Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Grafe: Farb- und Textureffekte im Blasformwerkzeug kombiniert

Mit dem Digiflex-Verfahren entstehen optisch und haptisch hochwertige Oberflächen. (Foto: Grafe)

Mit dem Digiflex-Verfahren entstehen optisch und haptisch hochwertige Oberflächen. (Foto: Grafe)

Eine neue Methode, mit der sich verschiedenste Farb- und Textureffekte in einem Blasformwerkzeug kombinieren lassen, hat Eschmann Textures International GmbH, Gummersbach, in Kooperation mit Grafe, Blankenhain, entwickelt. Basis ist ein digital gedruckter, flexibler Folienträger, der dem Verfahren seinen Namen gibt: Digiflex. Das Verfahren eignet sich für schnelle Designvalidierungen, Materialtests sowie Produktbewertungen. Auch Kurz-Serienproduktionen sind möglich.

„Bei Digiflex handelt es sich um ein weltweit einzigartiges Verfahren, Farbe und Struktur in einem Werkzeug kostengünstig zusammenzubringen“, erläutert Peter Wolf, Leitung Design/R&D bei Eschmann. „Dank der Kombination aus Farbe und Textur gewinnen Produkte, wie zum Beispiel Flaschen, neben der optischen auch eine beeindruckende haptische Komponente.“ Zudem ließen sich zu tiefe oder zu grobe Strukturen schnell einstellen oder korrigieren. „Damit werden Entwicklungsprozesse auf wenige Tage verkürzt“, so der Experte.

Das Verfahren ist für das Blasformen geeignet und für kleine Serien bis maximal 1.000 Teile ausgelegt – also für Bemusterungsprozesse oder 0-Serien. Basis ist eine von Eschmann entwickelte Folie, die in bestehende Werkzeuge eingelegt werden kann. „Für eine neue Struktur wird nur die Folie gewechselt, das Werkzeug wird weiter eingesetzt. Es muss nicht geätzt oder gelasert werden, um den Eindruck der Textur im Produkt zu bekommen und das Zusammenspiel mit der Farbe zu bewerten“, erklärt Wolf.

Die Digiflex-Texturen können direkt auf die Bauteile aufgebracht werden. Dementsprechend seien Werbeartikel und Vorserien-Produktionen für anspruchsvolle Marketing-Präsentationen die Hauptzielgruppe. Grafe liefert die Farbpalette, Eschmann die hochauflösenden Texturen. Aus diesem Zusammenspiel entstehen optisch und haptisch hochwertige Oberflächen, die eine neue Designvielfalt für Kunststoffbauteile ermöglichen.

Grafe und Eschmann arbeiten bereits seit mehr als zehn Jahren zusammen. „Die Farbmusterplatten von Grafe und unsere Texturen – da ergeben sich immer mal wieder Berührungspunkte. Auf der
K 2016 haben wir uns erstmals zusammengesetzt und beschlossen, gemeinsam etwas zu entwickeln“, blickt der Design-Experte zurück. „Zunächst haben wir uns gegenseitig zu Workshops eingeladen, um die Prozesse und Hintergründe des jeweils anderen Unternehmens zu verstehen. Das Ziel war, dem Kunden schnell ein Produkt mit farblicher und haptischer Ästhetik zu liefern“, sagt er.

„2018 kam schließlich die Idee auf, eine gelaserte Folie aus dem 3D-Drucker ins Werkzeug einzulegen und so die Struktur einzubringen“, berichtet Wolf. Für erste Versuche wurde eine Flaschenform gewählt und das entsprechende Blasform-Werkzeug zwischen beiden Unternehmen ausgetauscht. „Es entstand eine farbige Flasche mit Textur. Im nächsten Schritt wurden dann die passenden Strukturen und Farben ausgewählt“, erinnert sich der Experte. „Schließlich gelang es, mit einem Werkzeug zwölf unterschiedliche Farben und Texturen auf die Flaschen aufzubringen, die nun in vier unterschiedlichen Farb- bzw. Themenprojekten präsentiert werden.“

Eschmann Textures ist Tochter des österreichischen Stahlkonzerns Voestalpine und beschäftigt in Werken in Europa und Indien 180 Mitarbeiter. Seit 1989 beschäftigt sich das Unternehmen mit der Oberflächenbearbeitung auf Basis von Ätztechniken, 2009 kam die noch feinere und genauere Lasergravur hinzu. Eschmann-Oberflächentechniken kommen in vielen Prozessanwendungen und Branchen zum Einsatz. Einen Schwerpunkt bilden die Interieur-Teile in der Automobilindustrie.

www.grafe.com

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