Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Engel: Simulation und reale Welt vereint

Der Spritzgießmaschinenbauer Engel, Schwertberg (Österreich), will bei der weiteren Digitalisierung des Spritzgießprozesses in Zusammenarbeit mit Autodesk, München, neue Wege zu gehen. Ziel ist es, die Simulation und den realen Prozess zu verknüpfen, um den Kunststoffverarbeiter über den gesamten Produktlebenszyklus – von der Produktentwicklung und Werkzeugkonstruktion bis zur laufenden Produktion – besser unterstützen zu können.

Engel sim link macht es möglich, Simulationsdaten direkt in die Spritzgießmaschine zu übertragen und umgekehrt Messdatensätze aus der Maschinensteuerung in das Simulationsprogramm zu importieren. (Abb.: Engel)

Engel sim link macht es möglich, Simulationsdaten direkt in die Spritzgießmaschine zu übertragen und umgekehrt Messdatensätze aus der Maschinensteuerung in das Simulationsprogramm zu importieren. (Abb.: Engel)

Mit Engel sim link, das im kommenden Jahr den Kunden von Engel und Autodesk zur Verfügung stehen soll, lassen sich Simulationsergebnisse aus dem Simulationsprogramm Moldflow von Autodesk in die CC300-Steuerung der Spritzgießmaschine sowie Prozess- und Messdaten aus der Maschine zurück in die Simulation übertragen.

„Gemeinsam mit Autodesk schließen wir die Lücke zwischen dem digitalen Zwilling des Werkzeugs und dem realen Spritzgießprozess“, berichtet Dr. Johannes Kilian, Leiter Simulation und Regelungstechnik in der Produktenwicklung von Engel Austria. „Indem wir einfach nutzbare Verbindungen zwischen der digitalen und der realen Welt schaffen, ermöglichen wir über den gesamten Produktlebenszyklus eine durchgängige gegenseitige Nutzung von Simulations- und Maschinendaten.“

Direkter Datentransfer in beide Richtungen

„Bis heute bleiben viele Erkenntnisse aus der Simulation von Spritzgießprozessen an der Maschine ungenutzt“, beschreibt Kilian die Motivation, die Simulations- und Prozessdaten miteinander zu verbinden. Mit Engel sim link lassen sich die aus der Simulation optimierten Parameter in einen Einstelldatensatz umformen und direkt in der Spritzgießmaschine verwenden. Die aus der Simulation übernommenen Parameter werden dabei an die für den Produktionsprozess vorgesehene Spritzgießmaschine angepasst. Dies stellt eine vollständige Datendurchgängigkeit sicher, womit die zeitaufwändige und fehleranfällige manuelle Eingabe von Daten an der Maschine entfällt.

Prozessoptimierung beschleunigen

Umgekehrt können Prozessparameter und Messergebnisse aus der Spritzgießmaschine in Moldflow importiert werden. Diese Funktion öffnet einer neuen Herangehensweise bei der Analyse und Optimierung des laufenden Produktionsprozesses in der Simulation die Tür. Simulations- und Messdaten können einfach abgeglichen und die Qualität der Simulation verbessert werden. Darüber hinaus lassen sich simulationsunterstützt ungünstige Prozesseinstellungen fundiert analysieren und damit schneller und gezielter beheben. Die optimierten Prozessdaten können dann mit Hilfe von sim link an der CC300-Maschinensteuerung eingespielt werden.

„Durch die Verknüpfung von Simulation und realem Produktionsprozess wird die Spritzgießsimulation zukünftig über den gesamten Produktlebenszyklus eine zentrale Rolle spielen“, so Kilian. „Die Simulation beschleunigt die Einstellung, die Rüstprozesse und die Prozessoptimierung und steigert damit deutlich die Produktivität. Sie wird damit zunehmend auch für kleinere spritzgießverarbeitende Betriebe zu einem leistbaren Wettbewerbsvorteil.“

www.engelglobal.com
www.autodesk.de

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