Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

Marseille: Handelshaus leitet Nachfolge ein

Bei der Marseille Kunststoffe GmbH (Leichlingen; www.marseille-kunststoffe.com) hat Ivonne Keil, die das internationale Handelshaus zusammen mit Reinhold Marseille leitet, zum 19. August 2013 von der Muttergesellschaft Marseille Holding AG (Freienbach / Schweiz) 25 Prozent der Anteile gekauft.

Die Maßnahme erfolge im Hinblick auf die Erweiterung der Unternehmensaktivitäten sowie der geplanten Unternehmensnachfolge, heißt es aus Leichlingen. Keil wurde im April in die Geschäftsführung berufen.

PlasticsEurope: Kanuten des „Team Kunststoff” glänzen bei WM

Die Bilanz der Paddler bei der WM in Duisburg ist außergewöhnlich. Die von PlasticsEurope Deutschland (D-60329 Frankfurt; www.plasticseurope.org) geförderte „Team Kunststoff”-Flotte holte in den Einzeldisziplinen neun Gold-, fünf Silber- und drei Bronzemedaillen. Duisburg bescherte dem Team von Bundestrainer Reiner Kießler damit einen wahren Medaillenregen.

Dabei gab es 15 der 17 Medaillen in Olympischen Disziplinen. Der DKV stand schließlich auch in der Nationenwertung ganz oben. Knapp 20.000 Zuschauer verfolgten die über 250 Rennen in 44 Disziplinen. 956 Athletinnen und Athleten aus 78 Nationen kämpften bei der Kanu-WM in Duisburg um Gold.

Idemitsu: PPS-Geschäft geht an JV Lion Idemitsu

Das Geschäft mit dem Hochleistungskunststoff Polyphenylensulfid (PPS) überträgt Idemitsu Kosan (Tokyo / Japan; www.idemitsu.com) mit Wirkung zum 1. Oktober 2013 an Lion Idemitsu Composites (Tokyo / Japan; www.ilcc.co.jp), einem JV des Konzerns mit dem Spezialchemieunternehmen Lion Corporation (Tokyo / Japan; www.lion.co.jp). Seit 1987 stellt Idemitsu nach eigenen Angaben PPS her, insbesondere Compounds.

Mit der jetzigen Verlagerung hofft man auf Effizienzsteigerungen in der Produktion und Synergieeffekte durch die bessere Integration der Produkte von ILCC mit der PPS-Herstellung. ILCC wird neben den Produktionsassets auch alle Geschäftsbeziehungen und Kunden der PPS-Aktivitäten von Idemitsu übernehmen.

Wesko: Umzug nach Stollberg geplant

Die Wesko GmbH (Oelsnitz; www.wesko-gmbh.de) zieht um. Noch in diesem Jahr will der Hersteller von Prüfadaptern und Sondersteckverbindern einen neuen Firmensitz in Stollberg beziehen. Am 30. August wurde das Richtfest für den Neubau gefeiert, wie der mit dem Bau beauftragte Generalunternehmer Freyler mitteilt.

Im sächsischen Stollberg errichtet Wesko auf einem 13.300 m² großem Areal ein teilweise zweigeschossiges Produktions- und Bürogebäude mit einer Bruttogeschossfläche von etwa 4.300 m². Damit steht dem Unternehmen mehr als doppelt so viel Platz zur Verfügung als am bisherigen Sitz in angemieteten Räumen in Oelsnitz.

Elix Polymers: Preiserhöhung für Styrol-Copolymere

In Kundenbriefen hat Elix Polymers (Tarragona / Spanien; www.elix-polymers.com) höhere Preise für Styrol-Copolymere angekündigt.

Wegen der gestiegenen Rohstoffkosten will das Unternehmen die Preise für ABS („Elix“) zum 15. September um 100 EUR/t anheben. Zudem sollen Schlagzähmodifizierer („Elix 100″) um 60 EUR/t und SAN („Elix 200″) um 90 EUR/t teurer werden.

Scott Bader: Preiserhöhung für Harz-Portfolio

Der Harzerzeuger Scott Bader (Wollaston / Großbritannien; www.scottbader.com) hat für den 1. Oktober 2013 angekündigt, die Preise für das gesamte „Crystic“-Portfolio sowie alle übrigen Composite-Produkte anzuheben. Je nach Typ sollen die Materialien um 70 bis 90 EUR/t teurer werden.

Bob Garner, Vertriebsmanager für Europa, begründet die Maßnahme mit der knappen Verfügbarkeit verschiedener Rohstoffe sowie den über die Sommermonate gestiegenen Preisen.

Pro-K: Ausschreibung für Wettbewerb „Produkte des Jahres 2014″

Der Startschuss für den Wettbewerb „Produkt des Jahres“ des pro-K Industrieverbandes Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V. (Frankfurt; www.pro-kunststoff.de) ist gefallen. Ab sofort können Unternehmen herausragende Konsumprodukte, die größtenteils aus Kunststoff bestehen und eine gelungene Kombination aus Innovation, Design und Funktionalität präsentieren, für das Jahr 2014 auf der Website www.produkte-des-jahres.de anmelden. Anmeldeschluss ist der 31. Oktober 2013.

Ende November zeichnet die Expertenjury dann die Gewinner in elf Wettbewerbskategorien aus. Neue Mitglieder der Jury, bei der auch KI – Kunststoff Information vertreten ist, sind in diesem Jahr Prof. Martin Bastian vom Süddeutschen Kunststoff-Zentrum (SKZ, Würzburg) und Prof. Octavio K. Nüsse vom Fachbereich Design der Fachhochschule Münster. Neben dem Kennzeichnungsrecht und einem umfangreichen Marketingpaket erwartet die Gewinner Anfang des Jahres 2014 eine festliche „Award Night“ in Frankfurt, bei der ihnen neben anderen Programmhighlights in einer feierlichen Zeremonie die „Awards“ verliehen werden. Die Auszeichnung „Produkt des Jahres“ sichert dem Produkt den Zugang zum Designpreis der Bundesrepublik Deutschland.

Mecaplast: Automobilzulieferer erholt sich weiter

Im ersten Halbjahr 2013 hat der Automobilzulieferer Mecaplast (Monaco; www.mecaplast.com) den Aufwärtskurs trotz der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen in Europa fortsetzen können. Der Produktumsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4 Prozent auf 294 Mio EUR, wofür vornehmlich die guten Geschäfte der Auslandsgesellschaften in der Türkei, China, Mexiko und Serbien verantwortlich sind. Die operative Marge stieg von 1 auf 5,2 Prozent, das Ebit betrug in absoluten Zahlen also gut 15 Mio EUR.

Der erst Mitte vergangenen Jahres bestellte neue CEO Pierre Boulet erwartet eine Fortsetzung des Wachstums bis Jahresende. Gleichzeitig setzt Mecaplast den Ausbau der internationalen Produktion fort: In China entsteht derzeit – wie Ende 2010 angekündigt – Werk Nummer vier in Shenyang in der nördlichen Provinz Liaoning.

Croda: Ausbau der Präsenz in den Wachstumsmärkten

Der Spezialchemie-Hersteller Croda (Goole / Großbritannien; www.croda.com) steht vor dem Mehrheitserwerb der chinesischen Sichuan Sipo Chemical Co Ltd (Mianyang, Sichuan; www.sipo.com.cn). Die chinesischen Wettbewerbsbehörden haben dem Kauf von 65 Prozent der Sipo-Anteile bereits zugestimmt, berichten die Briten. Die Transaktion mit einem Wert von 361 Mio CNY (44,5 Mio EUR) soll in den kommenden Wochen über die Bühne gehen.

Mit dem Zukauf will Croda das Geschäft mit Polymer-Additiven und Gleitmitteln ausbauen und die Aktivitäten in den schnell wachsenden Schwellenländern stärken. Sipo, im Jahr 1993 gegründet, produziert mit 300 Mitarbeitern Spezialitäten wie primäre Amide, Fettsäuren und Spezialester aus natürlichen Rohstoffen.

Richard Fritz; Produktion am Hauptsitz vor dem Aus

Am Stammsitz in Besigheim will der Automobilzulieferer Richard Fritz (Besigheim; www.fritz-group.com) die Produktion einstampfen. Mit der Maßnahme reagiert der Spezialist für spritzgegossene Fensterdichtungen auf den scharfen Wettbewerbsdruck. Von der Schließung betroffen seien rund 170 Mitarbeiter, erklärte eine Sprecherin und bestätigte damit lokale Medienberichte.

Die Geschäftsleitung um Dr. Thomas Dückers unterrichtete die Mitarbeiter am 4. September über die Pläne. Demnach will das Management die Produktionskapazität reduzieren und zum Teil in andere Werke in Aurach und im ungarischen Aszód verlagern. Am Hauptsitz mit aktuell 280 Beschäftigten bleiben dann noch der Vertrieb, die Entwicklung und die Verwaltung. Wann die Produktion in Besigheim beendet werden soll, steht noch nicht fest.

Paprec: Französische Recyclinggruppe erwirbt Polieco-Tochter

Für dem Vernehmen nach rund 15 Mio EUR hat der Recyclingkonzern Paprec SA (La Courneuve / Frankreich; www.paprec.com) die Matieres Plastiques de Bourgogne (MPB, La Loyère / Frankreich) übernommen.

Das Unternehmen, das mit einem Umsatz von 15 Mio EUR und 45 Beschäftigten im Recycling von Post-Consumer PE-HD-Flaschen und -Behältern aktiv ist, gehörte bisher zum Rohrhersteller Polieco (Cazzago S. Martino / Italien; www.polieco.com). Offenbar nutzte Polieco France das PE-HD-Recyclingmaterial für die Produktion ein- und doppelwandiger Wellrohre in den beiden nördlich von Lyon gelegenen Werken in Feillens und Bellegarde.

HKM: Spritzgießunternehmen erweitert Kapazitäten

Mit der Anschaffung einer neuen Spritzgießmaschine des Herstellers Arburg (Loßburg; www.arburg.com) hat die HKM Kunststoffverarbeitung GmbH (Neusalza-Spremberg; www.hkm-kunststoff.de) im Juli die Fertigungskapazitäten ausgebaut. Die Geschäftsführer Uta Sachse und Maik Hempel, die das 1991 gegründete Unternehmen in zweiter Generation leiten, gaben dazu keine weiteren Details an.

HKM beliefert Kunden aus den Bereichen Büromöbel, Fahrzeugtechnik, Klebtechnik, Verbindungstechnik sowie Apparate- und Maschinenbau. Zu den Produkten gehören Kunststoffkomponenten für Düsen und Adapter, Distanz- und Unterlegscheiben, Gleiter, Puffer, Büchsen, Griff, Stopfen und Befestigungselemente.

Bayer MaterialScience: Weitere Expansion in Russland geplant

Der Bayer-Konzern (Leverkusen; www.bayer.com) will sein Russland-Geschäft weiter ausbauen. Gegenüber 2012 mit einem Umsatz von 726 Mio EUR sollen die Erlöse bis zum Jahr 2017 um 80 Prozent auf 1,3 Mrd EUR steigen. Gleichzeitig will der Chemiekonzern über 800 neue Stellen schaffen und dann im Jahr 2017 insgesamt 2.400 Mitarbeiter in Russland beschäftigen.

Der Teilkonzern Bayer MaterialScience (BMS, Leverkusen; www.bayerbms.com), der im letzten Jahr 20 Prozent des Umsatzes von Bayer in Russland einfuhr, will den Umsatz vor Ort von 149 Mio EUR im Jahr 2012 auf 230 Mio EUR in 2017 steigern. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 9 Prozent.

Polymerpreise Russland: Preise steigen moderat weiter

Die Situation auf den russischen Märkten für Standard-Polymere im August kann als uneinheitlich und unaufgeregt zusammengefasst werden. Prinzipiell zeigt sich das selbe Bild wie schon seit Wochen: Der Rubel verliert gegen den Euro an Wert und gleichzeitig verteuern sich die Polymere. Der Effekt war im August allerdings nicht so stark, wie in den Monaten zuvor, erst danach nahm die Abwertung des Rubels erneut Fahrt auf.

In der Landeswährung erhöhten sich die Preise fast durch die Bank. Am deutlichsten verteuerte sich PP-Rohrware. Hintergrund sind gestiegene Rohstoffpreise sowie bevorstehende Wartungen. Insbesondere der geplante Produktionsstop für PE-HD bei Kazanorgsintez wirft seine Schatten voraus. Obwohl die Verarbeiter nicht gerade reißenden Absatz erfahren, könnte die Wartung der Anlagen in Kazan den Markt für Extrusionstypen in Richtung Unterversorgung drehen lassen, befürchten Analysten. Angesichts der gestiegenen Nachfrage und der weiten Wege sei die Knappheit auch nicht durch Importe zu überbrücken.