Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

Dreiländertagung: DACH-Kunststoffverarbeiter erörtern Marine Litter

Die Haltung der Kunststoffindustrie zum Marine Litter stand im Mittelpunkt der Diskussionen auf der diesjährigen Dreiländertagung am 5./6. September in Ascona / Schweiz. Die Spitzenvertreter der Organisationen der Kunststoff verarbeitenden Industrie Deutschlands, Österreichs und der Schweiz – der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e.V. (GKV, Bad Homburg; www.gkv.de), der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO, Wien; www.kunststoffe.fcio.at), die Bundesinnung der Kunststoffverarbeiter (Wien; www.kunststoffverarbeiter.at) sowie der Kunststoff Verband Schweiz (KVS, Aarau; www.kvs.ch) – stimmten darin überein, dass die Kunststoffindustrie und das Kunststoff verarbeitende Gewerbe gefordert sind, Verantwortung im Sinne des Grundsatzes der Vorsorge (Precautionary Principle) auch international intensiver wahrzunehmen. Dazu wollen die Verbände künftig mit den entsprechenden Organisationen vermehrt kooperieren.

Weiterhin erörterten die deutschsprachigen KVI-Vertreter intensiv die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Fachkräftebestand in der Kunststoffverarbeitung. Vor dem Hintergrund der dramatischen Jugendarbeitslosigkeit, insbesondere in Südeuropa, unterstrichen die Spitzenverbände der Kunststoff verarbeitenden Industrie in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Bedeutung der dualen Berufsausbildung für ihre Branche. Bekräftigt wurde dies in einer gemeinsamen Erklärung zu dem dualen System mit den Lernorten Betrieb und Berufsschule, welches als richtungsweisend für Europa angesehen wird. Nirgendwo sei die Jugendarbeitslosigkeit so niedrig wie in Deutschland, Österreich und der Schweiz, so die Branchenvertreter in Ascona.

Coperion: K-Tron wird Teil des Unternehmensverbunds

Der Hersteller von Compoundieranlagen und Schüttgutanlagen Coperion (Stuttgart; www.coperion.com) bekommt Zuwachs. Ab dem 1. Oktober 2013 firmiert K-Tron (Pitman, New Jersey / USA; www.ktron.com), ein Anbieter von Dosiergeräten, pneumatischen Förderungen und kompletten Materialfördersystemen, unter dem neuen Markennamen Coperion K-Tron im Unternehmensverbund.

Beide Gesellschaften gehören zum Industriekonglomerat Hillenbrand (Batesville, Indiana / USA; www.hillenbrandinc.com). „Der einheitliche Name Coperion ist ein entscheidender und unverzichtbarer Baustein in unserer Unternehmensstrategie, mit der wir unsere führende Position im Weltmarkt weiter ausbauen werden“, sagt Coperion-Präsident Thomas Kehl .

Standard-Thermoplaste: Kostenweitergabe ist Stand der Dinge

Im Zuge der Syrienkrise waren die Preise auf den weltweiten Öl-Märkten und im Petrochemie-Upstream in der zweiten Augusthälfte deutlich angestiegen. Auch die europäischen Kontraktreferenzen für die maßgeblichen Kunststoff-Vorprodukte Ethylen, Propylen und Styrol wurden in der Folge für den September angehoben. Die Forderungen der Produzenten lagen allenthalben über den Kostensteigerungen. Bei den Polyolefinen wurden aber im ersten Monatsdrittel lediglich Kostenweitergaben erzielt. PVC und Styrolkunststoffe erreichten nur sehr marginale Margenverbesserungen. Dies berichtet der Branchendienst Kunststoff Information (KI, Bad Homburg; www.kiweb.de) im aktuellen Online-Report.

Bei PE werde in vielen Fällen die Kostenweitergabe bereits das Ende der Fahnenstange im September bedeuten. Bei PP und PVC dagegen müssen gegebenenfalls noch Ausweitungen der Aufschläge befürchtet werden. Die Styrolkunststoffe müssen sich wahrscheinlich mit den leichten Zugewinnen begnügen. Aufgrund der hohen Kosten haben die Notierungen hier mittlerweile Allzeitrekorde erreicht, die nach oben keinerlei Spielraum mehr lassen.

Reichhold: Höhere Preise für Composite-Produkte in Europa

Zum 1. Oktober 2013 will der US-Harzerzeuger Reichhold (Research Triangle Park, New Jersey; www.reichhold.com) in Europa die Preise für ungesättigte Polyesterharze, Vinylesterharze, Gelcoats und ähnliche Produkte um 80 EUR/t anheben.

Begründet wird die Maßnahme mit höheren Kosten für Styrol und Rohöl.

Hans Keim Kunststoffe: Geschäftsführer Keck geht in Ruhestand

Dieter Keck, der Geschäftsführer des Kunststoff-Verarbeiters Hans Keim Kunststoffe (Zimmern ob Rottweil; www.keim-kunststoffe.de), hat sich in den Ruhestand verabschiedet. Gemeinsam mit Dieter Lang hatte er das Unternehmen geleitet. Lang wird nun alleine die Geschäfte führen.

Das Unternehmen verarbeitet mit etwa 100 Mitarbeitern thermoplastische Kunststoffe unter anderem PMMA, PC, PVC und PETG (Polyethylenterephtalat).

Borealis: Ausbau bei PP-LGF-Compounds in Italien

Der Polyolefinerzeuger Borealis (Wien / Österreich; www.borealisgroup.com) nimmt im italienischen Compoundierwerk Monza eine neue Linie für langglasfaserverstärkte PP-Typen (PP-LGF) in Betrieb. Produziert werden die Pellets mittels Pultrusion, womit eine höhere Faserlänge erzielt werden kann, weil die Glasfasern parallel in den Pellets angeordnet sind und die gleiche Länge wie das Pellet selbst aufweisen. Die genaue zusätzliche Kapazität nannte Borealis nicht.

Gleichzeitig fasst das Unternehmen die beiden bisherigen glasfaserverstärkten Materialfamilien ,,Xmod” (kurzglasfaserverstärkte PP-Typen) und „Nepol” (PP-LGF) unter der neuen Marke „Fibremod” zusammen. Das Portfolio umfasst Materialien mit einem Glasfasergehalt von 20 bis 60 Prozent.

 

Nizhnekamskneftekhim: Umsatz im ersten Halbjahr 2013 gefallen

Die Zugewinne im Kunststoffgeschäft konnten die Einbußen aus dem Gummisegment bei Nizhnekamskneftekhim (Nizhnekamsk, Tatarstan / Russland; www.nknh.ru) nicht ausgleichen. Der Erlös sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 8 Prozent auf knapp 63 Mrd RUB (1,44 Mrd EUR). Das Ebitda ging um 17 Prozent auf gut 10 Mrd RUB (228 Mio EUR). Die Erlöse aus dem Kunststoffgeschäft stiegen um 6,5 Prozent auf knapp 17,5 Mrd RUB. Gleichzeitig brachen im Gummisegment die Erlöse um fast 17 Prozent auf gut 27 Mrd RUB (615 Mio EUR) ein. Als Nettogewinn weisen die Russen knapp 6 Mrd RUB aus.

Dabei steigerte das Unternehmen den Ausstoß von Polymeren um 9 Prozent auf 327.000 t und von Gummi um gut 8 Prozent auf 313.000 t. Die Produktion von Styrolkunststoffen wurde um knapp 28 Prozent auf 122.000 t erhöht.

IdentiPlast 2013: Internationales Forum zur Kunststoffverwertung

„Kunststoff ist zum Wegwerfen zu schade” – unter diesem Motto lädt PlasticsEurope (Brüssel / Belgien; www.plasticseurope.org) am 28./29. November zur elften Auflage der „IdentiPlast” nach Paris ein. Diese zentrale europäische Konferenz rund um die Verwertung gebrauchter Kunststoffe umfasst wie in den Vorjahren zahlreiche Diskussionsforen, Vorträge und eine begleitende Aus­stel­lung mit aktuellen Informationen rund um die Themen Sammeln, Sortieren, Recyceln und Verwerten von Kunst­stoff­abfällen.

Ein Schwerpunkt ist dieses Mal das ehrgeizige Ziel, das Deponieren von Kunststoffabfällen bis 2020 europaweit auf Null zu verringern. In Deutsch­land ist dies bereits Realität, viele andere Länder haben aber Nachholbedarf, betont der europäische Verband der Kunststofferzeuger.

AkzoNobel: Aus „Nourymix” wird „Armoslip” und „Armostat”

AkzoNobel (Arnheim / Niederlande; www.akzonobel.com integriert seine „Nourymix”-Hochleistungsadditive in die beiden Produktlinien „Armoslip” und „Armostat”. Die Gleitmittelzusätze werden künftig unter dem Namen Armoslip vermarktet, antistatisch wirkende Additive heißen von nun an Armostat.

Man wolle mit dem Schritt die Marke „Armo” stärken, unter der die meisten Zusätze des Unternehmens in den Handel kommen. An der Zusammensetzung und den Eigenschaften der umbenannten Additive werde sich nichts ändern, heißt es aus Arnheim.

Plastic Omnium: Heckklappe des Peugeot 308 komplett aus PP

Nach der 2010 vorgestellten ersten Heckklappe für den „Peugeot 508″, die noch als Hybridteil aus carbonfaserverstärkten Strukturteilen mit PP-Außenhaut daherkam, bringt der Automobilzulieferer Plastic Omnium (Levallois / Frankreich; www.plasticomnium.com) nun für das Modell 308 eine Heckklappe auf den Markt, der vollständig aus Polypropylen besteht. Das Gewicht des im Entwicklungszentrum „Sigmatech” bei Lyon konzipierten Teils beträgt 12 kg, also 3 kg weniger als das Äquivalent aus Metall.

Im Werk in Fontaine nahe Basel wird die tragende Struktur aus PP-LGF hergestellt, im 100 km weiter westlich gelegenen Longres die Außenhaut aus unverstärktem PP, erläuterte ein Unternehmenssprecher. Beide Teile werden in Longres zudem verklebt, fertig montiert und lackiert.

Jayant Agro: JV für Bio-Polyole mit japanischer Mitsui Chemicals

Gemeinsam mit Mitsui Chemicals (Tokyo / Japan; www.mitsuichem.com) und Itoh Oil Chemicals Co Ltd (Yokkaichi / Japan; www.itoh-oilchem.co.jp) hat der nach eigenen Angaben weltweit größte Rizinusöl-Produzent Jayant Agro-Organics Ltd (Mumbai / Indien; www.jayantagro.com) ein Joint Venture zur Erzeugung von Bio-Polyolen gegründet. Jayant hält die Hälfte der Anteile, Mitsui weitere 40 Prozent und Itoh – Japan einziger nennenswerter Erzeuger von Rizinusöl – die restlichen 10 Prozent.

Die Produktion der neu gegründeten Vithal Castor Polyols Pvt Ltd soll im indischen Bundesstaat Gujarat eingerichtet werden – möglicherweise am bestehenden Standort der Jayant-Tochtergesellschaft Ihsedu Agrochem bei Palanpur. Geplant ist, die  Erzeugung von Bio-Polyolen für die PUR-Herstellung 2015 in Betrieb zu nehmen.

Oldoplast: Insolvenzplanverfahren erfolgreich abgeschlossen

Die Oldoplast GmbH (Marl; www.oldoplast.de), ein Hersteller von Kunststoff- und Metallbrauseschläuchen für die Sanitärbranche, hat erfolgreich ein Sanierungsverfahren durchlaufen. Das Amtsgericht Marl hob im August 2013 das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung auf.

„Oldoplast ist jetzt optimal aufgestellt für die Herausforderungen des Marktes“, sagte Rechtsanwalt Steffen Schneider von der Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff & Partner (Potsdam; www.bbl-law.de), die den gesamten Sanierungsprozess begleitet und den Insolvenzplan erarbeitet hatte. Die Auftragslage sei gut. Keiner der knapp 100 Oldoplast-Mitarbeiter musste aufgrund des Insolvenzverfahrens entlassen werden.

Composites/GFK August 2013: Bodenbildung bei Orthoharz-Preisen

Zwar gaben die Preise für mittelreaktive Orthoharze im August nur am oberen Ende des Preisbandes noch geringfügig um 5 EUR/t nach, doch die Situation ist ein wenig komplexer, als es die reine Betrachtung des Durchschnittspreises vorgibt. Dies berichtet der Branchendienst Kunststoff Information (KI, Bad Homburg; www.kiweb.de) in seinem neuesten Report.

An beiden Rändern zeigte sich durchaus Bewegung, die zum einen auf – allerdings wenig erfolgreiche – Erhöhungsversuche der Erzeuger hindeutet, andererseits aber auch auf eine nicht nur potenzielle Verfügbarkeit günstiger Ware. Das Gros der Schwankungen ist, wie die KI-Umfrage ergab, dennoch dem oberen Ende der Bandbreite zuzuordnen. Das weist auf eine Bodenbildung hin, woran auch die inzwischen deutlich anziehenden Notierungen für die Hauptrohstoffe Styrol und Propylen (Monopropylenglykol) ihren Anteil haben. Glasfaserprodukte – sowohl Faserschnittmatten als auch Rovings – blieben im zentralen Q3-Monat wie erwartet stabil.

Siepe: Neubau am Stammsitz für K-Verpackungen

In den letzten Ausbauzügen befindet sich aktuell der Neubau der Siepe GmbH (Kerpen; www.siepe.net), den der Hersteller von Fässern und Behältern aus Kunststoff und Metall unmittelbar neben dem Stammgelände in Kerpen-Sindorf errichtet hat. Auf rund 4.000 m² sollen dort ab Oktober Konsumverpackungen aus PE, PP und PET hergestellt werden.

Wie bei der Übernahme im Oktober 2009 angekündigt, wird dabei die Hohlkörper-Produktion der ehemaligen aldoplast samt der Belegschaft aus dem rund 30 km entfernten Langerwehe nach Kerpen verlagert. Durch die geografisch günstige Lage im Westen von NRW mit guter Autobahnanbindung zur A4 und A61 sei die Nähe zu den Kunden gewährleistet, insbesondere in den benachbarten Benelux-Ländern sowie in den Gebieten Ruhr und Rhein-Main, so Siepe.