Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

Bruder Spielwaren: Nach Umsatzrekord gute Vorzeichen für 2017

Auf Basis zuletzt „sehr guter” Zahlen ist der Spielwarenhersteller Bruder Spielwaren GmbH + Co KG (Fürth-Burgfarrnbach; www.bruder.de) zuversichtlich ins neue Geschäftsjahr gestartet. Der geschäftsführende Gesellschafter Paul Heinz Bruder meldete für 2016 ein Umsatzwachstum von 72 Mio EUR auf rund 78 Mio EUR, gleichzeitig stieg die Mitarbeiterzahl um 20 auf 420 Beschäftigte in den beiden Werken in Fürth und im tschechischen Pilsen.

Es sei das umsatzstärkste Jahr der Firmengeschichte gewesen, präzisierte Bruder, getragen von einer „prächtigen Konsumlaune der Endverbraucher und einer guten Wirtschaftslage”. Rund 70 Prozent der Produkte werden exportiert, vornehmlich in die Staaten der Europäischen Union. Insbesondere Osteuropa, Benelux und Frankreich legten 2016 deutlich zu. Bruder geht davon aus, dass sich die gute Geschäftsentwicklung 2017 fortsetzen wird.

Johnson Controls: PP-Recycling aus alten Autobatterien

Am Standort Krautscheid im Westerwald plant der Automobilzulieferkonzern Johnson Controls (JCI, Hannover; www.johnsoncontrols.com) das Recycling des bisher in die Verbrennung gegebenen PP aus den Hüllen von alten Autobatterien. Der sekundäre polymere Werkstoff soll für die Fertigung neuer Batterien eingesetzt werden, überwiegend für die Erstausrüstung.

Mehr als 15 Mio EUR werden für Trennung , Aufbereitung und Recompoundierung in Krautscheid investiert. Die Bauarbeiten beginnen in diesen Tagen, im Frühjahr 2018 soll der Betrieb aufgenommen werden.

RSH Polymere: Hitzestabilisierte PP-Rezyklatcompounds

Unter den Bezeichnungen „RSH PP GF HT” und „RSH PP MF HT” bietet RSH Polymere GmbH (Hamburg; www.rshpolymere.de) neue schwarze Polypropylen-Compounds insbesondere für den Automobilbau an. Die Materialien schließen nach Unternehmensangaben in industriellen Anwendungen die Lücke zwischen hitzebeständigen Spezialkunststoffen und Kunststoffen auf Rezyklatbasis. Die Compounds, die aus sauberen Produktionsabfällen erzeugt werden, sind in verschiedenen kurzglasfaser- oder mineralgefüllten Varianten erhältlich.

Einsatzbereich ist bei einer Dauerhitzebeständigkeit von 150 °C vor allem der Motorraum. Die mechanischen Eigenschaften der Materialien wie auch die Oberflächenbeschaffenheit der Fertigteile reichen laut RSH an die hochwertiger Neuware-Compounds heran und können diese teilweise sogar übertreffen.

Total Corbion PLA: JV für Biokunststoff-Aktivitäten

Wie geplant haben Total (Paris / Frankreich; www.total.com) und Corbion (Amsterdam / Niederlande; www.corbion.com) im Februar 2017 das Gemeinschaftsunternehmen Total Corbion PLA gegründet.

Das 50:50 JV mit Sitz bei Corbion in den Niederlanden soll als Holding fungieren und zudem die künftig in Thailand produzierten PLA-Polymere vermarkten. Das thailändische Werk ist derzeit in Bau. Der Betriebsstart ist für die zweite Jahreshälfte 2018 vorgesehen.

Carbon Composites: Mitglieder wählen neuen Vorstand

Während der Mitgliederversammlung des Fachverbands Carbon Composites e.V. (CCeV, Augsburg; www.carbon-composites.eu) am 7. März 2017 wurde unter anderem der Vorstand neu gewählt.

Das Gremium besteht nun aus Günther Deinzer (Audi), Prof. Dr. Klaus Drechsler (TU München), Dr. Tilo Hauke (SGL Carbon), Dr. Lars Herbeck (Voith Composites), Monika Kreutzmann (ARRK) und Andreas Stöckle (Airbus Helicopters). Zum Vorsitzenden wählten die Mitglieder erneut Prof. Dr. Hubert Jäger (BJS Ceramics).

Eines der wesentlichen Themen der nächsten Zeit wird für den Vorstand die geplante Fusion des CCeV mit dem CFK Valley (Stade; www.cfk-valley.com) sein, für die die Mitglieder den Auftrag erteilten. Bis zum nächsten Jahr wolle man eine Entscheidungsvorlage erarbeiten, sagte Jäger.

Plastpol: 21. Kunststoffmesse im polnischen Kielce

Die diesjährige Ausgabe der internationalen Messe für Kunststoff- und Gummiverarbeitung „Plastpol“ findet vom 23. bis 26. Mai 2017 im zentralpolnischen Kielce statt. Der Veranstalter Targi Kielce (www.targikielce.pl) rechnet für die 21. Ausgabe mit mehr als 18.000 Besuchern aus 32 Ländern. Auf einer Fläche von 32.000 m² stellen rund 800 Aussteller Trends aus der Kunststoff- und Gummiverarbeitung vor.

Weitere Themen der Leitmesse der Kunststoffbranche in Mittelosteuropa sind Formenbau, Industriedesign, Verpackung und Recycling. Begleitet wird die viertägige Veranstaltung von einem Konferenz- und Seminarprogramm.
 

Heyco-Werk: Jörn Krüger Geschäftsführer des Metallbereichs

Seit 1. März 2017 ergänzt Jörn Krüger die Geschäftsführung beim Automobilzulieferer Heyco-Werk Heynen GmbH & Co KG (Remscheid; www.heyco.de). Der 51-Jährige ist seit 2013 im Vertrieb des Unternehmens tätig und war zuletzt Geschäftsbereichsleiter Metall am niederbayerischen Produktionsstandort Tittling.

Krüger komplettiert die Geschäftsführung um Gesellschafter Markus Heynen sowie Dirk Schibisch, der die Bereiche Kunststoffspritzguss und In-Mold Labelling verantwortet. Schiebisch übernahm zum 1. Februar die Aufgabe von Gerhard Voß, der Ende Januar in den Ruhestand getreten war.

Hallensleben Kunststoffe: Lagerhalle abgebrannt

Eine Lagerhalle für Kunststoffgranulate ist am 16. März 2017 am Betriebsstandort Jühnsdorf der Hallensleben Kunststoffe e.K. (Berlin; www.hallensleben-kunststoffe.de) südlich von Berlin komplett niedergebrannt. Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Im Laufe des Tages wurde der Brand unter Kontrolle gebracht. Die erste Einschätzung der Schadenshöhe liegt bei 300.000 EUR.

Vernichtet wurden durch das Feuer sowohl fertige Regranulate als auch Eingangswaren. Die Produktion des Recycling-Unternehmens ist nicht betroffen.

BASF Schwarzheide: Hohe Auslastung und Investitionen

Die BASF Schwarzheide GmbH (Schwarzheide; www.basf-schwarzheide.de) zieht hinsichtlich des vergangenen Jahres eine positive Bilanz. Der Umsatz lag mit 998 Mio EUR zwar niedriger als der Vergleichswert des Vorjahres (1,056 Mrd EUR). Aber – was ein Sprecher als wichtiges Kriterium wertete – die Tochtereinheit der BASF (Ludwigshafen; www.basf.de) betrieb die Produktion auf hoher Auslastung.

Zudem habe das Chemieunternehmen hohe Investitionen von insgesamt 130 Mio EUR in die Instandhaltung und Erweiterung von Produktionsanlagen vorgenommen. Als Meilenstein erachtete Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung, die Erweiterung der Compounding-Anlage.

Celanese: Weltweite Preiserhöhungen für VAM

Mit Wirkung zum 1. April 2017 hebt Celanese (Dallas, Texas / USA; www.celanese.com) die Preise für Vinylacetat-Monomer (VAM) in verschiedenen Regionen an. In den USA und Kanada sind Aufschläge von 0,05 USD/lb (etwa 110 USD/t) geplant. In Mexiko, Südamerika sowie Nahost und Afrika soll VAM um 200 USD/t teurer werden. In Europa beträgt die Anhebung dagegen 100 EUR/t.

Celanese betont, dass die Anhebungen zusätzlich zu allen anderen bisher bereits umgesetzten gelten sollen.

Wanhua: Konzernumbau beim Erzeuger von PUR-Vorprodukten

Aus den bisherigen Geschäftsbereichen „Specialty Amines” und „Aliphatische Diisocyanate” (ADI) hat Wanhua Chemical (Yantai, Shandong / China; www.whchem.com/en) das neue Segment „Performance Chemicals” geformt. Die neu gegründete Sparte mit einem umfangreichen Materialportfolio wie HDI, HMDI, IPDI und H6XDI, Amin-Spezialitäten, Silikonen und weiteren Chemikalien soll sich künftig auf die Weiterentwicklung von Hochleistungsspezialchemikalien konzentrieren. Performance Chemicals betreibt drei Produktionsstandorte in Ningbo, Yantai und Tschechien.

Die weiteren Aktivitäten von Wanhua verteilen sich auf die Geschäftsbereiche „Performance Materials” (TPU), „Polyols”, „Surface Materials” (Beschichtungen), „Petrochemical” (C3/C4-Vorprodukte) sowie „Chemical” (PUR-Systeme).

GRP: Exklusiver Distributeur für Metyx-Verstärkungstextilien

Die auf multiaxiale Gelege und Gewebe aus Glas- und Carbonfasern spezialisierte Metyx Composites (Istanbul / Türkei; www.metyx.com) hat GRP Solutions (Havant / Großbritannien; www.grp-solutions.com) zum exklusiven Distributeur für Großbritannien auserkoren. Das erst Ende 2015 gegründete Handelsunternehmen übernimmt in England, Wales und Schottland darüber hinaus auch Service und technische Unterstützung.

Auch wegen der offenbar gut laufenden Geschäfte mit Metyx verlagerte GRP die eigene Zentrale inklusive Lager erst kürzlich von Tywyn an der walisischen Küste in ein größeres Gebäude in Havant an der englischen Südküste.

Jaksche: GFK-Spezialist baut Produktion in Bosnien aus

Die Jaksche Group (St. Stefan / Österreich; www.jaksche.eu) erweitert ihr Werk in Bosnien-Herzegowina. Am Standort in Aleksandrovac plant die dortige Unternehmenseinheit Jaksche Technology den Bau einer neuen Produktionshalle und die Installation zusätzlicher Kapazitäten, die bereits im Sommer 2017 den Betrieb aufnehmen sollen. Dazu erwarb der Hersteller von Composite-Bauteilen ein 20.400 m² großes Grundstück.

Die Jaksche Group entwickelt und fertigt vornehmlich großformatige GFK/FKV-Teile für Nutz- und Schienen- und Reinigungsfahrzeuge sowie Komponenten für Bau-, Agrar- und Recyclingmaschinen.

IK: Kritische Haltung gegenüber „oxo-abbaubaren” Kunststoffen

Die Industrievereinigung Kunststoffverpackungen (IK, Bad Homburg; www.kunststoffverpackungen.de) hat sich mit der Publikation „Frequently Asked Questions (FAQs) zu oxo-abbaubaren Kunststoffen“ kritisch gegenüber dieser Kunststoff-Materialklasse positioniert. Hintergrund für die Veröffentlichung seien neben Medienberichten zahlreiche Anfragen aus dem Kreis der IK-Mitgliedsunternehmen sowie von Kunden der Kunststoffverpackungsbranche, berichtet der Verband.

Das Thema ist auch international von Bedeutung. Beispielsweise gibt es in Frankreich bereits ein gesetzliches Verbot oxo-abbaubarer Kunststoffe. In Großbritannien äußerte sich der Verband BPF wiederholt kritisch zu den möglichen negativen Auswirkungen der Oxo-Additive im Kunststoff-Recyclingprozess. Die IK beabsichtigt eine Versachlichung der Diskussion durch die Darstellung der wesentlichen Fakten.

IK: Kritische Haltung gegenüber „oxo-abbaubaren” Kunststoffen

Die Industrievereinigung Kunststoffverpackungen (IK, Bad Homburg; www.kunststoffverpackungen.de) hat sich mit der Publikation „Frequently Asked Questions (FAQs) zu oxo-abbaubaren Kunststoffen“ kritisch gegenüber dieser Kunststoff-Materialklasse positioniert. Hintergrund für die Veröffentlichung seien neben Medienberichten zahlreiche Anfragen aus dem Kreis der IK-Mitgliedsunternehmen sowie von Kunden der Kunststoffverpackungsbranche, berichtet der Verband.

Das Thema ist auch international von Bedeutung. Beispielsweise gibt es in Frankreich bereits ein gesetzliches Verbot oxo-abbaubarer Kunststoffe. In Großbritannien äußerte sich der Verband BPF wiederholt kritisch zu den möglichen negativen Auswirkungen der Oxo-Additive im Kunststoff-Recyclingprozess. Die IK beabsichtigt eine Versachlichung der Diskussion durch die Darstellung der wesentlichen Fakten.