Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

ISL-Chemie: Thomas Lambach wird neuer Geschäftsführer

Der Hersteller von Farbkonzentraten ISL-Chemie GmbH & Co KG (Kürten; www.isl-chemie.com) hat Thomas Lambach zum neuen Geschäftsführer bestellt. Er folgt damit auf Dr. Stefan Vollmuth, der seit 2009 die Geschäfte leitete und nun auf eigenen Wunsch das Unternehmen verlassen hat.

ISL-Chemie, ein Unternehmen der Berlac Group (Sissach / Schweiz; www.berlacgroup.com), entwickelt und stellt Farbprodukte für Polyurethane, Epoxidharze, Weich-PVC, Lacke und PMMA her, unter anderem für die Automobil- und Baubranche. Mit 120 Mitarbeitern erwirtschaftet der Farbspezialist rund 27 Mio EUR.

Kautschukindustrie: Jahresauftakt verhagelt erstes Halbjahr

Trotz einer Stabilisierung der Umsätze im zweiten Quartal 2013 fällt die Halbjahresbilanz der deutschen Kautschukindustrie negativ aus. Wie der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (Frankfurt; www.wdk.de) berichtet.

Wegen des äußerst schwachen ersten Quartals 2013, in dem sich nicht nur die gedämpfte Branchenkonjunktur vom Jahresende 2012 fortsetzte, sondern auch die winterlichen Witterungsbedingungen der Branche in weiten Teilen, etwa im Bausektor, zusetzten, sank der Branchenumsatz gegenüber dem ersten Halbjahr 2012 um 4,9 Prozent auf 5,78 Mrd EUR. Einem Umsatzrückgang von 3,0 Prozent auf 1,78 Mrd EUR im Exportgeschäft stand ein Minus von 5,7 Prozent auf 4,0 Mrd EUR im Inland gegenüber. Die europäische Nachfrageschwäche belastete sowohl die Inlandsumsätze mit exportorientierten deutschen Kunden als auch das Auslandsgeschäft. Positive Impulse setzte die kräftige Nachfrage nach deutschen Elastomer-Erzeugnissen in den USA und in China.

Fernholz: Verpackungshersteller feiert Jubiläum

Der Hersteller von Bodenfolien und Kunststoffverpackungen Fernholz (Meinerzhagen; www.fernholz-verpackungen.de) feiert im September 2013 sein 50-jähriges Bestehen. Das Unternehmen fertigt heute im Spritzguss- und Thermoformverfahren sowie der Folienextrusion pro Jahr rund 2,5 Mrd Verpackungen vor allem für die Lebensmittel- und Molkereiindustrie. Weitere Produktionsfelder sind Verpackungen für den Gartenbau und Platten aus Kunststoff.

Das Familienunternehmen, das in nunmehr zweiter Generation von Uwe und Frank Fernholz geführt wird, betreibt außer dem Hauptstandort in Meinerzhagen, wo 200 Mitarbeiter beschäftigt sind, noch ein Folienwerk in Schkopau mit 20 Beschäftigten.

SKZ: Fachtagung zum Highspeed-Spritzgießen

Am 27. November 2013 lädt das Kunststoff-Zentrum (SKZ, Würzburg; www.skz.de) zu einer Tagung mit dem Thema „Highspeed-Spritzgießen – Existierende Prozesse beschleunigen und neue Projekte zykluszeitoptimiert konzipieren” auf die Festung Marienberg nach Würzburg ein.

Die neu konzipierte Fachtagung bietet laut SKZ einen Überblick zu wichtigen Ansatzpunkten für eine nachhaltige Beschleunigung der Spritzgießprozesse.

Momentive: Sitz des PUR-Additivgeschäfts nun in China

Nach China hat Momentive Performance Materials (Albany, New York / USA; www.momentive.com) den Sitz des PUR-Additivgeschäfts verlagert. Die Zentrale der Einheit befindet sich nun in Pudong, Shanghai, wo das Unternehmen auch die Bereiche Vertrieb, Marketing und Technologie für die regionalen Aktivitäten angesiedelt hat.

Zudem erweiterte Momentive die Kapazitäten für PUR-Additive in Leverkusen und anderen Standorten in Italien, China, Indien und Brasilien. Mit den Investitionen reagiere man auf die steigende Nachfrage, so das Unternehmen. Angaben zum Investitionsvolumen machten die Amerikaner aber nicht.

Victrex: Glasfaserverstärktes PEEK für Lebensmittelkontakt

Der PEEK-Spezialist Victrex Polymer Solutions (Thornton Cleveleys / Großbritannien; www.victrex.com) hat einen neuen glasfaserverstärkten Hochleistungskunststoff eingeführt: „Victrex PEEK 90GL30BLK EU” für Anwendungen mit direktem Lebensmittelkontakt entspricht laut Hersteller den Anforderungen der US-amerikanischen FDA und Vorgaben der EU-Verordnung 10/2011 (Plastics Implementation Measure, PIM) für Kunststoffe im Lebensmittel­kontakt.

Aufgrund der besonderen Eigenschaften werde der glasfaserverstärkte Kunststoff anspruchsvollen Anforderungen gerecht und das bei langfristig beständiger Leistung. Zudem machten die gute Verschleißfestigkeit, die hohe Chemikalien- und Hydrolysebeständigkeit, die guten Kriecheigenschaften, die Dimensionsstabilität und die hohe Festigkeit im Unterschied zu Polymeren wie PEI, PPS oder PPA das neue PEEK-Material zur besseren Alternative bei Anwendung unter hohem Dampfdruck (bis 19 bar).

Plastek: Verpackungshersteller baut Spritzgießfertigung aus

Drei neue Spritzgießmaschinen der Ferromatik Milacron GmbH (Malterdingen; www.ferromatik.com) hat der Verpackungshersteller Plastek UK (Mansfield / Großbritannien; www.plastekuk.com) installiert. Die Zahl der Maschinen bei der Tochtergesellschaft der Plastek Group (Erie, Pennsylvania / USA; www.plastekgroup.com) wächst damit auf 41.

Der britische Plastek-Geschäftsführer Mike Shaw begründet den Ausbau mit neu hinzugewonnenen Aufträgen für Verpackungen von Konsumgütern des täglichen Bedarfs wie Nahrungsmittel, Körperpflegeprodukte und Reinigungsmittel.

TPE-Markt: Weltweites Wachstum von mehr als 5 Prozent jährlich

Der weltweite Bedarf an thermoplastischen Elastomeren (TPEs) wird bis zum Jahr 2017 voraussichtlich um mehr als 5 Prozent pro Jahr auf 5,8 Mio t ansteigen. Dies geht aus der Studie „World Thermoplastic Elastomers” der US-Marktforschungsgruppe Freedonia (Cleveland, Ohio; www.freedoniagroup.com) hervor. Getrieben wird das globale Wachstum durch Innovationen bei der Produktentwicklung, wodurch TPEs verstärkt traditionelle Elastomere und andere thermoplastische Materialien in zahlreichen Einsatzgebieten verdrängen werden.

Insbesondere werde die Nachfrage nach TPE-Werkstoffen in der Automobilindustrie zulegen, bedingt durch weitere Bestrebungen, das Gewicht von Motoren zu reduzieren, so die Prognose. Im Jahr 2012 machte dieses TPE-Einsatzgebiet gut ein Drittel des globalen Marktes aus. Die Region Asien-Pazifik bleibt wie auch schon in den vergangenen Jahren der bedeutendste Abnehmermarkt für TPEs, mit weiterhin überdurchschnittlichen Wachstumsraten, so dass bis 2017 fast die Hälfte des weltweiten Verbrauchs dort stattfindet.

Johnson Controls: Weiterer Ausbau der Präsenz in China

Der Automobilzulieferer Johnson Controls (JCI, Europa: Burscheid; www.johnsoncontrols.com) hat vor, in China kräftig zu expandieren und dort in den kommenden drei Jahren elf neue Produktionswerke zu errichten. “Wir konzentrieren uns in China auf innovative Gesamtlösungen für den Innenraum”, sagt Johannes Roters, der das China-Geschäft von Johnson Controls Automotive Experience steuert.

Im Reich der Mitte betreibt JCI bislang 57 Werke. Davon entfallen 37 Produktionsstätten auf Sitze und Sitzkomponenten, 7 auf Innenraumteile, 10 produzieren sowohl Sitzkomponenten als auch Innenraumteile und 3 Werke fertigen für den Bereich „Electronics“. Hinzu kommen 10 Entwicklungsstandorte. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete JCI in China einen Umsatz von 4,6 Mrd USD (3,6 Mrd EUR).

Volz: Produktionshalle durch Brand komplett zerstört

Die Produktionshalle der Willy Volz PUR-Kunststoffverarbeitungs GmbH (Balingen-Frommern; www.volz-pur-gmbh.de) wurde am Mittag des 10. September 2013 komplett zerstört. Den Schaden für den PUR-Verarbeiter schätzt die Polizei auf mehrere hunderttausend Euro.

In Balingen-Frommern produziert das Unternehmen geschäumte und komplette PUR-Formteile für die Medizintechnik und die Automobilindustrie und besitzt außerdem einen eigenen Werkzeug- und Formenbau.

Dangote Group: Große PP-Produktion in Nigeria bis 2016

Bis zum Jahr 2016 will die private Dangote Group (Lagos / Nigeria; www.dangote-group.com) eine Raffinerie in Nigeria bauen, die im petrochemischen Downstream neben einer Düngemittelfertigung auch eine große PP-Produktion aufweisen soll. Die PP-Anlage soll in der OKNLG Free Trade Zone an der Küste gebaut werden.

Die Finanzierung der Anlagen wird von zwölf Banken unter Führung der Standard Chartered Bank garantiert. Koordiniert wird das Projekt von der Honeywell-Anlagenbautochter UOP (Des Plaines, Illinois / USA; www.uop.com).

Schütz: Neues Werk in Frankreich

In Saint-Etienne, rund 60 km südwestlich der französischen Stadt Lyon, will Schütz (Selters; www.schuetz.net) einen neuen Produktionsstandort einrichten. Nach der geplanten Fertigstellung Anfang 2014 soll das Werk den kompletten Süden Frankreichs mit IBCs beliefern. Das Portfolio umfasst die Produktion neuer Ecobulks im Dreischichtextrusionsverfahren und später auch die Rekonditionierung gebrauchter Container, wie das Unternehmen mitteilt.

Mit dem Bau des zweiten IBC-Werks in Frankreich – ein weiteres steht in Marcoussis, im Norden des Landes – reagiert Schütz auf die steigende Nachfrage. Zudem rückt der Verpackungsspezialist mit der Maßnahme näher an die Kunden im Raum Rhone-Alpes und in der Schweiz.

Multitherm: Investition in neue Mehrschichtextrusionsanlage

Der Rohrproduzent Multitherm (Wien / Österreich; www.multitherm.net) hat eine Mehrschichtextrusionsanlage für die Herstellung von 2-schichtigen Rohren von KraussMaffei Berstorff (München; www.kraussmaffeiberstorff.com) erworben. Multiherm will mit der Anlage Heißwasserrohre für Heizungsanlagen und Fußbodenheizungen herstellen. Die Linie soll Rohre in einem Durchmesser von 14 bis 40 mm mit einer Innenschicht aus PE-RT und einer Sauerstoff-Barriereschicht sowie einer Außenschicht aus PE-RT fertigen.

Multitherm produziert rund mehrere Millionen Meter Kunststoffrohre aus PE, PE-RT und PP im Jahr.

Perstorp: Phthalatfreier Weichmacher für sensible Anwendungen

Zur diesjährigen K-Messe in Düsseldorf stellt der schwedische Spezialchemie-Hersteller Perstorp (Perstorp; www.perstorp.com) den neuen, phthalatfreien Allzweckweichmacher „Pevalen” vor, der speziell für sensible verbrauchernahe Anwendungen entwickelt wurde, um der steigenden Nachfrage für diese Einsatzgebiete nachzukommen. Als phthalatfreie Alternative zu herkömmlichen Weichmachern biete Pevalen ein Eigenschaftsprofil, das entweder gleich gut oder sogar besser als das anderer Weichmacher ist, so Perstorp.

Bedingt durch die Effizienz von Pevalen könnten Einsparungen bei der Einsatzmenge in der Rezeptur gemacht werden. Zudem seien die Migrationswerte geringer als bei anderen Weichmachern. Zusätzlich biete das gemäß REACH registrierte Produkt eine gute UV-Beständigkeit und sei somit für Anwendungen geeignet, die einer direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.

Fränkische Rohrwerke: Erweiterung des US-Standorts

Fränkische Rohrwerke (Königsberg; www.fraenkische.de) will den Hauptsitz des Nordamerika-Geschäfts erweitern. In den Ausbau des Standorts der Tochtergesellschaft Fraenkische Industrial Pipes (FIP, Anderson County, South Carolina / USA; www.fraenkische-ip.com) sollen – unter dem Vorbehalt einer weiterhin positiven Geschäftsentwicklung – in den nächsten Jahren 5 Mio USD (umgerechnet 3,8 Mio EUR) fließen, wie der Hersteller von Wellrohren, Rohrsystemen und Wellrohr-Produktionsanlagen mitteilt.

Mit den Investitionen sollen 50 neue Jobs entstehen. Aktuell beschäftigt FIP an dem US-Standort etwas mehr als 100 Mitarbeiter. Auch die Produktionsfläche soll vergrößert werden, und zwar um 1.850 m².