Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Evonik: Breite Materiallandschaft für die additive Fertigung

Erstmals präsentiert Evonik, Essen, auf der Formnext in Frankfurt/M. seine breite Materiallandschaft für die additive Fertigung. Mit einer Vielfalt an Hochleistungsmaterialien und Additiven für den 3D-Druck will das Spezialchemieunternehmen diesen näher in Richtung Serienfertigung bringen.

Evonik bietet eine umfangreiche Materialpalette für den 3D-Druck. (Foto: Evonik)

Evonik bietet eine umfangreiche Materialpalette für den 3D-Druck. (Foto: Evonik)

„Ready-to-use“ steht für den Anspruch von Evonik in der Materialentwicklung für additive Fertigung. „Wir bieten ein Konzept an, mit dem wir in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Partnern Material und Maschine effizient aufeinander abstimmen können“, sagt Thomas Große-Puppendahl, Leiter des Innovationswachstumsfeldes Additive Manufacturing bei Evonik.

Der Markt für 3D-Druck wird heute bestimmt von Qualität, Designfreiheit und Effizienz. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, ist eine ausgeklügelte Materialienvielfalt genauso wichtig wie leistungsfähige Maschinen und ganzheitliche Softwarelösungen. Der Ansatz von Evonik ist auf diese aktuellen Marktbedürfnisse ausgerichtet. „Mit unseren vielfältigen innovativen Hochleistungsmaterialien können wir daher den Weg für die industrielle Bauteilefertigung mittels 3D-Druck ebnen“, so Große-Puppendahl.

Weltweites Netzwerk

Mehr als zwei Dekaden Erfahrung im Bereich des 3D-Drucks münden in die Materialentwicklungsstrategie von Evonik. Der Konzern hat bereits 1996 die ersten Kunststoffpulver für additive Fertigung ausgeliefert und damit bis heute geltende Standards für Kunststoffmaterialien im 3D-Druck gesetzt. Daneben greift das Spezialchemieunternehmen auf seine über Amerika, Europa und Asien verteilte anwendungstechnische Expertise sowie enge Kooperationen mit Kunden und Partnern zurück.

Als erstes Produkt aus der im Frühjahr 2019 akquirierten Technologie von Structured Polymers zur Herstellung von speziellen Polymerpulvern wird Evonik auf der Formnext 2019 ein neuartiges CoPolyester präsentieren. Das Material verhält sich flexibel und zäh zugleich und ist je nach Anwendung in weiß oder in schwarz produzierbar. Es ergänzt neben dem bereits existierten PEBA-Pulver die Produktpalette an flexiblen Thermoplasten für pulverbasierte 3D-Druck Technologien.

Polyamid 613 ist das neue Kunststoffpulver von Evonik für 3D-Druck-Anwendungen im höheren Temperaturbereich. Das Hochleistungsmaterial bringt eine hohe mechanische Festigkeit sowie eine hohe Chemikalien- und Temperaturbeständigkeit mit. Die Wärmeformbeständigkeitstemperatur (HDT B) liegt bei 195 °C. Das Hochleistungspulver weist zudem eine geringe Wasseraufnahme von unter 3 % auf, die sich positiv auf die Verarbeitbarkeit im 3D-Druckprozess und die Dimensionsstabilität des gedruckten 3D-Bauteils auswirkt.

Filamente für medizinische Implantate

Als nach eigenen Angaben weltweit erstes Unternehmen hat Evonik bereits ein Kunststoff-Filament auf Basis von PEEK in Implantatqualität zum Einsatz im 3D-Druck entwickelt. Es kann in der Fused Filament Fabrication Technologie eingesetzt werden und soll die additive Fertigung von dreidimensionalen Kunststoffteilen für permanente Humanimplantate ermöglichen. Dem bereits angebotenen „Testing-Grade“ folgt demnächst das „Implant-Grade“ aus Vestakeep i4 G, für welches umfangreiche zulassungsrelevante Unterlagen bereitgestellt werden.

Darüber hinaus ist Evonik nach der nach eigenen Angaben weltweit einzig bekannte Anbieter von bioresorbierbaren Polymeren in Form von Filamenten und Pulvern für den 3D-Druck von implantierbaren medizinischen Geräten. Sie wurden für die Verwendung in der Fused Filament Fabrication Technologie oder im selektiven Lasersintern entwickelt.

Starke Innovationspipeline

Das starke Know-how in der Polymerchemie erweitert Evonik durch strategische Forschungskooperationen: Der Konzern ist vor kurzem eine Zusammenarbeit mit Cubicure, einem Spin-Off der Technischen Universität Wien, eingegangen, um gemeinsam neuartige, lichthärtende Harzsystemen für die von Cubicure vorgestellte Hot Lithography Technologie zu entwickeln.

In einer weiteren Forschungskooperation entwickelt Evonik mit der in Süddeutschland ansässigen Voxeljet AG polymerpulver-basierte Materialsysteme der nächsten Generation für das skalierbare Binder-Jetting-Verfahren.

3d-printing.evonik.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.