Neue Maschinen, Werkstoffe und Verfahren

Lanxess: Flammwidriges PA 6 für geringe Wanddicken

Eine potenzielle Anwendung von Durethan B30SFN31 sind Reihenklemmen, mit denen Leitungen in Stromkreisverteilern oder Schaltschränken angeschlossen werden. (Foto: Weidmüller Interface)

Eine potenzielle Anwendung von Durethan B30SFN31 sind Reihenklemmen, mit denen Leitungen in Stromkreisverteilern oder Schaltschränken angeschlossen werden. (Foto: Weidmüller Interface)

Auch flammgeschützte PA-66-Compounds, die nicht mit Glasfasern verstärkt sind, haben sich zuletzt wegen der hohen Preise für diesen Kunststoff stark verteuert. Mit Durethan B30SFN31 verfügt Lanxess, Köln, über eine wirtschaftliche Materialalternative, die in ähnlich kurzen Zykluszeiten spritzgegossen werden kann. „Unser neues, halogenfrei flammgeschütztes Polyamid-6-Compound eignet sich insbesondere für dünnwandige Bauteile, die in großen Stückzahlen bei geringen Kosten gefertigt werden müssen“, erklärt Alexander Radeck, Experte für flammwidrige Kunststoffe bei Lanxess. Der frei einfärbbare Konstruktionswerkstoff wurde in enger Zusammenarbeit mit Kunden aus der Elektro- und Elektronikindustrie anwendungsspezifisch entwickelt. Er bietet sich zum Beispiel für Reihenklemmen an, mit denen Leitungen in Stromkreisverteilern oder Schaltschränken angeschlossen werden.

In allen Farben direkt einsetzbar

Das wärmestabilisierte Compound erfüllt in allen Farben den Flammschutztest UL 94 des US-Prüfinstituts Underwriters Laboratories Inc. mit der Einstufung V-0 bei Wanddicken von 0,4 bis 3,0 mm. Dies ist auf der UL Yellow Card entsprechend gelistet. „Daraus ergibt sich ein Kostenvorteil für den Verarbeiter. Er kann den Kunststoff, den wir nach seinen Wünschen eingefärbt haben, direkt einsetzen, muss ihn also nicht selbst einfärben und aufwändig bei UL zertifizieren lassen“, so Radeck. Farbe ist in vielen E&E-Anwendungen ein wichtiges Designelement und dient oft dazu, Bauteile sicherheitstechnisch zu kennzeichnen.

Kriechstromfest, fließfähig und schonend zu verarbeiten

Der neue Thermoplast hat auch bei hohen elektrischen Spannungen eine gute Kriechstromfestigkeit. Letztere zeigt sich in einem CTI-Wert (Comparative Tracking Index, IEC 60112) von 600 V und senkt das Risiko von Kurzschlüssen und Gerätedefekten durch Kriechströme. Bauteile lassen sich daher kompakter gestalten. Dadurch resultieren kleinere Endgeräte, was dem Trend zur Miniaturisierung entspricht. Eine Stärke des Compounds ist die gute Bruchdehnung, die ein Maß für die plastische Verformbarkeit unter mechanischer Belastung ist. „Die Bruchdehnung unseres Materials ist auch im spritzfrischen Zustand hoch, so dass Bauteile direkt nach ihrer Herstellung montiert werden können und dabei beispielsweise integrierte Schnapphaken vor dem Einrasten nicht brechen“, erläutert Radeck. Ein anderer Vorteil des Materials ist die hohe Fließfähigkeit der Schmelze. Sie erleichtert das Spritzgießen von Bauteilen mit sehr filigranen, dünnwandigen Geometrien. Verglichen mit unverstärkten, flammgeschützten PA-66-Compounds lässt sich der Werkstoff schonender bei niedrigeren Temperaturen verarbeiten.

www.lanxess.de

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