das ehemalige Kunststoffwerk Bossel hat mit Wirkung zum 30. August 2017 die gesellschaftsrechtliche Struktur geändert und firmiert seither unter dem Namen KWB Folien GmbH (Sprockhövel; www.kwb-folien.de).

Der Spezialist für flexible Folien stellt vor allem Lebensmittel- und Hygieneverpackungen her.
Stephan Lauer und Alexander Wagner hatten Anfang 2017 das Unternehmen von der zweiten Generation der Gründerfamilie übernommen und bilden seitdem die Geschäftsführung.

Oni Rhytemper: Umzug an größeren Standort

Angesichts des starken Wachstums ist die Oni Temperiertechnik Rhytemper GmbH (Großröhrsdorf; www.oni-rhytemper.de) innerhalb von Großröhrsdorf an einen größeren Standort umgezogen. Die erst vor einigen Jahren neu bezogenen Betriebsräume platzten sprichwörtlich aus allen Nähten, teilt die Muttergesellschaft Oni Wärmetrafo (Lindlar www.oni.de) mit.

Am neuen Standort steht nun eine Produktions- und Bürofläche von mehr als 1.600 m² zur Verfügung. Auf dem über 10.000 m² großen Areal gibt es zudem reichlich Platz für künftige Erweiterungen.

Solvay: PEKK-Produktion in den USA

Der Chemiekonzern Solvay (Brüssel; Belgien; www.solvay.com) will Anfang 2018 in Augusta im US-Bundesstaat Georgia die Produktion von Polyetherketonketon (PEKK) aufnehmen. Die PEKK-Kapazitäten sind auf den Einsatz in Luft- und Raumfahrtindustrie sowie weiteren Einsatzbereichen gerichtet.

Vertrieben werden die Hochleistungskunststoffe künftig unter dem Markennamen „NovaSpire“. Angaben zur geplanten Kapazität machte Solvay nicht. Am Standort Augusta betreiben die Belgier auch die Produktion von PEEK und LCP.

Grafe: UL-Zertifizierung für Polyamid-Materialien

Auch die Polyamid-Werkstoffe der Grafe-Gruppe (Blankenhain; www.grafe.com) werden künftig ein UL-Zertifikat tragen. Nach dem Qualitätsstandard „UL94 HB” der US-amerikanischen Prüfgesellschaft Underwriter Laboratories werden die Brenneigenschaften sowie die Brandsicherheit bescheinigt, wovon sich der Masterbatch- und Compound-Spezialist neue Vertriebswege im nordamerikanischen Markt erhofft.

Die PP-, TPU- und PC-Compounds der Gruppe sind bereits zertifiziert.

Veranstaltungen: VDI-Technikforum Spritzgießen im November

In Bayreuth veranstaltet das VDI-Wissensforum (Düsseldorf; www.vdi-wissensforum.de) am 7. und 8. November 2017 das Technikforum „Spritzgießen von Schäumen und Schaumstrukturen”.

Neben Informationen zu Materialien, Treibmitteln, Verfahren, Anlagetechnik und der Oberflächenoptimierung wird es auch praktische Übungen im Technikum der Neue Materialien Bayreuth GmbH (Bayreuth; www.nmbgmbh.de) geben.

Verpackungsrecycling: Pack2Go Europe mit neuer Initiative

Mit der Initiative „reaching 4 recycling, calling 4 collection“ will der europäische Verband der Lebensmittelverpackungs-Unternehmen Pack2Go (Brüssel / Belgien; www.pack2go-europe.com) die Wiederverwertung von Lebensmittelverpackungen fördern. Der Verband richtet sich an Gastronomie- und Recyclingunternehmen sowie Städte und Gemeinden, in Pilotprojekte zu investieren und auf lokaler Ebene zu testen, wie Mülltrennung verbessert und die Wiederverwertung in ganz Europa gefördert werden kann.

Unzureichende Infrastruktur und mangelnde Sammelmöglichkeiten außer Haus, geringes Bewusstsein in der Bevölkerung, Verunreinigung, wenig wirtschaftliche Anreize und das Fehlen einer gemeinsamen Vision sind nach Auffassung der Initiatoren Gründe dafür, dass Lebensmittel- und Getränkeverpackungen unzureichend wiederverwertet werden.