Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Arburg: Geschäumte Mehrwegbecher

Neben einem breiten Portfolio für Getränkeindustrie zeigt der Maschinenbauer im September auf der Drinktec in München das Spritzgießen eines leichten und isolierenden IML-Bechers, der zudem recyclingfähig ist.

Auf dem Messestand von Arburg, Loßburg, entstehen auf einer elektrischen Spritzgießmaschine Allrounder 520 A geschäumte Becher von Bockatech. „Auf der Weltleitmesse für Getränke und Liquid Food präsentieren wir eine echte Innovation im Bereich Verpackung“, sagt Andreas Reich, Arburg-Bereichsleiter Central Sales & Applied Technologies. „Die Herstellung individueller Mehrweg-Thermobecher auf einem Allrounder 520 A kombiniert die Verfahren EcoCore und MuCell mit dem Inmould Labelling – für eine stabile, schnelle und kostengünstige Serienproduktion.“ Bei gleichem Teilgewicht sei der Becher von Bockatech stabiler als ein Papier- oder Thermoforming-Becher. Dazu erfolge die Herstellung mit geringerem Materialeinsatz. Und der Verbraucher bekomme einen sehr gut isolierenden und sogar spülmaschinenfesten Mehrwegbecher.

Die geschäumten Mehrwegbecher haben eine Wanddicke von zwei Millimetern und lassen sich auch mit IML-Label fertigen. (Foto: Arburg)

Die geschäumten Mehrwegbecher haben eine Wanddicke von zwei Millimetern und lassen sich auch mit IML-Label fertigen. (Foto: Arburg)

In Kooperation mit Bockatech und den weiteren Partnern Borealis (Material), Trexel (MuCell), Roboplas (IML-Automation), MCC Verstraete (IML-Labels) werden die Becher auf einem elektrischen Allrounder 520 A mit Gestica-Steuerung und MuCell-Paket gespritzt. Durch die Kombination der EcoCore-Technologie von Bockatech und der Arburg-Maschine mit dem „aXw Control ScrewPilot“ für eine stabile Werkzeugfüllung sowie dem „aXw Control PressurePilot“ zur bionisch optimierten Druckregelung werden die Becher schnell und mit geringem Energiebedarf hergestellt. Die Zykluszeit liegt bei einem 430-ml-Behälter bei nur rund 5,5 s.

Leicht, stabil, isolierend und mit individuellem Design

Das Material wird sowohl chemisch mit Treibmittel (CO2) als auch physikalisch durch das MuCell-Verfahren mit Stickstoff angereichert. Das Einspritzen dieser homogenen Lösung erfolgt über einen Heißkanal mit Nadelverschlussdüse. Danach öffnet sich das 1-fach-Werkzeug und das Bauteil schäumt auf. Die so entstandene Integral-Schaumstruktur mit feinen Schaumzellen von Durchmessern zwischen fünf und 50 Mikrometern ist letztlich für Kühlung bzw. Wärmeisolierung ausschlaggebend. Geschäumt beträgt die Wanddicke zwei Millimeter und ist damit fast um das Vierfache größer als die am Anfang des Prozesses. Damit bietet der geschäumte Becher sehr gute Isoliereigenschaften bei Heiß- oder Kaltgetränken. Gleichzeitig ist er sehr stabil und kann über das IML-Verfahren mit beliebigen Designs gestaltet werden.

Die Herstellung der geschäumten Mehrwegbecher wurde auf den Arburg Technologie-Tagen im Juni 2022 vorgestellt, zur Drinktec wird die Anlage um ein IML-System ergänzt. (Foto: Arburg)

Die Herstellung der geschäumten Mehrwegbecher wurde auf den Arburg Technologie-Tagen im Juni 2022 vorgestellt, zur Drinktec wird die Anlage um ein IML-System ergänzt. (Foto: Arburg)

Breites Portfolio für Getränkeindustrie

Als Systempartner verfügt Arburg über langjährige Erfahrung in der Herstellung von Getränke- und Sonderverschlüssen, speziell von Mehrkomponentenverschlüssen. Hierfür sind die Würfeltechnologie und die Allrounder Cube prädestiniert. Für die Realisierung optimierter Lösungen in diesem Bereich hat man mit Foboha einen sehr erfahrenen Partner an seiner Seite. Die Baureihe Cube kann aus einer, zwei oder drei Komponenten Standard- und Sonderverschlüsse mit extrem hohem Ausstoß bei kleiner Aufstellfläche herstellen – und das prozesssicher auch bei der Verarbeitung von Rezyklaten, PCR-Materialien oder Biokunststoffen. Dieses Thema ist ebenso wie Ressourceneffizienz, CO2-Footprint und Circular Economy ein wichtiger Bestandteil des Programms „arburgGREENworld“.

Bei der Herstellung von Verschlüssen spielt oft die Werkzeugtechnik eine große Rolle, z. B. für das Ausschrauben und Verdeckeln. Solche elektrischen Werkzeugfunktionen lassen sich mit den Produkten von AMKmotion, seit 2021 ein Unternehmen der Arburg-Family, effizient umsetzen.
Arburg liefert also nicht nur Spritzgießtechnik, sondern bietet auch Projektmanagement und Beratung bei der Entwicklung von Komplettlösungen für die Getränkeindustrie.

www.arburg.com