Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

BASF: Länger frisch mit ökologischen Vorteilen

Mit PA 6 auf Basis von chemischem Recycling bieten sich dem israelischen Unternehmen StePac neue Möglichkeiten bei der Herstellung von kontakt-sensitiven Verpackungen für den Frischwarenbereich unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten.

Die BASF, Ludwigshafen, und StePac Ltd., Tefen (Israel), arbeiten bei der Entwicklung neuer nachhaltigerer Verpackungen speziell für den Frischwarenbereich zusammen. StePac, spezialisiert auf die Entwicklung funktioneller Verpackungslösungen, leistet Pionierarbeit bei der Verwendung von chemisch recycelten Kunststoffen für die Verpackung frischer, verderblicher Lebensmittel. Das Unternehmen wurde kürzlich nach dem REDcert2-Standard für die Verwendung von chemisch recyceltem PA 6 in seinen flexiblen Verpackungen unter Schutzatmosphäre (MAP, Modified Atmosphere Packaging) zertifiziert. Die beiden Marken Xgo und Xtend basieren auf der MAP-Technologie mit maßgeschneiderter Feuchtigkeitskontrolle. Die Respiration in der Verpackung wird effektiv verlangsamt, der Produkt-Alterungsprozess verzögert, der mikrobielle Verfall gehemmt und die Qualität sowie den Nährwert der Lebensmittel bei längerer Lagerung und Transport bewahrt. Die Xgo- und Xtend-Circular-Produkte enthalten Ultramid Ccycled zu 30 %, mit Option auf einen höheren Prozentsatz.

„Diese Partnerschaft wird dazu beitragen, ein Gleichgewicht zwischen der Schaffung von möglichst umweltfreundlichen Kunststoffverpackungen und der längeren Haltbarkeit von Frischwaren durch einen verantwortungsbewussteren Einsatz dünner Kunststofffolien herzustellen“, sagt Gary Ward, Business Development Manager von StePac. „Die verbesserten Verpackungsformate werden weiterhin dazu beitragen, Lebensmittelabfälle deutlich zu reduzieren – eine äußerst wichtige Aufgabe, wenn man bedenkt, dass diese weltweit für etwa 8 % der anthropogenen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind.“

Mit ChemCycling geht die BASF neue Wege in der Verwertung von Kunststoffabfällen. Das chemische Recycling umfasst vor allem Kunststoffabfälle, die energetisch verwertet oder deponiert würden. Es ergänzt damit das mechanische Recycling und beschleunigt die Kreislaufwirtschaft durch die Gewinnung von lebensmitteltauglichem Recyclingkunststoff. „In einem thermochemischen Verfahren gewinnen unsere Partner aus diesen Altkunststoffen Recycling-Rohstoffe, die dann in den BASF-Verbund eingespeist werden. Über einen Massenbilanzansatz kann der Rohstoff bestimmten Produkten, wie Ultramid Ccycled, zugeordnet werden“, erklärt Dr. Dominik Winter, Vice President des europäischen Polyamidgeschäfts der BASF. „Dies trägt dazu bei, fossile Rohstoffe zu ersetzen und ist ein wichtiger Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft. Da chemisch recycelte Kunststoffe von ihrer Qualität und Sicherheit her Neuware gleichwertig sind, erweitert sich die Palette an nachhaltigen Kunststoffen, die für Verpackungen von Frischwaren eingesetzt werden können.“

In der Folienverpackung überstehen die Passionsfrüchte die lange Seereise von Kolumbien nach Europa. (Foto: BASF)

In der Folienverpackung überstehen die Passionsfrüchte die lange Seereise von Kolumbien nach Europa. (Foto: BASF)

Der kolumbianische Exporteur von Passionsfrüchten, Jardin Exotics S.A.S., wird der erste Kunde sein, der die neue Verpackungsmarke Xgo Circular verwendet. Dank der angepassten Schutzatmosphäre der Verpackung, die als Folie für horizontales Befüllen und Verschließen geliefert wird, bleibt die Qualität der Passionsfrüchte während der langen Seereise von Kolumbien nach Europa erhalten. Dadurch, dass die Früchte an Ort und Stelle für den Einzelhandel verpackt werden, entfällt auch die übliche Umverpackung nach Ankunft. Die Kombination aus den produktspezifischen Folieneigenschaften und der hohen Wasserdampfdurchlässigkeit machen diese Verpackungslösung für Passionsfrüchte geeignet.

www.basf.com
www.stepac.com