Tagesaktuelles aus der Kunststoff-Industrie

MPF Trading: Vertrieb von Qualchem-Compounds

Das Kunststoff-Handelsunternehmen MPF Trading Compounds (Mutlangen, www.mpftrading.de) hat den Vertrieb von PA- und PP-Compounds der Qualchem Zrt (Zsámbék / Ungarn; www.qualchemrt.hu) in Deutschland übernommen. Im Einzelnen handelt es sich dabei um „Danamid” PA 6- und PA 6.6-Materialien sowie „Danaprop” (PP), die vom Lager in Mutlangen aus geliefert werden.

Der 1982 gegründete Compoundeur Qualchem produziert im Werk in Zsámbék – 20 km westlich von Budapest – PP-, PA- und PS-Compounds der Eigenmarken Danaprop, Danamid, „Qualinyl” (glasfaserverstärkt) und „Qualistyr”. Darüber hinaus handelt das Unternehmen mit verschiedenen technischen und Standard-Thermoplasten sowie Masterbatches und Halbzeugen.

FACC: Millionenauftrag von brasilianischer Embraer

Der Flugzeughersteller Embraer (São José dos Campos / Brasilien; www.embraer.com) hat den CFK-Spezialisten FACC AG (Ried / Österreich; www.facc.com) mit der Entwicklung und Produktion Spoiler und Querruder für die zweite Generation der „E-Jet”- Regionalflugzeuge beauftragt. FACC rechnet mit einem Auftragswert von mindestens 120 Mio USD über die Laufzeit des Vertrags.

Bisher produzierte FACC für Embraer lediglich Elemente der Innenausstattung, aber keine Teile für den Rumpf. Die Lieferung der ersten Bauteile ist für das erste Quartal 2015 geplant, die Indienststellung des ersten E-Jets für 2018.

Balda: Machtkampf mit Großaktionär Elector geht weiter

Der Hickhack zwischen der Balda AG (Bad Oeynhausen; www.balda.de) und dem Großaktionär Elector geht weiter. Elector hat für den 4./5. September 2013 erneut zu einer außerordentlichen Hauptversammlung nach Berlin eingeladen, nachdem ein erstes Aktionärstreffen im Juli wegen eines Formfehlers von Elector keine Beschlüsse fassen konnte. Elector will auf der außerordentlichen Hauptversammlung den Balda-Aufsichtsrat mit eigenen Kandidaten neu besetzen.

Wie das Spritzgießunternehmen bekannt gab, scheiterte Elector vor Gericht nun aber mit dem Versuch, per einstweiliger Verfügung eine aktive Aktionärsansprache zu verbieten. Balda darf demnach einen Dienstleister beauftragen, die Aktionäre auf die kommende außerordentliche Hauptversammlung aufmerksam machen und zur Ausübung der Stimmrechte auffordern.

Cooper Standard: Restrukturierung in Frankreich

Als Reaktion auf den Rückgang in der französischen Automobilproduktion, vornehmlich beim Hauptkunden Peugeot Citroen PSA, plant der Dichtungshersteller Cooper Standard (Novi, Michigan / USA; www.cooperstandard.com) eine umfangreiche Restrukturierung der französischen Aktivitäten voraussichtlich bis 2015. Das US-Unternehmen stellte die Pläne Mitte Juli 2013 der Belegschaft vor.

So sollen die beiden Werke in Rennes und Vitré an einem neuen Standort in Chateaubourg, östlich von Rennes zusammengelegt werden. Wie hoch die Investition für den Neubau sein wird, war auf Anfrage nicht zu erfahren. Beide Werke beschäftigen zusammen 1.600 Mitarbeiter, von denen mit dem Umzug rund 100 abgebaut werden sollen.

Novaled: Samsung erwirbt OLED-Spezialisten

Mit dem Erwerb weiterer Aktien der Novaled AG (Dresden; www.novaled.com) übernimmt Samsung (Seoul / Südkorea; www.samsung.com) den Hersteller organischer Leuchtdioden (OLED) vollständig.

Die Samsung-Tochtergesellschaft Cheil Industries (Uiwang / Südkorea; www.samsungchemical.com) kaufte rund 50 Prozent der Anteile, weitere 40 Prozent wurden von Samsung Electronics erworben, 10 Prozent hält die Samsung Venture Investment bereits seit 2011. Cheil Industries plant, Novaleds bestehendes Forschungs- und Entwicklungszentrum in Dresden weiterzuführen sowie einen wesentlichen Teil der OLED-Forschung dort zu konzentrieren. Mit der Übernahme steigt Cheil Industries nach eigenen Angaben zum Marktführer bei organischem Bildschirmmaterial auf.

Industrie- und Bauprofile Schönberg: Antrag auf Insolvenz

Um die Sanierung des Geschäftsbetriebs zu beschleunigen, hat die Industrie- und Bauprofile Schönberg GmbH (Schönberg; www.bolta-industrie.de) – ehemals Bolta – ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Zum vorläufigen Sachwalter bestellte das Amtsgericht Passau zum 29. Juli 2013 RA Dr. Michael Jaffé von der Kanzlei Jaffé Rechtsanwälte (Frankfurt; www.jaffe-rae.de).

Der Geschäftsbetrieb geht in vollem Umfang weiter, auch haben die bisherigen Gesellschafter ihre Unterstützung für die weitere Sanierung zugesagt. Der Hersteller von Industrie- und Bauprofilen beschäftigt rund 200 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von mehr als 23 Mio EUR.

Spritzgussa Kunststofftechnik: Jochen Bartl neuer Geschäftsführer

Das Spritzgießunternehmen Spritzgussa Kunststofftechnik GmbH (Wannweil; www.spritzgussa-plastics.de) hat Jochen Bartl zum Geschäftsführer bestellt. Er wird das Unternehmen gemeinsam mit Inhaber Franz Stelzer leiten.

Spritzgussa Kunststofftechnik stellt unter anderem dünnwandige Kunststoffteile sowie Formen und Werkzeuge her. Die Firma verfügt über 30 Spritzgießmaschinen mit einer Schließkraft von 500 bis 3.500 kN. Das Unternehmen verarbeitet mit 50 Mitarbeitern PS, PP und SAN.

Sumitomo Demag: Ausbau der Maschinenbau-Kapazität in China

Rund 7 Mio EUR will der Spritzgießmaschinenhersteller Sumitomo (SHI) Demag (Schwaig; www.sumitomo-shi-demag.eu) in den Ausbau des Werks im chinesischen Ningbo investieren. Das bestätigte eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage.

Bis 2015 will das Unternehmen die dortige Jahreskapazität von derzeit 650 Maschinen auf eine Stückzahl von dann gut 1.000 anheben. Gleichzeitig könnte auch die Produktpalette ausgeweitet werden, die bislang hydraulische Maschinen der „Systec”-Reihe mit Schließkräften von 500 bis 10.000 kN umfasst. Die zusätzlichen Maschinen sind sowohl für den Inlandsmarkt als auch für die Ausfuhr bestimmt, sagte Stephan Greif, CEO der Tochtergesellschaft Demag Plastics Machinery Ningbo.

Foampartner: Gute Geschäfte mit technischen Schaumstoffen

Der PUR-Schäumer FoamPartner (Wolfhausen / Schweiz; www.foampartner.com) hat im ersten Halbjahr 2013 einen Umsatz von 69,1 Mio CHF (umgerechnet 56,2 Mio EUR) erwirtschaftet. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert war dies ein Plus von 3,9 Prozent. In lokalen Währungen betrug der Anstieg 2,6 Prozent, wie die Muttergesellschaft Conzzeta (Zürich / Schweiz; www.conzzeta.ch) mitteilt.

Das Wachstum erzielte FoamPartner im Geschäft mit technischen Schaumstoffen, vor allem mit Produkten für die Automobilindustrie und zur Schalldämmung. Bei den Komfortschäumen gestaltete sich die Nachfrage in Europa hingegen schwächer, zudem drückte der harte Wettbewerb auf die Preise. Regional betrachtet wuchsen die Märkte in den USA und vor allem in Asien.

Geberit: Robuste Entwicklung bei Umsatz und Gewinn

Trotz des schwierigen Geschäftsumfelds hat die Geberit Gruppe (Jona / Schweiz; www.geberit.com) sowohl Umsatz als auch Gewinn im ersten Halbjahr 2013 leicht gesteigert. Der Erlös legte gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert um 2,7 Prozent zu auf 1,17 Mrd CHF (umgerechnet 955 Mio EUR).

Währungsbereinigt lag der Zuwachs bei 1,1 Prozent, wie der Hersteller von Sanitärtechnik mitteilt. Das Betriebsergebnis stieg um 4,1 Prozent auf 271 Mio CHF und das Nettoergebnis um 4,3 Prozent auf 233 Mio CHF. Für das Gesamtjahr erwartet Geberit ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von rund 3 Prozent und eine Ebitda-Marge über dem Vorjahresniveau. In Europa nahm der Umsatz währungsbereinigt um 1,3 Prozent zu, mit deutlichen Unterschieden in den einzelnen Märkten.

SKZ: Fachtagung Barriere-Verbundfolien

Vom 11. bis 12. September 2013 lädt das Kunststoff-Zentrum (SKZ, Würzburg; www.skz.de) zu einer Tagung mit dem Thema „Barriere-Verbundfolien – So gut wie nötig oder so gut wie möglich?” auf die Festung Marienberg nach Würzburg ein.

Thematisiert werden sollen neben dem anhaltenden Trend zur Standardisierung und Kostensenkung auch Fragen wie: „Wie viel Barriere braucht ein Füllgut und wie kann man Kosten sparen oder Sicherheit gewinnen, wenn das Barrieresystem optimiert ist?”

PolyOne: Akquisition treibt Ergebnisse im ersten Halbjahr

Im Zuge von Transaktionen ist der Umsatz des Compoundeurs und Distributeurs PolyOne (Cleveland / Ohio, USA; www.polyone.com) für das zweite Quartal 2013 auf gut 1 Mrd USD (rund 750 Mio EUR) gestiegen. Das entspricht einer Steigerung um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Beim Betriebsergebnis schafften die Amerikaner einen Sprung von 43 Mio USD auf 80,7 Mio USD.

Im Segment „Specialty Platform”, der die Bereiche „Global Specialty Engineered Materials“ und „Global Color, Additives and Inks“ sowie die Neuerwerbung Spartech beinhaltet, stieg der Umsatz binnen Jahresfrist um 56 Prozent auf 621 Mio USD, das operative Ergebnis um 67 Prozent auf 55,6 Mio USD.

 

Braskem: Polyolefinkonzern steigert Umsatz

Der Polyolefinkonzern Braskem (São Paulo / Brasilien; www.braskem.com) hat vom gestiegenen Kunststoffbedarf und positiven Deviseneffekten profitiert. Der Umsatz legte im zweiten Quartal 2013 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 6 Prozent zu auf 9,5 Mrd BRL (umgerechnet 3,5 Mrd EUR). Dennoch verlor Braskem Anteile am heimischen Markt für Thermoplaste, auch wenn die Anlagenauslastungso hoch war wie zuletzt 2009.

Der Kunststoffbedarf Brasiliens zog an, nachdem die Regierung Fördermaßnahmen wie zum Beispiel niedrigere Steuern für Rohstoffeinkäufe auf den Weg brachte. Im Zuge der guten Geschäftsentwicklung kletterte das Ebitda bei Braskem im Berichtszeitraum um 24 Prozent auf 1,05 Mrd BRL. Unterm Strich gab es jedoch einen Nettoverlust von 128 Mio BRL, weil durch Hedgegeschäfte zur Kurssicherung für künftige Exporte ein Finanzaufwand von 666 Mio BRL entstand.

DSM: Neues Hochtemperatur-Elastomer für Schläuche

Der Chemiekonzern DSM (Heerlen / Niederlande; www.dsm.com) hat ein Copolyester-Elastomer zur Herstellung von Schläuchen für Hochtemperatur-Anwendungen im Motorraum entwickelt. „Arnitel C, CM622″ widersteht laut DSM Temperaturen von bis zu 225 °C und sei bereits erfolgreich in Vakuumbremsen eingesetzt worden. Das trotz Weichmacherverzicht „sehr flexible” Arnitel C sei leistungsfähiger als PA 12, PA 11, PA 6.12, PA 6.10, PA 10.10 sowie PA 10.12.

Das Material kann nach Herstellerangaben in herkömmlichen Extrusionsanlagen verarbeitet werden und zeichne sich durch hohe mechnische Belastbarkeit und Langlebigkeit aus. Für die Automobilindustrie biete Anitel C Potenzial zur Einsparung von Gewicht, da man aufgrund der hohen Temperaturtoleranz auf Hitzschilde verzichten könne und sich dadurch die Desingfreiheit erhöhe, so DSM.

Eastman: Höhere Preise für Weichmacher und Vorprodukte

Ab dem 1. September 2013 will Eastman (Kingsport, Tennessee / USA; www.eastman.com) in Europa, Nahost und Afrika die Preise für phthalatfreie Weichmacher der Marke „Eastman 168“ erhöhen. Geplant ist ein Aufschlag von 0,03 EUR/kg oder 0,02 USD/lb.

Zudem hat das Unternehmen vor, zum selben Zeitpunkt die Preise für Di-Ethyl-Hexanol und verschiedene Alkohole, die als Vorprodukt eingesetzt werden können, in Nord- und Südamerika um 0,04 USD/lb anzuheben.