Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

BASF: Force Majeure auf PA 6.6 aus Ludwigshafen

Bereits am vergangenen Mittwoch, dem 7. August 2013, hat BASF (Ludwigshafen; www.basf.com) die Polymerisationsanlage für Roh-Polyamid 6.6 in Ludwigshafen wegen eines Lecks abgeschaltet. Das bestätigte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage.

Wie lange der Ausfall dauern wird, ist noch nicht klar, ebenso, welche Auswirkung die Abschaltung auf die PA 6.6-Compounds haben wird. Man prüfe derzeit, ob sich auf Basis der Lagersituation die bereits erfassten Aufträge bedienen lassen, heißt es aus Ludwigshafen. Neu eingehende Aufträge sowohl für Roh-Polyamid und Compounds bestätigt BASF derzeit nicht.

Emerald Kalama: Ausbau am US-Stammsitz

Emerald Kalama Chemical (Kalama, Washington / USA) hat eine weitere Kapazitätserweiterung der phthalatfreien „K-Flex”-Weichmacher sowie Investitionen in Forschung und Entwicklung angekündigt. Am Rande der Eröffnungsfeierlichkeiten für die jüngste Erweiterung am Stammsitz in Kalama am 7. August 2013 gab Emerald-President Edward Gotch die Pläne bekannt. Neben dem neuen Reaktor wolle man weiter in Europa, Asien und den USA investieren, so Gotch. Er erwarte in Zukunft eine zunehmende Nachfrage nach den Produkten von Emerald. Man habe zahlreiche neue Entwicklungen in der Pipeline und wolle die gute Marktposition ausbauen.

Seit 2011 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben die Weichmacher-Kapazität in den USA verdoppelt und seit der Gründung im Jahr 2006 jedes Jahr ein bedeutendes Projekt oder eine Akquisition abgeschlossen.

Cefic: Dorothee Arns ist Executive Director Petrochemie & Additive

Der Verband der europäischen Chemieindustrie European Chemical Industry Council (Cefic, Brüssel; www.cefic.org) und die Association of Petrochemicals Producers in Europe (Appe, Brüssel / Belgien; www.petrochemistry.eu) haben Dorothee Arns zum Executive Director des Bereichs Cefic Petrochemistry & Plastics Additives Industry Sector sowie zum Secretary General von Appe ernannt. Zum 1. Juli 2013 folgt sie damit Pierre de Kettenis, der seit 1998 für Cefic tätig war und nun den Verband verlässt.

Seit rund zehn Jahren ist Arns in leitenden Funktionen bei BASF tätig. Zwischen 2006 und 2011 wurde sie zum ersten Mal von BASF an Cefic entsandt, wo sie als Director General die European Solvents Industry Group (ESIG, Brüssel / Belgien; www.esig.org) leitete.

Linpac: Neue Vakuum-Verpackung für Frischfleisch

Der Verpackungskonzern Linpac (Birmingham / Großbritannien; www.linpac.com) hat gemeinsam mit dem Maschinenbauer Mondini (Cologne / Italien; www.gmondini.com) und dem Folienhersteller Bemis (Neenah, Wisconsin / USA; www.bemis.com) im Auftrag der Supermarktkette Booths eine Vakuum-Skin-Verpackung (Vacuum Skin Packaging) für Frischfleisch entwickelt. Dazu bietet Linpac Schalen aus RE-PET, PP und EPS an.

Das System verbinde längere Haltbarkeit mit ansprechender Produktpräsentation, teilt Linpac mit – so werden etwa unansehnliche Fleischsäfte in der Packung deutlich reduziert. Außerdem ist es im Vergleich zu herkömmlichen Fleischverpackungen platzsparend. Innerhalb von drei Monaten nach der Einführung sei der Absatz für bestimmte Premium-Produkte um 80 Prozent gestiegen, so Booths.

Plastic Solution Ningbo: Inhaber Ehrenfred Endres verstorben

Der Inhaber und Geschäftsführer der Plastic Solution Ningbo (Ningbo, Zhejiang / China; www.psningbo.net) sowie der Plastic Solution Ningbo Europe GmbH (Steinbach am Taunus; www.psningbo.com) Ehrenfred Endres (63) ist verstorben. Alleinige Eigentümerin beider Unternehmen wird seine Ehefrau Jingyu (Celia) Endres. Außerdem wird sie die Plastic Solution Ningbo Europe GmbH als geschäftsführende Gesellschafterin gemeinsam mit dem bestehenden Geschäftsführer Uwe Angles leiten.

Die Plastic Solution Ningbo Europe GmbH ist die Vertriebsgesellschaft des chinesischen Werkzeugbauers und ist unter anderem für die Projektierung der Spritzgieß-Werkzeuge in Europa zuständig. Die Werkzeuge werden von der Muttergesellschaft in China hergestellt.

DSM: Durchwachsene Entwicklung der K-Aktivitäten

Bei DSM (Sittard / Niederlande; www.dsm.com) hat das Caprolactam-Geschäft, das der Chemiekonzern zu großen Teilen veräußern will die Ergebnisse der Kunststoffaktivitäten im ersten Halbjahr 2013 negativ geprägt. Das Segment „Polymer Intermediates“, dem das Caprolactam-Geschäft zugeordnet ist, verzeichnete binnen Jahresfrist einen Umsatzrückgang von 1 Prozent auf 812 Mio EUR und einen Einbruch des Ebitda von 44 Prozent auf 55 Mio EUR.

Höhere Absatzzahlen und Restrukturierungen konnten die Effekte des Preisverfalls bei Caprolactam nicht kompensieren. Im anderen kunststoffrelevanten Geschäftsbereich „Performance Materials” mit den PA-Aktivitäten sank der Umsatz im Berichtszeitraum um 2 Prozent auf 1,39 Mrd EUR, während das Ebitda um 4 Prozent auf 162 Mio EUR zulegte.

Asahi Kasei: Produktion von PA 6.6 in Indonesien gestartet

In Indonesien hat der japanische Konzern Asahi Kasei (Tokyo; www.asahi-kasei.co.jp) im August 2013 am Standort Bekasi auf West Java die Produktion von PA 6.6-Compounds für die Automobilindustrie aufgenommen.

Produziert und geliefert werden die Compounds der Marke „Leona“ auf Konsignationsbasis durch PT Nippisun Indonesia (Bekasi / Indonesien), einem Gemeinschaftsunternehmen mit Nippon Pigment. Bislang hatte Asahi Kasei den indonesischen Markt mit PA 6.6 aus der Produktion in Thailand beliefert. Asahi Kasei geht davon aus, dass die Automobilproduktion in Indonesien bis 2016 auf jährlich 1,5 Mio Fahrzeuge zunimmt, nach 1 Mio Einheiten im Jahr 2012.

Arkema: Franzosen können Rekordergebnis nicht wiederholen

Im Einklang mit „schwierigen Marktverhältnissen” in Europa meldet Arkema (Colombes / Frankreich; www.arkema.com) im zweiten Quartal 2013 ein gegenüber den Rekordzahlen im Vorjahreszeitraum um 11 Prozent niedrigeres Betriebsergebnis von 273 Mio EUR. Der Umsatz war gleichzeitig um 5 Prozent rückläufig und erreichte 1,63 Mrd EUR – zusammengesetzt aus einem um 3,5 Prozent höheren Absatzvolumen, 5 Prozent niedrigeren Preisen, abzüglich gut 2 Prozent wegen des Verkaufs des Zinnstabilisatorengeschäfts sowie einem negativen Wechselkurseffekt von 1,2 Prozent.

In der Halbjahresbetrachtung ging das operative Ergebnis damit um 9 Prozent auf 507 Mio EUR zurück, der Erlös um 5 Prozent auf 3,19 Mrd EUR. Als problematisch habe sich vor allem der französische Markt erwiesen, erklärte CEO Thierry Le Hénaff, dagegen habe das Unternehmen von der verstärkten Präsenz in Nordamerika profitiert.

Evonik: Starker Ergebnisrückgang bei Specialty Materials

Nach einem abgeschwächten ersten Halbjahr hat Evonik (Essen; www.evonik.com) die Gesamtprognose für 2013 konzernweit nach unten korrigiert. Im Segment „Specialty Materials” ging der Umsatz per Ende Juni bedingt durch geringere Verkaufspreise und eine Anlagenrevision um 8 Prozent auf 2,3 Mrd EUR zurück, das bereinigte Ebitda fiel gegenüber H1 2012 um 32 Prozent auf 310 Mio EUR ab.

Im zweiten Quartal rutschte das bereinigte Ebitda bei den Specialty Materials gegenüber der Vergleichsperiode 2012 um 47 Prozent auf 128 Mio EUR ab. Die Erlöse im zugehörigen Geschäftsbereich „Performance Polymers” gingen um 3 Prozent auf 459 Mio EUR zurück, bedingt durch eine schwächere Nachfrage in Südeuropa und Asien.

Veka: Profilhersteller investiert in Nordamerika

Der Profilhersteller Veka (Sendenhorst; www.veka.de) investiert angesichts der Erholung des US-Wohnungsmarkts mehr als 6 Mio USD (umgerechnet 4,5 Mio EUR) in das Werk der Tochtergesellschaft Veka Inc (Fombell, Pennsylvania / USA; www.vekainc.com).

Der Ausbau der Produktion von Fenster- und Türenprofilen schaffe 38 neue Stellen, sagt Joe Peilert, President und CEO des Nordamerika-Geschäfts von Veka. Damit steigt die Beschäftigtenzahl in Fombell auf über 400 Mitarbeiter. Auch am Standort Terrell (Texas) baut Veka aus. Die Installation von vier neuen Extrusionslinien ist fast abgeschlossen.

Composites Europe 2013: Trends bei Verbundwerkstoffen

Mehr als 400 Aussteller präsentieren während der Messe „Composites Europe“ (17. bis 19. September 2013; www.composites-europe.com) auf dem Stuttgarter Messegelände die aktuellen Trends bei Verbundwerkstoffen. Fokus ist einmal mehr die Serienfertigung für die Branchen Automobil, Luftfahrt sowie im Bausektor.

Premiere hat die Messe „Hybrid Expo” (17. bis 19. September 2013; www.hybrid-expo.de), die parallel zur Composites Europe ihr Debüt gibt.

Krones: Abfüllspezialist steigert Umsatz und Gewinn

Die Krones AG (Neutraubling; www.krones.de) hat den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im ersten Halbjahr 2013 getrotzt. Der Weltmarktführer in der Getränkeabfüll- und Verpackungstechnik und führende Hersteller von PET-Flaschenanlagen steigerte den Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,8 Prozent auf 1,38 Mrd EUR. Dabei erzielte das Unternehmen die höchsten Steigerungsraten in den Regionen Westeuropa, Nahost/Afrika und Asien/Pazifik. Noch besser lief es bei den Erträgen, dank der vorgenommenen Effizienzsteigerungen.

Der Vorsteuergewinn (EBT) kletterte binnen Jahresfrist um 24,5 Prozent auf 79,7 Mio EUR, das Ergebnis nach Steuern um 25,8 Prozent auf 55,6 Mio EUR.

Batchwerk: Maintaler Masterbatch-Hersteller gegründet

Im hessischen Maintal haben Kirstin Lipski und Dirk Stursberg den Masterbatch-Hersteller Batchwerk GmbH (Maintal; www.batchwerk.de) gegründet. Das Unternehmen mit zehn Beschäftigten fertigt Farb-Masterbatches nach allen üblichen Farbsystemen sowie Tailormade-Produkte vornehmlich auf PE-Basis. Spezialität von Batchwerk sind hochgefüllte „Kilips” Masterbatches mit Universalträgermatrix, die technisch in allen gängigen Polymeren eingesetzt werden können. Batchwerk hat die Technologie für ein frühes Aufschmelzen weiterentwickelt.

Zu Kapazität und geplantem Umsatz hält sich Stursberg, der ebenso wie Co-Gesellschafterin und -Geschäftsführerin Lipski aus dem Vertrieb der Color Service GmbH & Co KG (Hainburg; www.color-service.de) stammt, bedeckt. „Wir sind nicht klein gestartet”, erklärte er auf, „die Kapazität reicht aus, um uns ernst zu nehmen.”

 

Heinrich Axmann: Lagerkapazitäten erweitert

Mit der Installation von vier Silos hat die Heinrich Axmann GmbH & Co KG (Köln; www.axmann-plastic.de) in die Lagerkapazitäten investiert. Die flexiblen Behälter aus unbeschichtetem, elektrisch ableitfähigem Polyestergewebe haben ein Fassungsvermögen von jeweils 27,6 t, berichtet der Lieferant A.B.S. Silo- und Förderanlagen GmbH (Osterburken; www.abs-silos.de).

Heinrich Axmann fertigt Verpackungen, Behälter und Kunststoff-Besteckteile für den Lebensmittelbereich. Vor zwei Jahren erweiterte das Unternehmen das Firmengelände in Köln-Rodenkirchen.